Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung
Informationenzur Entstehung des Rolandsliedes, kurze Zusammenfassung der Thematik undAusblick auf die Fragestellung

B. Hauptteil
Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad
I. Der Verlauf der beiden großen Schlachten
a) Der Verrat Geneluns
b) Die erste Schlacht und Rolands Tod
c) Die Racheschlacht Karls
II. Die Darstellung der beiden Kriegsparteien
a) Die Darstellung der Heiden
b) Die Darstellung der Christen
III. Das Wirken Gottes im Kampf
IV. Die heidnischen Götter und ihre Unwirksamkeit
V. Die Rechtfertigung des Krieges als Auftrag Gottes

C. Schluss
Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit

D. Bibliographie

A. Einleitung

Informationenzur Entstehung des Rolandsliedes, kurze Zusammenfassung der Thematik undAusblick auf die Fragestellung

Das Rolandslied des Pfaffen Konrad, welches um etwa 1170 entstanden ist, gehört sicherlich zu den unbekannteren Epen des 12. und 13. Jahrhunderts[1].

Der Regensburger Kleriker schrieb das Werk im Auftrag Heinrichs des Löwen als erste deutschsprachige Adaption des altfranzösischen „Chansons de Roland“ und es zählt zur Kreuzzugsdichtung[2].

Die Erzählung beschreibt den Kampf zwischen Christen und Heiden, wobei zwei große Schlachten, welche hauptsächlich durch die Einzelkämpfe bestimmter Charaktere ausgetragen werden, die Handlung bestimmen.

Kaiser Karl zieht mit seinem Heer nach Saragossa in Spanien um auch die letzten Heiden zu vernichten beziehungsweise zu bekehren.

Dessen König Marsilie bietet ihm unter einer List an, zum Christentum überzutreten, um so den Abzug des fränkischen Heeres zu erreichen.

Nach einer Beratung Karls mit seinen Vertrauten, kommen die Christen zu dem Schluss, dass sie einen Boten senden, der die Pläne Marsilies aufdecken solle.

Roland schlägt Genelun vor, der wiederum auf Rache sinnt und Verrat an seinen Freunden begeht, indem er plant die Nachhut des Heeres, welche Roland befehligt, zu überfallen, sobald Karl mit dem Hauptheer abzogen ist.

Der König der Heiden willigt ein und es kommt zur großen Schlacht, in der alle Christen und fast alle Heiden getötet werden.

Der weitere Verlauf wird im Anschluss der Ausarbeitung genauer dargelegt.

Ebenfalls soll während der Bearbeitung das gegensätzliche Bild der beiden Kriegsparteien dargestellt und analysiert werden.

Auch die Präsenz Gottes im Kampf, welche direkt mit der Unwirksamkeit der heidnischen Götzen einhergeht und welche den Christen immer wieder Hilfe zukommen lässt, wird untersucht werden.

Abschließend soll die Rechtfertigung der Kreuzzüge beschrieben werden, die sich als Gottes Auftrag verstehen und wodurch die Christen ihr Seelenheil und den Einzug in das himmlische Reich durch den Märtyrertod erlangen können.

Es wird auch hinterfragt werden, ob die Schlacht zwischen Christen und Heiden wohl nur Hintergrund einer Darstellung des Kampfes zwischen Gott und Teufel ist.

B. Hauptteil

Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad

I. Der Verlauf der beiden großen Schlachten

a) Der Verrat Geneluns

Im Zentrum des Rolandsliedes stehen zwei unmittelbar aufeinander folgende Schlachten, wobei der Schwerpunkt auf der ersten Schlacht zwischen den Heeren Rolands und Marsilies liegt.[3]

Im Folgenden sollen nun der Verrat Geneluns, die Vorbereitungen der Christen und die der Heiden auf diese erste Schlacht und der Verlauf des Konfliktes bis zum Tode Rolands dargestellt werden.

Nachdem die Christen von Genelun verraten wurden und Karl mit seinem Heer abgezogen war, greifen die Heiden mit einer großen Übermacht an.

Zuvor hatte Genelun Karl geraten, das Angebot der Heiden, sich bekehren zu lassen und Geiseln zu stellen, anzunehmen und nach Hause zu ihren Familien zurückzukehren (1196-1221)[4].

Roland schlägt daraufhin vor, dass Genelun sich als Bote zur Verfügung stellen solle um herauszufinden, ob die Heiden wirklich die Absicht haben, das Christentum anzunehmen oder ob es sich nur um eine Täuschung handelt (1365-1376)[5].

Daraufhin gerät Genelun in große Wut und begeht seinen schwerwiegenden Verrat an seinem Herren und dem Christentum.

Nachdem er mit Marsilie einen Plan ausgearbeitet hat, überbringt er Karl die Nachricht, dass die Heiden ihr Versprechen einlösen wollen und dass sie den Heimweg antreten könnten.

Karl stimmt zu und lässt Roland mit seinen 12 Getreuen zurück um das Land zu bewachen.

Damit ist der Plan Geneluns, Roland und seine Mannen zu isolieren um sie töten zu lassen, aufgegangen (1859-2965)[6].

Anzumerken ist hier, dass es zwischen Genelun und Roland nicht um christliche Tugenden oder Gesinnungen geht, sondern neben geringfügigen materiellen Interessen, die Geneluns Verrat noch fördern, hauptsächlich um Kriegsmüdigkeit und das Verlangen in die Heimat zur Familie zurückzukehren.[7]

Zwar wird er immer wieder als Verräter bezeichnet, doch wird ihm seine Ritterlichkeit nicht abgesprochen da er als kraftvoller und strahlender Krieger dargestellt wird (1655-1660)[8] und weil er zu keinem Zeitpunkt Karl und Gott verleugnet.

Nachdem die Vorgeschichte erläutert wurde, erfolgt nun die Schilderung der ersten Schlacht zwischen Roland und Marsilie.

b) Die erste Schlacht und Rolands Tod

Die Vorbereitungen der beiden Kriegsparteien auf die Schlacht werden im nächsten Gliederungspunkt, also den Darstellungen der Kontrahenten, behandelt, da sie deutlichen Aufschluss über den Charakter der Christen bzw. der Heiden geben.

Hier soll in knapper Form der Verlauf der ersten Schlacht dargestellt werden und welche Auswirkungen sie auf die weiteren Geschehnisse hat.

Nachdem sich die Gegner auf die bevorstehende Schlacht vorbereitet haben und Marsilies Gefolgsleute ihm geschworen haben, Roland zu töten (3369-4016)[9], beginnt die eigentliche Schlacht.

Diese nimmt mit knapp 3000 Versen (4017-6949)[10] den Hauptteil des gesamten Werkes ein.

Der erste Abschnitt der Schlacht (4017-5206)[11] behandelt die Vernichtung von 12 Heidenführern und ihren Heeren.

Zwischendurch wird das Kampfgeschehen immer wieder unterbrochen um dem Leser die Hintergründe des Kampfes stetig vor Augen zu führen und um das Wirken Gottes bzw. die Unwirksamkeit der Heidengötter zu verdeutlichen[12].

Eine weitere wichtige Szene im Vorfeld der Schlacht behandelt die Tatsache, dass Roland nicht sein Horn bläst, um Karl zu Hilfe zu holen, obwohl sein Freund Olivier ihm dazu rät.

Doch Roland erwidert, dass die Heiden nicht so zahlreich seien und bereits von Gott verurteil worden wären (3864-3897)[13].

Hier wird wiederholt das Streben nach dem Märtyrertod im Auftrag Gottes durch den Kampf mit dem Schwert betont, was jedoch später nochmals genauer aufgegriffen werden soll[14].

Während dieser ersten Phase der Schlacht stürmen die Christen auch heidnische Tempel und töten die Tempelbläser (4167-4216)[15].

Hier zeigt sich wieder, dass es den Christen vorerst nicht um materielle Ansprüche geht, da Roland seinen Mitstreitern verbietet, sich an dem gefundenen Gold zu bereichern.

Allerdings verspricht er, dass jeder am folgenden Tag, sofern er noch am Leben sei, alles nehmen dürfe, was er wolle.

Der Kampf gegen die Ungläubigen steht aber im Vordergrund und darf durch keine weltlichen Reize vernachlässigt werden.

Nachdem die Christen die überwältigende Zahl der Heiden immer wieder zurückgeschlagen haben und viele heidnische Führer getötet worden waren, verflucht König Marsilie Genelun und entschließt sich mit seinem gesamten Heer anzugreifen, um eine Entscheidung zu seinen Gunsten herbeizuführen (5207-5481)[16].

Die folgenden Ereignisse lassen sich kurz zusammenfassen.

Als sein Bruder und sein Sohn getötet worden waren und Margariz als einziger lebender Heide zu Marsilie zurückgekehrt war, lässt dieser zum letzten großen Angriff aufrufen.

Viele Christen finden den Tod und Roland bläst endlich sein Horn Olifant um Karl zu rufen.

Dieser ist entsetzt vor Ärger und Trauer und eilt Roland zu Hilfe.

Währenddessen verteidigen sich die Christen weiterhin gegen das Heer Marsilies, wobei jedoch alle außer Roland sterben und dieser selbst schwer verletzt wird.

Als die Heiden schließlich erfahren, dass Karl auf dem Weg zu ihnen ist, flüchten sie mit großer Furcht und lassen den sterbenden Roland zurück.

Dieser muss sich nochmals gegen einen einzelnen Heiden erwehren, stirbt aber dennoch und sein Handschuh wird von Engeln empfangen (6888-6891)[17].

Als Karl schließlich bei den Gefallenen eintrifft, beklagt er vor allem Roland und setzt zur Verfolgung der Heiden an.

Die große Hauptschlacht ist hiermit beendet woraufhin nun die Vergeltungsschlacht Karls gegen Paligan, dem König der Perser, eingeleitet wird.

[...]


[1] Vgl. Richter, Horst: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Darmstadt 1981. S. 1

[2] Vgl. Spiewok, Wolfgang: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Hrsg. von Buschinger, Danielle und Spiewok,

Wolfgang. Greifswald 1996. S. 5 (Vorwort)

[3] Vgl. Pütz, Hans Henning: Die Darstellung der Schlacht in mittelhochdeutschen Erzähldichtungen von 1150 bis

um 1250. Hamburg 1971. S. 29

[4] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. Stuttgart 1996. S. 89-91

[5] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 101

[6] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 135-211

[7] Vgl. Waltz, Matthias: Rolandslied. Wilhelmslied - Alexiuslied. Zur Struktur und geistlichen Bedeutung.

Heidelberg 1965. S. 25-26

[8] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 121-123

[9] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 239-281

[10] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 281-471

[11] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 281-361

[12] Vgl. Pütz, Hans Henning: Die Darstellung der Schlacht in mittelhochdeutschen Erzähldichtungen von 1150 bis

um 1250. S. 40

[13] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 273-275

[14] Vgl. Schäfer-Maulbetsch, Rose Beate: Studien zur Entwicklung des mittelhochdeutschen Epos.

Göppingen 1972. S.385

[15] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 291-295

[16] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 361-377

[17] Vgl. Kartschoke, Dieter: Das Rolandslied des Pfaffen Konrad. S. 467

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
18
Katalognummer
V118093
ISBN (eBook)
9783640202270
ISBN (Buch)
9783656034711
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung, Rechtfertigung, Krieges, Rolandslied, Pfaffen, Konrad
Arbeit zitieren
Christian Lübke (Autor), 2008, Die Darstellung und die Rechtfertigung des Krieges im Rolandslied des Pfaffen Konrad, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118093

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