In Deutschland gibt es fast 600.000 eingetragene Vereine. In fast allen wird auch Jugendarbeit betrieben. Das Sporttreiben im Verein bedeutet für viele Jugendliche einen großen Anteil ihrer Freizeit dort zu verbringen. Der Jugendtrainer ist folglich eine besondere Figur in diesem System und seine Arbeit für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Sportvereinen sehr wichtig, da er großen Einfluss auf ihr Verhalten ausüben kann. Diese Beziehung soll an Hand von Untersuchungen, insbesondere denen von THIEL & ROSSMANN, in der Hausarbeit thematisiert werden.
Hierzu wird zunächst einmal kurz eingegrenzt was ein Jugendtrainer überhaupt ist. In diesem Zusammenhang soll geklärt werden, wie jemand dazu kommt einen solchen Posten zu ergreifen - was also seine Motivation für diese Tätigkeit ist. Im weiteren Zusammenhang zur Person des Jugendtrainer an sich, stellt sich die Frage, welche Aufgaben dieser zu erfüllen hat – sei es aus Sicht des Vereins, der Eltern oder der Jugendlichen selbst. Dabei können diese auch differenzierte Blickwinkel haben. Von daher erscheint eine eindeutige Aufgabenstellung nicht immer einfach.
Nachdem die Person des Jugendtrainers und dessen Aufgaben erläutert wurden, soll im folgenden Kapitel 3 auf den Einfluss seines Verhaltens und seiner Arbeit auf den Sporttreibenden auf erzieherischer und emotionaler Ebene untersucht werden. In wieweit lassen sich Rückschlüsse negativen oder positiven Verhaltens Jugendlicher im Sport auf ihren Trainer zurückführen? Was sollte ein Trainer tun und wie sich verhalten damit die Jugendlichen zugleich Spaß und Erfolg am Sport haben? Kann der Trainer erzieherisch tätig sein und das Verhalten des Jugendlichen über die Zeit im Verein hinaus beeinflussen? Was ist dabei der derzeitige Ist- und was der Soll-Zustand? All diese wichtigen Fragen werden in diesem Kapitel anhand einer Gegenüberstellung Positiven und des Negativen versucht zu klären. Die Ausführungen basieren dabei auf verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen durch Umfragen und Beobachtungen.
Zuletzt werden noch mal die zentralen Punkte zusammengefasst und mit einer kritischen Stellungnahme betrachtet. Dabei fließen auch meine eigenen Erfahrungen als Jugendtrainer im Basketball vergleichend mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist ein Jugendtrainer?
2.1 Wie und warum wird man Jugendtrainer?
2.2 Was sind die Aufgaben eines Jugendtrainers?
3. Auf welche Weise können Jugendtrainer die sporttreibenden Jugendlichen durch ihr Verhalten emotional und erzieherisch beeinflussen?
3.1 positiv
3.2 negativ
4. Zusammenfassung und kritische Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss des Jugendtrainers auf die emotionale und erzieherische Entwicklung von Jugendlichen im Sportverein. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, welche spezifischen Verhaltensweisen des Trainers konstruktive Prozesse bei den Sportlern auslösen oder behindern können, wobei wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch mit praktischen Erfahrungen abgeglichen werden.
- Definition und Motivation des Jugendtrainers
- Aufgabenprofil und Rollen des Trainers im Sportverein
- Einfluss des Trainer-Verhaltens auf die Persönlichkeitsentwicklung
- Analyse positiver versus negativer Führungsstile
- Kritische Reflexion sportpädagogischer Ansätze in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3. Auf welche Weise können Jugendtrainer die sporttreibenden Jugendlichen durch ihr Verhalten emotional und erzieherisch beeinflussen?
Es stellt sich die Frage, durch welches zwischenmenschliche Verhalten Trainer oder Übungsleiter in Sportvereinen bei Kindern und Jugendlichen konstruktive emotionale Erfahrungen auslösen und die Bereitschaft am Sporttreiben fördern. Verschiedene Untersuchungen in der erziehungspsychologischen Forschung haben aufgezeigt, dass Lehrer, Erzieher, Eltern u. a. die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen fördern, wenn sie sich diesen gegenüber in echter Weise achtend, einfühlend-verstehend verhalten und auch so wahrgenommen werden. Jedoch werden diese günstigen zwischenmenschlichen Verhaltensdimensionen erst selten in hinreichendem Maße gelebt (THIEL & ROSSMANN 1986: 305).
Zahlreiche Untersuchungen (z. B. SPANHEL 1975, JOOST 1977 u. HÖDER 1977) haben aufgezeigt, dass Lehrer und Erzieher und somit auch Trainer die Persönlichkeit von Kindern fördern, wenn sie sich diesen gegenüber wertschätzend-achtend, einfühlend verstehend, echt, wenig lenkend und in gewissem Maße nicht-dirigierend stimulierend verhalten.
THIEL & ROSSMANN 1981 konnten innerhalb einer Studie mit 69 Jugendtrainern und 791 Jugendlichen der Altersgruppe 14-16 Jahre eine grundlegende Generalisierbarkeit des personenzentrierten Ansatzes auf die Prozesse und Beziehungen beim Jugendtraining aufzeigen. Sie fanden heraus, dass Trainer bei den Jugendlichen konstruktivere Erlebnis- und Verhaltensprozesse auslösten, wenn sie in echter Weise mehr achtend, emotional zugewandt und mehr Mitbestimmung ermöglichend wahrgenommen wurden. Bei Trainern, die als fachlich kompetent und zugleich persönlich engagiert angesehen wurden, waren die Jugendlichen zufriedener und weniger aggressiv im Training. Sie hatten auch sehr viel weniger Trainingsunlust.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Jugendarbeit in deutschen Sportvereinen ein und skizziert die methodische Untersuchung der Trainer-Athleten-Beziehung.
2. Was ist ein Jugendtrainer?: Das Kapitel definiert den Jugendtrainer als pädagogische Sozialfigur und beleuchtet sowohl die Motivation zur Rollenübernahme als auch das vielfältige Aufgabenprofil des Trainers.
3. Auf welche Weise können Jugendtrainer die sporttreibenden Jugendlichen durch ihr Verhalten emotional und erzieherisch beeinflussen?: Dieser Hauptteil analysiert die Auswirkungen von positivem und negativem Trainer-Verhalten auf die emotionale Befindlichkeit und das Verhalten der Jugendlichen unter Berücksichtigung erziehungspsychologischer Studien.
4. Zusammenfassung und kritische Stellungnahme: Der Autor resümiert die Ergebnisse und ergänzt diese durch eine kritische Reflexion, die eigene Praxiserfahrungen sowie methodische Einschränkungen der zitierten Untersuchungen einbezieht.
Schlüsselwörter
Jugendtrainer, Sportverein, Jugendarbeit, pädagogisches Handeln, Persönlichkeitsentwicklung, Trainer-Verhalten, erzieherischer Einfluss, emotionale Entwicklung, Breitensport, Leistungssport, personenzentrierter Ansatz, Motivation, Trainerausbildung, Sozialfigur, Sportpädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des Jugendtrainers im Sportverein und dessen Einfluss auf die emotionale sowie erzieherische Entwicklung der Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt die Motivation von Trainern, das Rollenprofil, die pädagogische Verantwortung sowie die Auswirkungen unterschiedlicher Führungsstile auf die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft von Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu klären, wie Trainer durch ihr zwischenmenschliches Verhalten konstruktive Erfahrungen bei Jugendlichen fördern können und wo Gefahren durch Fehlverhalten liegen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse erziehungspsychologischer Literatur sowie auf empirische Untersuchungen von Thiel & Rossmann, ergänzt durch die kritische Reflektion eigener Praxiserfahrungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie wertschätzendes, nicht-dirigierendes Verhalten im Kontrast zu einem autoritär-abwertenden Stil die Trainingsatmosphäre und das Verhalten der Jugendlichen beeinflusst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Jugendtrainer, pädagogisches Handeln, Persönlichkeitsentwicklung und Trainer-Verhalten definiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Trainers im Leistungssport?
Der Autor argumentiert, dass im Leistungssport auch ein strenger Trainer-Stil von den Athleten akzeptiert werden kann, sofern die fachliche Kompetenz und der gemeinsame Erfolg im Vordergrund stehen.
Warum ist eine Ausbildung der Trainer in pädagogischen Fragen wichtig?
Der Autor fordert eine stärkere Berücksichtigung pädagogischer Grundhaltungen in der Trainerausbildung, da Trainer oft unbewusst erzieherisch wirken und Fehlverhalten negative Folgen haben kann.
- Quote paper
- Nils Christians (Author), 2007, Jugendtrainer - Lehrer sein im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117748