Der Strukturwandel, der in der Wirtschaft durch die Globalisierung angeregt wurde, sorgt für eine zunehmende internationale Verflechtung der Unternehmen. Immer mehr Unternehmen können nicht nur nationale Aktivitäten vorweisen, sondern haben eine internationale Präsenz zu verantworten. Besondere Möglichkeiten verschafft der ständige Ausbau des europäischen Binnenmarktes. Viele Unternehmen sind in mehr als nur einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) tätig und darüber hinaus sind immer mehr grenzüberschreitende Fusionen zu verzeichnen. Für die europäischen Unternehmen entsteht daraus ein Problem. Sie müssen sich mit 27 unterschiedlichen Steuersystemen und Steuersätzen auseinandersetzen.
Die Folgen des uneinheitlichen Steuersystems in der EU sind für die Unternehmen sowie für die Mitgliedstaaten negativ. Die Unternehmen haben hohe Befolgungskosten und müssen vielfach Doppelbesteuerungen hinnehmen. Um dem entgegenzuwirken, gestalten Unternehmen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten entsprechend dem günstigeren Steuersystem. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Steuergestaltung durch die Wahl des Standortes oder durch konzerninterne Gewinnverlagerung mithilfe von Finanzierungsgestaltungen und Verrechnungspreisen. Die Mitgliedstaaten versuchen dieses Verhalten auf zwei Wegen abzuwehren. Zum einen mit verstärktem Steuerwettbewerb, d. h. niedrigen Steuersätzen und zum anderen mit zunehmenden Schutzmaßnahmen gegen die Gewinnverlagerung.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Wirtschaftswissenschaftliche Erfolgszurechnung
- 2.1. Erfolgszurechnung durch die Produktionsfunktion
- 2.2. Erfolgszurechnung durch Verrechnungspreise
- 3. Analyse des Verteilungsschlüssels der GKKB
- 3.1. Wahl des Aufteilungsmechanismus
- 3.2. Grundprinzipien der Formelzerlegung
- 3.2.1. Faktor Umsatz
- 3.2.2. Faktor Arbeit
- 3.2.3. Faktor Kapital
- 3.3. Ökonomische Wirkungsanalyse der Formelzerlegung
- 3.3.1. Darstellung in Beispielen
- 3.3.2. Mathematische Ausführungen
- 3.4. Bewertung der Formelzerlegung
- 4. Ökonometrisches Verfahren
- 4.1. Allgemeine Darstellung der Regressionsanalyse
- 4.1.1. Modellspezifikation
- 4.1.2. Schätzung der Parameter
- 4.1.2.1. Die Methode der kleinsten Quadrate
- 4.1.2.2. Der Hausman - Test
- 4.1.2.3. Die Instrumentalvariablen - Schätzung
- 4.1.3. Bewertung und Interpretation des Ergebnisses
- 4.1.3.1. Beurteilung der Regressionsfunktion
- 4.1.3.2. Beurteilung der Regressionskoeffizienten
- 4.2. Durchführung der Regressionsanalyse
- 4.2.1. Modell und Schätzung
- 4.2.2. Bewertung und Interpretation
- 4.2.2.1. Bewertung der Schätzfunktion
- 4.2.2.2. Regressionskoeffizient für den Faktor Arbeit
- 4.2.2.3. Regressionskoeffizient für den Faktor Kapital
- 5. Handlungsempfehlung
- 5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
- 5.2. Vorschlag zur Ausgestaltung der Formel
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Zurechnung von Erfolgsgrößen auf die daran beteiligten Organisationseinheiten mithilfe ökonometrischer Verfahren. Konkret analysiert die Arbeit den Verteilungsschlüssel der europäischen Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage (GKKB) und untersucht, inwiefern dieser Schlüssel die ökonomischen Wirkungszusammenhänge zwischen den Organisationseinheiten und ihren Erfolgsgrößen angemessen abbildet.
- Analyse des Verteilungsschlüssels der GKKB
- Ökonomische Wirkungsanalyse der Formelzerlegung
- Anwendung ökonometrischer Verfahren zur Erfolgszurechnung
- Bewertung und Interpretation der Ergebnisse
- Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Verteilungsschlüssels
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problemstellung und die Relevanz der Arbeit dar. Kapitel 2 beleuchtet verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Ansätze zur Erfolgszurechnung. Kapitel 3 analysiert den Verteilungsschlüssel der GKKB, untersucht seine Grundprinzipien und bewertet seine ökonomischen Auswirkungen. Kapitel 4 widmet sich der Anwendung eines ökonometrischen Verfahrens zur Erfolgszurechnung. Kapitel 5 fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Verteilungsschlüssels.
Schlüsselwörter
Erfolgszurechnung, ökonometrische Verfahren, Regressionsanalyse, Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage, GKKB, Verteilungsschlüssel, Produktionsfunktion, Verrechnungspreise, ökonomische Wirkungsanalyse, Handlungsempfehlung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der wirtschaftswissenschaftlichen Erfolgszurechnung?
Das Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens korrekt auf die beteiligten Organisationseinheiten zu verteilen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Aktivitäten.
Was ist die GKKB und welche Problematik wird hier analysiert?
Die GKKB ist die gemeinsame konsolidierte Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage. Die Arbeit analysiert, ob deren Verteilungsschlüssel (Umsatz, Arbeit, Kapital) ökonomisch angemessen ist.
Welche ökonometrischen Verfahren kommen in der Arbeit zum Einsatz?
Es wird die Regressionsanalyse verwendet, einschließlich Methoden wie der kleinsten Quadrate, des Hausman-Tests und der Instrumentalvariablen-Schätzung.
Welche Faktoren beeinflussen die Formelzerlegung der GKKB?
Die drei Hauptfaktoren sind der Umsatz, der Faktor Arbeit (Lohnsumme/Mitarbeiterzahl) und der Faktor Kapital (Vermögenswerte).
Welche Handlungsempfehlungen gibt die Arbeit?
Basierend auf der ökonomischen Wirkungsanalyse wird ein Vorschlag zur optimierten Ausgestaltung der Verteilungsformel gemacht, um Steuerwettbewerb und Gewinnverlagerung entgegenzuwirken.
- Quote paper
- Andre Hintz (Author), 2008, Wirtschaftswissenschaftliche Erfolgszurechnung durch ökonometrische Verfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118075