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David Lynchs "Mulholland Drive" zwischen Traum und Hypostase

Ein Versuch der Differenzierung

Title: David Lynchs "Mulholland Drive" zwischen Traum und Hypostase

Seminar Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sascha Hosters (Author)

Communications - Movies and Television
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Der Film Mulholland Drive (USA/F, 2001) von David Lynch bietet eine Vielfalt an verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten. Auch in der Literatur und in einigen wissenschaftlichen Aufsätzen wurde bereits versucht, Licht in Lynchs kurvenreiche Straße der Finsternis zu bringen. Einig sind fast ausschließlich alle Autoren diesen Film als ein „offenes Kunstwerk“ zu betrachten – wobei Mulholland Drive hier keine Ausnahme im Œuvre Lynchs darstellt. Auffällig ist jedoch, dass der Film vor allem in der Selbstreflexivität des Mediums eine neue Richtung einschlägt, welche Lynch scheint auch mit seinem letzten Werk Inland Empire (2007), fortzusetzen; um auf diese hier näher einzugehen, wäre eine genaue Analyse des Filmes nötig, dies würde jedoch den Rahmen dieser Arbeit überschreiten; so sei nur gesagt, dass die narrative Ebene dieses Films diese Selbstreflexion ebenso zum Thema macht, wie die zahlreichen Anspielungen auf der visuellen Ebene. Ganz auf den Plot reduziert, handelt es sich erneut um die Entstehung und Folgen einer Filmproduktion in der Studioumgebung Hollywoods, ganz ähnlich wie auch in Mulholland Drive. Auch diese Arbeit soll sich in diesem Fall der gleichen Meinung anschließen und somit keine allgemeingültige „Lösung“ oder Entschlüsselung des Filmes darlegen, jedoch trotzdem versuchen einen differenzierten Einblick auf den, im Gegensatz zu anderen Filmen Lynchs in der Literatur noch nicht allzu erschlossenen Film, Mulholland Drive ermöglichen und hierfür vor allem die bereits häufiger verwendete Lesart des Traums, sowie den von Victor Andrés Ferretti aufgebrachten Begriff des hypostasierten Raums näher zu untersuchen und zu diskutieren. Hierfür soll im folgenden Abschnitt dieser Arbeit vorerst eine Vorstellung bzw. Standortbestimmung dieser beiden Begriffe helfen, sie auch in diesem Kontext verstehen zu können um sie letztendlich an konkreten Filmszenen erneut zu untersuchen und auf deren Beständigkeit zu prüfen. Ziel dieser Arbeit ist somit die Gegenüberstellung der in der Literatur verwendeten Positionen, um diese zusammenbetrachtet in einem neuen Kontext zu erörtern und somit neue Perspektiven auf die Lesarten von Mulholland Drive zu ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Begriffsbestimmung: Traum im Kontext

1.2 Begriffsbestimmung: Hypostasierter Raum im Kontext

2. Mulholland Drive – „Sort of a dreamroad?”

2.1 Figuren & Charaktere – Ästhetik der Doppelung

2.1.1 ‚This is the Girl‘ – Frauenkonstellation im Film

2.1.2 Mr. Roque und seine Komplizen

2.2 Raumebenen (-metaphern)

2.2.1 Club Silentio – „Es ist eine Illusion!“

2.3 Symbole und ihre Bedeutung

2.3.1 Der ‚Bum‘ hinter Winkie’s und das alte Ehepaar

2.3.2 Blue Box und der blaue Schlüssel

3. Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht den Film Mulholland Drive von David Lynch unter Einbeziehung der Lesarten des Traums sowie des Begriffs des hypostasierten Raums. Ziel ist es, die narrative Struktur des Films durch die Gegenüberstellung dieser Positionen in einem neuen Kontext zu erörtern, ohne dabei eine allgemeingültige „Lösung“ des Werkes zu forcieren.

  • Analytische Differenzierung zwischen Traum-Theorie und hypostasiertem Raum.
  • Untersuchung der ästhetischen Mittel wie Doppelung und Selbstreflexivität.
  • Interpretation zentraler Symbole (u.a. Blue Box, ‚Bum‘, Schlüssel) als Indikatoren für das Unbewusste.
  • Deutung der narrativen Ebenen in Bezug auf die filmische Realität und Imagination.

Auszug aus dem Buch

2.1 Figuren & Charaktere – Ästhetik der Doppelung

Dopplungen sind in den Werken Lynchs fast ausschließlich ein Anzeichen auf die Frage nach Identität.22 Der Zuschauer wird selbst einer Suche nach der Identität der Charaktere ausgesetzt und wird somit zum aktiven Bestandteil des Filmerlebnisses. Schon die Intro-Sequenz der doppelten „Jitterbug“23 tanzenden Paare, nehmen die folgende Ästhetik der Dopplungen vorweg. Dies bestätigt auch Martha P. Nochimson, sie sagt aus, dass der Vorspann eine Art „doppelgänger“ Effekt auslösen würde, welcher eben die spätere Entwicklung des Films teilweise vorwegnehmen würde.24

Natürlich trägt diese Ästhetik der Doppelung wesentlich dazu bei, die Lektüre des Films zumindest bei der ersten Sichtung äußerst verwirrend oder gar unmöglich zu gestalten. Umso mehr ist eine intensivere Untersuchung obligatorisch, will man dem Geheimnis von Mulholland Drive näher kommen. Bei näherer Betrachtung offenbaren sich durchaus Zusammenhänge und eine gewisse Logik, vorausgesetzt man lässt sich auf eine derartige Lektüre ein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Interpretationsvielfalt von Mulholland Drive und Vorstellung der methodischen Ansätze, insbesondere Traum-Lesart und hypostasierter Raum.

2. Mulholland Drive – „Sort of a dreamroad?”: Analyse der narrativen Struktur, der Ästhetik der Doppelung sowie zentraler Symbole und Raumebenen innerhalb der Imagination der Protagonistin.

3. Schlussbemerkungen: Synthese der Ergebnisse mit dem Fazit, dass Mulholland Drive als Paradebeispiel für filmische Selbstreflexivität und eine komplexe Mischform aus Traum und Hypostase betrachtet werden kann.

Schlüsselwörter

David Lynch, Mulholland Drive, Traumerfahrung, hypostasierter Raum, Imagination, Identität, Ästhetik der Doppelung, Raummetaphern, Filmrealität, Selbstreflexivität, Club Silentio, Symbolik, unbewusste Prozesse, Filmproduktion, narratologische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Film Mulholland Drive und untersucht, wie verschiedene theoretische Lesarten, namentlich der Traum und der Begriff des hypostasierten Raums, zur Interpretation der komplexen narrativen Struktur beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Ästhetik der Doppelung, die Konstruktion von Raumebenen, die Funktion von Symbolen sowie die Selbstreflexivität des Mediums Film innerhalb der Erzählung.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist keine endgültige Entschlüsselung des Films, sondern eine differenzierte Untersuchung, die bisherige theoretische Positionen gegenüberstellt und neue Perspektiven für die filmwissenschaftliche Analyse eröffnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf den Begriffen der „aktiven Imagination“ (basierend auf Jung/Ferretti) und der formalen Traumtheorie aufbaut, um die filmischen Fragmente logisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse von Charakteren (z.B. Mr. Roque), räumlichen Metaphern (Club Silentio) und spezifischen Symbolen, um die Grenze zwischen Dianes Imagination und der filmischen Realität zu ergründen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind David Lynch, Mulholland Drive, hypostasierter Raum, Traumerfahrung, Doppelung und Selbstreflexivität.

Welche Rolle spielt die Figur des „Bum“ bei der Interpretation?

Der „Bum“ wird als personifizierte Angst oder Symptom einer Psychose gedeutet, die aus Dianes Schuldgefühlen resultiert, und dient somit als ein Schlüssel zur Dekonstruktion ihrer Imagination.

Inwieweit wird der Begriff des hypostasierten Raums nach Ferretti angewandt?

Der Begriff wird genutzt, um die „Scheinmaterialität“ und das „aktive Imaginieren“ Dianes zu beschreiben, wobei der hypostasierte Raum eine bewusste konstruierte, virtuelle Ebene darstellt, die sich vom reinen, unbewussten Traum unterscheidet.

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Details

Title
David Lynchs "Mulholland Drive" zwischen Traum und Hypostase
Subtitle
Ein Versuch der Differenzierung
College
University of Regensburg  (Institut für Medien-, Informations- und Kulturwissenschaft)
Course
Lynch
Grade
1,3
Author
Sascha Hosters (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V117994
ISBN (eBook)
9783640211128
ISBN (Book)
9783640211173
Language
German
Tags
David Lynchs Mulholland Drive Traum Hypostase Lynch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Hosters (Author), 2008, David Lynchs "Mulholland Drive" zwischen Traum und Hypostase, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117994
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