Kaum ein Wirtschaftsprozess prägt das aktuelle Zeitgeschehen so stark, wie Fusionen. Seit der industriellen Revolution traten immer wieder Phasen auf, in denen diese Art von Unternehmenszusammenschlüssen konzentriert zu verzeichnen waren. Man spricht in diesem Zusammenhang von Fusionswellen. Der bisherige Höhepunkt wurde in der Letzten, der fünften Fusionswelle, erreicht. Sie begann ungefähr 1993 und endete vorerst mit der weltweiten Wirtschaftskrise im Jahr 2001. Allerdings ist seit 2003 die Anzahl der Fusionen wieder steigend. Zu erwähnen ist bei dieser Fusionswelle, dass vermehrt internationale Zusammenschlüsse auftreten und die fusionierenden Konzerne in den meisten Fällen die gleiche Unternehmensgröße aufweisen.
Als Treiber dieser Fusionswelle lassen sich unter anderem die zunehmende Globalisierung und die Liberalisierung der Weltmärkte nennen. Branchenübergreifend herrscht ein globaler Wettbewerb. Das Ergebnis ist immer öfter eine so genannte Mega-Fusion, also ein Unternehmenszusammenschluss, bei dem die fusionierenden Unternehmen „vorher international tätig waren, oder durch die Fusion international tätig werden.“
Eine Fusion ist allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt, was verschiedene empirische Studien belegen. Im Gegenteil, eine erhebliche Anzahl aller Fusionen scheitern, das heißt die mit der Fusion verbundenen Absichten werden nicht erreicht.
Ob die gesteckten Ziele eines Unternehmens bezüglich eines Zusammenschlusses letztendlich erreicht oder verfehlt werden, hängt in erster Linie von einer Reihe von Erfolgsfaktoren ab. Diese lassen sich zwar weder auf jede Fusion anwenden noch lassen sie sich pauschalisieren. Ihre Rolle in den einzelnen Phasen des Fusionsprozesses kann jedoch erläutert und kritisch analysiert werden, was das Ziel dieser Hausarbeit ist. Darüber hinaus werden die Ziele sowie die zeitlichen Abschnitte einer Fusion dargestellt und erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. Fusionen
2.2. Erfolgsfaktoren
3. Zielsetzungen der Unternehmen im Hinblick auf Fusionen
3.1. Synergieeffekte
3.2. Markterweiterung
3.3. Eigeninteressen
4. Die drei Phasen des Fusionsprozesses
4.1. Die strategische Analyse- und Konzeptionsphase
4.2. Die Transaktionsphase
4.3. Die Integrationsphase
5. Kritische Erfolgsfaktoren als zentrale Größe im Fusionsprozess
5.1. Due Dilligence
5.2. Personalmanagement
5.3. Unternehmenskultur
6. Praxisbeispiel DaimlerChrysler
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der kritischen Analyse von Erfolgsfaktoren bei Unternehmenszusammenschlüssen. Es wird untersucht, warum Fusionen trotz strategischer Planung häufig scheitern und welche Rolle spezifische Faktoren wie die Due-Diligence-Prüfung, das Personalmanagement und die Unternehmenskultur dabei spielen, wobei das Beispiel DaimlerChrysler als illustrative Fallstudie dient.
- Analyse der Beweggründe und Ziele von Unternehmensfusionen
- Untersuchung der drei Phasen eines Fusionsprozesses
- Identifikation und Bewertung kritischer Erfolgsfaktoren
- Die Rolle der Unternehmenskultur bei internationalen Zusammenschlüssen
- Evaluation des Praxisbeispiels DaimlerChrysler
Auszug aus dem Buch
5.2. Personalmanagement
Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor von Fusionen sind die human resources – das Personal – der beteiligten Unternehmen. Nachdem in der Vergangenheit häufig Menschen durch Maschinen und Roboter ersetzt wurden, sind heutzutage spezialisierte und ausgebildete Entwickler, Fachleute und Führungskräfte unverzichtbar. Sie sind das menschliche Kapital der Unternehmen. Dies hat Auswirkungen im M&A-Prozess, da die Mitarbeiter auf eine Fusion unterschiedlich reagieren. Eine Maschine ist emotionslos und wird daher stets einwandfrei funktionieren.
Das Humankapital kann als eine Medaille mit zwei Seiten betrachtet werden. Einerseits kann es Fusionsgrund sein, damit beispielsweise ein Unternehmen auf erfahrene und qualifizierte Mitarbeiter eines anderen Unternehmens zurückgreifen kann. Andererseits können die Mitarbeiter eine Fusion auch negativ beeinflussen. Viele Mitarbeiter sehen einer Fusion skeptisch entgegen, da damit beispielsweise eine Gehaltsverschlechterung, eine Versetzung oder der Verlust des Arbeitsplatzes verbunden sein kann. Dies bewirkt unter Umständen ein Sinken der Motivation, Leistung und Qualität der Mitarbeiter. Schlimmstenfalls verlassen kompetente Angestellte das Unternehmen. Diesen Vorgängen entgegenzuwirken ist Aufgabe des Personalmanagements.
Das Personalmanagement betreut sämtliche Vorgänge, die im Zusammenhang mit den Mitarbeitern stehen. Dazu zählen Auswahl und Einstellung geeigneter Mitarbeiter, sowie deren Entlohnung, Führung und Weiterbildung. Bezogen auf M&A hat das Personalmanagement die Aufgabe, Antworten auf offene Fragen zu geben, sowie Sicherheit und Ehrlichkeit auszustrahlen um so die Mitarbeiter für und über eine Fusion hinaus zu begeistern. In den drei bereits erklärten Fusionsphasen findet dies auf unterschiedliche Weise statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung von Fusionswellen und benennt die zunehmende Globalisierung sowie den Wettbewerbsdruck als primäre Treiber für Unternehmenszusammenschlüsse.
2. Begriffserklärungen: Hier werden die wesentlichen theoretischen Begriffe wie Fusion, Akquisition und Erfolgsfaktoren für das Verständnis der weiteren Arbeit definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Zielsetzungen der Unternehmen im Hinblick auf Fusionen: Dieses Kapitel erläutert die strategischen Motive hinter Fusionen, insbesondere die Generierung von Synergieeffekten, Markterweiterungen und persönliche Interessen des Managements.
4. Die drei Phasen des Fusionsprozesses: Die Unterteilung in die strategische Analyse-, die Transaktions- und die Integrationsphase dient als strukturierter Rahmen für den Ablauf von Fusionsprojekten.
5. Kritische Erfolgsfaktoren als zentrale Größe im Fusionsprozess: Hier werden die Due-Diligence-Prüfung, das Personalmanagement und die Unternehmenskultur als maßgebliche Faktoren analysiert, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
6. Praxisbeispiel DaimlerChrysler: Anhand der transatlantischen Fusion von Daimler-Benz und Chrysler wird verdeutlicht, wie theoretische Erfolgsfaktoren in der Praxis wirken und wo Diskrepanzen zur angestrebten Zielsetzung entstehen können.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Fusionen zwar ein wichtiges strategisches Instrument sind, jedoch aufgrund unzureichender Vorbereitungen und kultureller Barrieren eine hohe Misserfolgsquote aufweisen.
Schlüsselwörter
Fusion, Akquisition, M&A, Erfolgsfaktoren, Synergieeffekte, Globalisierung, Due Diligence, Personalmanagement, Unternehmenskultur, DaimlerChrysler, Unternehmensführung, Markterweiterung, Integrationsprozess, Wettbewerbsdruck, Humankapital
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kritischen Erfolgsfaktoren, die den Erfolg oder das Scheitern von Unternehmensfusionen maßgeblich beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Ablauf von Fusionsprozessen, die Bedeutung von Synergien, Due-Diligence-Prüfungen sowie die psychologischen und kulturellen Herausforderungen für das Personalmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Phasen einer Fusion zu erläutern, die Erfolgsfaktoren kritisch zu analysieren und deren praktische Bedeutung am Beispiel DaimlerChrysler zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse zu Fusionsprozessen und einer qualitativen Analyse eines Praxisbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Fusionsmotive, die theoretische Unterteilung in drei Prozessphasen und die detaillierte Betrachtung kritischer Erfolgsfaktoren wie Due Diligence, Personalmanagement und Unternehmenskultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Fusion, Erfolgsfaktoren, Synergien, Due Diligence, Personalmanagement und Unternehmenskultur.
Welche Rolle spielte die kulturelle Integration bei der DaimlerChrysler-Fusion?
Die unterschiedlichen Unternehmenskulturen und ein mangelndes Verständnis füreinander führten dazu, dass sich Chrysler-Mitarbeiter übergangen fühlten, was die Integration erheblich erschwerte.
Warum wird die Fusion von DaimlerChrysler im Fazit als nicht erfolgreich eingestuft?
Trotz hoher Erwartungen konnten die geplanten Synergien nicht realisiert werden, und das Unternehmen geriet nach der Fusion in eine lang anhaltende Krise mit erheblichen finanziellen Verlusten.
- Quote paper
- Rebecca Baedorf (Author), 2006, Erfolgsfaktoren von Fusionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117706