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Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in Foucaults „Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen“

Title: Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in Foucaults „Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen“

Term Paper , 2008 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michel Blumenstein (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

Mit dieser Arbeit versuche ich das nicht immer leicht zu verstehende Werk Foucaults anhand
der beiden Begriffe Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht näher zu beleuchten und die
Bedeutung dieser für das von Foucault entwickelte Verständnis von Macht herauszustellen.
Dabei werde ich zunächst auf Foucaults biographischen und bibliographischen Hintergrund
eingehen, den vorliegenden Band einordnen und eine Zusammenfassung des Werkes
erarbeiten. Im dritten Teil dieser Arbeit werde ich versuchen, die beiden Begriffe mit
geeigneten Textstellen zu erläutern, sowie deren Bedeutung für das von Foucault entworfene
Verständnis einer vielfältig wirkenden - polymorphen - Macht darstellen. Der Ansatzpunkt
Foucaults ist nämlich nicht die Gewalt von Regierung oder die Herrschaft von Klassen.
Ziel meiner Arbeit wird nicht der Vergleich des von Foucault entwickelten Machtbegriffs mit
anderen Vorstellungen von Macht sein, sondern die Klärung der beiden Begriffe mithilfe
bereits bestehender Interpretationen. Interessant scheint dabei Foucaults These, dass mit der
Entwicklung des Sexualitätsdispositiv der institutionalisierte Zwang zum Geständnis
verbunden und letztlich eine für die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse relevanten
Subjektivierung eines jeden in Gang gesetzt wurde. Am Ende meiner Arbeit werde ich die
gewonnen Erkenntnisse zusammenfassen und auf Probleme bei der Arbeit mit dem Werk
hinweisen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Paul-Michel Foucault

2.1. Biographie

2.2. Bibliographie

2.3. Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen

3. Dispositiv der Sexualität

4. Bio-Macht

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht Michel Foucaults Werk "Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen", um anhand der zentralen Begriffe Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht ein tieferes Verständnis seines Machtbegriffs zu entwickeln und kritisch zu hinterfragen, wie sich Macht in das Wissen einschreibt und Subjekte konstituiert.

  • Die Kritik an der Repressionshypothese der Sexualität.
  • Die Analyse des Sexualitätsdispositivs als Apparat zur Diskursanreizung.
  • Die Entstehung und Wirkungsweise der Bio-Macht und Bio-Politik.
  • Die Transformation von Machtmechanismen im modernen Staat.
  • Der Zusammenhang zwischen Subjektivierung, Wissen und Macht.

Auszug aus dem Buch

3. Dispositiv der Sexualität

Foucault datiert die Entstehung des Konzepts der Sexualität auf Ende 18. Jh. (Modernitätsschwelle) und sieht parallel dazu die Repressionshypothese aufkommen. Vor allem bei Freud und bei vielen Linken ist diese verbreitet, da diese glauben, dass der Aufstieg des Bürgertums mit der Repression der Sexualität einher geht und deshalb eine Befreiung vom Kapitalismus über der Befreiung der Sexualität möglich sei. Wie schon erwähnt, bezweifelt Foucault die Repression der Sexualität nicht unbedingt, vielmehr - so schlussfolgert Philipp Sarasin in seiner Einführung zu Foucault - geht es ihm bei seiner Untersuchung um die „Genealogie der intrinsischen Verbindungen von Sexualität und Macht.“ Die Einführung des Geständniszwangs in Form der Beichte ist dabei das erste Projekt einer »Diskursivierung« des Sexes welches dann ab dem 17. Jahrhundert in Europa zu einer Tradition der Geständnisse führte.

Ziel der Geständnisse ist „sagen zu müssen, was man ist, was man getan hat, wessen man sich erinnert und was man vergessen hat, was man verbirgt und was man sich verbirgt, woran man nicht denkt und was man nicht zu denken denkt“ und letztlich „die Subjektivierung der Menschen, d.h. ihre Konstituierung als Untertanen/Subjekte.“ Weil nach Foucault „seit drei Jahrhunderten der abendländische Mensch an den Imperativ gebunden ist, alles über seinen Sex zu sagen“ sind Geständnis, Subjektivierung und Sexualität untrennbar miteinander verbunden. Nun stellt sich die Frage, warum gerade der Sex dabei so wichtig war? Foucault begründet dies zum einen damit, dass der moderne Staat im 18. Jahrhundert anfing die Bevölkerung als Ressource zur Vermehrung des Reichtums zu entdecken und die Reproduktion zu organisieren, also erstmals biopolitisch tätig wurde. Zum anderen haben sich die alten Technologien der Beichte in den neuen medizinischen Untersuchungs- und Klassifikationstechniken der modernen Klinik konstituiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob Sexualität lediglich unterdrückt wird, und stellt Foucaults These vor, dass Macht komplexer als bloße Repression gedacht werden muss.

2. Paul-Michel Foucault: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Überblick und eine Einordnung von Foucaults Werk, insbesondere seines ersten Bandes zu Sexualität und Wahrheit.

3. Dispositiv der Sexualität: Hier wird analysiert, wie Sexualität als Durchgangspunkt für Machtbeziehungen fungiert und durch den Geständniszwang das moderne Subjekt mitkonstituiert.

4. Bio-Macht: Das Kapitel erläutert den Übergang der Macht vom Recht des Souveräns über Leben und Tod hin zur Verwaltung und Optimierung des Lebens der Bevölkerung (Bio-Politik).

5. Schlussbemerkungen: Der Autor fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung von Foucaults Machtverständnis für eine kritische Gegenwartsanalyse.

Schlüsselwörter

Sexualitätsdispositiv, Bio-Macht, Bio-Politik, Machtbegriff, Repressionshypothese, Diskursanalyse, Subjektivierung, Wissen, Geständniszwang, Gouvernementalität, Bevölkerung, Historische Analyse, Politische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit Foucaults Analyse von Sexualität und Macht in seinem Werk "Sexualität und Wahrheit 1" und untersucht, wie diese Begriffe das moderne Verständnis von Macht prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Kritik an der Repressionshypothese, die Entstehung der Bio-Macht sowie die Rolle von Diskursen und Institutionen bei der Kontrolle der Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Erläuterung der Begriffe Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht darzustellen, wie Foucault ein polymorphes Verständnis von Macht entwickelt, das über klassische Herrschaftsvorstellungen hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse und Interpretation von Foucaults Primärtexten sowie weiterführender Sekundärliteratur zur Einordnung der Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einordnung, eine tiefgehende Untersuchung des Sexualitätsdispositivs und eine detaillierte Erläuterung der Bio-Macht und Bio-Politik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bio-Macht, Sexualitätsdispositiv, Subjektivierung, Repressionshypothese und Diskursivierung geprägt.

Warum spielt die Beichte für Foucault eine so zentrale Rolle?

Foucault sieht in der Beichte den Ursprung des Geständniszwangs, der dazu dient, das Individuum zu einem sprechenden Subjekt zu machen und Wissen über den Sex zu produzieren.

Wie definiert Foucault den Begriff der Bio-Macht?

Bio-Macht bezeichnet einen Machttyp, der nicht mehr primär auf Unterdrückung, sondern auf die Steuerung, Verwaltung und Optimierung des Lebens einer Bevölkerung ausgerichtet ist.

Welche Rolle spielt der Rassismus in Foucaults Theorie der Bio-Macht?

Der Rassismus fungiert bei Foucault als notwendiges Werkzeug, um innerhalb einer auf das Leben ausgerichteten Machtgesellschaft das Töten oder die Ausgrenzung von Bevölkerungsteilen zu legitimieren.

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Details

Title
Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in Foucaults „Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen“
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Proseminar „Foucault: Sexualität und Wahrheit 1“
Grade
2,0
Author
Michel Blumenstein (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V117933
ISBN (eBook)
9783640201488
ISBN (Book)
9783640207473
Language
German
Tags
Sexualitätsdispositiv Bio-Macht Foucaults Wahrheit Wille Wissen“ Proseminar Sexualität Wahrheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michel Blumenstein (Author), 2008, Sexualitätsdispositiv und Bio-Macht in Foucaults „Sexualität und Wahrheit 1: Der Wille zum Wissen“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117933
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