Autismus ist eine schwere Behinderung, die sich überwiegend durch ein Defizit in der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit und folglich fehlender sozialer Interaktion auszeichnet. Autisten nehmen trotz funktionaler Sinnesorgane ihre Umgebung anders wahr. Viele Autisten offenbaren eine außerordentliche musikalische Begabung. In Form von Musiktherapien erfahren Autisten eine Begegnung mit sich selbst, anderen Menschen und der Umwelt.
Als Einleitung in das Thema möchte ich zunächst den Begriff „Autismus“ verständlich machen. Danach werde ich kurz auf die Wirkung von Musik auf den autistischen Menschen eingehen. Schließlich möchte ich zwei Musiktherapien vorstellen. Abschließend werde ich die Musiktherapien kurz zusammenfassen und ein Fazit ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 AUTISMUS
2.1 Begriffserläuterung
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3 Ursachen
2.4 Symptome
3 WIRKUNG VON MUSIK AUF DEN AUTISTISCHEN MENSCHEN
4 MUSIKTHERAPIEN
4.1 Therapie nach Juliette Alvin
4.2 Schöpferische Musiktherapie nach Nordoff und Robbins
4.3 Zusammenfassung
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Musiktherapie als non-verbales Kommunikationsmittel für autistische Kinder. Im Fokus steht die Frage, wie durch musikalische Interaktion Brücken aus der sozialen Isolation geschlagen und emotionale Ausdrucksmöglichkeiten gefördert werden können.
- Theoretische Grundlagen und Definition des autistischen Syndroms
- Einfluss von Musik auf die Wahrnehmung und das Verhalten autistischer Menschen
- Vergleichende Darstellung therapeutischer Ansätze (Juliette Alvin sowie Nordoff und Robbins)
- Bedeutung der musikalischen Improvisation für die Persönlichkeitsentwicklung
- Ziele der sozialen Eingliederung durch musiktherapeutische Begleitung
Auszug aus dem Buch
4.1 Therapie nach Juliette Alvin
Juliette Alvin gehörte zu den ersten Musiktherapeutinnen in Europa, die ihre musiktherapeutischen Arbeiten mit autistischen Kindern veröffentlicht hat. Sie vertritt die Meinung, dass die „Kraft des Klanges“ bis in das Unterbewusste hineindringt und dadurch dem Kind ermöglicht wird, sich mit der Musik zu identifizieren und sich durch Töne auszudrücken.
Bei dieser Musiktherapie mit einem autistischen Kind ist es zunächst wichtig eine Vertrauensbasis zwischen Kind und Therapeut/in aufzubauen, damit das Kind sich sicher fühlt. Das Kind soll die Therapie als einen Teil seiner Umgebung akzepzieren. Ziel ihrer Therapie ist es, das Kind aus der Einsamkeit herauszuhelfen. Zudem soll das Kind lernen, seine Gefühle und Stimmungen durch Musik auszudrücken. Ihre Therapie baut auf dem ISO-Prinzip auf, das heißt, dass der Therapeut „Kontakt auf dem eigenen, wie auch immer niedrigen Niveau des Kindes zu beginnen hat, daß wir dem Kind da begegnen, wo es sich tatsächlich befindet“ (Alvin, 1988). Der Therapeut sollte das Kind mit seinen Eigenschaften akzeptieren und mit in die Musik einbeziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Autisten die Welt als chaotisch und verzerrt erleben, und stellt die Musik als Medium zur Begegnung mit sich selbst und der Umwelt vor.
2 AUTISMUS: Dieses Kapitel erläutert den Begriff, den geschichtlichen Hintergrund, mögliche genetische oder neurologische Ursachen sowie die typischen Symptome der Wahrnehmungs- und Sprachstörung.
3 WIRKUNG VON MUSIK AUF DEN AUTISTISCHEN MENSCHEN: Es wird dargelegt, dass autistische Kinder oft eine Affinität zu Musik haben, welche die Kraft besitzt, Kommunikation auch ohne Worte zu ermöglichen.
4 MUSIKTHERAPIEN: Dieser Hauptteil stellt spezifische Ansätze wie die Therapie nach Juliette Alvin sowie die schöpferische Musiktherapie nach Nordoff und Robbins vor und vergleicht deren methodisches Vorgehen.
5 FAZIT: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Musiktherapie zwar kein Heilmittel darstellt, aber eine wertvolle Methode ist, um Kontakt und soziale Interaktion bei autistischen Kindern anzubahnen.
Schlüsselwörter
Autismus, Musiktherapie, Juliette Alvin, Nordoff und Robbins, Kommunikation, Echolalie, Wahrnehmungsstörung, ISO-Prinzip, Schöpferische Musiktherapie, Music-child, soziale Interaktion, non-verbaler Ausdruck, Musikpädagogik, frühkindlicher Autismus, Musik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie musiktherapeutische Maßnahmen dazu beitragen können, autistischen Kindern einen Zugang zur Außenwelt und eine Ausdrucksmöglichkeit für ihre Gefühle zu eröffnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die medizinisch-psychologischen Grundlagen des Autismus, die besondere Resonanz autistischer Menschen auf musikalische Reize sowie spezifische musiktherapeutische Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Musik als „Sprache ohne Worte“ genutzt werden kann, um autistische Kinder aus ihrer sozialen Isolation zu führen und ihre kommunikativen Fähigkeiten zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand sowie etablierte therapeutische Ansätze von Pionieren wie Alvin oder Nordoff und Robbins zusammenzuführen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Autismus vor allem zwei spezifische Musiktherapiemodelle detailliert vorgestellt und deren Wirkungsweisen auf die therapeutische Beziehung erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Autismus, Musiktherapie, Kommunikation, non-verbaler Ausdruck, soziale Interaktion und das Konzept des Music-child.
Warum ist Musik für autistische Kinder als Medium besonders geeignet?
Da autistische Kinder oft Schwierigkeiten mit verbaler Sprache haben, bietet Musik einen direkten Zugang zu emotionalen Ebenen, der weniger durch kognitive Barrieren belastet ist.
Was besagt das ISO-Prinzip in der Therapie nach Juliette Alvin?
Das ISO-Prinzip besagt, dass der Therapeut seine Musik an das aktuelle emotionale Niveau des Kindes anpassen muss, um das Kind dort abzuholen, wo es sich befindet.
Welchen Stellenwert hat die Improvisation bei Nordoff und Robbins?
Die Improvisation ist zentral, da sie das Unbewusste des Kindes anspricht, die Interaktion zwischen Kind und Therapeut fördert und die Persönlichkeitsentwicklung stimuliert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2012, Ästhetische Erfahrung autistischer Kinder mit Hilfe der Musiktherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1180621