Die Abhandlung schildert zunächst kurz die Biographie von Jacques Derrida, einem der maßgeblichen Väter der Dekonstruktion. Im Anschluss wird das Konzept sowie seine Bedeutung für Philosophie und Literatur ausführlich erläutert. Dies schließt auch eine Betrachtung der sogenannten Yale-School ein, welche eine der einflußreichsten literarischen Strömungen der USA in den 1970er Jahren darstellt. Anhand des Beispiels einer Detektivgeschichte von Jorge Luis wird Dekonstruktion in ihrer praktischen Dimension erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Forschungsgegenstand und Materiallage
1.2. Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeit
2. Kurzbiographie Jacques Derrida
3. Dekonstruktion in der Philosophie
4. Dekonstruktion in der Literatur
4.1. Allgemeine Anmerkungen
4.2. Die „Yale-School“
5. Dekonstruktion - Ein Beispiel
5.1. Detektivgeschichte „ Der Tod und der Kompaß“
5.2. Auswertung
6. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das poststrukturalistische Konzept der Dekonstruktion nach Jacques Derrida in seinen philosophischen und literaturwissenschaftlichen Dimensionen zu durchdringen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie das Dekonstruktionskonzept traditionelle Sinn- und Wahrheitsansprüche unterläuft, indem es binäre Oppositionen und metaphysische Annahmen innerhalb von Texten freilegt und kritisch hinterfragt.
- Biographische Einordnung von Jacques Derrida
- Philosophische Grundlagen des Logozentrismus und der Différance
- Methodik der literaturwissenschaftlichen Dekonstruktion (Yale-School)
- Praktische Analyse einer Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges
- Kritische Auseinandersetzung mit kausalen Strukturen und Deutungsmustern
Auszug aus dem Buch
5.1. Detektivgeschichte „ Der Tod und der Kompaß“
Um die Thematik der Dekonstruktion anhand eines praktischen Beispiels besser verdeutlichen zu können, möchte ich zunächst in einer Zusammenfassung die Kurzgeschichte „Der Tod und der Kompaß“ von Jorge Luis darstellen. Zu den Hauptpersonen der in einer südamerikanischen Hauptstadt stattfindenden Handlung zählten der Detektiv Erik Lönnrot, sein Assistent Treviranus sowie der Kriminelle Red Scharlach. Das Geschehen drehte sich im wesentlichen um eine Serie von Verbrechen, welche miteinander in logischem Zusammenhang zu stehen schienen.
Dem ersten, der drei Morde fiel der jüdische Schriftsteller namens Dr. Marcelo Yarmolinsky zum Opfer. Dieser Herr war als Delegierter aus Podolsk in die Stadt gereist, um an einem Talmudkongreß teilzunehmen. Er bezog Quartier im Hôtel du Nord gegenüber der Suite des Tetrarchen von Galiläa, welcher als Besitzer eines sehr wertvollen Saphires bekannt war. Am einem 4. Dezember fand man die Leiche Yarmolinsky’s, nachdem ein Reporter der Yiddischen Zaitung vergeblich versucht hatte, den Schriftsteller zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes, der Materiallage sowie der zentralen Fragestellungen und Schwerpunkte der Seminararbeit.
2. Kurzbiographie Jacques Derrida: Überblick über den Lebensweg, die Ausbildung und die akademische Entwicklung des französischen Philosophen.
3. Dekonstruktion in der Philosophie: Erläuterung der dekonstruktivistischen Kritik am Logozentrismus und der methodischen Infragestellung metaphysischer Kausalitätsannahmen.
4. Dekonstruktion in der Literatur: Untersuchung der Anwendung dekonstruktiver Verfahren auf literarische Texte, unter besonderer Berücksichtigung der amerikanischen „Yale-School“.
5. Dekonstruktion - Ein Beispiel: Veranschaulichung der theoretischen Konzepte anhand einer detaillierten Analyse und Auswertung der Kurzgeschichte von Jorge Luis Borges.
6. Schluß: Zusammenfassende Synthese der erarbeiteten Erkenntnisse über die Bedeutung der Dekonstruktion in der postmodernen Theoriebildung.
Schlüsselwörter
Dekonstruktion, Poststrukturalismus, Jacques Derrida, Logozentrismus, Différance, Literaturtheorie, Yale-School, Intertextualität, Aporie, Kausalität, Metaphysik, Jorge Luis Borges, Sprachskeptizismus, Sinnkonstitution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem poststrukturalistischen Konzept der Dekonstruktion, wie es von Jacques Derrida geprägt wurde, und dessen Anwendung auf philosophische und literarische Texte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Dekonstruktion des Logozentrismus, die Infragestellung metaphysischer Sinnstiftung sowie die Rolle von Textstrukturen und rhetorischen Operationen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Charakter der Dekonstruktion und ihre Abgrenzung zum Strukturalismus theoretisch zu erläutern und ihre Auswirkungen auf das geisteswissenschaftliche Arbeiten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche und philosophische Analyse, die durch die Anwendung der dekonstruktiven Lektüre auf ein konkretes Beispiel (Borges) veranschaulicht wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Biographie Derridas, die philosophischen Grundlagen der Dekonstruktion, die literaturkritische Rezeption durch die Yale-School sowie die Analyse einer Kurzgeschichte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Dekonstruktion, Différance, Logozentrismus, Aporie, Intertextualität und Poststrukturalismus.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Detektivs in der Analyse?
Der Detektiv Lönnrot fungiert als Symbol für ein logisch-metaphysisches Weltbild, das durch die dekonstruktive Erzählweise von Borges als Konstrukt entlarvt und in Frage gestellt wird.
Welche Funktion hat die Kurzgeschichte für die Arbeit?
Die Kurzgeschichte dient als Musterbeispiel, um die abstrakten theoretischen Prinzipien der Dekonstruktion praktisch vorführbar und verständlicher zu machen.
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- Andreas Hönicke (Author), 2001, Das Konzept der Dekonstruktion und seine Bedeutung für Philosophie und Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11772