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Finanzielle Bewertung von Straßen im Rahmen des „Neuen Kommunalen Finanzmanagements“

Title: Finanzielle Bewertung von Straßen im Rahmen des „Neuen Kommunalen Finanzmanagements“

Diploma Thesis , 2008 , 78 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl.-Ing. Stephan Glapski (Author)

Engineering - Industrial Engineering and Management
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Summary Excerpt Details

Diese Diplomarbeit verfolgt im wesentlichen drei Ziele. Diese sind es aufzuzeigen wie
der wertmäßig bedeutsamste Posten der kommunalen Bilanz, die Straßeninfrastruktur,
im NKF erfasst und bewertet wird, die dabei entstehenden Probleme zu identifizieren
und zu untersuchen inwieweit andere Möglichkeiten der Vermögensbewertung Anwendung finden könnten. Neben der Auswertung vorhandener Literatur wurden Gespräche
mit Praktikern aus Verwaltung und Wissenschaft geführt.
Als erstes werden in Kapitel 2. die wesentlichen Punkte des NKF vorgestellt. Dazu
werden die Grundzüge der doppelten Buchführung, die mit der Einführung des NKF
verbundenen Ziele und die bedeutsamsten Gesetzesnovellierungen umrissen. Abschließend
wird die Entwicklung des NKF in NRW und der Stand der praktischen Umsetzung
dargestellt.
In Kapitel 3. werden die einzelnen Systemkomponenten der Straßeninfrastruktur anhand
einschlägiger Richtlinien benannt und beschrieben, um ein begrifflich klar umrissenes,
sprachliches Grundgerüst zu definieren und zu klären wie und ob überhaupt die
einzelnen Bestandteile in der kommunalen Bilanz Berücksichtigung finden können.
Dazu werden Straßen anhand des Trägers der Straßebaulast und ihrer Funktion unterschieden
sowie ihr Aufbau vertikal und horizontal vorgestellt. Die Bedeutung der einzelnen
Erkenntnisse für das NKF wird dabei herausgestellt.
Kapitel 4. versucht, unter zur Hilfenahme der Immobilienbewertung, Kennwerte zur
Vermögensbewertung der Straßeninfrastruktur zu benennen, welche für die Festlegung
des erstmaligen Bilanzansatzes nötig erscheinen. Daneben werden das konkrete Vorgehen
zur Ermittlung von Kennwerten, wie auch die dabei entstehenden Schwierigkeiten
aufgezeigt. Abschließend werden weitere Verwendungsmöglichkeiten von Kenndaten
zur Straßeninfrastruktur zusammenfassend dargestellt.
In Kapitel 5. wird anfänglich die, durch das NKF vorgegebene, Folgebilanzierung und
Zugangsbewertung von neuerstellten bzw. -erworbenen Vermögensgüter anhand der
Anschaffungs- und Herstellungskosten (AK / HK) kritisch hinterfragt. Im zweiten Teil
wird dann untersucht, inwieweit Verfahren der Wertermittlung von bebauten und nicht
bebauten Grundstücken sich auch für die Vermögensbewertung der Straßeninfrastruktur
eignen, um zu einem erstmaligen Bilanzansatz zu gelangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1 Hintergrund

1.2 Problemstellung

1.3 Ziele und Vorgehensweise

2. DAS NEUE KOMMUNALE FINANZMANAGEMENT (NKF)

2.1 Grundzüge des NKF

2.1.1 Drei Komponenten des Rechnungswesens

2.1.2 Doppelte Buchführung (Doppik)

2.2 Ziele des NKF

2.3 Rechtliche Rahmenbedingungen

2.2.1 Gemeindeordnung (GO)

2.2.2 Gemeindehaushaltsverordnung (GemHVO)

2.4 Das NKF in der Praxis

3. DIE STRAßENINFRASTRUKTUR

3.1 Einteilung und Aufbau von Straßen

3.1.1 Unterteilung nach Straßenklassen

3.1.2 Einteilung in Straßenkategorien

3.1.3 Der Aufbau von Straßen

3.1.4 Der Straßenquerschnitt

3.2 Nebenanlagen der Straßeninfrastruktur

4. ABLEITUNG VON KENNWERTEN ZUR VERMÖGENSBEWERTUNG

4.1 Bedeutung von Kennwerten im NKF

4.2 Verkehrswertbestimmung von Immobilien anhand von Kennwerten

4.2.1 Das Vergleichswertverfahren

4.2.2. Das Ertragswertverfahren

4.2.3 Das Sachwertverfahren

4.3 Kennwerte zur Bewertung der Straßeninfrastruktur

4.3.1 Ableitung aufgrund des Bestands und baulichen Zustands

4.3.1.1 Möglichkeiten und Vorgehen bei der Zustandserfassung

4.3.1.2 Zustandsbewertung und Zustandsverlauf

4.3.2 Ableitung anhand nicht physischer Eigenschaften

4.3.2.1 Rechtliche Einordnung

4.3.2.2 Kommunal-ökonomische Bedeutung

4.4 Verwendung von Kennwerten aus der Vermögensbewertung in der Kommunalverwaltung

5. SYSTEMATIKEN ZUR BESTIMMUNG DES VERMÖGENSWERTS DER STRAßENINFRASTRUKTUR IM NKF

5.1 Bewertung von Straßen zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten im NKF

5.1.1 Anschaffungs- und Herstellungskosten (AK / HK)

5.1.2 Vor- und Nachteile Vermögensabbildung anhand der AK / HK

5.2 Bewertung der Straßeninfrastruktur anhand von Wertermittlungsverfahren

5.2.1 Vergleichswertorientierter Ansatz

5.2.2 Ertrags- nutzenorientierter Ansatz

5.2.2.1 Ansatzpunkte für die Ertragswertbestimmung

5.2.2.2 Systematik und Kennwerte eines Ertragswertverfahrens

5.2.3 Bestandswertorientierter Ansatz

5.2.4 Wertermittlung von Rechten und Belastungen an Grundstücken

6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Erfassung und Bewertung der Straßeninfrastruktur im Rahmen des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF). Dabei wird insbesondere analysiert, wie trotz fehlender ursprünglicher Anschaffungskosten eine valide Vermögensbewertung in der Eröffnungsbilanz vorgenommen werden kann und inwieweit etablierte Wertermittlungsverfahren für Immobilien auf Straßeninfrastruktur übertragen werden können.

  • Umstellung des kommunalen Haushaltswesens von Kameralistik auf die Doppik.
  • Bewertungsproblematik bei kommunaler Infrastruktur (insb. Straßen).
  • Analyse und Anwendung von Immobilienbewertungsverfahren (Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren).
  • Systematisierung und Ableitung von Kennwerten für den Vermögenswert der Straßen.
  • Einfluss von Zustandserfassung und technischem Aufbau auf die Bilanzierung.

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Der Aufbau von Straßen

Der Aufbau (Querschnitt-Tiefe) sowie auch der im anschließenden Kapitel behandelte Ausbau (Querschnitt-Breite) einer Straße werden vorrangig durch den aufzunehmenden Verkehr bestimmt. Da jeder Verkehrsteilnehmer (PKW, Bus, Fußgänger etc.) den Straßenraum für seine Zwecke anders nutzt.85 Eine gute, dem Zweck entsprechende Tragfähigkeit zur Vermeidung von Schäden wird als zentrale Forderung an eine Straße gesehen.86 Maßgebend für die Tragfähigkeit einer Straße ist ihr Aufbau. In Abb. 3-1 ist ersichtlich, dass dieser sich in die Schichten Oberbau, Unterbau und Untergrund aufteilen lässt. Das Wissen um den Aufbau einer Straße und die verwendeten Baumaterialien sowie Einbautechniken, ist für die bilanzielle Bewertung i.S.d. NKF, durch die Rückschlussmöglichkeit auf die Höhe der AK / HK, die Festsetzung der Abschreibungsdauer und die nötigen Instandhaltungsaufwendungen offenkundig.87

Der Oberbau besteht aus einer Decke und einer bzw. mehreren Tragschichten. Beim vollgebundenen Oberbau wird Asphalt (Asphaltdecke und Asphalttragschicht) oder Beton (Betondecke, Vliesstoffe und eine Tragschicht mit hydraulischen Bindemitteln) direkt auf eine eben hergestellte Oberfläche, dem sogenannten Planum, aufgebracht.88 Neben Asphalt- und Betondecken kommen als oberste Straßenschicht noch Pflasterdecken, Plattenbeläge und Tragdeckenschichten in Betracht. Tragschichten als Unterlage der Decke werden unterteilt in Schichten mit hydraulischen Bindemitteln (verfestigte Sand-Kies-Gemische, Sand-Splitt-Gemische und Betontragschichten) und Schichten ohne Bindemittel (Frostschutzschicht, Schottertragschicht und Kiestragschichten).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Hintergrunds der Haushaltsreform in Kommunen sowie der Problemstellung und Zielsetzung bei der Vermögensbewertung von Straßen.

2. DAS NEUE KOMMUNALE FINANZMANAGEMENT (NKF): Erläuterung der Grundlagen der doppelten Buchführung und der rechtlichen Rahmenbedingungen für das kommunale Finanzmanagement.

3. DIE STRAßENINFRASTRUKTUR: Beschreibung der Systemkomponenten von Straßen, ihrer Einteilung in Klassen und Kategorien sowie ihres technischen Aufbaus.

4. ABLEITUNG VON KENNWERTEN ZUR VERMÖGENSBEWERTUNG: Untersuchung von Methoden zur Kennwertermittlung unter Heranziehung von Immobilienbewertungsverfahren für Straßen.

5. SYSTEMATIKEN ZUR BESTIMMUNG DES VERMÖGENSWERTS DER STRAßENINFRASTRUKTUR IM NKF: Kritische Analyse der Bewertung von Straßen zu Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie Anwendung von Wertermittlungsverfahren.

6. SCHLUSSBETRACHTUNG UND ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE: Zusammenfassende Bewertung der NKF-Vorgaben und Notwendigkeit für weiterentwickelte Normierungsfunktionen in der Straßenerhaltung.

Schlüsselwörter

NKF, Doppik, Kommunales Finanzmanagement, Straßeninfrastruktur, Vermögensbewertung, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Sachwertverfahren, Ertragswertverfahren, Vergleichswertverfahren, Eröffnungsbilanz, Zustandserfassung, Restnutzungsdauer, Straßenbaulast, Infrastrukturvermögen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der finanziellen Bewertung der kommunalen Straßeninfrastruktur im Zuge der Umstellung auf das Neue Kommunale Finanzmanagement (NKF), also der Einführung der doppelten Buchführung (Doppik) in Kommunen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Methodiken zur erstmaligen Bilanzierung von Straßen, die Bewertung nach Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die Übertragbarkeit von Immobilienbewertungsverfahren auf Infrastrukturobjekte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Straßen in der kommunalen Bilanz erfasst und bewertet werden, dabei entstehende Bewertungsprobleme zu identifizieren und alternative Möglichkeiten der Vermögenswertermittlung zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse der einschlägigen Gesetze, Richtlinien und Fachliteratur sowie auf Experten-Gesprächen mit Praktikern aus der kommunalen Verwaltung und Wissenschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des NKF, die systemtechnische Beschreibung der Straßeninfrastruktur, die Ableitung von Kennwerten für die Vermögensbewertung sowie die kritische Analyse verschiedener Wertermittlungsverfahren für Straßen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind NKF, Straßeninfrastruktur, Vermögensbewertung, Anschaffungskosten, Herstellungskosten und verschiedene Wertermittlungsverfahren wie das Sachwert- oder Ertragswertverfahren.

Warum ist die Bewertung der Straßeninfrastruktur im NKF so schwierig?

Viele kommunale Straßen wurden vor Jahrzehnten gebaut, sodass historische Anschaffungskosten kaum noch nachvollziehbar sind. Zudem fehlen für die Infrastruktur klare Marktdaten, da Straßen als öffentliches Gut nicht gehandelt werden.

Was schlägt der Autor als Alternative zur Bewertung nach historischen Kosten vor?

Der Autor diskutiert die Anwendung von immobilienspezifischen Wertermittlungsverfahren (wie Sachwertverfahren) und plädiert für die Entwicklung besserer Normierungsfunktionen, um den Straßenzustand und Restnutzungsdauern objektiver in den Wertansatz einfließen zu lassen.

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Details

Title
Finanzielle Bewertung von Straßen im Rahmen des „Neuen Kommunalen Finanzmanagements“
College
RWTH Aachen University
Grade
2,0
Author
Dipl.-Ing. Stephan Glapski (Author)
Publication Year
2008
Pages
78
Catalog Number
V117797
ISBN (eBook)
9783640201259
Language
German
Tags
Finanzielle Bewertung Straßen Rahmen Kommunalen Finanzmanagements“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Ing. Stephan Glapski (Author), 2008, Finanzielle Bewertung von Straßen im Rahmen des „Neuen Kommunalen Finanzmanagements“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117797
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