Erfolgsfaktoren von Fusionen

Praxisbeispiel: DaimlerChrysler


Seminararbeit, 2006

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärungen
2.1. Fusionen
2.2. Erfolgsfaktoren

3. Zielsetzungen der Unternehmen im Hinblick auf Fusionen
3.1. Synergieeffekte
3.2. Markterweiterung
3.3. Eigeninteressen

4. Die drei Phasen des Fusionsprozesses
4.1. Die strategische Analyse- und Konzeptionsphase
4.2. Die Transaktionsphase
4.3. Die Integrationsphase

5. Kritische Erfolgsfaktoren als zentrale Größe im Fusionsprozess
5.1. Due Dilligence
5.2. Personalmanagement
5.3. Unternehmenskultur

6. Praxisbeispiel DaimlerChrysler

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang: Abbildungen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Fünf Fusionswellen

Abbildung 2: DaimlerChrysler: Die ideale Ergänzung in den internationalen Automobilmärkten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Kaum ein Wirtschaftsprozess prägt das aktuelle Zeitgeschehen so stark, wie Fusionen. Seit der industriellen Revolution traten immer wieder Phasen auf, in denen diese Art von Unternehmenszusammenschlüssen konzentriert zu verzeichnen waren. Man spricht in diesem Zusammenhang von Fusionswellen.[1] Der bisherige Höhepunkt wurde in der Letzten, der fünften Fusionswelle, erreicht. Sie begann ungefähr 1993 und endete vorerst mit der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2001. Allerdings ist seit 2003 die Anzahl der Fusionen wieder steigend. Zu erwähnen ist bei dieser Fusionswelle, dass vermehrt internationale Zusammenschlüsse auftreten und die fusionierenden Konzerne in den meisten Fällen die gleiche Unternehmensgröße aufweisen.[2]

Als Treiber dieser Fusionswelle lassen sich unter anderem die zunehmende Globalisierung und die Liberalisierung der Weltmärkte nennen. Branchenübergreifend herrscht ein globaler Wettbewerb.[3] Das Ergebnis ist immer öfter eine so genannte Mega-Fusion, also ein Unternehmenszusammenschluss, bei dem die fusionierenden Unternehmen „vorher international tätig waren, oder durch die Fusion international tätig werden.“[4]

Eine Fusion ist allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt, was verschiedene empirische Studien belegen. Im Gegenteil, eine erhebliche Anzahl aller Fusionen scheitern, das heißt die mit der Fusion verbundenen Absichten werden nicht erreicht.[5]

Ob die gesteckten Ziele eines Unternehmens bezüglich eines Zusammenschlusses letztendlich erreicht oder verfehlt werden, hängt in erster Linie von einer Reihe von Erfolgsfaktoren ab. Diese lassen sich zwar weder auf jede Fusion anwenden noch lassen sie sich pauschalisieren. Ihre Rolle in den einzelnen Phasen des Fusionsprozesses kann jedoch erläutert und kritisch analysiert werden, was das Ziel dieser Hausarbeit ist. Darüber hinaus werden die Ziele sowie die zeitlichen Abschnitte einer Fusion dargestellt und erklärt. Das Praxisbeispiel der DaimlerChrysler-Fusion verdeutlicht schließlich einige der bearbeiteten Aspekte.

2. Begriffserklärungen

2.1. Fusionen

Für das Verständnis des bearbeiteten Themas ist eine genaue Erklärung der auftretenden Begriffe unvermeidbar.

Die Fusion, auch unter dem englischen Begriff „Merger“ bekannt, ist eine besondere Form eines Unternehmenszusammenschlusses. Zwei oder mehrere fusionierende Unternehmen bilden ein neues, gemeinsames Unternehmen und verlieren dabei ihre vorherige wirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit.[6]

Der Begriff Fusion wird allerdings durch das deutsche Aktiengesetz noch genauer und enger definiert und ist darüber hinaus auch nur auf den deutschsprachigen Raum begrenzt.[7] Daher wird oft der Begriff Mergers & Acquisitions (M&A), also Verschmelzung und Übernahme, verwendet. Fusionen stehen demnach in engem Zusammenhang mit Akquisitionen.

Eine Akquisition wiederum beschreibt die Übernahme eines Unternehmens durch einen Käufer. Das übernommene Unternehmen (das Target) verliert daher, im Gegensatz zur Fusion, nur seine wirtschaftliche Selbstständigkeit, bleibt also rechtlich unabhängig.[8]

2.2. Erfolgsfaktoren

Bei jedem wirtschaftlichen Prozess eines Unternehmens existieren bestimmte Faktoren, die je nach Beachtung, entscheidend zum Erfolg bzw. Misserfolg des Prozesses beitragen. Sie werden unter anderem als Erfolgs- oder auch Einflussfaktoren bezeichnet. Erfolgsfaktoren müssen für jedes Vorhaben identifiziert werden und sind für alle konkurrierenden Wettbewerber gleich.[9]

Im Fusionsprozess können Erfolgsfaktoren dazu beitragen, dass die Ziele, die sich die kooperierenden Unternehmen vor der Fusion gesteckt haben, erreicht werden.

3. Zielsetzungen der Unternehmen im Hinblick auf Fusionen

Die fortschreitende Globalisierung, vorangetrieben durch die Liberalisierung der Märkte, erfordert von den Unternehmen eine Anpassung an vergrößerte und internationale Märkte. Darüber hinaus müssen sie einem immer stärkeren Wettbewerbsdruck standhalten.[10]

Auf diese verschärften Bedingungen reagieren viele Unternehmen mit Fusionen, um der zunehmenden Konkurrenz wirksam entgegenzutreten. Dafür werden die positiven Effekte, die eine Fusion mit sich bringen kann, genutzt.

3.1. Synergieeffekte

Die Definition des Begriffs Fusion zeigt, dass aus zwei oder mehreren Unternehmen ein neues Unternehmen entsteht. Dies bedeutet anders ausgedrückt, dass die bereits vorhandenen Ressourcen der Kooperationspartner gebündelt werden. Es wird von den Synergieeffekten Gebrauch gemacht. Dabei können drei verschiedene Arten von Synergien unterschieden werden.

Zunächst lassen sich die operationellen anführen. Hier stehen Kosteneinsparungen in vielen Bereichen im Vordergrund. Diese werden beispielsweise dadurch realisiert, dass bei Kooperationspartnern, die in der gleichen Branche agieren, die jeweiligen Produktionsstätten zusammengelegt werden können. So steigt die erzeugte Stückzahl der Produkte pro Fertigungsstätte an, was schließlich eine Fixkostendegression und damit verbunden geringere Stückkosten zur Folge hat.

Weitere Kosten können dadurch eingespart werden, dass bestimmte Forschungen und Entwicklungen, z.B. die Plattform eines neuen Automodells, nur einmal getätigt werden müssen, auf die dann mehrere Fusionspartner zurückgreifen.

Man erkennt, dass bei der Nutzung operationeller Synergien gleichartige Abteilungen eingespart werden können, ohne die Produktivität des Unternehmens zu verringern.

An zweiter Stelle lassen sich die finanzwirtschaftlichen Synergien nennen. In diesem Fall wird die erhöhte Finanzkraft des neu gegründeten Unternehmens ausgenutzt. Ist diese schließlich ausreichend, hat das Unternehmen Zugang zu Geld- und Kapitalmärkten, die klein- und mittelständischen Unternehmen verwehrt werden. Das Unternehmen ist also nicht mehr auf teure Bankkredite angewiesen, wodurch die Finanzierungskosten sinken.

Außerdem erweisen sich die führungsmäßigen Synergien als vorteilhaft.

Sieht ein Fusionspartner die Unternehmensführung des anderen als ineffizient an, so werden eigene Führungskräfte im Management eingesetzt. Oft ist dies bei Fusionen mit so genannten Sanierungsfällen zu beobachten, wo der vermeintlich stärkere Fusionspartner seine Vorstellungen und Grundsätze auf das andere Unternehmen projiziert, um dessen Profitabilität wieder zu steigern.[11]

3.2. Markterweiterung

Eine weitere Chance, die mit einer Fusion verbunden ist, ist die Markterweiterung.

Es besteht die Möglichkeit, durch die Auswahl eines branchenfremden Fusionspartners in weiteren Wirtschaftszweigen tätig zu werden. Ziel dabei ist es, eine gewisse Unabhängigkeit von der ursprünglichen Branche zu erlangen, sowie das wirtschaftliche Risiko bei einem Markteinbruch zu reduzieren. Ist der Kooperationspartner in der Wertschöpfungskette vor- oder nachgelagert, hat dies eine Sicherung der Versorgung bzw. des Absatzes des Unternehmens zur Folge.

Ferner wird eine Markterweiterung durch die zunehmende Deregulierung begünstigt. Durch die kontrollierte Rücknahme staatlichen Einflusses auf bestimmte Märkte wird es Unternehmen nun ermöglicht, in eben diese vorzustoßen. Dies betrifft beispielsweise die Energieversorgung oder den Telekommunikationsmarkt.

Nachdem seit den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts immer mehr nationale zu internationalen Märkten zusammenwuchsen – bedingt durch den Abbau von Handelsschranken und zum Beispiel die stetige Ausweitung der EU –nehmen viele Unternehmen die Chance einer internationalen Fusion war. Mit dieser Ausweitung des eigenen Marktes wird in erster Linie eine Profit-Steigerung verfolgt.

Zusätzlich werden so etwaige Vorteile des Herkunftslandes des Fusionspartners ausgenutzt, was vor allem niedrige Produktionskosten in den so genannten „Billiglohnländern“ betrifft.

Darüber hinaus vereinfacht eine Fusion eine geplante Tätigkeit im Ausland. So können vorhandene Kundenstämme, Infrastrukturen und Lieferantenverträge des Kooperationspartners einfach übernommen werden, wodurch der kostspielige und aufwendige Aufbau eines eigenen Firmenstandortes im Ausland vermieden wird.[12]

3.3. Eigeninteressen

Die oben aufgezeigten Ziele stehen stets im Interesse des Unternehmens. Es kommt in der Realität jedoch auch vor, dass Fusionen aus persönlichem Interesse einzelner Personenkreise vorangetrieben werden.

Allein die Ankündigung einer Fusion lässt oft den Aktienkurs eines Unternehmens zumindest kurzfristig ansteigen, wovon die Aktionäre profitieren. Doch auch das Management lässt in manchen Fällen im Fusionsprozess den persönlichen Vorteil nicht außer Acht. Neben einem, mit der erfolgreichen Integration verbundenem, Prestigezuwachs kann auch eine, der Unternehmensgröße angepasste Vergütung der Unternehmensführung ein Anreiz sein. Oft erwähnt wird dieser Punkt im Zusammenhang mit deutsch-amerikanischen Fusionen, da Spitzenmanager in den USA ein bis zu zehnmal höheres Gehalt als deutsche Topmanager beziehen.

Ein weiterer Personenkreis, der direkten finanziellen Nutzen aus einem Unternehmenszusammenschluss zieht, sind die Unternehmensberater, Anwälte und weitere Personen mit Beratungsfunktion. Vor allem internationale Fusionen erfordern eine enorme rechtliche Sicherheit und genaue Vorbereitung. Die fusionierenden Firmen greifen daher in der Regel auf ein externes Expertenteam zurück.[13]

Die in dem Kapitel angeführten Ziele spiegeln lediglich einen kleinen Ausschnitt von Fusionsmotiven wieder. Eine detailliertere Erläuterung sämtlicher Fusionsgründe würde den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen.

4. Die drei Phasen des Fusionsprozesses

4.1. Die strategische Analyse- und Konzeptionsphase

Der Fusionsprozess lässt sich zunächst einmal grob in drei Phasen unterteilen. Dazu zählen die strategische Analyse- und Konzeptionsphase, die Transaktionsphase sowie die Integrationsphase.[14]

[...]


[1] siehe Abbildung 1: Fünf Fusionswellen, Anhang, S. 24.

[2] Vgl. Budzinski, O./Kerber, W.: Megafusionen, Wettbewerb und Globalisierung, Stuttgart, 2003, S. 14.

[3] Vgl. Middelmann, U.: Organisation von Akquisitionsprojekten, in: Picot, A./Nordmeyer, A./Pribilla, P. (Hrsg.): Management von Akquisitionen, Stuttgart, 2000, S. 106.

[4] Budzinski, O./Kerber, W., 2003, S. 11.

[5] Vgl. Dörr, T.: Grenzüberschreitende Unternehmensakquisitionen, Wiesbaden, 2000, S. 1.

[6] Vgl. Grube, R./Töpfer, A.: Post Merger Integration, Stuttgart, 2002, S. 23.

[7] Vgl. Seidel, G. R.: Kritische Erfolgsfaktoren bei Unternehmensübernahmen, Wiesbaden, 1995, S. 8.

[8] Vgl. Grube, R./Töpfer, A., 2002, S. 23.

[9] Vgl. Pümpin, C.: Strategische Erfolgspositionen, Bern, 1992, S. 112.

[10] Budzinski, O./Kerber, W., 2003, S. 9-10.

[11] Vgl. Rühli, E./Schettler, M.: Ursachen und Motive von Mega-Fusionen, in: Siegwart, H./Neugebauer, G. (Hrsg.): Mega-Fusionen, 2. Auflage, Bern, 1999, S. 200-202.

[12] Vgl. Budzinski, O./Kerber, W., 2003, S.48-49.

[13] Vgl. Budzinski, O./Kerber, W., 2003, S. 49-52.

[14] Vgl. Jansen, S.: Mergers & Acquisitions, 2. Auflage, Wiesbaden, 1999, S. 146, in: Grube, R./Töpfer, 2002, S. 44-46.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren von Fusionen
Untertitel
Praxisbeispiel: DaimlerChrysler
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
22
Katalognummer
V117706
ISBN (eBook)
9783640200740
ISBN (Buch)
9783640206261
Dateigröße
3310 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfolgsfaktoren, Fusionen
Arbeit zitieren
Rebecca Baedorf (Autor), 2006, Erfolgsfaktoren von Fusionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117706

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