Die Geschichte der Fotografie von den Anfängen bis zur modernen Digitalfotografie


Seminararbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Voraussetzungen für die Erfindung der Fotografie
2.1 Erkenntnis aus dem Bereich der Optik
2.2 Erkenntnis aus dem Bereich der Chemie

3 Erfindung der Fotografie
3.1 Die erste Fotografie
3.2 Die Daguerreotypie
3.3 Die englische Konkurrenz

4 Vorläufer der modernen Fotografie
4.1 Das Nasse Kollodiumverfahren
4.2 Die Trockenplatte
4.3 Der Rollfilm
4.4 Fotografie wird zum Massenmedium

5 Die Farbfotografie

6 Die digitale Fotografie

7 Bedeutung der Fotografie für die Kunst

8 Resümee

9 Literaturverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Heutzutage ist die Fotografie nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Sie ist zu einem allgegenwärtigen Bestandteil unseres Alltags geworden. Jede Familie legt unzählige Fotoalben an oder speichert die Bilder im Zeitalter der Digitalfotografie auf ihrer Festplatte ab. Jedes für uns bedeutende und unbedeutende Ereignis wird mit der Kamera festgehalten und anhand von Bildern dokumentiert. Eine Tatsache, die für den Franzosen Joseph Nicéphore Niépce (1765-1833) wahrscheinlich unvorstell­bar war, als er vor knapp zweihundert Jahren in einem achtstündigen Belichtungs­prozess das erste Foto entwickelte.

In dieser Seminararbeit möchte ich mich mit der Geschichte der Fotografie beschäf­tigen und dabei meinen Schwerpunkt der Untersuchungen auf folgende for­schungsleitende Fragestellungen legen: Wie und wann entstand die moderne Digital­fotografie und was waren die Voraussetzungen dafür? Wer prägte sie? Wie verlief die Entwicklung der Fotografie bis in ihre Anfänge? Welche Bedeutung hat die Fotografie für die Kunst?

Der Aufbau meiner Seminararbeit erfolgt in Hinsicht auf die geschichtliche Entwick­lung der Fotografie chronologisch. In den einzelnen Phasen der historischen Ent­wicklung werde ich jeweils Abschnitte über Akteure, Entstehungsbedingungen, Ein­flüsse und Merkmale einbinden.

Die Literaturlage zur Geschichte der Fotografie ist sehr umfangreich und bietet viele große Abhandlungen. Heinz Haberkorns Abhandlung Anfänge der Fotografie. Entstehungsgeschichte eines neuen Mediums, sowie Wilfried Baatz Geschichte der Fotografie waren für meine Seminararbeit besonders relevant. Diese beiden Autoren boten mir mit ihren Werken einen sehr umfangreichen und informativen Einblick in die geschichtliche Entwicklung der Fotografie. Weitere Arbeiten die ich zur Geschichte der Fotografie verwendet habe, werden von folgenden Autoren reprä­sentiert: Boris von Brauchitsch, Felix Freier, Anne H. Hoy und Helmut Gernsheim. Um die Bedeutung der Fotografie für die Kunst näher zu betrachten, waren die Autoren William John Newton, Karl Pawek und Ulrich Pohlmann sehr hilfreich.

2 Voraussetzungen für die Erfindung der Fotografie

Der Menschheit war es schon immer ein Bedürfnis, das Vergängliche und Flüchtige im Bild festzu­halten. Über Jahrtausende konnte dieses nur die Kunst liefern und dennoch waren die Kunst­werke keine wirklichen Abbilder des Lebens, sondern eher idealistische Weltinterpreta­tionen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dass der Wunsch nach einem selbständig funktio­nierenden Mittel zur Abbildung der Wirklichkeit immer größer wurde, zeigte die Tat­sache, dass ab 1800 gleich mehrere Erfinder unabhängig voneinander ver­suchten, dieses Problem zu lösen. Sie arbeiteten an der Entwicklung eines neuen Bildmittels, welches im Laufe der Jahre zu einer wichtigen Vorbedingung für die Fotografie ge­worden ist.

Um das fotografische Bild dauerhaft zu fixieren, mussten drei Voraussetzungen er­füllt werden: ein optisches System zur Abbildung des Motivs, eine chemische Sub­stanz, die ihr Aussehen unter dem Einfluss von Licht veränderte und ein Mittel, das diese Veränderung fixieren konnte.

2.1 Erkenntnis aus dem Bereich der Optik

Die ‚Camera obscura’ (Lochkamera), was aus dem italienischen übersetzt nichts anderes heißt als ‚dunkler Raum’, ist die bedeu­tendste Voraussetzung für die Ent­wicklung des foto­grafischen Verfahrens im optischen Bereich. Ihr Prinzip ist denkbar einfach: durch eine kleine Öffnung fällt ein Lichtstrahl in einen dunklen Raum. Das so gebündelte Licht erzeugt auf der dem Loch gegenü­berliegenden Wand ein seitenverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Bild der Außenwelt. Dieses Prinzip war auch schon Aristoteles bekannt. Die Konstruktion einer Camera obscura wird auf Leonardo da Vinci (1452-1519) zurückgeführt. Er übertrug das Prinzip der Camera obscura auf das menschliche Auge.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu Beginn handelte es sich bei der Camera obscura tatsächlich um einen begeh­baren, verdunkelten Raum mit einem Loch in der Außenwand, der den Künstlern als Zeichenhilfe diente. Während des 17. Jahrhunderts wurden kleine, kastenförmige, mit Linsen versehene Apparate entwickelt, in deren Inneren Um­kehrspiegel ange­bracht waren, welche die Bilder, die sich an der Oberseite des Kastens befand auf eine Glasplatte lenkte. Der transportable Apparat wurde von vielen Malern genutzt, die durch Abpausen realitätsnahe Abbildungen erhielten.[1] Johann Zahn (1641-1707) war im Jahr 1685 der Erste, der so einen transportablen Kasten beschrieb und zeichnete. Er nannte ihn ‚Oculus artificalis’ (künstliches Auge).

Ein weiteres Hilfsmittel der Maler war die ‚Camera Lucida’, ein vierseitiges Prisma, welches 1806 von William Hyde Wolaston (1766-1822) entwickelt wurde. Dieses Prisma wurde auf Augenhöhe ange­bracht und projizierte Abbilder von Landschaften oder Personen auf ein Stück Zeichenpapier. Der Vorzug der Camera Lucida ist das geringe Gewicht und die damit verbundene ein­fache Transportierbarkeit.[2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Entwicklung konvexer und konkaver opti­scher Linsen soweit fortgeschritten, dass Joseph von Fraunhofer (1787-1826) mit der erstmaligen Berechnung achromatischer Linsen und einer Methode zur Be­stim­mung der Berechnungszahlen von Gläsern den vorläufigen bahnbrechenden Höhe­punkt, die Feinoptik, setzte.

Ein weiteres optisches Gerät ist die ‚Laterna magica’, die eine wichtige Rolle in der Vorgeschichte der Fotografie spielt und deren Ursprung bis ins 17. Jahrhundert zu­rückreicht. In der ‚Zauberlaterne’ diente eine Kerze als Lichtquelle, deren Licht durch einen Reflektor gebündelt wurde; die Motive waren auf Glasscheiben gemalt, eine Linse be­wirkte eine Verstärkung des Projek­tionsbildes. Die Laterna magica gilt als Vorläu­ferin des mo­dernen Dia- und Filmprojektors. Nur wurden ihre Bilder bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhun­derts gemalt.[3]

2.2 Erkenntnis aus dem Bereich der Chemie

Ein lange beobachtetes Phänomen war, das intensive Sonneneinstrahlung das Aus­sehen von Kunstwerken veränderte. Ebenso wusste die Menschheit seit dem 17. Jahrhundert, dass Silbernitrate an der Sonne schwarz wurden. Der Italiener Angelo Sala (1576-1637) stellte 1614 fest: „Wenn man Silbernitrat der Sonne aussetzt, schwärzt es sich wie Tinte.“[4] Experimentell nachgewiesen wurde das Phänomen jedoch erst 1727 von Johann Heinrich Schulze (1687-1744), als er in eine Glas­flasche ein silbernitrathaltiges Gemisch von Kreide und salpetersaurem Kalk gab. Darauf legte Schulze eine Papierschablone mit ausgeschnittenen Worten. „Durch die Einwirkung von Sonnenlicht färbten sich jene Stelle, die nicht gegen Licht ge­schützt waren, dunkel, und es zeichneten sich die Worte genau auf dem licht­emp­findlichen Brei ab.“[5] Im Laufe der Jahre wurde dieser Versuch von verschiedenen Forschern weitergeführt.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Chemiker Carl Wilhelm Scheele (1742-1786) entdeckte die Lichtempfindlichkeit von Silberchlorid, sowie dass geschwärztes Silberchlorid durch Ammoniak unlöslich wird. Damit entdeckte er ein Fixiermittel für den Schwärzungsprozess, das aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht in den Zusammenhang mit der Fotografie gebracht wurde. Das zweite lichtempfindliche Silbersalz – das Silberjodid – fand 1814 der Chemiker Humphry Davy (1778-1829). Nur wenige Zeit später entdeckte Antoine-Jérôme Balard (1802-1876) mit dem Silberbromid den dritten lichtempfindlichen Stoff.

Die Fotografie wurde jedoch erst einige Zeit später erfunden, denn erst drei Jahr­zehnte später ließ sich William Henry Fox Talbot (1800-1877) anregen, ein Fixier­mittel zu suchen und dann auch zu finden.[7]

Ich kenne wenige Dinge im Bereich der Wissenschaft, welche mehr in Erstaunen versetzen, als das allmähliche Erscheinen des Bildes auf einem weißen Blatt.

William Henry Fox Talbot (1844)

[...]


[1] Vgl.: Baatz, Wilfried: Geschichte der Fotografie. 1997. S. 10ff.

[2] Vgl.: Haberkorn, Heinz: Anfänge der Fotografie. 1981. S. 37.

[3] Vgl.: Baatz, Wilfried: Geschichte der Fotografie. 1997. S. 12ff.

[4] Baatz, Wilfried: Geschichte der Fotografie. 1997. S. 14.

[5] Haberkorn, Heinz: Anfänge der Fotografie. 1981. S. 25.

[6] Vgl.: Haberkorn, Heinz: Anfänge der Fotografie. 1981. S. 25f.

[7] Vgl.: Baatz, Wilfried: Geschichte der Fotografie. 1997. S. 14f.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der Fotografie von den Anfängen bis zur modernen Digitalfotografie
Hochschule
Universität Potsdam  (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Fotojournalismus
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V117857
ISBN (eBook)
9783640209125
ISBN (Buch)
9783640209705
Dateigröße
598 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Fotografie, Anfängen, Digitalfotografie, Fotojournalismus, Thema Fotografie
Arbeit zitieren
Anne Fuest (Autor), 2008, Die Geschichte der Fotografie von den Anfängen bis zur modernen Digitalfotografie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117857

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