Wieso griff Frankreich bei diesem aggressiven Schachzug Hitlers nicht ein, obwohl es – so Hitler – die militärischen Mittel dazu gehabt hätte? Weitere Fragen, die sich daraus ergeben, sind die der ausbleibenden Reaktion Englands und die nach der Strategie Hitlers. Diese drei Fragen sollen in der vorliegenden Arbeit erörtert werden.
Hierzu soll zunächst eine historische Einordnung der Ereignisse im März 1936 stattfinden, die als Basis für die weitere Analyse und Beantwortung der Forschungsfragen dient. Zu erwähnen sei hierbei, dass der Fokus gemäß des Proseminar-Themas auf den außenpolitischen Schritten Hitlers und gemäß der Thematik der Arbeit auf der Vorgeschichte des Rheinlandes liegt. Darauf folgt ein Kapitel, welches die strategische, aber auch kulturelle Wichtigkeit des Rheins und des Rheinlandes für die Deutschen beleuchten soll. Anschließend soll die erste Forschungsfrage näher betrachtet werden: Wie und mit welchen Strategien hat Hitler diesen Coup trotz der zahlreichen Hürden bewerkstelligt? Im fünften Kapitel soll es dann um die Reaktionen der beteiligten Schlüsselparteien Frankreich und England gehen, indem deren mögliche Gründe für ihr Verhalten aufgezeigt werden. In einem vorletzten Schritt werden die innen- und außenpolitischen Folgen der Rheinlandbesetzung beleuchtet, die einen Ausblick auf die folgenden Ereignisse und Entwicklungen bieten. Am Ende sollen in einem Fazit die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammengefasst und die Forschungsfragen soweit möglich prägnant beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Einordnung
3 Die Wichtigkeit des Rheins und des Rheinlandes für die Deutschen
4 Die Strategie Hitlers
5 Die Reaktionen der Schlüsselparteien
5.1 Frankreich
5.2 England
6 Folgen
6.1 Innenpolitisch
6.2 Außenpolitisch
7 Fazit
8 Quellen- und Literaturverzeichnis
8.1 Quellenverzeichnis
8.2 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rheinlandbesetzung vom 7. März 1936 mit dem Ziel, die von Adolf Hitler angewandte Strategie zur Durchführung dieses völkerrechtswidrigen Coups zu analysieren und die Gründe für die ausbleibende militärische Reaktion von Frankreich und England zu identifizieren.
- Analyse der außenpolitischen Strategie und Taktik Hitlers im Vorfeld der Besetzung.
- Untersuchung der strategischen und kulturellen Bedeutung des Rheinlandes für Deutschland.
- Darstellung der inner- und außenpolitischen Reaktionen Frankreichs und Englands.
- Bewertung der Folgen der Rheinlandbesetzung für die europäische politische Ordnung.
- Diskussion der Rheinlandbesetzung als verpasste Gelegenheit zur Aufhaltung Hitlers vor dem Zweiten Weltkrieg.
Auszug aus dem Buch
4 Die Strategie Hitlers
Eine der Fragen, die sich nun stellt, ist die Folgende: Wie hatte Hitler diesen Coup zustande gebracht, obwohl das Verhalten eindeutig einen doppelten Vertragsbruch darstellte und nach Artikel 44 des Versailler Vertrages somit den Weltfrieden störte. Ein solches Verhalten zöge unter anderen Umständen eine sofortige Reaktion der beteiligten Nationen nach sich. Im folgenden Kapitel soll daher Hitlers Strategie behandelt werden.
Der erste Faktor, durch den Hitler einen Erfolg erzielte, war sicherlich die Abessinien-Krise, die einen Zwist zwischen England und Italien hervorrief. Hier entschied sich Hitler dazu, Abessinien Waffen zu liefern, um den Konflikt so lange wie möglich auszudehnen, da dieser die Aufmerksamkeit der Mächte auf sich zu lenken schien. In seinem Tagebuch schrieb Joseph Goebbels am 21. Januar 1936: „Frage der Rheinlandzone. […]. Aber nicht jetzt, um den anderen nicht Gelegenheit zu geben, vom Abessinienkonflikt loszukommen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der historischen Ausgangslage und Formulierung der zentralen Fragestellung zur Rolle Frankreichs und Englands bei der Remilitarisierung.
2 Historische Einordnung: Überblick über die deutsche Außenpolitik nach 1933 und die vertraglichen Bestimmungen zum entmilitarisierten Rheinland.
3 Die Wichtigkeit des Rheins und des Rheinlandes für die Deutschen: Analyse der strategischen und kulturellen Bedeutung der Region für Hitlers Expansionspläne und das deutsche Selbstverständnis.
4 Die Strategie Hitlers: Untersuchung der taktischen Vorgehensweise Hitlers, insbesondere durch Ausnutzung internationaler Konflikte und psychologische Kriegsführung.
5 Die Reaktionen der Schlüsselparteien: Analyse der Gründe für die Untätigkeit Frankreichs und Englands gegenüber dem deutschen Vertragsbruch.
6 Folgen: Darstellung der innenpolitischen Stärkung des Regimes sowie der außenpolitischen Verschiebungen durch den neuen Machtblock.
7 Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einordnung der Rheinlandbesetzung als historisches "Relais" vor dem späteren Kriegsgeschehen.
8 Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.
Schlüsselwörter
Rheinlandbesetzung, Adolf Hitler, 1936, Remilitarisierung, Versailler Vertrag, Frankreich, England, Außenpolitik, Abessinien-Krise, Strategie, Maginot-Linie, Völkerbund, Vertrag von Locarno, Nationalsozialismus, Europäische Mächte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Rheinlandbesetzung am 7. März 1936 und untersucht dabei die strategischen Hintergründe Hitlers sowie die Ursachen für die ausbleibende Gegenreaktion der europäischen Großmächte.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben der politischen Strategie Hitlers werden die historische Bedeutung des Rheinlandes, die internationalen Vertragsverhältnisse und die spezifischen Gründe für das Verhalten der Akteure in Frankreich und England behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem offensichtlichen Vertragsbruch Deutschlands und dem Mangel an entschlossener Intervention durch Frankreich und England zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Quellen, wie etwa Tagebucheinträgen und diplomatischen Dokumenten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die strategische Planung Hitlers, die Analyse der Entscheidungsprozesse in den betroffenen Ländern und die darauffolgenden innen- und außenpolitischen Konsequenzen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind Rheinlandbesetzung, Remilitarisierung, Vertragsbruch, Abessinien-Krise, nationale Außenpolitik und die Rolle des Völkerbundes.
Welche Rolle spielte die Propaganda für Hitlers Erfolg?
Propaganda wurde gezielt eingesetzt, um durch Interviews und Falschmeldungen Zweifel bei den gegnerischen Mächten zu säen und gleichzeitig die deutsche Bevölkerung hinter dem Vorhaben zu einen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Maginot-Linie?
Die Arbeit sieht in der Maginot-Linie einen Faktor, der eine defensiv ausgerichtete Militärstrategie Frankreichs förderte und die Entscheidungsträger in einer trügerischen Sicherheit wiegte.
Inwiefern beeinflusste die Abessinien-Krise das Geschehen?
Sie band die Aufmerksamkeit und die militärischen Ressourcen Englands und schuf durch Spannungen mit Italien außenpolitischen Spielraum, den Hitler geschickt für seine Ziele instrumentalisierte.
Welche historische Schlussfolgerung zieht der Autor?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Rheinlandbesetzung ein entscheidender Wendepunkt war und die verpasste Gelegenheit zur Aufhaltung Hitlers das spätere Schicksal Europas besiegelte.
- Citar trabajo
- Paul Killat (Autor), 2021, Die Rheinlandbesetzung vom 7. März 1936. Eine Erklärung der Strategie Hitlers und des Verhaltens der Schlüsselparteien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1177356