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Französische Kolonisation in der Karibik

Von Tordesillas und Adams Testament bis zu «îles à sucre»

Titel: Französische Kolonisation in der Karibik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2006 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Piotr Majchrzyk (Autor:in)

Französische Philologie - Landeskunde und Kultur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Neben den historischen Meilensteinen wie Erfindung des Buchdrucks, Eroberung Konstantinopels oder Beginn der Reformation wird auch die Entdeckung Amerikas als ein Ereignis genannt, das das Ende des Mittelalters markiert. In Spanien wird zu diesem Zeitpunkt gerade mit der Wiedereroberung Granadas die Reconquista vollbracht. Auf dem anderen Ende des Mittelmeerraumes befestigen die starken Osmanen ihre Herrschaft. So scheinen die äußere Grenzen der europäischen Expansion gesetzt zu werden. Durch Kolumbus’ Entdeckung wird die Welt plötzlich viel größer als vermutet. Neue fabelhafte Länder, deren Reichtümer die menschliche Vorstellungskraft weit übertreffen, erscheinen auf dem Horizont. Obwohl die Motivation der ersten Entdecker und Siedler (vor allem der Spanier) aus rein wirtschaftlichen und religiösen Gründen herrührt, wird es sich bald zeigen, dass die neuen Gebiete auch eine immense politische Wichtigkeit darstellen. Die Erweiterung des territorialen Einflussbereiches in der Neuen Welt erschafft den teilnehmenden Nationen eine Reihe von Vorteilen und verändert somit auch die Bedingungen für den europäischen Machtkampf. Es beginnt ein neues Zeitalter, ein Zeitalter der Entdeckungen, der Eroberung und Expansion. Und Frankreich wird dabei auch eine Rolle spielen.
In der vorliegenden Arbeit werden die Anfänge der französischen Kolonisation und spätere Entwicklung der Siedlungen sowie die Folgen der französischen Präsenz in der karibischen Region angesprochen. Es werden zuerst die Gegebenheiten gezeigt, die den spanisch-portugiesischen Weltmonopolanspruch festsetzen. Des Weiteren wird eine Entwicklung skizziert, die anfangs zur Verschärfung der französisch-spanischen Rivalität und dann zur Entstehung eines „Abenteuergeistes“ in Frankreich führt. Ferner werden die in den neuen Kolonien herrschende und ihre Entwicklung prägende Umstände aufgezeichnet. Mit der Darstellung der kolonialen Plantagenwirtschaft, ihrer Gesellschaft und der daraus resultierenden Konflikte wird das Thema abgeschlossen.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Kolumbus’ Entdeckung und die Weltteilung

2.1 Die Vormachtstellung Spaniens und Portugals

2.2 Situation in Frankreich

2.3 Gescheiterte Kolonisationsversuche in Florida und Brasilien

3. Wettbewerb auf den Meeren: zwischen Schifffahrt und Piraterie

3.1 Situation in Karibikraum

3.2 Auftakt zur französischen Präsenz in der Karibik: les corsaires, flibustiers et boucaniers

3.3 Ende der Übermacht Spaniens auf den Meeren

4. Begin der Expansion: D’Esnambuc und die Besiedlung von St. Christophe

4.1 Weitere Besitznahmen

4.2 Handelskompanien

4.3 Hölle statt Paradies, das System der engagés,

5. Der wechselhafte Schicksal der Antillen

6. Einführung des Zuckerrohranbaus und Übergang zur Sklavenarbeit

7. Plantagengesellschaft der Antillen am Beispiel von Sainte Domingue

7.1 Hierarchische Ordnung der Gesellschaft

7.2 Das soziale Gefälle und seine Konsequenzen

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung der französischen Kolonisation in der Karibik, beginnend bei den frühen Entdeckungsreisen bis hin zur Etablierung einer intensiven Plantagenwirtschaft. Dabei wird insbesondere der Übergang von einer Abenteuer- und Pirateriephase zu einer strukturierten Sklavenhaltergesellschaft analysiert, wobei die französisch-spanische Rivalität und die sozioökonomischen Folgen für die Region im Mittelpunkt stehen.

  • Die französisch-spanische Rivalität um die Vorherrschaft in der Karibik
  • Die Rolle der Piraterie und der Freibeuter als Vorreiter der Kolonisation
  • Die sozioökonomischen Bedingungen des Engagés-Systems
  • Der systemische Übergang vom Tabakanbau zur kapitalintensiven Zuckerproduktion
  • Die hierarchische Strukturierung der Plantagengesellschaft und ihre demographischen Folgen

Auszug aus dem Buch

3.2 Auftakt zur französischen Präsenz in der Karibik: les corsaires, flibustiers et boucaniers

Die ersten Schätze aus dem eroberten Mexiko gelangen nach Europa 1519. Die wertvollen Gegenstände und exotischen Tiere versetzen ihre Betrachter in maßloses Erstaunen. Albrecht Dürer beschreibt folgendermaßen den Eindruck, den er beim Anblick der aztekischen Kunstwerke 1520 bekam:

Und ich hab aber all mein lebtag nichts gesehen, das mein hercz also erfreuet hat als diese ding. Denn ich hab darin gesehen wunderliche künstliche ding und hab mich verwundert der subtilen ingenia der menschen in frembden landen. Und der ding weiß ich nit außzusprechen, die ich do gehabt hab.

Die Kunde von Reichtümern der Neuen Welt, die jetzt immer häufiger nach Spanien verschifft werden, breitet sich schnell aus. Bereits 1522 gelingt dem Jean Fleury aus Honfleur ein spektakulärer Coup vor der Azorenküste. Die gesamte Ladung der drei gekaperten Karavellen fällt in seine Hände. Darunter befinden sich u.a. 300kg Perlen, 230kg Goldpulver, große Menge von Edelsteinen, goldene Schilde, wertvolle Helmbüsche und andere aztekischen Kostbarkeiten, die als Geschenk Cortes an Karl V. gedacht waren. Der Schiffseigner, Reeder Jean Ango aus Dieppe, schlägt aus solchen Kaperfahrten innerhalb weniger Jahre ein Riesenvermögen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Diese Einleitung stellt die Entdeckung Amerikas als Zäsur dar und skizziert die französische Ambition, trotz der spanisch-portugiesischen Dominanz in der Neuen Welt Fuß zu fassen.

2. Kolumbus’ Entdeckung und die Weltteilung: Das Kapitel behandelt den spanisch-portugiesischen Anspruch auf die Neue Welt und die Versuche Frankreichs, diesen durch diplomatische und rechtliche Anfechtungen in Frage zu stellen.

3. Wettbewerb auf den Meeren: zwischen Schifffahrt und Piraterie: Hier wird der Seekrieg analysiert, der die Karibik zu einer Arena der Rivalität zwischen europäischen Mächten und privaten Akteuren wie Korsaren und Bukanieren machte.

4. Begin der Expansion: D’Esnambuc und die Besiedlung von St. Christophe: Dieses Kapitel schildert den offiziellen Start der französischen Kolonisationsbemühungen und die Gründung der ersten Siedlungen unter Richelieu.

5. Der wechselhafte Schicksal der Antillen: Ein Überblick über die ständigen Territorialverschiebungen und Konflikte, welche die Geschichte der französischen Karibikkolonien bis ins 18. Jahrhundert prägten.

6. Einführung des Zuckerrohranbaus und Übergang zur Sklavenarbeit: Der Text beschreibt den wirtschaftlichen Strukturwandel vom riskanten Tabakanbau hin zur hochprofitablen, arbeitsintensiven Zuckerproduktion und dem damit verbundenen Einsatz afrikanischer Sklaven.

7. Plantagengesellschaft der Antillen am Beispiel von Sainte Domingue: Eine Analyse der komplexen Sozialstruktur der Kolonien, die durch extreme demographische Unterschiede und rassistische Hierarchien gekennzeichnet war.

8. Fazit: Das Fazit fasst den Erfolg der französischen Etablierung in der Karibik zusammen und reflektiert kritisch über das Erbe der Sklaverei und die Problematik des kolonialen Diskurses.

Schlüsselwörter

Frankreich, Karibik, Kolonisation, Antillen, Zuckerrohranbau, Sklaverei, Plantagengesellschaft, Freibeuter, Dreieckshandel, Sozialstruktur, Code Noir, Sainte Domingue, Atlantik, Kolonialgeschichte, Imperialismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Etablierung und Entwicklung der französischen Kolonien in der Karibik zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die europäische Rivalität auf den Weltmeeren, die Rolle privater Freibeuter, das Engagés-System, der Übergang zur Plantagenwirtschaft und die soziale Hierarchie der Kolonien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung von den ersten unkoordinierten Versuchen zur Kolonisation bis zur systematischen Plantagensklavenwirtschaft aufzuzeigen und die daraus resultierenden sozialen Spannungen zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Literaturanalyse, die primäre und sekundäre Quellen nutzt, um den kolonialen Prozess aus einer historisch-kritischen Perspektive zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der Zeit der Entdeckungsreisen über die Piraterie und die Besiedlung von St. Christophe bis hin zur detaillierten Untersuchung des Zuckerrohranbaus und der gesellschaftlichen Schichtung in den Kolonien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Karibik, französische Kolonisation, Zuckerrohranbau, Plantagengesellschaft und Sklavenarbeit charakterisiert.

Warum war das Engagés-System für die Kolonien so problematisch?

Das System der zeitlich begrenzten Schuldknechtschaft führte zu unmenschlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, hohen Sterblichkeitsraten und schließlich zum Mangel an zuverlässigen Arbeitskräften, was den Übergang zur Sklavenarbeit beschleunigte.

Welche Bedeutung hatte die Insel St. Christophe für Frankreich?

Sie gilt als die Wiege der französischen Kolonisation in den Antillen, von wo aus die weitere Expansion in die Region vorangetrieben wurde.

Welchen Einfluss hatte der Code Noir auf die Gesellschaft?

Der Code Noir institutionalisierte die Rassentrennung und etablierte ein System systematischer Klassifizierungen basierend auf dem Anteil „schwarzen“ Blutes, was die koloniale Hierarchie zementierte.

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Details

Titel
Französische Kolonisation in der Karibik
Untertitel
Von Tordesillas und Adams Testament bis zu «îles à sucre»
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
HS: La francophonie en Amérique du Nord: civilisation et langue
Note
1,0
Autor
Piotr Majchrzyk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V118090
ISBN (eBook)
9783640202249
ISBN (Buch)
9783640207015
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Französische Kolonisation Karibik Amérique Nord
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Piotr Majchrzyk (Autor:in), 2006, Französische Kolonisation in der Karibik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118090
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Leseprobe aus  27  Seiten
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