Unternehmenskultur und Ethik


Referat (Ausarbeitung), 2007

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/ Gang der Untersuchung

2. Definitorisches
2.1. Unternehmenskultur
2.2. Ethik

3. Unternehmenskultur und Ethik

4. Integration von Ethikprogrammen in die Unternehmenskultur

5. Unternehmenskultur in der Praxis

6. Praxisbeispiel Faber Castell

7. Fazit, Schlussfolgerung

Anhang

Folien zum Vortrag vom 06. Juli 2007

1. Einleitung / Gang der Untersuchung

Begleitend zu der am 06. Juli 2007 gehaltenen Präsentation soll diese Verschriftlichung dazu dienen, die vorgestellten Bereiche näher darzustellen und zu reflektieren. Bei der Erstellung des Referates war es das Ziel, die wechselseitigen Beziehungen und der Ethik und Unternehmenskultur möglichst praxisnah darzustellen. Aus diesem Grund wird, soweit es möglich ist, auf theoretische Konstrukte weitestgehend verzichtet.

Als sehr interessant wurde die anschließende Diskussion zu dem TV-Beitrag von Faber- Castell empfunden, die ebenfalls im Fazit in dieser Arbeit berücksichtigt wird. Die im Plenum geführte Diskussion soll nachträglich in den Kontext zum gehaltenen Referat gebracht werden. Insbesondere daher, da das Praxisbeispiel andersartige Reaktionen hervorrief als vom Referierenden erwartet und in Ansätzen Schlüsse auf die „allgemeine gesellschaftliche Wahrnehmung“ von sozial engagierten Unternehmen zulässt.

Vor der interessanten Darstellung und Analyse der geführten Diskussion soll zuerst eine definitorische Grundlage der Begriffe Kultur und Ethik erfolgen. Darauf aufbauend werden Umsetzungsund Implementierungsbereiche in Ansätzen dargestellt sowie eine praxisnahe tatsächliche Umsetzung an einem Beispiel angeführt. Ein eigenes Fazit erfolgt unter Berücksichtigung der Kurzanalyse der o.g. Diskussion.

2. Definitorische Grundlagen

2.1. Unternehmenskultur

Wenn man sich dem Begriff der Unternehmenskultur systematisch nähert, erkennt man schnell, dass es sich dabei um einen Begriff aus der Organisationstheorie handelt. Die Unternehmenskultur beinhaltet dabei -kurz gefasstdie Entstehung, Entwicklung und den Einfluss kultureller Aspekte innerhalb von Organisationen.[1] Daraus ergibt sich, dass Unternehmenskulturen eine Art „Eigendynamik“ entwickeln können und sollen und auf der Summe der Werte und Normen der Mitglieder einer Organisation beruhen.

Auch muss man in diesem Kontext erwähnen, dass es keinen eindeutigen Konsens über die Zuordnung dieses Begriffes gibt und dass es in der Auslegung und Interpretation beträchtliche Unterschiede gibt. Eine zugegebenermaßen recht pragmatische aber zutreffende Definition des Begriffes Unternehmenskultur ist, dass es sich dabei um die „soft skills, also die weichen Faktoren von Unternehmen handelt. Ebenfalls eine treffende Definition bietet das Marketing-Lexikon, dass Unternehmenskultur wie folgt definiert: „Die Unternehmenskultur besteht aus Werten, Normen, Symbolen und Verhaltensweisen in- nerhalb der Unternehmung, die auf verschiedene Arten ausgedrückt werden (Beziehun- gen, Kommunikation, Dresscode, Art der Unternehmensleitung usw.“ [2]

2.2. Ethik

Das aus dem altgriechisch stammende Wort Ethik (abgeleitet von „Ethos“) bedeutet soviel wie „Gewohnheit, Sitte oder Brauch.“ Dabei handelt es sich um ein Teilgebiet aus der Philosophie und legt Kriterien für gutes und schlechtes Handeln fest sowie eine Bewertung seiner Motive und Folgen, die daraus resultieren. Ziel der Ethik ist es allgemeingültige Werte und Normen als Basis zu erarbeiten. Ebenso wie bei der Kultur gibt es auch bei der Ethik facettenreiche Ausprägungen. Ziel ist es jedoch eine praktische Hilfestellung im Alltag zu bieten. Insbesondere bei sittlichen Entscheidungen sollen allgemeine Prinzipien Orientierungshilfen aufweisen an denen man sich situationsgerecht orientieren kann. Kurz formuliert nach Immanuel Kant kann man es zusammenfassen mit: „Was soll ich tun?“[3]

Bei der Unternehmensethik kommt es insbesondere darauf an, Verhaltensweisen und moralische Wertvorstellungen praxisnah auf Unternehmen anzuwenden. Sprich herauszufinden, wie sich Unternehmen verhalten sollen. Dabei gilt es als Herausforderung zum einen das unternehmerische Gewinnstreben und moralische Ideale so miteinander zu vereinbaren und zu kombinieren, dass es die gewünschten positiven Effekte herbeiführt. Die Gefahr bei der Missachtung von allgemeingültigen Werten und Normen ist der Verlust der Legitimation durch die Gesellschaft bzw. die der Verbraucher, worauf später noch näher eingegangen wird.

3. Unternehmenskultur und Ethik

Die Frage die sich im Rahmen der Themenbearbeitung stellt ist insbesondere, wie Unternehmenskultur und Ethik aufeinander wirken und in welcher Abhängigkeit sie innerhalb einer Organisation zueinander stehen. Diese Frage lässt sich wie folgt beantworten: Die Unternehmensethik analysiert, kritisiert und begründet die Unternehmenskultur. Dies sind die Wertvorstellungen und Denkhaltungen, die das Handeln reguliert, um den Unternehmenserfolg (Gewinn, Lebenserhaltung, Wertsteigerung) auf moralisch verantwortbare Weise zu erzielen.

Dabei lässt sich das 3-Stufen-Modell nach Schein anführen, dass sich mit den Ausdrucksformen der Unternehmenskultur auseinandersetzt. Dabei werden von den Organisationsmitgliedern folgende Ausdrucksformen geteilt und letztlich die Unternehmenskultur prägen oder ausmachen.

1.Basisannahmen : Gemeinsame Vorstellungen über die Umwelt, das Weltbild, Realitätswahrnehmung, z.B. Akzeptanz von wettbewerblicher Ausrichtung o.ä.)
2.Wertvorstellungen und normative Regeln (z.B. Hierarchie)
3.Zeichen, Symbole und Rituale (als Ausdruck der Identifikationsmuster, z.B. Dresscode, Betriebsversammlung u.ä.)[4]

Dabei kann man grundsätzlich zwischen zwei Formen der Unternehmenskultur unterscheiden, die auch immer ethische Bestandteile enthält. Nämlich zum einen der be- wussten Wahrnehmung und Steuerung der Ausprägungen z.B. durch Integration, Koordination und Motivation der Organisationsmitglieder (z.B. durch die Führungskräfte) und zum anderen die „gemeinsam konstruierte Wirklichkeit“ . Diese Form ist weniger gesteuert und die Organisation folgt ihren eigenen Gesetzen, wandelt sich, passt sich an und kann nur schwer von außen beeinflusst werden.[5]

4. Integration von Ethikprogrammen in die Unternehmenskultur

Wenn man als Unternehmen ein Ethikprogramm bzw. ein ethischen Instrument in ein Unternehmen implementieren möchte, ist es insbesondere wichtig nicht nur alle Organisationsmitglieder an diesem Prozess zu beteiligen, sondern auch sämtliche Stakeholder.

Dabei beginnt man zunächst mit der Ist-Aufnahme im Unternehmen, die folgende Bereiche abdecken sollte:

- Wie sehen die Mitarbeiter das Unternehmen und sein Verhalten gegenüber Kunden, Mitarbeitern und anderen Stakeholdern
- Wie sehen die Mitarbeiter Ihre Kollegen und Vorgesetzten
- Wie wird die Mitarbeiterzufriedenheit eingeschätzt (von allen)
- Wie gestaltet sich die Kommunikation im Unternehmen
- Wie können sich Mitarbeiter im Unternehmen einbringen (z.B. Ideenmanagement)
- Wie wird der Unternehmensstil wahrgenommen
- Welche Lebensziele und Werte der Mitarbeiter lassen sich in Beziehung bringen zu den Zielen und Werten des Unternehmens.[6]

Von der Ist-Analyse ausgehend wird anschließend eine Zieldefinition erarbeitet, die sich insbesondere mit den Punkten befasst, wie die Unternehmenskultur aussehen und gestaltet werden soll (intern und extern). Ebenso, welche Werte sind für das Unternehmen besonders wichtig; umgangssprachlich ausgedrückt: „Was schreibt man sich auf die Fahnen.“ Welches Verhalten, sowohl von Mitarbeitern, Führungskräften, Lieferanten und anderen Stakeholdern soll gefördert und welches ggf. sanktioniert werden.

Bei der konkreten Umsetzung der Ziele stehen unterschiedliche Instrumente, die zur Implementierung verwendet werden können, zur Verfügung. Exemplarisch sollen folgenden Instrumente stichwortartig genannt werden: Code of Ethics (Leitbild), branchenspezifische Leitlinien, Ethikbeauftragter, Ethikkomitee / -beirat, Ethiktrainings, Roundtable, Gesprächskreise, Ethikhotline, ethische Kriterien im Personalmanagement, Interne Ethik- Audits, Ethik-Management-System, Soziale und ethische Audit-Verfahren.[7]

Wenn es um die Implementierung von ethischen Werten und Normen innerhalb einer Organisation geht, werden insbesondere folgende Bereiche meist berücksichtigt, da Sie maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beitragen oder zum Selbstverständnis der Unternehmung gehören: Mitarbeiter, Kunden, Zulieferer, Ökologie, Ökonom]ie, Werteorientierung, Verhalten, Gesellschaft. Diese Bereiche stellen das Fundament der Unternehmung dar und sollten daher bei der Umsetzung der Unternehmenskultur unbedingt berücksichtigt werden.

5. Umsetzung in der Praxis

Die adäquate Umsetzung einer ethischen Unternehmenskultur führt neben einer höheren Stabilität der Unternehmung und einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit auch zu mehr Erfolg. Klar definierte und gelebte Zielund Wertvorstellungen innerhalb einer Organisation bieten neben einer eindeutigen Orientierungshilfe auch positive Auswirkungen für alle Sharholder (Kunden, Mitarbeiter Lieferanten, Staat etc.).

Eine Schlüsselrolle in diesem Kontext nimmt insbesondere die Außendarstellung einer Unternehmung ein. Eine der größten Gefahren von Unternehmen ist der Imageverlust sowie der Vertrauensverlust der Verbraucher Konsumenten. Die Unternehmen verlieren durch unethische Verhaltensweisen ihre Legitimation seitens der Gesellschaft und Verbraucher.

In diesem Kontext können die Negativ-Beispiele von Shell und der Förderinsel Brent Spar, den sog. Sweatshops von Nike und der Säuglingsnahrung von Nestlè angeführt werden. Die Negativ-Wirkungen solcher Geschehnisse sind häufig mit millionenschweren Verlusten für die Unternehmen verbunden. In diesem Kontext kommen auch unterschiedliche Faktoren zum tragen, wie z.B. einer unseriösen Darstellung in den Medien und häufig höchst emotionale Argumentationsketten, denen es nicht selten an sachlicher Logik fehlt. Auch in diesem Kontext das Beispiel Brent Spar der Firma Shell. Die von Greenpeace begonnene Kampagne gegen Shell operierte nicht nur mit falschen Messwerten und einseitigen Behauptungen, sondern führte u.a. zu einem Boykott von Shell- Tankstellen. Die Kunden und Verbraucher tankten u.a. bei Esso, die an der Förderplattform beteiligt waren. [8]

Dieses Beispiel soll Unternehmen nicht als „Opfer“ darstellen oder gar unethisches Verhalten legitimieren. Es zeigt aber deutlich die Gefahr, dass es für Unternehmen unglaublich schwer ist, sich von einer Anschuldigung zu befreien, wenn sich erst einmal die Medien und andere gesellschaftliche Interessenvertretungen auf einen „Skandal“ eingelassen haben; auch wenn nachträglich Behauptungen z.T. revidiert werden. Häufig bleibt dann nur noch die Schadensminimierung für die Unternehmen. Dennoch ist der Ruf einer Unternehmung häufig über Jahre hinweg geschädigt oder lädiert.

6. Positivbeispiel Faber Castell

Faber-Castell gilt als eines der führenden Unternehmen in der Bleistift-Produktion und befindet sich seit 8 Generationen im Familienbesitz. Wie der vorgeführte TV-Beitrag der Serie „Made-in-Germany“ u.a. zeigt hat das Unternehmen eine eigene Sozialcharta die für alle gilt sowie feste Grundsätze verfolgt. Die 3 P’s (Planet, People Profit) werden dabei konsequent in unterschiedlichen Formen umgesetzt. Eine hohe Mitarbeiterorientierung, viele Sozialleistungen (Bildung, Schulungen, Transport, Essen etc.), ein umfassender Umweltschutz (z.B. durch Nachforstung, ökologische Farben etc.) tragen nicht nur zum nachhaltigen Erfolg der Unternehmung bei, sondern sind dicht mit dem Selbstverständnis der Unternehmensinhaber verknüpft. Darüber hinaus wirkt sich die ethische Einbindung von Werten und Normen in die Unternehmenskultur positiv auf die Mitarbeiter aus, so dass sich diese auch in Ihrer Freizeit häufig ehrenamtlich engagieren.

[...]


[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Organisationskultur - 31.05.07

[2] Vgl. Internationales Marketing-Lexikon (Hrsg.),Köln 1998, Seite 75

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Ethik, 01.06.07

[4] Vgl. http://www.olev.de/uv/untkultur.htm - 01.06.07

[5] Vgl. http://www.aodgps.de/alt/unternehmenskultur.html

[6] Vgl. http://www.securitymanager.de/magazin/artikel_1230.html 02.06.07

[7] Vgl. bickmann.de/pdf/Ethik-Tools-bersicht.pdf 02.06.07

[8] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Brent_Spar - 02.06.07

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Unternehmenskultur und Ethik
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät Wirtschaft- und Sozialwissenschaften, Masterstudiengang Entrepreneurship )
Veranstaltung
Unternehmensethik für Unternehmer
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V118036
ISBN (eBook)
9783640212224
Dateigröße
2891 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmenskultur, Ethik, Unternehmensethik, Unternehmer
Arbeit zitieren
Diplom-Betriebswirt Andreas Ebert M.A. (Autor), 2007, Unternehmenskultur und Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118036

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