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Senatoren ohne Schiffe? – Das Gesetz gegen den Handel

Title: Senatoren ohne Schiffe? – Das Gesetz gegen den Handel

Seminar Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Nina Hollstein (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das Thema der vorliegenden Hausarbeit lautet:
‚Senatoren ohne Schiffe? – Das Gesetz gegen den Handel’
Es handelt sich dabei um die lex Claudia de nave senatorum, einem Gesetz aus dem
Jahr 218 v.Chr. Es wurde als Plebiszit durch den Volkstribun Quintus Claudius
erlassen. „Kaum ein anderes Gesetz ist, was Absicht, Tendenz und Bedeutung
betrifft, ähnlich kontrovers diskutiert worden“1, wobei immer der zentralen
Fragestellung nachgegangen wird, ob es sich tatsächlich um ein Gesetz gegen den
Handel handelte, oder ob damit andere Motive verfolgt wurden.
Und genau dieser Thematik nimmt sich die Arbeit an, indem die verschiedenen
Begründungsansätze aufgezeigt und kontrovers diskutiert werden sollen. Dazu ist es
notwendig, auch die historische Vorgeschichte vor dem Erlass zu betrachten, da sich
unter Umständen bereits hier schon Hinweise zur Beantwortung der Frage ergeben
können. In einem letzten Teil der Arbeit wird die tatsächliche Wirkung des Gesetzes
im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Ziel wird es sein, den Entstehungskontext
der lex Claudia nachvollziehbarer werden zu lassen und die Gründe für das Plebiszit
treffend einschätzen zu können.
Wie oben bereits erwähnt, zählt die Forschungsliteratur eine Vielzahl an
Stellungnahmen zu der lex Claudia de nave senatorum. Aus diesem Grund wurde
sich in dieser Arbeit für eine Auswahl der Begründungsansätze entschieden, da die
Darlegung aller Ansätze den Rahmen der Arbeit überschreiten würde.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Lex Claudia de nave senatorum (218 v.Chr.)

2.1. Historische Vorgeschichte

2.2. Überlieferung der lex Claudia

2.3. Begründung des Gesetzes

2.4. Wirkung des Gesetzes

3. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das im Jahr 218 v.Chr. erlassene Gesetz lex Claudia de nave senatorum, um zu klären, ob es sich dabei primär um ein Verbot senatorischer Handelsaktivitäten handelte oder ob andere, kriegsbedingte Motive vorlagen.

  • Historischer Kontext der römischen Expansion im 3. Jahrhundert v.Chr.
  • Analyse der Überlieferung durch den Historiker Titus Livius
  • Kontroverse Diskussion verschiedener wissenschaftlicher Begründungsansätze
  • Untersuchung der tatsächlichen Wirksamkeit und Umgehung des Gesetzes

Auszug aus dem Buch

2.4. Wirkung des Gesetzes

Thomas Schleich kommt in seinem Aufsatz zu der Ansicht, das eben der große Landbesitz dem Senatorenstand „ein ganzes Bündel von tolerierten Aktionsmöglichkeiten“66 eröffne. Durch die Nutzung der auf dem Grundbesitz vorhandenen, natürlichen Ressourcen „entwickelten sich vielfältige Handels- und Finanzgeschäfte, (...) [s]enatorische Existenz beinhaltete so immer Erwerbsinteressen“67. Die lex Claudia schaffte jedoch nur kurzfristig eine Barriere gegen die Kommerzialisierung des Standes, so Schleich, denn man fand nach dem punischen Krieg Mittel und Wege es zu umgehen. Die Geschäfte wurden nur noch periodisch, indirekt und weitgehend unsichtbar über Verwandte, Freunde68, Klienten69 und rechtlich Abhängige gemacht. Ihre sozial-politische Stellung diente ihnen dabei zur Vorteilsnahme70. Die Geschäftsinteressen einzelner Personen aus der Senatorenschaft finden jedoch in den literarischen Quellen nur beiläufig Erwähnung: So erwähnt beispielsweise Plutarch71, dass Cato der Ältere (234-149 v.Chr.) sein Geld in risikofreie Objekte, wie Pecherzeugungsanlagen und Teiche, angelegt habe. Ebenso soll er sich gegen den Geldverleih ausgesprochen, ihn aber dennoch, wie vielfältige andere Handelsgeschäfte, über Freigelassene als Strohmänner praktiziert haben. Zugleich habe er seinen Sklaven und Freigelassenen den Verkehr mit anderen Häusern untersagt und sie aus Furcht vor sozialer Kontrolle angewiesen, über die Vorgänge in seinem Haus zu schweigen. In einem seiner Briefe zeigt sich auch Plinius der Jüngere72 (61/62-113/115 n.Chr.) mit dem Verkauf seiner Weinernte an Zwischenhändler beschäftigt73.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas lex Claudia de nave senatorum und der zentralen Forschungsfrage bezüglich der tatsächlichen Absicht des Gesetzes.

2. Die Lex Claudia de nave senatorum (218 v.Chr.): Detaillierte Betrachtung der historischen Hintergründe, der quellenkritischen Überlieferung, der verschiedenen wissenschaftlichen Begründungsansätze sowie der praktischen Wirkung des Gesetzes.

3. Schlussbetrachtungen: Synthese der Forschungsergebnisse, die das Gesetz als kriegsbedingte Maßnahme zur Bereitstellung von Transportkapazitäten während des zweiten punischen Krieges deutet.

Schlüsselwörter

Lex Claudia, Senatorenstand, römische Geschichte, Handelsverbot, zweiter punischer Krieg, Quintus Claudius, Gaius Flaminius, Titus Livius, antike Wirtschaft, Transportkapazitäten, Senat, Nobilität, Landwirtschaft, Seehandel, 218 v.Chr.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert das römische Gesetz lex Claudia de nave senatorum aus dem Jahr 218 v.Chr., welches Senatoren den Besitz größerer Seeschiffe untersagte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen den römischen Senatorenstand, antike Wirtschaftsstrukturen, die Rolle von Politikern wie Flaminius sowie die Auswirkungen des zweiten punischen Krieges auf die Gesetzgebung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob das Gesetz ein bewusstes Verbot gegen den Handel der Senatoren darstellte oder ob es kriegsbedingt motiviert war, um Transportkapazitäten für die römische Flotte zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine quellenkritische Analyse, indem sie primärliterarische Berichte (insb. Livius) mit zeitgenössischer und moderner Forschungsliteratur kontrastiert und diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die historische Vorgeschichte, die Überlieferung durch Livius, die verschiedenen Erklärungsmodelle in der Forschung und die tatsächliche Anwendung bzw. Umgehung des Gesetzes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lex Claudia, Senatorenstand, Seehandel, zweiter punischer Krieg sowie Transportkapazität.

Warum spielt der zweite punische Krieg für das Gesetz eine Rolle?

Dem Entstehungskontext zufolge benötigte der römische Staat dringend Schiffsraum für Truppen, Waffen und Versorgungsgüter, weshalb das Verbot der privaten Nutzung von Seeschiffen durch Senatoren als kriegsbedingte Maßnahme interpretiert wird.

Wie wurde das Gesetz in der Praxis umgangen?

Laut den Untersuchungen von Thomas Schleich nutzten Senatoren Strohmänner, Freigelassene oder Klienten, um Handelsgeschäfte indirekt und unsichtbar weiterzuführen.

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Details

Title
Senatoren ohne Schiffe? – Das Gesetz gegen den Handel
College
University of Hannover  (Institut für Geschichte)
Course
Rom – Eine Wirtschaftsmetropole
Grade
1,5
Author
Nina Hollstein (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V117954
ISBN (eBook)
9783640201631
ISBN (Book)
9783640206636
Language
German
Tags
Senatoren Schiffe Gesetz Handel Eine Wirtschaftsmetropole
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Hollstein (Author), 2007, Senatoren ohne Schiffe? – Das Gesetz gegen den Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117954
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