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Schriftspracherwerb bei mehrsprachigen Schülern

Title: Schriftspracherwerb bei mehrsprachigen Schülern

Term Paper , 2007 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lena Heinrich (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Die Beherrschung mehrerer Sprachen spielt heutzutage eine immer größere Rolle, und mehrsprachige Schulklassen sind zum Normalfall geworden. Aufgrund der stark ansteigenden Migrationsströmungen und wegen der zunehmenden Internationalisierung befinden sich viele Menschen und deren Angehörige vor die Aufgabe gestellt, die unbekannte Sprache eines Landes als Zweit- oder gar Drittsprache lernen zu müssen. Da die Zweitsprache „nicht nur als ein Medium der Verständigung, sondern auch als Instrument des Wissenserwerbs [dient]“ (Schmölzer-Eibinger 2006, 128), ist eine Reaktion der Pädagogik und der Didaktik auf die Mehrsprachigkeit der Schülerschaft notwendig, damit eine reibungslose Integration gelingen kann. Die Kinder von Zuwanderern, und auch die Zuwanderer selbst, haben aber zum Teil erhebliche Probleme beim Spracherwerb, insbesondere beim Schriftspracherwerb.
Es werden in der folgenden Arbeit zunächst einmal wichtige Basisinformationen und Forschungsergebnisse vorgestellt, die zeigen, dass die Muttersprache bewiesenermaßen ein entscheidender Faktor dafür ist, welche Kompetenz ein Lerner in seiner Zweitsprache erreichen kann. Weiterhin wird ein Überblick darüber gegeben, mit welchen Modellen die Schulpolitik versucht, den Schülern die Zweitsprache näher zu bringen. Außerdem wird die Effektivität bzw. Ineffektivität der Modelle angesprochen.
Anschließend werden die Probleme von mehrsprachigen Schülern beim Schriftspracherwerb konkretisiert und einige Möglichkeiten für den Unterricht in multilingualen Klassen vorgestellt. Das Fazit schließt mit einer kurzen Zusammenfassung und Überlegungen bezüglich der Anforderungen, die an einen Lehrer gestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begründung der Themenwahl

2. Begriffsklärung

2.1 Schriftspracherwerb

2.2 Zweisprachigkeit – Mehrsprachigkeit

2.3 Interdependenzhypothese (Jim Cummins)

3. Spracherwerb bei zwei- und mehrsprachig aufwachsenden Lernern

3.1 Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht

3.2 Forschungsstand und Rolle der Muttersprache für den Zweitspracherwerb

4. Modelle zweisprachiger Schulbildung

4.1 Submersion vs. Immersion

4.2 Effizienz der vorgestellten Modelle zweisprachiger Schulbildung

5. Probleme beim Schriftspracherwerb mehrsprachiger Lerner

6. Prinzipien und Möglichkeiten für den Unterricht in mehrsprachigen Lerngruppen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen des Schriftspracherwerbs bei mehrsprachigen Schülern im deutschen Schulsystem. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie schulische Bildungsprozesse gestaltet werden müssen, um die sprachliche und kognitive Entwicklung dieser Lernenden unter Berücksichtigung ihrer Muttersprache optimal zu fördern und eine gelungene Integration zu unterstützen.

  • Bedeutung der Erstsprache für den Zweitspracherwerb
  • Analyse verschiedener Modelle zweisprachiger Schulbildung
  • Herausforderungen der Alphabetisierung in zwei Sprachen
  • Didaktische Prinzipien für den Unterricht in multilingualen Klassen
  • Rolle des Lehrers bei der Unterstützung des Schriftspracherwerbs

Auszug aus dem Buch

5. Probleme beim Schriftspracherwerb mehrsprachiger Lerner

Viele betrachten Mehrsprachigkeit als ein eher „’mündliches’ Phänomen. Es ist eine wissenschaftlich anerkannte Tatsache, dass eine Person zwei oder mehrere Sprachen ab ihrer Kindheit problemlos erwerben und sprechen kann. Anders ist die Situation beim schriftlichen Erwerb von zwei oder mehreren Sprachen. In diesem Kontext wird die Mehrsprachigkeit eher als ein Hindernis betrachtet, denn die schulische Alphabetisierung erfolgt normalerweise praktisch nur einsprachig […].“ (de Rosa 2007, 7).

Mündliche rezeptive Fertigkeiten, also z. B. das Hörverstehen, gelingen Sprachanfängern relativ schnell, denn die gesprochene Sprache ist kontextunterstützt. Die produktiven Fertigkeiten, also das Sprechen und Schreiben, entwickeln sich aber erst nach den rezeptiven. Es ist eine deutlich höhere Anforderung gefragt, da der Lerner darüber reflektieren muss, wie die lautliche Seite der gesprochenen Sprache in der Schriftsprache umgesetzt wird, und zwar ohne einen zur Verfügung stehenden Gesprächspartner. Weinhold beschreibt diese Situation folgendermaßen: „Schreiblerner müssen sich erst allmählich daran gewöhnen, ohne anwesenden Gesprächspartner zu kommunizieren und alles das, was sie sagen und ausdrücken wollen, so zu formulieren, dass es durch Schrift Wege zu Lesern findet.“ (Weinhold 2006, 15).

Nicht vergessen darf man, dass es zu einem gravierenden Problem werden kann, wenn der Erstspracherwerb abrupt unterbrochen wird. Die Folge ist die „Fossilierung der Sprachkenntnisse“ (Schmölzer-Eibinger 2006, 134), das heißt, dass auch der Zweitspracherwerb beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen wird. Die sprachliche Entwicklung in der Zielsprache kommt zum Stillstand. „Die erstsprachliche Entwicklung der Lernenden muss daher kontinuierlich über einen längeren Zeitraum und gezielt im Hinblick auf schulsprachliche Anforderungen erfolgen.“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begründung der Themenwahl: Das Kapitel erläutert die Relevanz der Mehrsprachigkeit im Schulalltag und begründet, warum Pädagogik und Didaktik auf die spezifischen Bedürfnisse mehrsprachiger Schüler reagieren müssen.

2. Begriffsklärung: Hier werden grundlegende Definitionen wie Schriftspracherwerb, Zweisprachigkeit und die Interdependenzhypothese nach Cummins dargelegt, um das theoretische Fundament für die Arbeit zu schaffen.

3. Spracherwerb bei zwei- und mehrsprachig aufwachsenden Lernern: Dieser Abschnitt thematisiert die Rolle der Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht und beleuchtet aktuelle Forschungsergebnisse zum Einfluss der Muttersprache auf den Zweitspracherwerb.

4. Modelle zweisprachiger Schulbildung: Das Kapitel vergleicht verschiedene schulische Ansätze wie Submersion und Immersion und diskutiert deren Effizienz hinsichtlich des Schulerfolgs von zweisprachigen Lernenden.

5. Probleme beim Schriftspracherwerb mehrsprachiger Lerner: Hier werden die spezifischen Hürden des schriftlichen Spracherwerbs analysiert, wobei besonders die Herausforderungen bei der Umsetzung von Mündlichkeit in Schriftlichkeit und die Gefahr einer Fossilierung der Sprachkenntnisse hervorgehoben werden.

6. Prinzipien und Möglichkeiten für den Unterricht in mehrsprachigen Lerngruppen: Das Kapitel stellt didaktische Möglichkeiten wie den bilingualen Fachunterricht und die Aufgabenorientierung vor, um den Spracherwerb in heterogenen Gruppen zu unterstützen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines komplexen Zusammenspiels beider Sprachen zusammen und betont die besondere Verantwortung der Lehrkraft für eine differenzierte Hilfestellung.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Schriftspracherwerb, Zweitspracherwerb, Interdependenzhypothese, BICS, CALP, Submersion, Immersion, Bilingualität, Alphabetisierung, Erstsprache, Fehleranalyse, Sprachdidaktik, Sprachförderung, Integrationspädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Herausforderungen und notwendigen didaktischen Anpassungen, die beim Schriftspracherwerb mehrsprachiger Schüler im deutschen Schulkontext auftreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Mehrsprachigkeit, die Bedeutung der Muttersprache für den Zweitspracherwerb, verschiedene Modelle der zweisprachigen Schulbildung sowie praktische Unterrichtsstrategien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Lehrkräften aufzuzeigen, wie sie durch ein fundiertes Verständnis der sprachlichen Voraussetzungen mehrsprachiger Schüler gezielte Unterstützung leisten können, um den Lernerfolg zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsergebnisse und didaktischer Konzepte führender Experten auf dem Gebiet der Sprachdidaktik und Mehrsprachigkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den Vergleich verschiedener Schulmodelle, die Analyse spezifischer Lernprobleme beim Schreiben sowie die Vorstellung konkreter Unterrichtsprinzipien für multilinguale Klassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Schriftspracherwerb, Zweitspracherwerb, Interdependenzhypothese, Integrationsmodelle und didaktische Fehlerprävention.

Was unterscheidet das Submersion-Modell von der Immersion?

Beim Submersion-Modell werden Schüler ohne besondere Förderung in die Regelklasse integriert, während bei der Immersion gezielt die Sprache der Minderheit und die Sprache der Mehrheit im Unterricht verbunden werden.

Warum spielt die Muttersprache eine so wichtige Rolle?

Laut der Interdependenzhypothese dient eine gefestigte Erstsprache als notwendiges Fundament für den Erwerb akademischer Sprachfertigkeiten in der Zweitsprache.

Was ist das sogenannte „h-Syndrom“?

Es beschreibt Schwierigkeiten bei der auditiven Wahrnehmung des Phonems /h/, die häufig bei Lernenden mit romanischen Muttersprachen auftreten und zu spezifischen Schreibfehlern führen.

Welche Rolle spielt die Fehleranalyse für die Lehrkraft?

Die Lehrkraft sollte Fehler als „intelligente Fehlleistungen“ betrachten, die wertvolle Rückschlüsse auf die individuelle sprachliche Weiterentwicklung des Schülers zulassen.

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Details

Title
Schriftspracherwerb bei mehrsprachigen Schülern
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,3
Author
Lena Heinrich (Author)
Publication Year
2007
Pages
14
Catalog Number
V117738
ISBN (eBook)
9783640200894
ISBN (Book)
9783640206353
Language
German
Tags
Schriftspracherwerb Schülern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Heinrich (Author), 2007, Schriftspracherwerb bei mehrsprachigen Schülern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117738
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