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Krankheit als Metapher in Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig"

Title: Krankheit als Metapher in Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig"

Thesis (M.A.) , 2004 , 118 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Arthur Brian Krier (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Christa Wolf wurde einmal aufgefordert, die Geschichte einer literarischen Arbeit zu erzählen. Sie sollte auf all das eingehen, was jenes beliebige Werk generierte, sollte darlegen, woher sie den Stoff für diese Arbeit nahm, welche Einflüsse verarbeitet wurden, und – so legt Wolf selbst diese Anfrage aus – offen legen, wo der autobiographische Kern in dieser Arbeit zu finden, was also erfunden und was erlebt worden ist. Sie wurde dieser Anforderung bewusst nicht gerecht, statt dessen schrieb sie einen offenen Brief an ihren Auftraggeber, in welchem sie ihre Abweisung begründete. In diesem „Über Sinn und Unsinn von Naivität“1 betitelten Schreiben von 1973 sind Wolfs Argumente neben ihrer Überzeugungskraft gleichfalls aufschlussgebend über ihre Motivation zum Schreiben selbst. So lehnt sie zum Beispiel jene Frage nach dem autobiographischen Gehalt mit dem „Hinweis ab, daß sich die Mühe des ‚Verarbeitens’ nur lohnt, wenn sie nicht später durch leichtfertiges Ausplaudern zunichte gemacht wird.“2 Schreiben hat also für Christa Wolf den Zweck, Erlebtes zu verarbeiten. Ferner lässt sich aus ihrer Arbeit ableiten, dass es eine durchaus mehr oder minder gewichtige autobiographische Dominante in ihrer Literatur zu geben scheint, die allerdings nur und genau in der Form der jeweiligen Arbeit ihren Sinn erfüllt.

Excerpt


1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Aus dem Leben Christa Wolfs

2.1.1. Kindheit; Jugend im Nationalsozialismus

2.1.2. Übergangszeit, ‚Niemandsland’

2.1.3. Das neue Ideal: der Sozialismus, die DDR

2.1.4. Erneuter Bruch

2.1.4.1. Stasi-Mitarbeit

2.1.4.2. Der eigene Weg – Konflikte mit der Partei

2.1.4.3. Verändertes Engagement

2.2. Entstehung von Literatur bei Christa Wolf

2.2.1. Beweggründe und Ziele

2.2.2. Subjektive Authentizität – Der Weg zum Ziel

2.3. Die Erzählung „Leibhaftig“

2.3.1. Entstehungshintergrund

2.3.2. Die Krankenhausgeschichte, der Wachzustand

2.3.3. Die andere Welt, die Wahnzustände

2.3.4. Die Rolle der Krankheit

2.3.4.1. Der ‚innere Regisseur’ wird abgeschaltet – Konfrontation

2.3.4.2. Deutungsversuche der Erzählerin – Näherung

2.3.4.3. Die Rolle Urbans – Zentrum des Problems

2.3.4.4. Krankheit verstehen – Ausweg und Lösung

2.3.5. Wechsel der Erzählperspektive

2.4. Krankheit als Metapher?

2.4.1. Reflexion der Protagonistin selbst über ihre Krankheit

2.4.2. Subjektiv oder authentisch? Gesellschaft, Politik, Mensch

2.4.3. Kernpunk – das Eigentliche: der Mensch

2.4.4. Krankheit – ein literarisches Instrument?

2.4.5. Versuch über die Anwendung des Begriffs Metapher

2.5. Bedeutung von Krankheit in "Leibhaftig"

2.5.1. Bedeutung der Krankheit für die Protagonistin

2.5.2. Krankheit als Symbol im außerliterarischen Sinn

2.6. Psychosomatik in der Forschung und in "Leibhaftig"

2.6.1. Überblick über den Ansatz in der Forschung

2.6.2. Parallelen zu "Leibhaftig"

2.6.3. Deutungsvergleich der speziellen Symptome

2.7. Krankheit in früheren Werken Christa Wolfs

2.8. Krankheit und Gesellschaft – Ausdruck kollektiver Probleme?

2.8.1. Susan Sontag: „Krankheit als Metapher“

2.8.2. Christa Wolf: „Krebs und Gesellschaft“

2.8.2.1. Krankheit und Heilung – eins durch das andere

2.8.2.2. Krebs als Ausdruck ‚natürlicher Schizophrenie’

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Magisterarbeit ist es, die Rolle und Bedeutung der Krankheit in Christa Wolfs Erzählung „Leibhaftig“ zu untersuchen und kritisch zu hinterfragen, ob diese als bloße Metapher für den politischen Zustand der DDR fungiert.

  • Analyse der biographischen Hintergründe von Christa Wolf und deren Einfluss auf ihr literarisches Werk.
  • Untersuchung der Erzählstruktur und der Darstellung von Krankheit als psychosomatisches Phänomen.
  • Kontrastierung der Interpretation von Krankheit in „Leibhaftig“ mit früheren Werken der Autorin.
  • Vergleich mit psychosomatischen Theorien (z.B. Dethlefsen/Dahlke) und Sontags Essay „Krankheit als Metapher“.

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Krankheit

Um mit der folgenden Bearbeitung von relevanten Textstellen nicht für Verwirrung zu sorgen, möchte ich das Ziel dieses Kapitels im Voraus klären: Es soll gezeigt werden, dass die Krankheit die von ihr Befallene in einem Maße beeinflusst, dass Veränderungen bei dieser stattfinden, welche übergreifend gewissermaßen als neu erlangte Erkenntnisse zu bezeichnen sind. Welcher Art diese sind, werde ich im späteren Verlauf zeigen. Zunächst will ich auf die unterschiedlichen Erlebnisse eingehen, durch die jene Veränderungen angestoßen werden. Im folgenden Kapitel werden diese in einem ersten Schritt analog zu ihrem Auftreten in der Erzählung lediglich beschrieben und erst im darauffolgenden Kapitel wird die Entwicklung innerhalb dieser Erinnerungen untersucht und auch gedeutet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die literarische Arbeit Christa Wolfs und die Motivation für die Auseinandersetzung mit der Erzählung „Leibhaftig“.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse von Christa Wolfs Leben, ihrer Prosa-Theorie, der Erzählung „Leibhaftig“ im Kontext psychosomatischer Ansätze sowie ein Vergleich mit früheren Werken und Sontags Krankheitstheorie.

3. Schluss: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung der Krankheit als Symbol für Selbstfindung und psychische Heilung anstelle einer rein politischen Metaphorik.

Schlüsselwörter

Christa Wolf, Leibhaftig, Krankheit, Psychosomatik, Subjektive Authentizität, DDR, Identitätsfindung, Metapher, Dethlefsen, Dahlke, Susan Sontag, Krebs, Erinnerung, Körper, Psyche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Krankheit in Christa Wolfs Erzählung „Leibhaftig“ und hinterfragt die verbreitete These, Krankheit werde dort nur als politische Metapher verwendet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Biographie der Autorin, die Entstehung literarischer Texte, die Rolle von Körper und Psyche sowie die philosophische Auseinandersetzung mit Identität und Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Krankheit in „Leibhaftig“ eine zentrale, symbolische und psychosomatische Funktion erfüllt, die über eine bloße autobiographische oder politische Deutung hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse der Erzählung und setzt diese in Bezug zu psychologischen und psychosomatischen Theorien sowie zum literarhistorischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Darstellung, die Untersuchung der Prosatheorie Wolfs, die Analyse der Krankheitserzählung sowie einen kritischen Vergleich mit literaturwissenschaftlichen und psychosomatischen Krankheitsmodellen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören „Subjektive Authentizität“, „Krankheit als Symbol“, „Identitätsfindung“ und die „Reflexion über die Rolle der Autorin“.

Wie unterscheidet sich die Krankheit in „Leibhaftig“ von der in „Der geteilte Himmel“?

Während Krankheit in früheren Werken oft als literarisches Ausdrucksmittel für gesellschaftliche Zustände (Metapher) fungierte, ist sie in „Leibhaftig“ ein eigenständiges, zentrales Thema der psychischen Selbstauseinandersetzung.

Welche Rolle spielt die Figur des „Urban“ in der Argumentation des Autors?

Urban fungiert als Negativbeispiel für ein Leben in totaler politischer Selbstaufopferung, an dem die Protagonistin die Gefahren einer „falschen“ Lebensführung abliest.

Excerpt out of 118 pages  - scroll top

Details

Title
Krankheit als Metapher in Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
2,0
Author
Arthur Brian Krier (Author)
Publication Year
2004
Pages
118
Catalog Number
V117909
ISBN (eBook)
9783640213177
ISBN (Book)
9783640213269
Language
German
Tags
Krankheit Metapher Christa Wolfs Erzählung Leibhaftig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arthur Brian Krier (Author), 2004, Krankheit als Metapher in Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117909
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