Lebenslanges Lernen ist heute ein wichtiger und viel diskutierter Bildungspolitischer Schwerpunkt.
Gerade zur heutigen Zeit, wo hohe Flexibilität und mehrmaliges Umschulen nichts
Außergewöhnliches sind und noch dazu von dem sich ständig ändernden Arbeitsmarkt erzwungen
werden, ist es nötig die Bildungslandschaft zu verbessern. Aus diesem Grund ernannte die
Europäische Union das Jahr 1996 zum Jahr des Lebenslangen Lernens. Freilich gab es
Lebenslanges Lernen schon immer, doch der heutige schnelle wirtschaftliche und technische
Wandel macht Schlüsselqualifikationen, sowie technische, soziale und kommunikative
Kompetenzen immer wichtiger. Der technische Fortschritt macht uns zu einer Lerngesellschaft, in
der man nur durch Selbstlernen erfolgreich bestehen kann (vgl: http://www.bmbf.de/de/411.php).
Für die EU dient das Konzept des Lebenslangen Lernens als Bewältigungsstrategie um dem
sozialen und technischen Wandel gerecht zu werden.
Unterschiedliche Menschen lernen auch unterschiedlich. Nicht alle können und wollen sich ständig
weiterbilden. Doch unser Bildungssystem sollte für jeden/jede immer zugänglich sein. Da der
Mensch als Individuum im Mittelpunkt steht, muss auf die verschiedenen Lernprozesse jeden Alters
eingegangen werden. Trotzdem steht oft nur die Beschäftigungsfähigkeit im Vordergrund. Um
dieser einseitigen Bildung entgegen zu wirken arbeitete die EU an einer ganzheitlichen Sichtweise,
die gegen Benachteiligungen und Ausgrenzungen wirken soll. Damit sollen gleiche Chancen für
alle Menschen in Europa entstehen, um dem sozialen und wirtschaftlichen Wandel zu folgen und
aktiv an der Gestaltung Europas mitwirken zu können. Um das Ziel der aktiven Staatsbürgerschaft
und der allgemeinen Beschäftigungsfähigkeit zu erreichen entstand nach dem Jahr des
Lebenslangen Lernens das EU Memorandum für lebenslanges Lernen, an dem alle Mitgliedstaaten
beteiligt wurden. Fertiggestellt und veröffentlicht wurde das Memorandum im Jahr 2000, aus dem
ich die wichtigsten Grundbotschaften in weiteren Verlauf meiner Arbeit vorstellen möchte.
Wie entstand eigentlich der Begriff lebenslanges Lernen, der heute so wichtig für unsere berufliche
Zukunft ist? 1970 wurde die Bildungsdiskussion von drei großen Organisationen aufgenommen:
dem Europarat, der UNESCO und der OECD.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Definition
Memorandum über lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission
Botschaft 1: Neue Basisqualifikation für Alle
Botschaft 2: Höhere Investitionen in die Humanressourcen
Botschaft 3: Innovationen bei Lehren und Lernen
Botschaft 4: Bewertung des Lernens
Botschaft 5: Umdenken in Berufsberatung und Berufsorientierung
Botschaft 6: Das Lernen den Lernenden auch räumlich näherbringen
Programm „Lebenslanges Lernen“ 2007-2013
Comenius
Erasmus
Leonardo da Vinci
Jean Monnet
Grundtvig
Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des lebenslangen Lernens innerhalb der Europäischen Union mit dem Ziel, die strategischen Grundbotschaften der EU-Kommission sowie die praktischen Umsetzungsprogramme im Zeitraum 2007-2013 darzustellen und kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung des Begriffs des lebenslangen Lernens
- Die sechs Grundbotschaften des Memorandums der EU
- Die fünf Säulen des Programms „Lebenslanges Lernen“
- Kritische Reflexion über Zugang, Hürden und Anerkennung
Auszug aus dem Buch
Botschaft 1: Neue Basisqualifikation für Alle
Allen Mitgliedern der EU soll ein ständiger Zugang zum Lernen ermöglicht werden. Die Teilhabe an der Wissensgesellschaft soll allgemein und selbst organisiert sein. Fünf Basisqualifikationen sollte sich jeder EU Bürger, jede EU Bürgerin aneignen, um den sich stets wandelnden Anforderungsprofilen des Arbeitsmarktes gewachsen zu sein: IT-Fertigkeiten, Fremdsprachen, Technologiekultur, Unternehmergeist und Sozialkompetenzen.
Um einen allgemeinen Zugang zur Bildung zu ermöglichen, ist als erster Schritt eine Förderung des Erreichens des Pflichtschulabschlusses von Nöten. Denn wer keinen Pflichtschulabschluss erreicht hat, wird auch in seinem/ihrem weiteren Leben keine Motivation zum Weiterbilden haben. Des Weiteren hat das Memorandum auch eine Entlastung der Lehrpläne der Schulen und Hochschulen zum Ziel. Das lebensbegleitende Lernen soll bereits in der Schule „zur selbstständigen, aktiven Aneignung, aber auch zu einer kritisch-prüfenden Auseinandersetzung mit dem verfügbaren Wissen“ führen. In den Lehrplänen soll der Projektarbeit und der fächerübergreifenden Arbeit mehr Priorität zukommen, um nicht nur das Wissen zu vergrößern, sondern auch um soziale Kompetenz ausbilden zu können.
Durch die Initiative eLearning hat Österreich eine Niveauanhebung im IT Bereich vollzogen. Jedoch soll durch die Einführung dieses Konzeptes bereits in der Grundschule ein breiter und allgemeiner Zugang erreicht werden (vgl. Schneeberger/Schlögl 2001, S. 13-20).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz des lebenslangen Lernens als Antwort auf den technologischen Wandel und die Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Definition: In diesem Abschnitt werden verschiedene Begriffsverständnisse des lebenslangen Lernens dargelegt, wobei der Fokus auf einer ganzheitlichen Definition liegt.
Memorandum über lebenslanges Lernen der Europäischen Kommission: Dieser Teil analysiert die sechs zentralen Leitbotschaften, die als bildungspolitisches Fundament der EU im Jahr 2000 formuliert wurden.
Programm „Lebenslanges Lernen“ 2007-2013: Hier werden die fünf Teilprogramme (Comenius, Erasmus, Leonardo da Vinci, Jean Monnet, Grundtvig) in Bezug auf ihre Ziele und Zielgruppen detailliert vorgestellt.
Reflexion: Die Autorin zieht ein persönliches Fazit zur Unübersichtlichkeit der Bildungslandschaft und den praktischen Hürden für Lernende.
Schlüsselwörter
Lebenslanges Lernen, Europäische Union, Wissensgesellschaft, Bildungsstrategie, Kompetenzerwerb, Comenius, Erasmus, Leonardo da Vinci, Jean Monnet, Grundtvig, Erwachsenenbildung, Basisqualifikationen, Zertifizierung, soziale Integration, eLearning.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das bildungspolitische Leitkonzept des „lebenslangen Lernens“ innerhalb der EU und beschreibt, wie dieses durch spezifische Förderprogramme operativ umgesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den bildungspolitischen Grundbotschaften der EU-Kommission, den konkreten europäischen Bildungsprogrammen für unterschiedliche Zielgruppen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der praktischen Realisierbarkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Ausarbeitung?
Ziel ist es, das Konzept des lebenslangen Lernens theoretisch einzuordnen und die wichtigsten europäischen Programme im Zeitraum 2007-2013 strukturiert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine auf Fachliteratur, offiziellen EU-Memoranden und Berichten basierende deskriptive und analysierende Arbeit mit einer abschließenden persönlichen Reflexion.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der sechs Grundbotschaften des Memorandums sowie die detaillierte Beschreibung der fünf europäischen Bildungsprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Lebenslanges Lernen, EU-Bildungspolitik, Wissensgesellschaft, Bildungsförderung, Comenius, Erasmus und Grundtvig sind die prägenden Begriffe.
Welche Rolle spielt das Memorandum der EU von 2000 für diese Arbeit?
Es bildet den theoretischen Rahmen und die strategische Grundlage, auf der die späteren Förderprogramme (2007-2013) aufbauen.
Warum ist die „Reflexion“ am Ende der Arbeit bedeutsam?
Sie bietet eine kritische Perspektive aus Sicht einer Lernenden, indem sie Probleme wie Unübersichtlichkeit, fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten und den Druck durch erzwungene Weiterbildung thematisiert.
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- Michaela Kayer (Author), 2008, Lebenslanges Lernen in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117855