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Sexualbegleitung und Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung

Title: Sexualbegleitung und Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung

Seminar Paper , 2022 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christina Bonfig (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Die vorliegende Arbeit wird zunächst die grundlegende Bedeutung von Sexualität betrachten. Danach soll Sexualität in Bezug zur Behinderung gesetzt werden, auf welche Hindernisse Menschen mit Behinderung hinsichtlich ihrer Sexualität stoßen und welche Chancen Sexualbegleitung oder Sexualassistenz für sie bieten. Was bedeutet Sexualbegleitung und Sexualassistenz aber nun genau? Dazu soll zuerst der Unterschied zwischen beiden Begriffen erklärt werden, was diese Dienstleistungen beinhalten und wobei der Unterschied zur Prostitution liegt. Wichtige Aspekte sind zudem die Finanzierung der Dienste, sowie die rechtliche und politische Sichtweise auf Sexualbegleitung und Sexualassistenz. Die Thematik wird anschließend im europäischen Ausland beleuchtet. Zum Abschluss findet sich ein Ausblick für die Relevanz von Sexualbegleitung und Sexualassistenz in der Heilpädagogik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung von Sexualität

3. Behinderung und Sexualität

3.1 Aufklärung

3.2 „Be-Hinderung“ der Sexualität

4. Sexualbegleitung und Sexualassistenz

4.1 Aktive und passive Sexualassistenz

4.2 Männer und Frauen in der Sexualbegleitung und Sexualassistenz

4.3 Unterschied zur Prostitution

4.4 Finanzierung

4.5 Politik

4.6 Rechtliche Aspekte

5. Sexualbegleitung und Sexualassistenz im europäischen Ausland

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Sexualbegleitung und Sexualassistenz als Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung, beleuchtet deren Abgrenzung zur Prostitution sowie die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen in Deutschland und im europäischen Ausland.

  • Grundlagen der Bedeutung von Sexualität für die Identitätsentwicklung
  • Herausforderungen und Barrieren für Menschen mit Behinderung bei der Auslebung ihrer Sexualität
  • Differenzierung zwischen aktiver Sexualassistenz und Sexualbegleitung
  • Finanzierungshürden und rechtliche Aspekte in Deutschland
  • Perspektiven und Ansätze im europäischen Vergleich (Schweiz, Dänemark, Niederlande, England)

Auszug aus dem Buch

4.1 Aktive und passive Sexualassistenz

Aktive Sexualassistenz umfasst „alle Formen sexueller Hilfestellung (…), bei denen die anleitenden Personen aktiv in die sexuelle Interaktion miteinbezogen sind“ (Stöppler 2017). Das Spektrum dieser Hilfen erstreckt sich von beispielsweise erotischen Massagen bis hin zum Geschlechtsverkehr (Stöppler 2017). Zur aktiven Begleitung zählen unter anderem „konkrete Hilfestellungen bei der Selbstbefriedigung“ oder auch „Unterstützung bei sexuellen Handlungen zwischen Partner[*innen] mit Behinderung“ (Stöppler und Klamp-Gretschel 2020).

Passive Sexualassistenz meint „alle Maßnahmen, die konkrete Voraussetzungen für Sexualität schaffen“ (Clausen und Herrath 2013). Dazu zählt grundlegend Beratung und Aufklärung, aber auch, unter anderem, „Organisation von Tanzveranstaltungen, Festen und Feiern“ (ebd., S. 227) und dem Angebot von ‚Flirtkursen‘. Passive Sexualassistenz kann Aufklärungsarbeit zu Selbstbefriedigung, sowohl mit als auch ohne Hilfsmittel, leisten. Anschließend ist ein „gemeinsamer Einkauf von Sextoys“ (z.B. künstliche Vagina/ Masturbator, Vibrator etc.) oder eine „Ausleihe von Pornos unter Beachtung von Vorlieben und verschiedener sexueller Orientierungen“ (ebd., S.227) möglich. Hilfestellung einer passiven Sexualassistenz kann auch die Suche nach aktiver Sexualassistenz und deren Kontaktaufnahme sein. Auch die „Klärung der verfügbaren finanziellen Ressourcen für sexuelle Dienstleistungen oder Sexualität unterstützende Materialien“ kann eine Unterstützung zur Sexualität darstellen (Clausen und Herrath 2013).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, verdeutlicht die Relevanz der Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung und skizziert den Aufbau der Arbeit.

2. Bedeutung von Sexualität: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionen von Sexualität, die weit über Fortpflanzung hinaus zur Identitätsentwicklung und Beziehungsgestaltung beitragen.

3. Behinderung und Sexualität: Es wird analysiert, wie Menschen mit Behinderung in ihrem sexuellen Selbstbestimmungsrecht eingeschränkt werden, sowohl durch mangelnde Aufklärung als auch durch institutionelle Barrieren.

3.1 Aufklärung: Dieses Kapitel beleuchtet das Defizit bei der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung und die Konsequenzen fehlenden Wissens.

3.2 „Be-Hinderung“ der Sexualität: Hier wird thematisiert, wie Normvorstellungen von Betreuungspersonen und die institutionelle Gestaltung von Wohnformen die Sexualität behinderter Menschen einschränken.

4. Sexualbegleitung und Sexualassistenz: Dieses Kapitel definiert und grenzt die beiden Begriffe voneinander ab, wobei Sexualbegleitung eher beratend-partnerschaftlich und Assistenz eher funktional-unterstützend verstanden wird.

4.1 Aktive und passive Sexualassistenz: Unterscheidung zwischen direkter sexueller Hilfestellung und unterstützenden Maßnahmen wie Beratung oder Organisation.

4.2 Männer und Frauen in der Sexualbegleitung und Sexualassistenz: Analyse der geschlechtsspezifischen Nachfrage und der unterschiedlichen Wahrnehmung der Angebote für Männer und Frauen mit Behinderung.

4.3 Unterschied zur Prostitution: Diskussion der rechtlichen Einordnung und der fachlichen Abgrenzung der sexualassistentiellen Arbeit gegenüber klassischer Prostitution.

4.4 Finanzierung: Darstellung der hohen Hürden bei der Finanzierung, da diese Leistungen oft privat getragen werden müssen und staatliche Unterstützung schwierig zu erlangen ist.

4.5 Politik: Betrachtung der aktuellen politischen Haltung in Deutschland, die eine Kostenübernahme durch die Eingliederungshilfe bisher ablehnt.

4.6 Rechtliche Aspekte: Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, insbesondere im Hinblick auf das StGB und die Frage der Einwilligungsfähigkeit bei geistiger oder Mehrfachbehinderung.

5. Sexualbegleitung und Sexualassistenz im europäischen Ausland: Vergleich verschiedener Ansätze in der Schweiz, Dänemark, den Niederlanden und England.

6. Ausblick: Zusammenfassende Einschätzung der Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels und der heilpädagogischen Verantwortung in diesem Bereich.

Schlüsselwörter

Sexualbegleitung, Sexualassistenz, Menschen mit Behinderung, sexuelle Selbstbestimmung, Empowerment, Heilpädagogik, sexuelle Teilhabe, aktive Assistenz, passive Assistenz, Prostitution, Finanzierung, Inklusion, Einwilligungsfähigkeit, Sexualpädagogik, Fremdbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Sexualbegleitung und Sexualassistenz als notwendige Unterstützungsformen für Menschen mit Behinderung zur Wahrung ihrer sexuellen Selbstbestimmung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Abgrenzung der Begriffe, die rechtliche und finanzielle Situation in Deutschland, die Rolle des heilpädagogischen Handelns sowie ein Vergleich mit europäischen Ansätzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Relevanz der Sexualassistenz aufzuzeigen, Hindernisse bei der Umsetzung zu benennen und die heilpädagogische Rolle bei der Förderung sexueller Selbstbestimmung zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur, Dokumentationen und rechtlicher Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zur Bedeutung von Sexualität, eine Analyse der "Be-Hinderung" von Sexualität, die Differenzierung der Assistenzformen sowie eine Untersuchung von Finanzierung und Rechtsprechung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sexualbegleitung, Sexualassistenz, sexuelle Selbstbestimmung und Empowerment charakterisiert.

Warum wird Sexualassistenz in Deutschland rechtlich oft wie Prostitution behandelt?

Dies liegt daran, dass das Gesetz sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt unter das Prostituiertenschutzgesetz fasst, da bisher keine spezifische gesetzliche Grundlage für Sexualassistenz als unterstützende Leistung geschaffen wurde.

Welche Rolle spielt die Finanzierung für Betroffene?

Da die Leistungen meist privat gezahlt werden müssen und die Regelsätze der Sozialhilfe kaum Spielraum für solche Ausgaben lassen, bleibt der Zugang für viele Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer finanziellen Situation stark eingeschränkt.

Was unterscheidet das dänische System von dem in Deutschland?

Im Gegensatz zu Deutschland ist in Dänemark das Recht auf Ausleben der Sexualität gesetzlich verankert und die Assistenz durch Mitarbeiter in der Behindertenpädagogik ist nicht strafbar.

Welche Aufgabe hat die Heilpädagogik in diesem Kontext?

Heilpädagog*innen sollen proaktiv Aufklärungsangebote schaffen, die sexuelle Selbstbestimmung fördern, beraten und sicherstellen, dass auch Menschen mit Behinderung über die Möglichkeiten der Sexualassistenz informiert sind.

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Details

Title
Sexualbegleitung und Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung
College
(International University of Applied Sciences)
Grade
1,0
Author
Christina Bonfig (Author)
Publication Year
2022
Pages
16
Catalog Number
V1177282
ISBN (PDF)
9783346599568
ISBN (Book)
9783346599575
Language
German
Tags
Sexualität Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Bonfig (Author), 2022, Sexualbegleitung und Sexualassistenz für Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1177282
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