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Die Macht der Mamá Grande. Wodurch etabliert sich die Matrone als alleinige Herrscherin über Macondo?

Titel: Die Macht der Mamá Grande. Wodurch etabliert sich die Matrone als alleinige Herrscherin über Macondo?

Hausarbeit , 2020 , 15 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Alicia Ramesohl (Autor:in)

Romanistik - Hispanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Analyse über die Kurzgeschichte "Los funerales de la Máma Grande" von Gabriel García Márquez.

Das Thema dieser Kurzgeschichte ist Macht oder konkreter der Mythos der Macht. Die Mamá Grande ist bis zu ihrem Tod alleinige Herrscherin über Macondo und über die Grenzen ihres Reiches im ganzen Land bekannt. Das Ausmaß ihrer Macht geht so weit, dass an ihrer Beerdigung der Präsident und der Papst teilnehmen. Der Präsident der Republik selbst ordnet eine neuntägige Staatstrauer zu ihren Ehren an. Erst nachdem die Matrone unter der Erde begraben liegt, können die Menschen wieder aufatmen und ihr Leben fortführen.

Gerade dadurch, dass die Mamá Grande so bekannt war und selbst der Präsident und zum Teil auch der Papst auf ihr Leben und ihre Regierungsweise blickten, stellt sich die Frage wie sie ohne Konsequenzen bis zu ihrem Tod die alleinige Herrscherin bleiben konnte und Ihre betrügerischen und gewaltbereiten Aktionen nicht verhindert oder gar durchschaut wurden. Um dieser Frage eine Antwort zu geben folgt zunächst ein genauerer Blick auf die Rolle des Vermögens der Mamá Grande und dessen Auswirkung auf ihre Macht.

Danach soll ein kleiner Einblick in die Beziehung zwischen Fiktion und Realität bei dem Werk von García Márquez dabei helfen zu verstehen weshalb die Art und Weise der Regierung in Macondo geduldet wurde und die Bevölkerung nichts dagegen unternahmen. Hierbei taucht der Begriff der Violencia auf, welche nicht nur in der Realität Kolumbiens, sondern auch in den Werken von García Márquez eine große Rolle spielt und vielleicht eine Erklärung für den Erfolg der Regierungsweise der Mamá Grande liefert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Analyse nach dem Vorbild von Leonie Marx

Das Vermögen als Quelle der Macht

Wie weit beeinflusst die Realität die Fiktion?

Der Umgang mit La Violencia in Los funerales de la Mamá Grande

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtstrukturen und Herrschaftsmechanismen in Gabriel García Márquez' Kurzgeschichte „Los funerales de la Mamá Grande“. Dabei wird analysiert, wie die Protagonistin ihre Stellung als unumstrittene Herrscherin über Macondo durch materiellen Reichtum sowie durch ein System von Einschüchterung und Unterdrückung festigen konnte, und inwiefern diese fiktiven Machtverhältnisse Parallelen zur realen politischen Situation in Kolumbien, insbesondere zur Zeit der „La Violencia“, aufweisen.

  • Analyse der Kurzgeschichte anhand literaturwissenschaftlicher Theorien
  • Die fundamentale Rolle des materiellen und immateriellen Vermögens für die Autorität
  • Wechselbeziehung zwischen fiktionaler Erzählung und historischer Realität
  • Einfluss von Gewalt und politischer Unterdrückung als Herrschaftsmittel
  • Die Rolle der Unterdrückung bei der Erzeugung von blindem Gehorsam

Auszug aus dem Buch

Analyse nach dem Vorbild von Leonie Marx

Als Einstieg in die Kurzgeschichte folgt eine Analyse anhand des Analyseschemas von Leonie Marx „Theorie der Kurzgeschichte“ beginnend mit dem Titel der Erzählung. Es handelt sich um einen Situationstitel. Los funerales beschreibt das Ereignis, um das sich die Geschichte abspielt. Gleichzeitig wird in Verbindung mit der Situationsangabe auch eine benannte Figur erwähnt; la Mamá Grande. Durch das nachgestellte Adjektiv Grande wird diese Figur bereits im Titel hervorgehoben. Der extradiegetisch-homodiegetische Erzähler erzählt die Geschichte rückblickend und befindet sich in einer auktorialen Erzählsituation.

Ein weiterer Teil der Analyse einer Kurzgeschichte ist die Betrachtung des Anfangs und Schlusses. Der Anfang ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. In diesem Fall bilden der zweite Teil des Anfanges und der Schluss der Geschichte einen Rahmen, was ein typisches Merkmal einer Kurzgeschichte ist. Hierbei fällt der Blick erneut auf den Erzähler, denn bevor er mit der eigentlichen Erzählung beginnt tätigt er folgende Aussage: „ahora es la hora de recostar un taburete a la puerta de la calle y empezar a contar desde el principio los pormenores de esta conmoción nacional, antes de que tengan tiempo de llegar los historiadores.“ (García Márquez, 2014:142)

Diese Aussage taucht fast identisch auch am Schluss auf, wodurch der Rahmen der Geschichte geschlossen wird (vgl. García Márquez, 2014:166). Hier stellt sich der Erzähler als solcher vor und gibt Auskunft über den Ort und die Zeit, in der er sich befindet (vgl. Paiewonsky-Conde, 1985:34). Er stellt seine Glaubwürdigkeit über die eines Historikers. Außerdem betont er die Relevanz der Geschehnisse.

Wenn man sich nun den ersten Abschnitt des Anfangs ansieht handelt es sich um einen orientierend-situationsbeschreibenden-Beginn. In äußerst knapper Weise gibt der Erzähler dem Leser so viele Informationen, dass man dem Handlungsverlauf folgen kann (vgl. Marx, 2005:65). Er benennt die Hauptfigur, wodurch sie sich auszeichnet und den Ort, an dem sich die Handlung abspielt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Kurzgeschichte vor und leitet zur zentralen Forschungsfrage über, wie die Mamá Grande ihre unangefochtene Machtposition halten konnte.

Analyse nach dem Vorbild von Leonie Marx: Hier wird die Erzählstruktur und die formale Gestaltung der Kurzgeschichte mithilfe der Theorie von Leonie Marx untersucht.

Das Vermögen als Quelle der Macht: Dieses Kapitel analysiert, wie die Mamá Grande ihren materiellen und immateriellen Reichtum nutzt, um ihre Autorität und Legitimität als Herrscherin zu untermauern.

Wie weit beeinflusst die Realität die Fiktion?: Der Abschnitt beleuchtet die Verbindung zwischen García Márquez' literarischem Werk und den dokumentarischen Grundlagen der lateinamerikanischen Realität.

Der Umgang mit La Violencia in Los funerales de la Mamá Grande: Hier wird die historische Dimension der Gewalt in Kolumbien und deren Spiegelung im Machtapparat der Mamá Grande kritisch betrachtet.

Schluss: Zusammenfassend wird die Korrelation zwischen Vermögen, Unterdrückung und politischer Herrschaft in der Geschichte sowie in der Realität resümiert.

Schlüsselwörter

Gabriel García Márquez, Los funerales de la Mamá Grande, Macht, Vermögen, La Violencia, Macondo, Herrschaft, Unterdrückung, Literaturanalyse, Fiktion, Realität, Kolumbien, Parodie, Diktatur, Erzählstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Machtverhältnisse in Gabriel García Márquez' Kurzgeschichte „Los funerales de la Mamá Grande“ und analysiert die Methoden, mit denen die Protagonistin ihre absolute Herrschaft etabliert und absichert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Mythos der Macht, die Bedeutung von materiellem und immateriellem Vermögen, das Verhältnis von Literatur zu historischer Realität sowie die Darstellung von politischer Gewalt und Unterdrückung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit geht der Frage nach, durch welche Mechanismen die Mamá Grande als alleinige Herrscherin über Macondo agieren konnte, ohne dass ihre gewaltbereiten und betrügerischen Handlungen wirksam hinterfragt oder verhindert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt literaturwissenschaftliche Analyseansätze, insbesondere das Schema von Leonie Marx zur Untersuchung von Kurzgeschichten, und kombiniert diese mit einer historisch-kontextuellen Analyse zur Einordnung der „La Violencia“.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse nach Marx, eine Untersuchung der Bedeutung von Reichtum als Machtquelle, die Beziehung zwischen fiktionaler Darstellung und kolumbianischer Realität sowie eine kritische Betrachtung der politischen Gewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Macht, Vermögen, La Violencia, Fiktion, Unterdrückung, Parodie und Herrschaft.

Welche Bedeutung hat das Vermögen für die Mamá Grande?

Das materielle Vermögen dient ihr als „fundamentale Quelle“ ihrer Macht, während das immaterielle Vermögen, bestehend aus moralischen Werten, dazu genutzt wird, ihre despotische Stellung nach außen hin zu rechtfertigen.

Wie wird das Verhältnis von Fiktion und Realität bewertet?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Realität zwar als Grundlage für die Handlung dient, die Erzählung jedoch eine satirische Fiktion darstellt, die gesellschaftliche Lehren für zukünftige Generationen vermitteln möchte.

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Details

Titel
Die Macht der Mamá Grande. Wodurch etabliert sich die Matrone als alleinige Herrscherin über Macondo?
Hochschule
Universität Paderborn
Note
2,3
Autor
Alicia Ramesohl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1180853
ISBN (PDF)
9783346602060
ISBN (Buch)
9783346602077
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literaturwissenschaften Spanisch Gabriel García Márquez
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alicia Ramesohl (Autor:in), 2020, Die Macht der Mamá Grande. Wodurch etabliert sich die Matrone als alleinige Herrscherin über Macondo?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1180853
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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