Diese Grundseminararbeit beschäftigt sich überblicksartig den Sikhs im Punjab in Nordindien. Da die Sikhs eine Religionsgemeinschaft sind, beginnt die Arbeit mit den historischen Wurzeln dieser Gemeinschaft und skizziert die zentralen religiösen Überzeugungen, die heute noch für den Glauben von grosser Bedeutung sind. Dann wird das soziale System beschrieben, wie es in den Achtzigern im Punjab zu finden war, hier geht es primär um die Themen Sozialorganisation und Verwandtschaft, da die Familie und die ‚paarti’ – die Gruppe zu der man gehört, für das Leben der meisten Sikhs von zentraler Bedeutung ist. Als nächstes werden die politischen Institutionen im Punjab eingeführt und zuletzt folgt ein kurzer Abschnitt über die damals vorherrschende Wirtschaft.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
1.1 Struktur der Hausarbeit
2) Historische Einordnung der Quellen
3) Religion
4) Sozialorganisation / Verwandtschaft
5) Politische Organisation
5.1 Gewählte Versammlungen
5.2 Gerichte
6) Wirtschaft
7) Bibliographie
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit gibt einen ethnologischen Überblick über die Sikh-Gemeinschaft im Punjab und beleuchtet deren religiöse Grundlagen, soziale Strukturen, politisches System sowie ökonomische Gegebenheiten.
- Historische Entwicklung und Glaubensgrundsätze der Sikh-Religion.
- Struktur der Familie und die Rolle der Kastenordnung im ländlichen Punjab.
- Politisches System und administrative Organisation auf lokaler und regionaler Ebene.
- Wirtschaftliche Bedingungen und landwirtschaftliche Produktionsweisen der Region.
Auszug aus dem Buch
3) Religion
Die Sikh-Religion ist ein komplexes Glaubenssytem mit bestimmten Praktiken, dass in mehreren Jahrhunderten gewachsen ist, so lehrt Professor Wilfred Cantwell Smith (McLeod, 1989:16). Vor etwa 500 Jahren, nämlich 1469, nahm alles seinen Anfang: der Gründer der Sikh-Gemeinschaft, Guru Nanak, wurde in einer Hindu-Familie im Punjab geboren. Er verfasste die Lehre, die später von einem nachfolgenden Guru im Adi Granth aufgezeichnet wurde (mit Ergänzungen 5 späterer Gurus). Guru Nanak glaubte an Karma und Seelenwanderung, den Übergang der Seele eines Verstorbenen in einen neuen Körper. Man wird in gute oder schlechte Umstände wiedergeboren, je nachdem, ob man seine Pflichten im letzte Leben gut erfüllt hat oder nicht. Die Summe dieser früheren Taten ist das Karma: jede Tat hat in der Zukunft ihre Konsequenzen. Wenn jemand sich also aus dem Kreislauf der Seelenwanderung befreien möchte, was das ultimative Ziel ist, muss er ein Leben führen, dass ihm das entsprechende Karma verleiht.
Guru Nanak lehrte nun im Gegensatz zu traditionellen Lehren der Hindus und Moslems, dass die letzte Befreiung nicht durch äußere Taten, wie Tempel-/Moscheebesuch oder Pilgerreisen erlangt werden kann, sondern allein durch innere Meditation zu Akal Purakh, dem zeitlosen Sein, indem man sich immerzu an den "nam" erinnert - die ständige Präsenz des Göttlichen in allem. Zu diesem Zweck kann man zum Beispiel singen oder meditieren. (McLeod, 1989: 2-3) Guru Nanak folgten 9 weitere Gurus, die nach dem Glauben der Sikhs aber alle der gleiche, ewige göttliche Lehrer sind.(McLeod, 1989: 6) Die Umstände, unter denen die Sikhs lebten, änderten sich jedoch dramatisch. Die Mogulen, die damals über den Punjab herrschten, wurden der neuen, wachsenden Religionsgemeinschaft gegenüber immer mißtrauischer und nach dem Tod des 5.Guru zeigten sie ihre Feindseligkeit offen. Die Gemeinschaft musste sich nach außen verteidigen. Unter dem neuen Eroberer Aurangzeb wurde 1675 der neunte Guru hingerichtet.
Kapitelübersicht
1) Einleitung: Vorstellung der methodischen Herangehensweise und der inhaltlichen Gliederung der Arbeit.
2) Historische Einordnung der Quellen: Reflexion über die verwendete Literatur und die Herausforderungen bei der Quellenbeschaffung zur Wirtschafts- und Politikgeschichte des Punjab.
3) Religion: Darstellung des Glaubenssystems, der Lehren Guru Nanaks und der Entstehungsgeschichte der Khalsa-Gemeinschaft.
4) Sozialorganisation / Verwandtschaft: Analyse der dörflichen Sozialstrukturen, der Kastenproblematik und der Bedeutung von Familienverbänden.
5) Politische Organisation: Erläuterung der politischen Verwaltungsstruktur, der Wahlgremien und des Rechtssystems im Punjab.
6) Wirtschaft: Beschreibung der ökonomischen Situation des Punjab mit Fokus auf Landwirtschaft, Industrie und dem Einfluss der Grünen Revolution.
7) Bibliographie: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen Primärliteratur und Hilfsmittel.
Schlüsselwörter
Sikhs, Punjab, Indien, Ethnologie, Religion, Guru Nanak, Khalsa, Sozialorganisation, Verwandtschaft, Kaste, Landwirtschaft, Politik, Lok Sabha, Vidhan Sabha, Grüne Revolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Hausarbeit bietet einen ethnologischen Überblick über die Lebenswelt, Religion und politische Organisation der Sikhs im indischen Punjab.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der religiösen Identität, den verwandtschaftlichen und sozialen Strukturen, den administrativen politischen Systemen sowie der landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft.
Was ist das Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein Verständnis für die kulturellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Sikhs unter Berücksichtigung historischer und politischer Entwicklungen zu vermitteln.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse ethnologischer und historischer Quellen, um ein umfassendes Bild der Sikh-Gesellschaft in den 1960er Jahren zu zeichnen.
Was behandelt der Hauptteil?
Im Hauptteil werden detailliert das religiöse Glaubenssystem, die Bedeutung von Kasten und Verwandtschaft, der Aufbau des politischen Wahlsystems sowie die landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen analysiert.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind neben den Sikhs und dem Punjab vor allem Begriffe wie Kastenwesen, Familiensystem, politische Verwaltung und agrarwirtschaftliche Entwicklung.
Welche Rolle spielt die "Khalsa" im religiösen Verständnis der Sikhs?
Die Khalsa wird als militärische und religiöse Bruderschaft beschrieben, die Disziplin, ethisches Handeln und den Schutz der Gemeinschaft sowie fundamentale Rechte ins Zentrum stellt.
Wie beeinflusste das politische System die soziale Struktur im Punjab?
Die Arbeit verdeutlicht, wie politische Netzwerke und Loyalitäten innerhalb von "paartis" die gesellschaftlichen Beziehungen und die Machtverteilung im Punjab stark prägten.
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- M.A. Mira Fels (Author), 2001, Die Sikhs (im Punjab, Indien), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11802