Chancen und Risiken des demographischen Wandels im Rheingau-Taunus-Kreis


Diplomarbeit, 2008

147 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Begriff demographischer Wandel
1.1 Zielsetzung
1.2 Das Untersuchungsgebiet: Der Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen

2. Demographischer Überblick über Deutschland – Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050
2.1 Ursachen des demographischen Wandels in Deutschland
2.2 Geburtenniveau und Wanderungssaldo in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten
2.3 Bevölkerungsvorausberechnung für die Mitgliedsstaaten der europäischen Union von Eurostat
2.4 Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes
2.5 Hessen – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050
2.6 Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050
2.7 Ergebnisse der regionalisierten Vorausberechnung für die Regierungsbezirke Hessens und landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz

3. Die Demographietypen der hessischen und rheinland-pfälzischen Kreise (mittlere Variante)
3.1 Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für die hessischen Landkreise
3.2 Zweck der Demographietypen
3.3 Faktorenanalyse der demographischen Daten der Landkreise
3.4 Clusteranalyse der demographischen Daten der Landkreise
3.5 Rheingau-Taunus-Kreis, eine demographische Analyse – Demographietyp 8
3.6 Die Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises
3.7 Fazit: demographischer Wandel

4. Strukturanalyse des Rheingau-Taunus-Kreises
4.1 Zweck der Faktoren- und Clusteranalyse bei der Strukturanalyse
4.2 Die Siedlungsstruktur
4.2.1 Faktorenanalyse der Siedlungsstrukturdaten
4.2.2 Clusteranalyse der Siedlungsstrukturdaten
4.2.3 Die Siedlungsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises
4.2.4 Das System der zentralen Orte im Rheingau-Taunus-Kreis
4.2.5 Fazit: Siedlungsstruktur
4.3 Die Wirtschaftsstruktur
4.3.1 Faktorenanalyse der Wirtschaftsstrukturdaten
4.3.2 Clusteranalyse der Wirtschaftsstrukturdaten
4.3.3 Die Wirtschaftsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises
4.3.4 Fazit: Wirtschaftsstruktur

5. Voraussichtliche Auswirkungen des demographischen Wandels
5.1 Siedlungsstruktur/ Wohnbau
5.2 Wirtschaftsstruktur

6. Qualitative, problemzentrierte Interviews
6.1 Situation des Rheingau-Taunus-Kreises
6.2 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsstruktur
6.3 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wirtschaftsstruktur und Versorgung
6.4 Defizite der Kommunen/ des Landkreises
6.5 Risiken des demographischen Wandels
6.6 Chancen des demographischen Wandels
6.7 Maßnahmen gegen den demographischen Wandel

7. Konsequenzen für die räumliche Planung

8. Entwicklung von Strategien zur Abmilderung des demographischen Wandels
8.1 Wachstum und Innovation fördern
8.2 Daseinsvorsorge und verkehrliche Erreichbarkeit sichern
8.3 Ressourcen bewahren und Landschaftspotentiale entwickeln

9. Quellenverzeichnis
9.1 Zitierte Literatur
9.2 Zusätzlich gelesene Literatur
9.3 Statistische Daten
9.4 Kartengrundlage

10. Anhang

Abbildungs-, Tabellen- und Kartenverzeichnis

Abb. 1: Bevölkerungswachstum der Südhessischen Landkreise

Abb. 2: Zusammengefasste Geburtenziffer ausgewählter europäischer Staaten

Abb. 3: natürliche Bevölkerungswachstumsrate

Abb. 4: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1960-2005

Abb. 5: Wanderungssaldo

Abb. 6: Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2050

Abb. 7: Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland

Abb. 8: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

Abb. 9: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

Abb. 10: Bevölkerungsentwicklung in Hessen 1970 bis 2050

Abb. 11: Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung für Rheinland-Pfalz

Abb. 12: Ab- bzw. Zunahme der Bevölkerung im Cluster 8

Abb. 13: Veränderung der Altersgruppenanteile im Cluster 8

Abb. 14: Vergleich Ergebnisse Hessen 2050 zu Bertelsmannstiftung (Rheingau-Taunus-Kreis)

Abb. 15: Wanderungsbewegungen über die Gemeindegrenzen des Rheingau-Taunus-Kreises

Abb. 16: Das Zentrale-Orte-System im Rheingau-Taunus-Kreis

Abb. 17: Verfügbares Einkommen, BIP je Einwohner und BWS je Erwerbstätigen im Cluster 5

Abb. 18: Steuereinnahmen der Kommunen in den Landkreisen des Cluster 5

Abb. 19: Arbeitsplatzentwicklung des Rheingau-Taunus-Kreises 2000-2005 nach Wirtschaftsbereichen

Abb. 20: Arbeitsplatzentwicklung von 2000 bis 2005 nach Wirtschaftsbereichen in den Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises

Abb. 21: Wohnbauprognose für den Rheingau-Taunus-Kreis bis 2020

Abb. 22: Wohnbautätigkeit im Rheingau-Taunus-Kreis

Abb. 23: Gemeindeanteile an der Wohnungsbautätigkeit 1995 bis des Rheingau-Taunus-Kreises

Tab. 1: Block 1 der Varianten

Tab. 2: Block 2 der Varianten

Tab. 3: Variablen der Faktorenanalyse (demographische Daten)

Tab. 4: Cluster der Demographiedaten

Tab. 5: Variablen der Siedlungsstrukturdaten

Tab. 6: Clusterzugehörigkeit zu den Siedlungsstrukturclustern

Tab. 7: Zusammenhang zwischen Siedlungsstruktur und Demographie

Tab. 8: In die Faktorenanalyse eingegangene Variablen

Tab. 9: Clusterzugehörigkeit zu den Wirtschaftsstrukturclustern

Tab. 10: Zusammenhang zwischen Demographie und Wirtschaftsstruktur

Tab. 11: Interviewpartner

Tab. 12: Maßnamenkatalog im Leitbild – Wachstum und Innovation fördern

Tab. 13: Maßnahmenkatalog im Leitbild – Daseinsvorsorge und verkehrliche Erreichbarkeit sichern

Tab. 14: Maßnahmenkatalog im Leitbild – Ressourcen bewahren und Landschaftspotentiale entwickeln

Tab. Anhang 1: Demographiedaten der Demographiecluster (Clustermittelwerte)

Tab. Anhang 2: Strukturdaten der Siedlungsstrukturcluster (Clustermittelwerte)

Tab. Anhang 3: Wirtschaftsstrukturdaten der Wirtschaftsstrukturclustern (Clustermittelwerte)

Karte 1: Der Rheingau-Taunus-Kreis

Karte 2: Die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden im Rheingau-Taunus-Kreis

von 1980 bis 2005

Karte 3: Bevölkerungswachstumsraten Europas

Karte 4: Bevölkerungsvorausberechnung in Europa bis 2050 von Eurostat

Karte 5: Bevölkerungsab- bzw. Zunahme der Bundesländer

Karte 6: Ergebnisse der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für die Regierungsbezirke Hessens und die landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz

Karte 7: Clusterzugehörigkeit der Landkreise und kreisfreien Städte zu den Demographieclustern

Karte 8: Veränderung der Bevölkerungsdichte bis 2050 im Cluster 8

Karte 9: Altersgruppen im Cluster 8 im Vergleich 2005-2050

Karte 10: Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung bis 2020 von der Bertelsmannstiftung

Karte 11: Alterung der Bevölkerung im Rheingau-Taunus-Kreis auf der Ebene der Städte und Gemeinden bis 2020

Karte 12: Zugehörigkeit der Landkreise zu den Siedlungsstrukturclustern

Karte 13: Dichte- Indikatoren der Siedlungsstruktur

Karte 14: Wohnfläche pro Wohngebäude und Art der Wohngebäude

der Gemeinden im Rheingau-Taunus-Kreis

Karte 15: Siedlungsflächen im Rheingau-Taunus-Kreis

Karte 16: Zugehörigkeit der Landkreise und kreisfreien Städten zu den Wirtschaftsstrukturclustern

Karte 17: wichtige wirtschaftliche Indikatoren

Karte 18: Beschäftigtendichte und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises

Karte 19: Arbeitsplatzentwicklung 2000 bis 2005 der Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises

Karte 20: Die Kaufkraft je Einwohner in den Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises

Karte 21: Steuereinnahmekraft in den Kommunen des Rheingau-Taunus-Kreises

Karte 22: Haushaltsprognose des BBR für die hessischen und rheinland-pfälzischen Landkreise

Karte 23: Prognose der Erwerbspersonen von 2003-2020

Karte 24: Entwicklung der Erwerbspersonen in den hessischen und rheinlandpfälzischen Landkreisen

Karte 25: Prognose der Erwerbspersonen in den hessischen und rheinlandpfälzischen Landkreisen

1. Der Begriff demographischer Wandel

Seitdem der Mensch sesshaft wurde, hat sich in einem bestimmten Gebiet eine bestimmte Bevölkerungszahl ergeben. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich Zentren der Besied­lung, die Hochkulturen hervorgebracht haben. Schon zu dieser Zeit war eine stabile Bevöl­kerungsentwicklung nötig, um diese Kulturen am leben zu erhalten. Jedoch verursachten Kriege, Hungersnöte und Epidemien eine erhebliche Bevölkerungsabnahme, die den Bestand der Besiedlung in einem Gebiet gefährdete. Demnach ist der demographische Wandel kein neues Phänomen, sondern es gibt ihn schon so lange, wie es den Menschen gibt. Der demo­graphische Wandel hängt mit vielen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammen. Einerseits kann ein moderater Bevölkerungsanstieg die wirtschaftliche Entwicklung unterstüt­zen, andererseits kann eine Bevölkerungsexplosion wie auch eine Bevölkerungsimplosion eine Gesellschaft im Bestand gefährden.

In Europa des 18. und 19. Jahrhunderts im Zuge der industriellen Revolution verlief die Be­völkerungsentwicklung zum größten Teil positiv, explodierte geradezu, so dass viele Men­schen gezwungen waren auszuwandern. Andernfalls hätten sie nicht ernährt werden können oder hätten in Armut gelebt.

Am Anfang des 19. Jahrhunderts und im Laufe des 20. Jahrhunderts sank jedoch die Geburten­zahl in vielen europäischen Staaten aufgrund neuer sozialer Entwicklungen dras­tisch. Somit entwickelte sich der aktuelle demographische Wandel mit seinen vielfältigen, gravierenden Problemen.

1.1 Zielsetzung

Im Rahmen einer Strukturanalyse wird die demographische Entwicklung im Rheingau-Tau­nus-Kreis untersucht und dargestellt. Aufbauend auf die Strukturanalyse wird ein Maßnah­menkatalog erarbeitet, der zur Abmilderung der Auswirkungen des demographischen Wan­dels im Rheingau-Taunus-Kreis beitragen soll.

Der demographische Wandel hat vielfältige Auswirkungen. Die Diplomarbeit konzentriert sich darauf, wie sich der demographische Wandel im Rheingau-Taunus-Kreis auf seine Sied­lungs- und Wirtschaftsstruktur auswirken wird und wo sich die Problemgebiete befinden, bzw. welche Gemeinden des Kreises hiervon besonders betroffen sind. Die Analyse der Strukturdaten zeigt Chancen und Risiken des Rheingau-Taunus-Kreises auf, die auf den demo­graphischen Wandel bezogen werden.

Die Prognose der Bevölkerungsentwicklung des hessischen Landtages, „Bevölkerung in Hes­sen 2050“, im Rahmen der koordinierten Bevölkerungsprognose der Bundesregierung sowie aktuelle statistische Daten der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur bilden hierfür die Daten­grundlage. Aus der Analyse soll hervorgehen, wie sich die Bevölkerungszahl bis 2050 entwi­ckeln und wie sich bis dahin die Altersstruktur verändern wird.

Zunächst wird auf den demographischen Wandel in Deutschland und Hessen eingegangen, um einen Überblick über die Problematik zu geben und die Rahmenbedingungen für das Unter­suchungsgebiet aufzuzeigen. Der Analyseteil der Diplomarbeit beginnt mit der Erstel­lung eines Demographietyps der hessischen und rheinland-pfälzischen Landkreise mit Hilfe quantitativer Analysemethoden. Die demographischen Daten der Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises werden unter zur Hilfenahme der Bevölkerungsvorausberechnung der Bertelsmannstiftung analysiert.

Des Weiteren erfolgt eine Analyse des Rheingau-Taunus-Kreises in Bezug auf seine Sied­lungs- und Wirtschaftsstruktur.

Ergänzend dazu werden verschiedene Institutionen zum demographischen Wandel befragt. Bei folgenden Institutionen wurden Interviews durchgeführt:

- Hessenagentur
- Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises (Taunusstein, Oestrich-Winkel, Aarbergen, Heidenrod und Walluf)
- Kreisverwaltung des Rheingau-Taunus-Kreises

Die Ergebnisse der Analyse werden gebündelt und die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsstruktur und Wirtschaftsstruktur bewertet.

Mit der Diplomarbeit wird eine Datengrundlage für weitere Konzepte im Rheingau-Taunus-Kreis gelegt. Die vergleichende Analyse der demographischen Daten des Rheingau-Taunus-Kreises mit den anderen Landkreisen und kreisfreien Städten in Hessen und Rheinland-Pfalz verdeutlicht die Situation des Rheingau-Taunus-Kreises. Aus dem Analyseteil ist ersichtlich, welche Landkreise mit der Struktur des Rheingau-Taunus-Kreis vergleichbar sind. Mit diesen Landkreisen würde sich daher eine Zusammenarbeit im Themenfeld demographischer Wandel anbieten. Die demographischen Daten der hessischen und rheinlandpfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte sind visuell in Form von thematischen Karten, die mit einem Geo­graphischen Informationssystem (GIS) erstellt wurden, aufbereitet. So können die Unter­schiede und Gemeinsamkeiten der Landkreise und kreisfreien Städte im Einzelnen abgelesen werden. Mit Hilfe der Strukturanalyse der Siedlungs- und Wirtschaftsdaten dieser Landkreise und kreisfreien Städte können die derzeitigen Defizite des Rheingau-Taunus-Kreises erfasst werden. Sie werden zusammen mit qualitativen, problemorientierten Experteninterviews be­wertet und eingeordnet. Schließlich gibt der Maßnahmenkatalog als Ergebnis der Diplom­arbeit Anregungen, wie in der Zukunft mit dem demographischen Wandel im Rheingau-Tau­nus-Kreis umgegangen werden kann.

1.2 Das Untersuchungsgebiet:
Der Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen

Das Untersuchungsgebiet ist der hessische Landkreis Rheingau-Taunus. Der Rheingau-Tau­nus-Kreis liegt im Südwesten Hessens an der Grenze zu Rheinland-Pfalz. Er gehört zum Re­gierungsbezirk Südhessen. An den Rheingau-Taunus-Kreis grenzen im Nordosten die hes­sischen Landkreise Limburg-Weilburg und der Hochtaunuskreis sowie im Südosten der Main-Taunus-Kreis und die kreisfreie Stadt Wiesbaden. Im Nordwesten grenzt der rheinland-pfäl­zische Landkreis Rhein-Lahn und im Südwesten der Landkreis Mainz-Bingen an.

Der Rheingau-Taunus-Kreis besteht aus den Kreisteilen Rheingau und Untertaunus, die in einer Verwaltungsreform im Jahr 1977 zu einem Landkreis zusammengefasst wurden. Beide Kreisteile sind durch unterschiedliche Landschaftsräume gekennzeichnet. (vgl. Karte 1)

Der Rheingau, durch den Rhein geprägt, ist ein ausgeprägtes Weinanbaugebiet und für den Tourismus sehr attraktiv. Als ein lang gezogenes Siedlungsband liegen am Rhein die Haupt­orte Walluf, Eltville, Kiedrich, Oestrich-Winkel, Geisenheim, Rüdesheim und Lorch. Den größten Teil der Fläche des Rheingaus nimmt das überwiegend bewaldete Rheingaugebirge als Ausläufer des Taunus mit den Ortsteilen Espenschied, Ransel, Wollmerschied (Lorch), Presberg (Rüdesheim) sowie Stephanshausen (Geisenheim) ein.

Das zweite Teilgebiet des Rheingau-Taunus-Kreises ist der Untertaunus, der von ausge­dehnten Waldgebieten und großen ländlichen Gemeinden geprägt ist. Diese Gemeinden sind Heidenrod, Hohenstein, Aarbergen und Hünstetten im Nordwesten und Waldems im Nord­osten. Im Süden des Untertaunus liegen die urbaneren Städte und Gemeinden Taunusstein, Idstein, Niedernhausen und die Kreisstadt Bad Schwalbach. Dort konzentrieren sich zum größten Teil die Gewerbegebiete und Arbeitsplätze des Untertaunus.

Somit setzt sich der Rheingau-Taunus-Kreis aus sehr unterschiedlichen Räumen zusammen. Zum einen umfasst er große ländliche Bereiche im Nordwesten und suburbane Bereiche im Südosten, die an die kreisfreie Stadt Wiesbaden angrenzen. Der Landkreis ist demnach ein sehr heterogenes Gebiet am Rande des Verdichtungsraumes Rhein-Main.

Der Rheingau-Taunus-Kreis hat auch in der Bevölkerungsentwicklung eine sehr heterogene Struktur, wie es in der Karte 2 ersichtlich ist. Die Gemeinden Heidenrod, Niedernhausen und Waldems weisen seit 1980 einen Bevölkerungszuwachs von knapp 30 Prozent sowie Hün­stetten mit 35 Prozent den höchsten Bevölkerungszuwachs auf. Acht der insgesamt 17 Ge­meinden hatten einen Zuwachs zwischen 6-10 Prozent zu verzeichnen. Die Städte und Ge­meinden Aarbergen, Geisenheim, Lorch und Rüdesheim haben dagegen eine Bevölkerungs­abnahme von bis zu 10 Prozent zu verkraften. Somit lagen schon in der Vergangenheit Wachstums- und Schrumpfungsräume im Rheingau-Taunus-Kreis nah beieinander, was den angesprochenen demographischen Wandel noch verschärfen wird.

Im Vergleich des Rheingau-Taunus-Kreises zu den anderen südhessischen Landkreisen hat er vor allem im Zeitraum von 2001 bis 2005 ein sehr geringes Bevölkerungswachstum. Nach dem Odenwaldkreis hat der Rheingau-Taunus-Kreis das geringste Bevölkerungswachstum der südhessischen Landkreise und kreisfreien Städte. Insgesamt zeigt Abbildung 3, dass das Be­völkerungswachstum aller südhessischen Landkreise nachgelassen hat. Demgegenüber hat das Bevölkerungswachstum der kreisfreien Städte Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wies­baden zum Teil erheblich zugelegt. In Darmstadt und Frankfurt veränderte sich ein negatives Bevölkerungswachstum im Zeitraum von 1996 bis 2000 zu einem positiven Bevölkerungs­wachstum von 1,5 Prozent im Zeitraum von 2001 bis 2005. Demnach könnten in Zukunft die Kernstädte im Rhein-Main-Gebiet im Gegensatz zu den ländlichen und suburbanen Räumen an Attraktivität für Wohnen gewinnen. (vgl. Abb. 1)

Abb. 1 : Bevölkerungswachstum der Südhessischen Landkreise

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes

Das Untersuchungsgebiet Rheingau-Taunus-Kreis ist deswegen so interessant, weil der Kreis durch seine Randlage zum Kernraum des Rhein-Main-Gebietes, gerade auch wegen des demo­graphischen Wandels, stark unter Druck gerät und an Attraktivität für Wohnen und Arbeiten verlieren könnte.

2. Demographischer Überblick über Deutschland – Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050

2.1 Ursachen des demographischen Wandels in Deutschland

Der demographische Wandel in Deutschland hat seine Ursache in der Einstellung der Nach­kriegsgenerationen zu Kindern und Familie. So hat die Veränderung der Einstellung der Men­schen, nach Meinung des Bevölkerungswissenschaftlers Hertwig Birg, in der Gesellschaft ein demographisch-ökonomisches Paradoxon hervorgerufen. In den entwickelten Ländern leisten sich Paare trotz eines steigenden Realeinkommens weniger Kinder als in der Vergangenheit. Noch im Nachkriegs-Babyboom in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts bekam eine Frau im Durchschnitt 2,4 Kinder. Das ist doppelt soviel wie heute, obwohl das Realeinkommen da­mals weniger als die Hälfte des heutigen erreichte. (Birg 2005: 42)

Eine Erklärung dazu ist, dass die Preise und Kosten der für die Erziehung von Kindern benö­tigten Dienstleistungen, insbesondere für Betreuung und Aufsicht durch Dienstpersonal, stär­ker gestiegen sind als die Preise der industriell erzeugbaren materiellen Konsumgüter.

Somit kann mit dem heutigen Einkommen ein höheres Maß an Nutzen erzielt werden, wenn der Anteil, der für den Erwerb von industriell erzeugten Gütern verwendet wird, am verfüg­baren Einkommen ausgeweitet und, der für Kinder aufgewendete, entsprechend reduziert wird. (Birg 2005: 43)

Die zweite Erklärung ist, dass das entgangene Einkommen der Frauen, die sich um Erziehung der Kinder kümmern, abgewogen wird. Das Lohneinkommen der Frauen ist relativ zu den Lohneinkommen der Männer in der Nachkriegszeit erheblich gestiegen. Die Gehälter von vollzeitbeschäftigten weiblichen Angestellten, die noch im Jahre 1960 bei 55 Prozent der Ge­hälter ihrer männlichen Kollegen lagen, sind inzwischen auf über 70 Prozent angestiegen. Dabei ist bemerkenswert, dass die Geburtenrate in Frankreich höher ist als in Deutschland, obwohl dort die Relation von Frauen- und Männerlöhnen. (Birg 2005: 43)

Hans-Werner Sinn spricht von einer indirekten Wirkung der gestiegenen Einkommen der Frauen, denn fehlende Kindergärten und Ganztagsschulen verstärken diese Wirkung. So ist der Anreiz beim Fehlen solcher Einrichtungen auf Kinder zu verzichten, umso größer, je hö­her das Lohneinkommen der Frauen ist. (Sinn 2005: 73f)

Den größten Einfluss auf die Höhe der Geburtenrate hat nach Ansicht Birgs die Einführung der modernen Sozialversicherung in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts ausgeübt. Jedenfalls ist es sehr auffällig, dass ab diesem Zeitpunkt die Geburtenrate abnimmt. Denn aus individu­eller Sicht ist die soziale Absicherung durch Kinder jetzt nicht mehr erforderlich. (Birg 2005: 45f)

2.2 Geburtenniveau und Wanderungssaldo in Deutschland im Ver­gleich zu anderen europäischen Staaten

Der demographische Wandel ist vor allem darauf zurückzuführen, dass seit den 70er Jahren die Sterbefälle die Geburten übertroffen haben und ein zunehmendes Geburtendefizit anzu­treffen ist. Allgemein ist bei der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland insbesondere der progressive Charakter des Bevölkerungsrückgangs festzuhalten. Bei Wachstums- wie bei Schrumpfungsprozessen der Bevölkerung handelt es sich nicht um lineare, sondern um expo­nentielle Funktionen So kann eine unkontrollierte Fertilität in den Entwicklungsländern zu einem sich selbst beschleunigenden Bevölkerungswachstum führen. Dementsprechend ist im Falle eines kontinuierlichen starken Geburtenrückgangs mit einer Bevölkerungsimplosion zu rechnen. Ein gutes Maß für die Bevölkerungsentwicklung ist die zusammengefasste Gebur­tenziffer. Die zusammengefasste Geburtenziffer ist die Summe der alterspezifischen Frucht­barkeitsziffern der weiblichen Bevölkerung eines bestimmten Jahres. So gibt die zusammen­gefasste Geburtenziffer praktisch die mittlere Kinderzahl pro Frau bezogen auf ein Stichjahr an. (Kaufmann 2005: 49fff)

Im Vergleich der ausgewählten europäischen Staaten fällt auf, dass alle hier dargestellten Staaten das Bestandserhaltungsniveau von 2,13 Lebendgeborenen pro Frau im gebärfähigen Alter unterschritten haben. Der Zeitpunkt des Unterschreitens variiert jedoch zwischen den Staaten erheblich. So war Deutschland im Jahr 1970 der erste Staat, der das Bestandserhal­tungsniveau von 2,13 unterschritten hat. In den Jahren 1972/73 unterschritt Österreich das Bestandserhaltungsniveau sowie Frankreich und Norwegen 1975, Italien 1976/77, Spanien 1980/81 sowie Rumänien und Polen 1990/91. (vgl. Abb. 2)

Seitdem hat kein Staat mehr das Bestandserhaltungsniveau wieder überschritten, jedoch die hier dargestellten Staaten Frankreich und Norwegen nähern sich dem Bestandserhaltungs­niveau wieder an. Spanien und Polen, die spät das Bestandserhaltungsniveau unterschritten haben, sind bei der zusammengefassten Geburtenziffer sehr stark abgesunken. In denjenigen Staaten, in denen die zusammengefasste Geburtenziffer das Bestandsherhaltungsniveau unter­schritten hat, werden immer weniger Mädchen geboren, die wiederum im gebärfähigen Alter zu wenige Kinder bekommen. So verringert sich die Bevölkerung zum einen, weil insgesamt zu wenige Kinder geboren werden und zum anderen fehlen in der nächsten Generation die Mütter. (Eurostat 2007b)

Abb. 2: Zusammengefasste Geburtenziffer ausgewählter europäischer Staaten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b

Wie oben beschrieben, hat Deutschland im Jahr 1970 das Bestandserhaltungsniveau unter­schritten. Lediglich zwei Jahre später ist das natürliche Bevölkerungswachstum in den nega­tiven Bereich gefallen. Die zusammengefasste Geburtenziffer ist bis 1977 auf 1,4 Lebend­geborenen pro Frau im gebärfähigen Alter gefallen und wurde nie wieder überschritten. Dies hatte die Folge, dass die natürliche Bevölkerungswachstumsrate bis heute nicht wieder in den positiven Bereich gestiegen ist. Im Gegenteil, wenn die zusammengefasste Geburtenziffer weiterhin deutlich unter dem Bestandserhaltungsniveau bleibt, wird das Geburtendefizit in Deutschland immer weiter zunehmen.

Verglichen mit der Situation Frankreichs, wo die zusammengefasste Geburtenziffer ebenfalls unter dem Bestandserhaltungsniveau liegt, ist noch kein Geburtendefizit erreicht. Das natür­liche Bevölkerungswachstum in Frankreich ist nach wie vor im positiven Bereich. Es ist al­lerdings in den 1970er Jahren stark abgefallen. Wenn die zusammengefasste Geburtenziffer Frankreichs auch in Zukunft unter dem Bestandserhaltungsniveau bleibt, wird das natürliche Bevölkerungswachstum unaufhaltsam dem Nullniveau nähern und unterschreiten. In Nor­wegen sind die Verhältnisse ganz ähnlich. In beiden Staaten ist die zusammengefasste Geburten­ziffer wieder gestiegen, so dass die Erhöhung des Geburtendefizites verlangsamt wurde. (vgl. Abb.3)

In Polen liegen die Verhältnisse ganz ähnlich wie in Deutschland, nur dass in Polen die zu­sammengefasste Geburtenziffer erst 1989 das Bestandserhaltungsniveau unterschritten hat. In Polen war allerdings das natürliche Bevölkerungswachstum auf einem sehr hohen Niveau, so dass es erst im Jahr 2002 negativ wurde, also 13 Jahre nachdem die zusammengefasste Geburten­ziffer unter dem Bestandserhaltungsniveau gefallen ist. (Eurostat 2007b)

Abb. 3: natürliche Bevölkerungswachstumsrate

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b

Abbildung 4 zeigt die wichtigsten demographischen Indikatoren, das natürliche Bevölkerungs­wachstum, den Wanderungssaldo und das Gesamtwachstum der Bevölkerung. Erkennbar ist dabei, dass das Bevölkerungswachstum in Deutschland vor 1970 insbesondere durch das natürliche Bevölkerungswachstum bestimmt wurde. Dagegen wurde ab 1970, nach dem starken Absinken des natürlichen Wachstums in den negativen Bereich, das Bevölkerungs­wachstum besonders stark durch die Zuwanderung bestimmt. So konnte die Zuwanderung das Geburtendefizit mehr als wettmachen. Besonders in den 90er Jahren er­folgte eine hohe Einwanderung nach Deutschland. Jedoch verringerte sich der Wanderungs­saldo seit Mitte der 90er Jahre stark, so dass im Jahr 2004 das Gesamtwachstum der Bevöl­kerung negativ wurde. Seit Ende der 80er Jahre vergrößert sich das Geburtendefizit deutlich. Dies wird sich in absehbarer Zeit nicht verändern. Auf diese Weise wird, um die Bevöl­kerungszahl stabil zu halten, ein immer höherer positiver Wanderungssaldo nötig sein. (Eu­rostat 2007b)

Abb. 4: Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1960-2005

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b

Die Verringerung des Wanderungssaldos wird durch die rückläufige Einwanderung der Spät­aussiedler verursacht, die von über 98 000 im Jahr 2001 auf ca. 35 500 im Jahr 2005 zurück­gegangen ist. Zusätzlich nahmen die Fortzüge der Deutschen mit 110 000 im Jahr 2001 auf 145 000 im Jahr 2005 stark zu. Für die Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass die Zuzüge der Spätaussiedler weiter zurückgehen werden. Es kann jedoch nicht vorhergesagt werden, ob die Fortzüge der Deutschen dauerhaft auf dem derzeit hohen Niveau bleiben wer­den. (Statistisches Bundesamt 2006: 23)

Andere West- und Mitteleuropäische Staaten wie Österreich, Belgien, Italien, Norwegen und vor allem Spanien und Irland hatten besonders seit dem Jahr 2000 eine deutlich höhere Ein­wanderung als Deutschland. Spanien zum Beispiel hatte seit der Jahrtausendwende eine 4-mal höhere Einwanderung. Im Jahr 2005 verzeichnete Deutschland außer Polen und der Slowakei den niedrigsten Wanderungssaldo aller west- und mitteleuropäischen Staaten. So wird deut­lich, dass Deutschland auch bei der Einwanderung zunehmend einen schweren Stand hat. Viele Nachbarstaaten sind viel attraktiver für Einwanderung geworden als Deutschland. (vgl. Abb. 5) (Eurostat 2007b)

Abb. 5: Wanderungssaldo

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007b

In Bezug auf Wanderungen zwischen verschieden Staaten sind besonders die so genannten Push und Pull-Faktoren bedeutsam. In jedem Gebiet sind zahlreiche Faktoren vorhanden, die den Menschen entweder festhalten oder anziehen. Die Faktoren, die eine anziehende Wir­kung haben, werden als Pull-Faktoren bezeichnet. Dagegen werden Faktoren, die den Men­schen von diesem Gebiet abstoßen bzw. ihn fernhalten, als Push-Faktoren bezeichnet. Des Weiteren sind Faktoren vorhanden, denen gegenüber die Menschen sich weitgehend indif­ferent verhalten. (Kuls 2000: 199)

In der Theorie von E. S. Lee aus dem Jahr 1966 werden vier Faktorenkomplexe aufgestellt, die für die Entscheidung zu wandern und für den Ablauf der Wanderung wesentlich sind:

1. Faktoren in Verbindung mit dem Herkunftsgebiet
2. Faktoren in Verbindung mit dem Zielgebiet
3. Intervenierende Hindernisse
4. Persönliche Faktoren

Jedoch werden Wanderungen nicht nur durch die Abwägungen von positiven und negativen Faktoren im Wohngebiet und im möglichen Zielgebiet ausgelöst, sondern es werden auch die Hindernisse zwischen zwei Punkten in Betracht gezogen, deren Überwindung mehr oder weniger große Schwierigkeiten bereiten. Schließlich haben Hindernisse aufgrund persönlicher Faktoren für verschiedene Menschen eine unterschiedliche Bedeutung. (Kuls 2000: 199)

So sind Wanderungen zwischen Staaten von sehr unterschiedlichen Faktoren im Herkunfts- und im Zielland abhängig. Ein wichtiger Faktor kann z.B. die aktuelle Wirtschaftslage sein. Einerseits kann eine schlechte Wirtschaftslage im Herkunftsland Menschen dazu bewegen in ein anderes Land auszuwandern – ein Push-Faktor. Andererseits kann eine boomende Wirt­schaftslage, in der ein Arbeitskräftemangel herrscht, ein Pull-Faktor bedeuten, der Menschen dazu veranlasst einzuwandern. Neben wirtschaftlichen Faktoren können soziale oder poli­tische Faktoren vorhanden sein, die Wanderungen hervorrufen.

In Bezug auf die momentane Situation Deutschlands kann eine schlechte wirtschaftliche Lage in den letzten Jahren dafür gesorgt haben, dass viele Deutsche ins Ausland ausgewandert sind und nur wenige Ausländer dazu veranlasst hat nach Deutschland einzuwandern. Eine deutlich bessere wirtschaftliche Lage in den nächsten Jahren kann somit auch wieder einen positiveren Wanderungssaldo erzeugen. So ist in Bezug auf Wanderungen mit starken Schwankungen zu rechnen, die eine genaue Vorausberechnung der Bevölkerungszahl schwierig machen. Daher sind für eine Bevölkerungsvorausberechnung Annahmen wichtig, die in verschiedenen Vari­anten gebündelt werden.

2.3 Bevölkerungsvorausberechnung für die Mitgliedsstaaten der eu­ropäischen Union von Eurostat

Eurostat macht in seiner Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2004 für die Mitglied­staaten der europäischen Staaten und den mit der EU assoziierten Staaten Bulgarien und Ru­mänien folgende Annahmen und geht davon aus, dass bei den Fruchtbarkeitsstrukturen in der EU ein Übergang zur späten Schwangerschaft erfolgt. So befinden sich die Mitgliedsstaaten in unterschiedlichen Übergangsphasen. Die nord- und westeuropäischen Staaten befinden sich demnach in einer Spät- oder Endphase des Übergangs. Die südlichen Staaten dagegen sind in einer mittleren Phase und die osteuropäischen Länder durchlaufen eine noch frühe Phase.

In den Staaten, in denen eine Verschiebung stattfindet, wird die zusammengefasste Geburten­ziffer voraussichtlich nur langsam steigen. In den südeuropäischen Staaten wird vor dem Jahr 2010 eine Zunahme der Fruchtbarkeit stattfinden, während sie im östlichen Mitteleuropa im kommenden Jahrzehnt gering bleiben und dann wieder steigen wird. Das Bestandserhaltungs­niveau wird in keinem EU-Staat erreicht werden. Die zusammengefasste Geburtenziffer für die EU wird voraussichtlich zwischen 1,4 und 1,9 liegen.

Eurostat geht davon aus, dass die Lebenserwartung in der EU-25 (alte EU Staaten zusammen mit den EU-Erweiterungsstaaten) sowohl für Männer als auch für Frauen weiter zunehmen wird. Außerdem werden sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinsichtlich der Lebenserwartung weiter verringern.

Für die Mitgliedstaaten der europäischen Union hat Eurostat drei Varianten der Bevölkerungs­vorausberechnungen erstellt: die hohe Variante, die Basisvariante und die nied­rige Variante.

Die europäische Union wird laut Basisvariante im Vorrausschätzungszeitraum bis 2050 fast 40 Millionen Migranten aufnehmen, nach der hohen Variante 63 Millionen und nach der nied­rigen Variante 20 Millionen. Der größte Teil der Einwanderer wird in die EU- 15 im­migrieren. Die neuen Mitgliedsstaaten jedoch werden zwar am Ende des Zeitraums bei der hohen Variante und Basisvariante einen positiven Saldo erzielen. Die kumulierten Werte des Vorrausschätzungszeitraums werden in den neuen Mitgliedstaaten jedoch sehr viel geringer sein. (Eurostat 2007a: 7)

Für die verschiedenen Varianten der Bevölkerungsvorausberechnung hat Eurostat in Bezug auf Deutschland die folgenden Annahmen getroffen (Eurostat 2007a: 7):

- hohe Variante:

- jährlicher Wanderungssaldo von 280.000 Personen, ansteigend auf 310.000 Per­sonen bis 2050
- Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer von 1,38 im Jahr 2004 schritt­weise auf 1,75 im Jahr 2050.
- Anstieg der Lebenserwartung bei Männern von 76,2 Jahre auf 83,8 Jahre und die Lebenserwartung bei Frauen von 81,8 Jahren auf 88,3 Jahre

- Basisvariante:

- jährlicher Wanderungssaldo von 210.000 Personen, leicht absinkend bis 2050 auf 180.000 Personen
- leichter Anstieg der zusammengefassten Geburtenziffer von 1,35 im Jahr 2004 auf 1,45 im Jahr 2050
- Anstieg der Lebenserwartung bei Männern und Frauen um sechs Jahre.

- niedrige Variante:

- jährlicher Wanderungssaldo von 100.000 Personen, Rückgang bis 2050 auf 90.000 Personen
- Rückgang der zusammengefassten Geburtenziffer von 1,32 im Jahr 2004 auf 1,25 im Jahr 2050
- Anstieg der Lebenserwartung um vier Jahre

In Karte 4 sind die Ergebnisse der Vorausberechnung von Eurostat dargestellt. Demnach kön­nen in der hohen Variante fast alle EU-Staaten außer Rumänien bis 2050 ein Bevölkerungs­wachstum vorweisen. Dabei könnten Großbritannien, Irland und Schweden das höchste Be­völkerungswachstum von über 25 Prozent aufweisen. Deutschland gehört dagegen zusammen mit Italien, Griechenland und die baltischen Staaten zu den EU- Staaten mit einem geringen Bevölkerungswachstum von 10 Prozent. In der Basisvariante schrumpfen die östlichen Mit­gliedsstaaten der EU wie Polen, die baltischen Staaten, Rumänien und Ungarn um bis zu 20 Prozent. Deutschland schrumpft wie Italien, Finnland und die Iberische Halbinsel um bis zu 10 Prozent. Die westeuropäischen Staaten der EU wie Großbritannien, Frankreich, Benelux, Schweden und vor allem Irland wachsen in ihrer Bevölkerungszahl zum Teil sehr deutlich, wie Irland bis zu 40 Prozent. In der niedrigen Variante schrumpfen alle Mitgliedstaten der EU außer Irland. Die östlichen Staaten schrumpfen stärker als die westlichen Mitgliedsstaaten der EU.

Abbildung 6 zeigt die Ergebnisse der Vorausberechnung von Eurostat in Bezug auf Deutsch­land. So wächst die Bevölkerungszahl in der hohen Variante bis 2050 auf 90 Millionen Ein­wohner. In der Basisvariante und der niedrigen Variante dagegen schrumpft die Bevölkerung­szahl Deutschlands auf 75 bzw. 65 Millionen Einwohner bis zum Jahr 2050. (Eurostat 2007c)

Abb. 6 : Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2050

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigener Entwurf nach Daten von Eurostat 2007c

2.4 Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statis­tischen Bundesamtes

Das statistische Bundesamt führt in regelmäßigen Abständen im Auftrag der Bundesregierung eine koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung durch, die in Zusammenarbeit mit den sta­tistischen Landesämtern der Bundesländer entwickelt wird. Die Bundesländer unter Abstim­mung mit dem statistischen Bundesamtes erstellen wiederum eigene Bevölkerungsvoraus­berechnungen für ihr eigenes Bundesland. Im Folgenden werden die Annahmen der neuesten, 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung aus dem Jahr 2006 beschrieben (Statisti­sches Bundesamt 2006: 8fff):

- Annahme „annährende Konstanz“ (G1): fortgesetzte Entwicklung der letzten 15 bis 20 Jahre: zusammengefasste Geburtenziffer auf dem Niveau von knapp 1,4 Kindern je Frau – konstante Geburtenverhältnisse im Zeitraum von 2016 bis 2050

- Annahme „leichter Anstieg“ (G2): Zunahme der Geburtenhäufigkeit auf 1,6 Kinder je Frau bis 2025 – konstante Geburtenhäufigkeit im Zeitraum von 2026 bis 2050

- Annahme „leichter Rückgang“ (G3): Rückgang der Geburtenhäufigkeit bis zum Jahr 2050 auf 1,2 Kinder je Frau

- Basisannahme zur Lebenserwartung (L1): im Jahr 2050 durchschnittliche Lebenser­wartung bei Geburt für Männer von 83,5 Jahren und für Frauen von 88,0 Jah­ren – Zuwachs von 7,6 bzw. 6,5 Jahren im Vergleich zur Lebenserwartung in Deutschland 2002/2004

- Basisannahme zur Lebenserwartung (L2): im Jahr 2050 durchschnittliche Lebens­erwartung bei Geburt für Männer von 85,4 Jahren und Frauen von 89,8 Jahren – für Männer 9,5 Jahre und für Frauen 8,3 Jahre mehr als 2002/2004

- Annahme zum Wanderungssaldo W1: jährlicher Wanderungsüberschuss von 100.000 Personen

- Annahme zum Wanderungssaldo W2: jährlicher Wanderungsüberschuss von 200.000 Personen

Die Annahmen zur Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und Wanderungssaldo ergeben, miteinander kombiniert, zwölf Varianten. Zur besseren Übersichtlichkeit werden die zwölf Varianten zu zwei Blöcken mit je sechs Varianten zusammengefasst: Drei Annahmen zur Geburtenhäufigkeit multipliziert mit zwei Annahmen zur Lebenserwartung. Im ersten Block werden sie mit einem Wanderungssaldo von 100.000 und im zweiten einem Wanderungssaldo von 200.000 kombiniert. (Statistisches Bundesamt 2006: 30)

Die Varianten 1-W1 und 1-W2 zeigen die wahrscheinlichen Bevölkerungsentwicklungen, wenn sich die langfristigen Trends fortsetzen. Die beiden Varianten bilden die Ober- und Untergrenze eines Korridors, der die „mittlere“ Bevölkerung anzeigt. (vgl. Tab. 1 bzw. Tab. 2) (Statistisches Bundesamt 2006: 30)

Tab. 1: Block 1 der Varianten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: 30

Tab. 2: Block 2 der Varianten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: 30

Trotz hoher Nettozuwanderung geht seit 1998 die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zu­rück. Im Jahr 2005 waren 19,5 Millionen Frauen zwischen 15 und 49 Jahre alt. Bei der Fort­setzung der aktuellen demographischen Entwicklung werden es 2050 lediglich 12,1 bzw. 13,4 Millionen sein („mittlere“ Bevölkerung, Unter- bzw. Obergrenze). Unter diesen Bedingungen wird das Geburtendefizit von 144 000 im Jahr 2005 auf 434 000 bzw. 404 000 im Jahr 2030 und dann weiter auf 602 000 bzw. 566 000 im Jahr 2050 steigen (Varianten 1-W1 bzw. 1-W2: „mittlere“ Bevölkerung, Unter- bzw. Obergrenze). Auch eine langfristige jährliche Zuwan­derung von 200 000 statt 100 000 Personen wird somit das Anwachsen des Geburtendefizits etwas verlangsamen, kann seine Vervierfachung aber nicht verhindern. (Statistisches Bundes­amt 2006: 31f)

In Deutschland lebten Ende 2005 82,4 Millionen Menschen. Die Variante 1-W1, die Unter­grenze der „mittleren“ Bevölkerung bedeutet eine Verringerung der Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2050 auf 68,7 Millionen. Somit wird die Bevölkerungszahl mit etwa 14 Millionen unter dem heutigen Stand liegen. Das Niveau des Jahres 1950 wird sie so leicht unter­schreiten. Ein höherer Wanderungssaldo von 200.000 Personen wird laut der Variante 1-W2 – „mittlere“ Bevölkerung, Obergrenze für einen langsameren Rückgang sorgen: Im Jahr 2050 werden danach 74 Millionen Menschen in Deutschland leben. (vgl. Abb. 7) (Statistisches Bundesamt 2006: 34)

Abb. 7 : Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: 34

Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des statistischen Bundesamtes beinhaltet neben der zukünftigen Bevölkerungszahl Deutschlands auch die Berechnung der zukünftigen Altersstruktur. Zur besseren Einordnung der Ergebnisse werden sie mit der Altersstruktur von 1910, 1950 und 2005 verglichen.

Der Altersaufbau von 1910 in Deutschland hat nahezu die Idealform einer Alterspyramide, mit einer hohen Geburtenzahl und einer gleichmäßigen Verringerung der Anzahl der einzel­nen Geburtenjahrgänge mit zunehmendem Alter. Der Altersaufbau von 1950 dagegen zeigt große Geburteneinbrüche durch die beiden Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise. Auch ist schon sichtbar, dass sich die Zahl der Geburten von Geburtenjahrgang zu Geburtenjahrgang verringerte. Die Altersstruktur von 2005 nimmt schon eine vollständig andere Form an als 1910 – eine Zapfenform. Deutlich sind die Jahrgänge erkennbar, die aus dem „Babyboom“ der 60er Jahre hervorgegangen sind, die im Jahr 2005 um die 40 Jahre alt waren. Danach fällt die Stärke der Jahrgänge deutlich ab, die aufgrund des „Pillenknicks“ und der geringeren Ge­burtenrate der 70er Jahre weniger stark sind. Augrund der geringen Fertilitätsrate verringert sich die Stärke der Jahrgänge weiter, so dass im Jahr 2050 die Altersstruktur die Form einer Urne angenommen hat. (vgl. Abb. 8)

Abbildung 9 zeigt ebenfalls die Altersstruktur, jedoch ist sie in die Altersgruppen 0 bis unter 20 Jahre, 20 bis unter 65 Jahre sowie 65 und älter eingeteilt. Bei einer konstanten Geburten­häufigkeit, einer leicht steigenden Lebenserwartung und einem Wanderungssaldo von 100 000 Personen entwickeln sich diese Altersgruppen bis 2050 folgendermaßen. Die Alters­gruppe unter 20 Jahre verringert sich bis 2030 um 4 Prozentpunkte und bis 2050 um 5 Prozent­punkte. Einen stärkeren Rückgang bis 2050 mit 9 Prozentpunkten hat die mittlere Al­tersgruppe der 20 bis 65 Jährigen zu verzeichnen. Dagegen wird die Altersgruppe der über 65 Jährigen 2050 deutlich größer sein - Anstieg des Anteils um 14 Prozentpunkte.

Bei einer steigenden Geburtenhäufigkeit, einer leicht zunehmenden Lebenserwartung und einen Wanderungssaldo von 200 000 Personen fällt die Abnahme der mittleren und jungen Altersgruppe und der Anstieg der über 65 Jährigen fällt gleich wie im ersten Fall. Bei einer fallenden Geburtenhäufigkeit, einer stark steigenden Lebenserwartung und einem Wan­derungssaldo von 100.000 dagegen geht der Anteil der mittleren und jungen Altersgruppe noch etwas mehr als im ersten Fall zurück. Der Anstieg der Altersgruppe der über 65 Jährigen fällt noch höher aus. (Statistisches Bundesamt 2007)

Abb. 8: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: 35

Abb. 9: Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt 2006: 37

In Bezug auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung der Bundesländer kommt die 11. ko­ordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zu den folgenden Ergebnissen, die auf Karte 5 dargestellt werden:

Nach der Variante 1-W1 nimmt bis 2010 die Bevölkerung der ostdeutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen um über 4 Prozent ab, gefolgt von den Bundesländern Sachsen und Saarland mit 2 bis 4 Prozent Abnahme. Die westdeut­schen Bundesländer Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen haben bis 2010 eine leichte Abnahme von 0 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Dagegen können Baden-Württemberg, Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg noch leicht mit 0 bis 1 Prozent wachsen.

Nach 2010 setzt in fast allen eine stärkere Bevölkerungsabnahme ein. So verringert sich bis 2030 in allen Bundesländern außer dem Stadtstaat Hamburg die Bevölkerung. Die stärksten Abnahmen betreffen Ostdeutschland mit 12 bis 20 Prozent, Sachsen-Anhalt sogar mit über 20 Prozent sowie in Westdeutschland das Saarland. In den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verringert sich die Bevölkerung um 6 bis 12 Pro­zent. Am geringsten fällt die Bevölkerungsabnahme in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein mit 6 Prozent aus.

Bis 2050 steigert sich die Bevölkerungsabnahme weiter und erreicht in Ostdeutschland 25 bis 35 Prozent und in Sachsen-Anhalt sogar über 35 Prozent. In Westdeutschland ergibt sich wie­derum ein Nord-Süd-Gefälle zwischen dem Süden mit einer geringeren Abnahme von 4 bis 15 Prozent und Niedersachsen mit 18 bis 25 Prozent.

2.5 Hessen – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050

Die statistischen Landesämter erstellen auf der Grundlage der koordinierten Bevölkerungs­vorausberechnung des statistischen Bundesamtes die regionalisierten Bevölkerungsvoraus­berechnungen für ihr jeweiliges Bundesland. Die Annahmen der regionalisierten Bevölkerungs­vorausberechnungen stimmen weitgehend mit den Annahmen der koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung überein. Der Wanderungssaldo für die jeweiligen Bundes­länder wird aus den Absprachen der statistischen Landesämter abgeleitet. Die Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Hessen sind die Folgenden (Hessischer Landtag 2005: 8-20):

- Geburtenhäufigkeit
- Schwankung der zusammengefassten Geburtenziffer im langfristigen Ver­gleich in Hessen seit Mitte der 70er Jahre zwischen 1,2 und 1,4 Kindern je Frau; In den letzten fünf Jahren lag der Durchschnitt bei 1,36 Kindern je Frau
- Annahme für die Bevölkerungsvorausberechnung in Hessen: konstanter Wert der zusammengefassten Geburtenziffer
- Lebenserwartung
- Erhöhung der Lebenserwartung eines Neugeborenen in Hessen von 1970 bis 2003 um 8,9 Jahre bei Frauen und bei Männern um 9,6 Jahre
- Annahme in regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung: gleich­mäßig ansteigende Lebenserwartung auf 87,53 Jahre bei den Frauen und 82,95 Jahre bei den Männern im Jahr 2050
- Zuwanderung aus dem Ausland nach Hessen
- nach unteren Variante (W1) jährlich 6.000 Ausländer, insgesamt 282.000 Aus­länder 2004 bis 2050
- nach mittlere Variante (W2) jährlich 12.000 Ausländer, insgesamt 564.000 Ausländer 2004 bis 2050
- nach obere Variante (W3) jährlich 18.000 Ausländer 2011 bis 2050; zwischen 2004 und 2010 jährlich 12.000 Ausländer, insgesamt 804.000 Ausländer 2004 bis 2050
- Zuwanderung aus anderen Bundesländern:
- Gegenüber den anderen Bundesländern geht der Wanderungssaldo Hessens nach den getroffenen Annahmen zwischen 2004 und 2020 um mehr als die Hälfte von 8.800 auf 3.700 Personen zurück. Das Hessische Statistische Lan­desamt rechnet insgesamt mit einer Nettozuwanderung von 84.900 Personen für diesen Zeitraum aus den anderen, vorwiegend neuen, Bundesländern nach Hessen.

Bei der unteren Variante (W1) ist bereits ab dem Jahr 2005 mit einer rückläufigen Bevölkerungs­entwicklung zu rechnen. Im Jahr 2019 wird die Grenze von 6 Millionen Ein­wohnern, die 1995 überschritten worden war, wieder unterschritten. Die Bevölkerungszahl Hessens wird bis 2050 um 1,03 Millionen bzw. 17% auf rund 5,07 Millionen Einwohner schrumpfen.

Nach der mittleren Variante (W2) wird die Bevölkerungszahl in Hessen in den kommenden Jahren zunächst noch leicht ansteigen. Im Jahr 2014 wird ein vorübergehendes Bevölkerungs­maximum von 6,13 Millionen Einwohnern erreicht werden. Die zunehmenden Sterbefall­überschüsse können jedoch danach nicht mehr durch die angenommen Wanderungsgewinne ausgeglichen werden und die Bevölkerungszahl wird allmählich sinken. Etwa im Jahr 2023 wird in der mittleren der derzeitige Bevölkerungsstand erreicht sein. Die hessische Bevöl­kerung wird im Jahr 2050 mit gut 5,49 Millionen etwa 600.000 oder 10 Prozent niedriger sein als heute. (Hessischer Landtag 2005: 32)

Nach der oberen Variante (W3) wird die Bevölkerung noch bis zum Jahr 2020 wachsen und danach abnehmen. Der jetzige Bevölkerungsstand wird nach dieser Variante im Jahr 2038 wieder erreicht. Die Einwohnerzahl wird im Jahr 2050 mit knapp 5,93 Millionen um 159.000 oder rund 3 Prozent niedriger liegen als heute. (vgl. Abb. 10)

Abb. 10: Bevölkerungsentwicklung in Hessen 1970 bis 2050

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt 2004: 8

Zum Vergleich prognostiziert die Hessenagentur für Hessen eine Bevölkerungsabnahme von 48.000 Personen auf 6,027 Mio. Einwohner und bis 2050 eine Bevölkerungsabnahme von 9,2 Prozent auf 5,518 Mio. Einwohner gegenüber dem Jahr 2006. (Hessenagentur 2007a: 12)

2.6 Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050

Aufgrund der Hinzunahme der rheinland-pfälzischen Kreise bei der Clusteranalyse im dritten Gliederungspunkt werden an dieser Stelle die Annahmen und die Ergebnisse für Rheinland-Pfalz beschrieben.

Das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz hat auf Grundlage der Trends aus der Vergan­genheit folgende Annahmen für die verschiedenen Modellvarianten der Bevölkerungsvoraus­berechnung getroffen (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 2004: 57f):

- untere Variante:

- konstante zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,4 Kindern je Frau, aufgrund der Entwicklung in den letzten 30 Jahre
- Zunahme der Lebenserwartung um etwa zwei Jahre bis zum Jahr 2015 und ver­bleibt dann auf diesem Niveau.
- bis zum Jahr 2016 ein kontinuierliches Absinken des Wanderungsüberschusses von 10.000 Personen bis auf null, aufgrund der Annährung zwischen den Zu­zügen und Fortzügen über die Landesgrenze in den zurückliegenden Jahren; ausgeglichener Wanderungssaldo ab 2016 bis zum Jahr 2050

- mittleren Variante:

- konstante zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,4 Kindern je Frau
- Zunahme der Lebenserwartung um etwa vier Jahre bei Frauen und Männern bis zum Jahr 2050
- Absinken des jährlichen Wanderungsüberschuss von 10.000 Personen bis zum Jahr 2016 auf 5.000 Personen und konstantes Niveau über den restlichen Zeit­raum bis 2050

- oberen Variante:

- konstante zusammengefasste Geburtenziffer mit 1,4 Kindern je Frau
- Zunahme der Lebenserwartung bei Frauen und Männern um etwa sechs Jahre zum Jahr 2050
- jährlicher Wanderungsüberschuss von 10.000 Personen bis zum Jahr 2050

Die rheinland-pfälzische Bevölkerung wird in der unteren Variante im Jahr 2015 um ca. 100.000 Einwohner geringer sein als im Jahr 2004. Eine stärkere Abnahme erfolgt danach mit 400.000 Einwohnern bis 2030 und zusätzlich 500.000 Einwohner bis 2050. Insgesamt ver­ringert sich bis 2050 die Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz um 25 Prozent.

In der mittleren Variante nimmt die Bevölkerungszahl von Rheinland-Pfalz bis 2015 auf 3,9 Millionen, bis 2030 etwas stärker auf 3,7 Millionen und bis 2050 auf 3,3 Millionen Einwoh­ner ab. Die Abnahme der Bevölkerungszahl ist hier mit 17 Prozent deutlich geringer.

In der oberen Variante verringert sich die rheinlandpfälzische Bevölkerung leicht auf 3,7 Millionen Einwohner. Bis zum Jahr 2015 verläuft die Bevölkerungsentwicklung relativ kon­stant, danach sinkt die Bevölkerung etwas stärker. Insgesamt wird die Bevölkerung in dieser Variante gegenüber dem Jahr 2000 um 7 Prozent abgenommen haben. (vgl. Abb. 11)

Abb. 11: Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnung für Rheinland-Pfalz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigener Entwurf nach Daten von Statistischen Landesamt Rheinland-Pfalz

2.7 Ergebnisse der regionalisierten Vorausberechnung für die Re­gierungsbezirke Hessens und landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz

Die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Hessen und Rheinland-Pfalz hat im Bezug auf die Regierungsbezirke in Hessen und die landesplanerischen Regionen in Rheinland-Pfalz zu folgenden Ergebnissen geführt. (vgl. Karte 6)

Die Bevölkerungszahlen in den hessischen Regierungsbezirken Kassel, Gießen und Darm­stadt weisen bis 2010 noch ein Wachstum von 0 bis 2 Prozent auf. Die rheinland-pfälzischen Regionen dagegen haben in ihrer Bevölkerungszahl eine Abnahme zu verzeichnen – am ge­ringsten die nördliche Region Mittelrhein-Westerwald mit unter 1 Prozent Abnahme und die Region Trier sowie die Region Rheinpfalz mit einer Abnahme zwischen 1 und 2 Prozent. Die höchsten Bevölkerungsabnahmen weisen die Region Rheinhessen-Nahe mit über 3 Prozent Abnahme sowie die Region Westpfalz mit einer Abnahme von 2 bis 3 Prozent auf.

Bis zum Jahr 2030 wird nur noch der Regierungsbezirk Gießen eine leichte Bevölkerungs­zunahme zu verzeichnen haben. Der südhessische Regierungsbezirk Darmstadt wird eine leichte Abnahme von unter 2 Prozent haben – der Regierungsbezirk Kassel dagegen eine hö­here Abnahme mit 4 bis 6 Prozent. Ebenso werden die rheinland-pfälzischen Regionen bis 2030 eine deutliche Bevölkerungsabnahme von 6 bis über 8 Prozent verkraften müssen.

Bis zum Jahr 2050 werden alle Regierungsbezirke und Regionen in ihrer Bevölkerungszahl abnehmen – die hessischen Regierungsbezirke Gießen und Darmstadt am geringsten mit 7 bis 10 Prozent Abnahme und die Regionen Westpfalz und Rheinpfalz mit über 20 Prozent am stärksten.

3. Die Demographietypen der hessischen und rheinland-pfälzischen Kreise (mittlere Variante)

3.1 Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für die hessischen Landkreise

Für die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung hat das Hessische Statistische Lan­desamt in Bezug auf die Demographiedaten der Landkreise und kreisfreien Städte folgende Annahmen getroffen:

- Geburtenhäufigkeit (Hessischer Landtag 2005: 13):
- recht unterschiedliche zusammengefasste Geburtenziffer in hessischen kreis­freien Städten und Landkreisen.
- Hessenniveau von 1,36 – der durchschnittliche Wert der Jahre 1998 bis 2002
- Landkreis Fulda mit 1,53 um gut 12 Prozent über- und im Landkreis Marburg-Biedenkopf mit 1,22 um knapp 11 Prozent unterschritten. Die Stadt Offenbach am Main mit 10,1 Prozent liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt. sowie die Landkreise Waldeck-Frankenberg (+9,4%) Limburg Weilburg (+9,1%) und der Lahn-Dill Kreis (+8,1%). Die Stadt Frankfurt am Main liegt mit -9,2% deutlich unter dem Landesdurchschnitt, wie auch der Landkreis Gießen (-7,5%) und die Stadt Kassel (-6,1%)
- Lebenserwartung (Hessischer Landtag 2005: 13):
- regionale Unterschiede innerhalb Hessens
- Abweichungen zum Landesergebnis im längerfristigen Mittel (1990 bis 2002) mit maximal +/- 1,1 Prozent bei weiblichen Neugeborenen und maximal +2,3 bzw. -1,6 Prozent bei männlichen Neugeborenen der kreisfreien Städte und Landkreise
- Bei Vorausberechnung für Landkreise und kreisfreien Städten in Hessen mit geschlechts- und altersspezifischen Sterblichkeitswerten des Landes Hessen gerechnet
- Wanderungen (Hessischer Landtag 2005: 20):
- Rückgang der Summe der Wanderungsbewegungen zwischen den Landkreisen und kreisfreien Städten seit 1972; Trend zum Rückgang setzte sich bis heute fort.
- Einige Gründe für die Abschwächung der Suburbanisierung:
- Verteuerung des Baulandes im Einzugsbereich der Großstädte
- Erhöhung der Mobilitätskosten (Kraftstoff bzw. öffentlicher Verkehr, Wegfall der Pendlerpauschale)
- junge Familien können sich die Ansiedlung im suburbanen Raum nicht mehr leisten und lassen sich in den Kernstädten nieder
- wieder steigende Attraktivität der Städte führt zu einer Trendabschwächung bis hin zur Trendumkehr
- Annahme: Abnahme des Saldos der innerhessischen Wanderung von 12.700 Per­sonen im Jahr 2004 auf 600 Personen im Jahr 2050

3.2 Zweck der Demographietypen

Die Bildung von Demographietypen hat an dieser Stelle den Zweck, die hessischen und rheinland-pfälzischen Landkreise besser vergleichen zu können. Der Rheingau-Taunus-Kreis ordnet sich in einen Cluster ein. So wird deutlich, welche Landkreise dem Rheingau-Taunus-Kreis am ähnlichsten sind. Die Abgrenzung des Rheingau-Taunus-Kreises gegenüber anderen Landkreisen durch Zuordnung zu anderen Clustern soll die Verschiedenartigkeit verdeut­lichen. Auf diese Weise kann die demographische Situation des Rheingau-Taunus-Kreises besser abgeschätzt und beurteilt werden. Für die Erstellung von Demographietypen der hes­sischen und rheinlandpfälzischen Landkreise und kreisfreien Städte sind zwei statistische Analyseverfahren nötig – die Faktorenanalyse und die Clusteranalyse.

3.3 Faktorenanalyse der demographischen Daten der Landkreise

Die Faktorenanalyse (SPSS-Statistikprogramm) hat den Zweck, eine große Anzahl von Vari­ablen zu reduzieren, in dem sie zu neuen Variablen zusammengefasst werden. So versucht das Programm komplexe Hintergrundvariablen zu erstellen, die der Anwender entsprechend in­terpretieren kann, indem er so Kategorien bilden kann wie zum Beispiel Kreativität oder Wohlfahrt. Im Rahmen der Faktorenanalyse werden diese Hintergrundvariablen als Faktoren bezeichnet. (Brosius 1998: 639)

Die Faktorenanalyse besteht aus vier Schritten. Einer der wichtigsten Schritte ist die Kor­relationsmatrix. An ihr kann abgelesen werden, welche Variablen in die Faktoren einge­gangen sind. Dies wird ersichtlich aus den Faktorladungen, die einen Wert zwischen 0 und 1 annehmen. Je höher dieser Wert an 1 liegt, umso höher ist die Stärke des Zusammenhangs zwischen Variable und Faktor. Diesen Sachverhalt beschreibt man mit dem Ausdruck: die Variablen „laden“ hoch oder niedrig. (Christ 2002: 28)

Die Faktorenanalyse erfolgt in der Faktorextraktion und der Rotation. Das gebräuchlichste Verfahren bei der Faktorextraktion ist die Hauptkomponentenanalyse, in der lineare Kom­binationen der Variablen gebildet werden. Die erste Hauptkomponente (=Faktor) ist diejenige, die den größten Teil der Gesamtstreuung aller Variablen im statistischen Sinne erklärt. Die zweite Hauptkomponente ist entsprechend diejenige, die den zweitgrößten Teil erklärt etc. (Brosius 1998: 646)

Die Rotation macht die Ergebnisse aus der Faktorenextraktion interpretierbarer, indem eine geeignete Transformation durchgeführt wird, die die Verbindung zu den Beobachtungsvari­ablen deutlicher zeigt. (Brosius 1998: 643)

Schließlich errechnet das SPSS-Programm Faktorwerte, die zur weiteren Analyse verwendet werden können, wie in einer Clusteranalyse.

Tab. 3: Variablen der Faktorenanalyse (demographische Daten)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: eigener Entwurf

Die Grundlage der Faktorenanalyse, die genannten Variablen (vgl. Tab. 3), stammen aus den regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnungen des hessischen Statistischen Landesamtes (Hessischer Landtag 2005) und des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz (Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz 2007).

Die oben beschriebene Korrelationsmatrix wies neun Faktoren aus, in denen die Variablen unterschiedlich hoch laden:

Faktor 1:

- hoch ladend:

- Bevölkerungszahl von 2005, die Bevölkerungszahlen von 2010 bis 2050, die Al­tersgruppen aller Jahre sowie die Geburtenzahl und Anzahl der Sterbefälle
- Aus diesem Faktor kann die Veränderung der Altersgruppenstärke von 2005 bis 2050 heraus­gelesen werden
- Bezeichnung: Alterungsfaktor

Faktor 2:

- mäßig hoch ladend:

- Jugendquotient 2005, 2010 bis 2050; die Altenquotienten der Jahre 2020, 2030 und 2040

- negativ hoch ladend:

- Bevölkerungsdichte von 2005, 2010 bis 2050
- Je höher die Bevölkerungsdichte ist, desto stärker ist der Rückgang des Jugendquotien­ten. Also die ländlichen Landkreise weisen einen stärkeren Rückgang des Jugendquotienten auf als die urbanen Landkreise und kreisfreien Städte.
- Bezeichnung: Bevölkerungsdichtefaktor

Faktor 3:

- Hoch ladend:
- prozentuale Ab- bzw. Zunahme der Bevölkerung, die allgemeine Fruchtbarkeits­rate und die Altenquotienten von 2010 bis 2050.
- negativ hoch ladend:
- Altenquotienten
- Bei einer Abnahme der Bevölkerung steigt der Altenquotient bei der gegenwärtigen Fruchtbarkeitsrate
- Bezeichnung: Faktor der Ab- bzw. Zunahme der Bevölkerung

Faktor 4:

- Schwach ladend:
- Variablen der Siedlungsstruktur
- Bezeichnung: Siedlungsstrukturfaktor

Faktor 5:

- schwach ladend:
- die Variablen der Altenquotienten und die Wanderungssaldos
- Dies zeigt an, dass zwischen diesen Variablen ein schwacher Zusammenhang besteht. Also verändert die Zuwanderung die Höhe des Altenquotienten. Erklärbar ist dies da­durch, dass vor allem junge Menschen oder Menschen im mittleren Alter einwandern und ältere Menschen auswandern, so dass die Erhöhung des Altenquotienten gedämpft wird. Andererseits können Wanderungsbewegungen zur Zunahme des Altenquotienten bei­tragen, indem mehr junge oder Menschen im mittleren Alter auswandern als ältere Men­schen – der Anteil der über 60-Jährigen steigt also und der Altenquotient mit.
- Bezeichnung: Altenquotienten-Faktor

Faktor 6:

- schwach ladend:
- Jugendquotienten, das Verhältnis von Kindern im Alter unter 5 Jahren zu den Frauen im gebärfähigem Alter und die Wanderungssaldos
- Ähnlich wie im Faktor 5 die Zuwanderung den Altenquotienten beeinflussen kann, kann im Faktor 6 die Zuwanderung den Jugendquotienten beeinflussen. Durch die Zuwanderung von vor allem jungen Menschen, kann der Anteil der unter 20-Jährigen angehoben werden, so dass der Jugendquotient steigt.
- Bezeichnung: Jugendquotienten-Faktor

Faktoren 7, 8, 9:

- enthalten nur sehr schwach ladende Variablen, so dass diese Faktoren vernachlässigt werden können.

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Ende der Leseprobe aus 147 Seiten

Details

Titel
Chancen und Risiken des demographischen Wandels im Rheingau-Taunus-Kreis
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
147
Katalognummer
V117801
ISBN (eBook)
9783640208999
ISBN (Buch)
9783640209637
Dateigröße
2484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chancen, Risiken, Wandels, Rheingau-Taunus-Kreis
Arbeit zitieren
Dipl. Geograph Marcel Becker (Autor), 2008, Chancen und Risiken des demographischen Wandels im Rheingau-Taunus-Kreis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117801

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