Kinderarmut in Deutschland


Studienarbeit, 2008
14 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Begriffsklärung
1.1 Armut
1.2 Kinderarmut

2 Die Lebenslagedimensionen

3 Ursachen / Einflussfaktoren auf die Lebenslage von ( armen ) Kindern

4 Armut im frühen Kindesalter und Vorschulalter

5 Gibt es eine intergenerationelle Weitergabe von Armut?

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die deutsche Armutsforschung hat Kinder bisher vernachlässigt. Dennoch gibt es eine Reihe empirischer Befunde, die zeigen, dass Armut ein beträchtliches Entwicklungsrisiko darstellt. Dieses Problem möchte ich aufgreifen und in meiner Studienarbeit im Fach Soziologie mich mit dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ auseinandersetzen.

Genauer möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, ob Kinderarmut von Generation zu Generation weitergegeben wird beziehungsweise welche Bildungschancen Kindern in Armut durch ihre soziale Herkunft gewährt wird.

Zu Beginn möchte ich in meinem ersten Punkt mich mit dem Begriff Armut und Kinderarmut auseinandersetzen und die Begriffe genauer erklären, um einen Einblick in die Thematik gewinnen zu können. Des Weiteren sehe ich es als bedeutsam an auf die Lebenslagedimensionen von Kindern einzugehen. Hierbei wird deutlich, dass nicht nur „familiäre Armut“ ( die materielle Situation im Haushalt ) eine Rolle spielt, sondern auch die Lebenssituation in verschiedenen Bereichen des Kindes selbst gesehen werden muss.

Im Folgenden beschäftige ich mich mit den Ursachen und möglichen Einflussfaktoren, welche zur Armut führen und auf das Kind einwirken können. Da ich das Lebensalter Kindheit gewählt habe, werde ich im vierten Punkt auf die Armut von Kindern im frühen Kindesalter und Vorschulalter anhand der Lebenslagedimensionen eingehen. In diesem Kapitel meiner Arbeit werden explizite Defizite und Mängel der Kinder in den einzelnen Lebenslagedimensionen benannt und erläutert, um zu verdeutlichen in welcher Lage sich Kinder befinden, wenn sie von Armut bedroht sind.

In Punkt 5 beschäftige ich mich mit dem Thema der intergenerationellen Weitergabe von Armut und möchte belegen, dass Armut vererbbar ist durch z.B. Modelllernen. Ein weiterer Ansatz in diesem Abschnitt beschäftigt sich mit den Bildungschancen der Kinder in Bezug auf deren Eltern.

Zum Abschluss werde ich eine Bilanz ziehen, inwieweit ich das Thema verstanden habe und in die Praxis einbeziehen kann.

1 Begriffsklärung

Bei meinen Recherchen zu dieser Studienarbeit ließen sich für die Begriffe Armut und Kinderarmut keine einheitlichen Definitionen finden. Aus diesem Grund möchte ich im Folgenden verschiedene Definitionen aufzeigen und mich mit diesen auseinandersetzen.

1.1 Armut

Der Begriff Armut wird anhand unterschiedlicher Ansätze definiert. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen 2 Arten von Armut. Der eine Ansatz definiert den Begriff Armut anhand von Statistiken und Erhebungen, der andere Ansatz stellt das subjektive Armutsempfinden in den Vordergrund. Die absolute und die relative Armut stellen zwei zentrale Begriffe bei der statistischen Herangehensweise dar. Als Grundlage der absoluten Armut gilt die Größe 1-2 US-Dollar pro Kopf und Tag. Nach einer Berechnung der Weltbank gilt jeder, der diese Summe oder weniger zur Verfügung hat als arm. Auf der Grundlage von 2 US-Dollar sind es z.B. 2,8 Milliarden Menschen, die sich in absoluter Armut befinden und somit jeder zweite Mensch auf dieser Welt. Der Begriff der relativen Armut betrachtet die Unterversorgung von Menschen bzw. Haushalten bestimmter sozialer Schichten im Verhältnis zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft. Das sogenannte Äquivalenzeinkommen ist hierfür die Grundlage und berechnet sich aus dem durchschnittlichen Einkommen der jeweiligen Bevölkerung. Der Vergleich von Zahlen steht in dem zweiten Ansatz weniger im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um die Einkommensarmut, sondern auch darum, welche materiellen und immateriellen Ressourcen zur Verfügung stehen, damit Einzelpersonen, Familien oder Haushalte individuell ein menschenwürdiges Leben gestalten können. Demzufolge bezeichnet man einen Menschen als arm, der über so geringe materielle, kulturelle und soziale Mittel verfügt, dass seine Lebensweise in der Gesellschaft als ein Minimum angesehen wird. Dies zeigt sich in einer Vielzahl von Unterversorgungslagen und dem be– und verhinderten Zugang zu verschiedenen Bereichen des Lebens. (Vgl.www.msj.de/Schwerpunktthema/Kinderarmut.php)

Nach der allgemeinen EU-Definition wird Armut zunächst als relative Einkommensarmut definiert. Jede Person, die weniger als 50% ( Mittelwert ) des durchschnittlichen Nettoeinkommens ( nach Haushaltsgröße gewichtet ) im jeweiligen Land verfügt, gilt als arm. Die rechnerische Armutsgrenze in konkreten Zahlen beträgt für das Jahr 2003 zwischen 938 und 1.100 Euro für einen Haushalt mit einem erwachsenen Haushaltsmitglied. ( Vgl. Zander, 2005, S.90 )

Den Versuch einer Definition von Armut in der vor allem auf die materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen als Kriterien für Armut eingegangen wird, sehe ich als zutreffendste Beschreibung dieses Phänomens an. Es spielen nicht nur Statistiken und Erhebungen eine wichtige Rolle, sondern vielmehr steht das einzelne Individuum, sein soziales Umfeld und die daraus resultierenden kulturellen Faktoren im Vordergrund.

1.2 Kinderarmut

Der Bundesverband der AWO (Vgl. AWO Bundesverband e.V.: AWO Sozialbericht 2000) geht von einem erweiterten Armutsbegriff aus, der entsprechend dem Lebenslagenansatz Armut als Unterversorgung und Benachteiligung in einem umfassenden Sinne versteht und nicht nur auf eine ökonomische Sichtweise beschränkt ist. Armut wird hierbei als „relative Armut“ verstanden, die sich an dem gesellschaftlichen „normalen“ orientiert. Dieses Armutsverständnis leitet sich vom sozialstaatlichen Prinzip der Gewährung von gleichen Lebenschancen ab. ( Vgl. 11. Kinder – und Jugendbericht S.138 ) Die finanzielle Situation des Haushaltes ist Grundlage hierfür. Sobald das Einkommen der Familie des Kindes bei maximal 50% des durchschnittlichen deutschen Einkommens liegt, wird hierbei von Armut gesprochen. Des Weiteren zeigt sich, dass Armut als Lebenslage mehrdimensional (Einkommen, Bildung, soziale Kontakte etc.) ist. Weiterhin ist zu beachten, dass die Folgen schwerer und die Kinder in der Bewältigung der Situation hilfloser sind. (Vgl. Ministerium für Schule, Jugend, und Kinder des Landes NRW: Kinder und Jugendliche fördern. 8. Kinder – und Jugendbericht der Landesregierung NRW. 2005, S. 58 )

Für die Auseinandersetzung mit dem Thema „Kinderarmut in Deutschland“ ist die Klärung des Begriffs „Kinderarmut“ von enormer Bedeutung. Hierbei ist es wichtig, sich nicht nur an dem Begriff „Armut“ zu orientieren, sondern vielmehr die Mehrdimensionalität des Begriffs zu sehen. Es spielen mehrere Faktoren bei der Begriffsklärung eine wichtige Rolle. Betrachtet man den Begriff „Armut“ unter dem Aspekt Bildung, so muss zum Beispiel auch der Faktor Gesundheit beachtet werden. Wenn, zum Beispiel, ein Kind häufig erkrankt aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen im Haushalt, dann wird es auch häufiger die Schule versäumen. Die Folge wäre, dass es den Unterricht versäumt und den Stoff nicht aufholen kann. Ein weiterer Faktor wäre, dass die sozialen Kontakte zu seinen Mitschülern geschwächt werden. Eine Definition des Begriffs „Kinderarmut“ zu erschließen ist aus diesen Gründen individuell.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Kinderarmut in Deutschland
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn
Veranstaltung
Soziologie der Lebensalter
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V117705
ISBN (eBook)
9783640200733
ISBN (Buch)
9783640206254
Dateigröße
403 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinderarmut, Deutschland, Soziologie, Lebensalter
Arbeit zitieren
Anne Schmalenberg (Autor), 2008, Kinderarmut in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117705

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