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Neue Herausforderungen in Gesellschaft und Politik - Das Verhältnis von Familie und Beruf im Wandel

Title: Neue Herausforderungen in Gesellschaft und Politik - Das Verhältnis von Familie und Beruf im Wandel

Examination Thesis , 2008 , 106 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Kolodziej (Author)

Politics - Miscellaneous
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„Deutschland ist nicht familienfreundlich!“1,
sagt Malte Ristau, Leiter der Abteilung Familienpolitik, Wohlfahrtspflege und bürgerschaftliches Engagement im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), und zeigt dabei vor allem auf die Ignoranz von Wirtschaft und Medien im Bezug auf Familienpolitik. Tatsächlich spielte die Familie noch zur Regierungszeit Gerhard Schröders eine nachgeordnete Rolle, was nicht zuletzt durch dessen bekannte, herabwürdigende Bezeichnung für das Bundesministerium als Ministerium für „Familie und das ganze Gedöns“ deutlich wurde. Das BMFSFJ ist heute das kleinste Ministerium, es hat ein geringes Budget, nur wenig Personal und vergleichsweise wenig gesetzliche Kompetenzen. Vielleicht ist es deswegen mit Ursula von der Leyen, einer streitbaren siebenfachen Mutter, prominent besetzt. Ihr gelang es, das Thema Familie vom Rand in das Zentrum der politischen Diskussion zu führen. Familie, Familienpolitik und nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind in der Wissenschaft und in der Politik so präsent wie selten zuvor. Bei Politikern ist die Familie zu einem Kernthema geworden, Parteien des gesamten Spektrums bemühen sich um die Gunst von Familien. Dabei ist Familienpolitik auch immer ein ideologisch aufgeladenes Politikfeld, wie es zum Beispiel die Diskussionen um den Familiennachzug im Rahmen des Zuwanderungsgesetzes zeigen2. Auch das Volksbegehren „Für ein kinder- und jugendfreundliches Sachsen-Anhalt“ aus dem Jahr 20053 war ein deutliches Zeichen dafür. Selbst die Reaktion auf Eva Hermans Entgleisungen und ihre vehemente Verteidigung des selbst entwickelten „Eva-Prinzips“ zeigt die vielfältige Beachtung des Themas Familie in den Medien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Familie im Wandel

2.1. „Familie“ – Wort und Begriff

2.2. Familienpolitik – Eine historische Ableitung für die Bundesrepublik Deutschland

2.3. Demografischer Wandel und Familie

2.3.1. Der erste und der zweite demografische Übergang

2.3.2. Ursachenkomplexe der demografischen Veränderungen

2.3.3. Herausforderungen des demografischen Wandels

2.4. Familie und Familienpolitik in den beiden deutschen Staaten

2.4.1. Vorbemerkungen

2.4.2. Das bürgerliche Familienmodell in der alten Bundesrepublik – Von der Komplementarität zur Partnerschaft?

2.4.3. Produktion und Reproduktion – Familie und Familienpolitik in der DDR

2.4.4. Zwischenfazit

3. Politik mit der Familie

3.1. Familienpolitik – Inhalte im Wandel

3.1.1. Interventionsformen staatlicher Familienpolitik

3.1.2. Problemfelder der aktuellen Familienpolitik

3.1.3. Das Leitbild von der nachhaltigen Familienpolitik

3.2. Ökonomie und Familie – Standpunkte und Betrachtungsweisen

3.3. Kontroversen um die Integration von Erwerbs- und Familienleben

3.3.1. Familie als soziale Ordnung? – Traditionelle Familienbilder im Wandel

3.3.2. Parteipolitische Blickwinkel auf Familie und Familienpolitik

4. Karriere oder Familie – AkademikerInnen im Spannungsverhältnis

4.1. Studieren mit Kind?

4.2. Familie und akademische Berufslaufbahn

5. Bilanz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel des Verhältnisses von Familie und Beruf im Kontext aktueller gesellschaftlicher und politischer Herausforderungen in Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, die Vereinbarkeit von privatem Familienleben und beruflicher Laufbahn kritisch zu hinterfragen, wobei der Fokus besonders auf den spezifischen Schwierigkeiten für Akademikerinnen liegt und Lösungsansätze diskutiert werden.

  • Historischer Wandel der Familienmodelle und Familienpolitik in Deutschland.
  • Einfluss des demografischen Wandels auf die Familienstrukturen.
  • Analyse der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie im Kontext ökonomischer Anforderungen.
  • Vergleich der familienpolitischen Ansätze in der ehemaligen BRD und DDR.
  • Besondere Herausforderungen der Familiengründung im akademischen Umfeld.

Auszug aus dem Buch

2.1. „Familie“ – Wort und Begriff

Das Wort Familie, welches vom lateinischen Wort familia stammt und mit Hausgenossenschaft übersetzt werden kann, bezeichnet heute einen nicht mehr so einfach zu definierenden Begriff. In diesem Zusammenhang spielen Werte, gesellschaftliche Normen, Geschlechterverhältnisse, Rollenmuster und Emotionen wie Autoritäts- und Partnerschaftsmuster, subjektive Erfahrungen und Ideologien und nicht zuletzt die institutionelle Funktion der Familie in der Gesellschaft eine bestimmende Rolle. Da mit dem Begriff Familie kulturell sehr verschiedene Formen des Zusammenlebens beschrieben werden können, bedient sich die Soziologie zunächst des Terminus der „privaten Lebensform“, um die Struktur von privaten sozialen Beziehungen von Menschen zu bezeichnen.

Die familiale Form ist demnach eine mögliche Form des privaten Zusammenlebens. Der Terminus wird darüber hinaus auch verwendet, um eine deutliche Scheidung vom oft negativ besetzten Begriff der „bürgerlichen Familie“ zu erwirken. Private Lebensformen werden dabei bevorzugt als relativ stabile Beziehungsmuster der Bevölkerung im privaten Bereich verstanden, die allgemein mit Formen des Alleinlebens oder Zusammenlebens mit Kindern beschrieben werden können. Kriterien für die Abgrenzung verschiedener Lebensformen sind dabei das Vorhandensein eines Haushalts, eine gewisse Generationenzusammensetzung dieses Haushalts, die sozialrechtliche Stellung der Personen, die in diesem Haushalt leben, der Familienstand und die Kinderzahl.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Familie in Wissenschaft und Politik und hinterfragt die zunehmende Ökonomisierung familienpolitischer Debatten.

2. Familie im Wandel: Das Kapitel erläutert den Begriffs- und Strukturwandel der Familie sowie die historischen Unterschiede zwischen den Familienpolitiken in der alten Bundesrepublik und der DDR.

3. Politik mit der Familie: Hier werden die Inhalte und Instrumente staatlicher Familienpolitik sowie die sozioökonomischen Spannungsfelder zwischen Erwerbsleben und Familienpflichten analysiert.

4. Karriere oder Familie – AkademikerInnen im Spannungsverhältnis: Dieses Kapitel widmet sich den spezifischen Barrieren, auf die Akademikerinnen bei der Vereinbarkeit von Studium, wissenschaftlicher Laufbahn und Familiengründung stoßen.

5. Bilanz: Die Bilanz fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein gesellschaftliches Umdenken, um Familie als Lebensentwurf von dem einseitigen ökonomischen Störfaktordenken zu befreien.

Schlüsselwörter

Familienpolitik, Demografischer Wandel, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbsbeteiligung, Genderrollen, Akademikerinnen, Sozialpolitik, Geburtenrückgang, Familienmodelle, Humankapital, Nachhaltige Familienpolitik, Kinderbetreuung, Privates Lebensumfeld.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis von Familie und Beruf in Deutschland im Wandel der Zeit und unter besonderer Berücksichtigung familienpolitischer Rahmenbedingungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen der demografische Wandel, die Entwicklung der Familienpolitik in der BRD und DDR, ökonomische Modelle der Familienökonomie sowie die Herausforderungen der Vereinbarkeit für Akademikerinnen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, warum es für Paare in Deutschland trotz familienpolitischer Maßnahmen schwierig bleibt, Familie und Beruf zu vereinbaren, und welche strukturellen Veränderungen hierfür notwendig wären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit familiensoziologischen sowie ökonomischen Studien und politischen Programmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Familienpolitik, des demografischen Wandels und deren Auswirkungen, einen historischen Vergleich zwischen den deutschen Staaten sowie eine Untersuchung der speziellen Situation für Akademikerinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Familienpolitik, Vereinbarkeit, demografischer Wandel, Geschlechterrollen und die ökonomische Betrachtung familialer Entscheidungen.

Wie unterscheidet sich die ost- von der westdeutschen Familienentwicklung laut dem Autor?

Die Arbeit zeigt, dass in Ostdeutschland eine höhere Erwerbsorientierung von Frauen durch ein besseres Betreuungssystem gefördert wurde, während in Westdeutschland lange Zeit das Modell der Ernährerehe dominierte.

Warum stellt das Studium für den Autor eine geeignete Phase für die Familiengründung dar?

Trotz finanzieller Unsicherheiten sieht der Autor in den flexibleren Arbeitsformen und der größeren Zeitsouveränität während der Studienzeit biografische Vorteile gegenüber dem späteren Arbeitsleben.

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Details

Title
Neue Herausforderungen in Gesellschaft und Politik - Das Verhältnis von Familie und Beruf im Wandel
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Grade
2,0
Author
Matthias Kolodziej (Author)
Publication Year
2008
Pages
106
Catalog Number
V117941
ISBN (eBook)
9783640201556
Language
German
Tags
Neue Herausforderungen Gesellschaft Politik Verhältnis Familie Beruf Wandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Kolodziej (Author), 2008, Neue Herausforderungen in Gesellschaft und Politik - Das Verhältnis von Familie und Beruf im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117941
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