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Die Funktion des Spracherwerbs in der Fremde in Ilija Trojanows Roman "Der Weltensammler"

Titel: Die Funktion des Spracherwerbs in der Fremde in Ilija Trojanows Roman "Der Weltensammler"

Essay , 2015 , 16 Seiten , Note: A

Autor:in: Jyotsna Vaidya (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Essay analysiert und interpretiert den Roman "Der Weltensammler" von Ilija Trojanow. Dabei zeigt er, wie der Protagonist Burton sich mit verschiedenen Kulturen auseinandersetzt, warum er sich mit ihnen beschäftigt und inwieweit ihm der Spracherwerb hilft. Die Arbeit konzentriert sich nur auf den ersten Teil des Romans, der Burtons Aufenthalt in Indien schildert.

Der bulgarische Autor, Übersetzer und Verleger Ilija Trojanow ist in vielen Ländern und damit in verschiedenen Kulturen der Welt aufgewachsen. Er ist auch als "reisender Schriftsteller" bekannt. Bei seinen Touren durch die Kontinente und seinen zahlreichen Aufenthalten in verschiedenen Ländern sind die jeweiligen Sprachen für ihn gleichermaßen wichtig gewesen. Seit seiner Kindheit begegnete er verschiedenen Kulturkreisen, die ihn dazu ermutigten, diese Sprachen zu lernen. Auch einige der indischen Sprachen beherrscht er fließend.

Trojanows Faszination für eine der schillernden Figuren des englischen Kolonialismus, nämlich Sir Richard Francis Burton, hat er in seinem umfangreichen Roman "Der Weltensammler" (2006) verarbeitet. Burton interessiert sich nicht nur für das Andere, sondern er versucht auch, sich mit allen Sinnen die anderen, fremden Kulturen in Verkleidung anzueignen. In diesem Prozess der Assimilation spielen Sprachen eine wesentliche Rolle.

Der Roman fällt durch Perspektivwechsel auf, in denen Trojanow die Stimmen der Eingeborenen, d.h. der indischen Figuren, zu Wort kommen lässt und den anderen sowohl von innen als auch von außen beobachtet. Auf diese Weise betont Trojanow die Interaktion zwischen den beiden Gegensätzen und lässt seinen Protagonisten sich in dem Raum bewegen, der durch die Interaktion zwischen den beiden Polen, d.h. dem Selbst und dem Anderen, entstanden ist. Trojanow glaubt fest an die Verschmelzung der Kulturen, in der sich verschiedene kulturelle Identitäten gegenseitig beeinflussen und vermischen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ilija Trojanow – der Kosmopolit

3. Der „Weltensammler“ Burton

4. Burtons Assimilationsversuche

5. Sprache als die Tür in die Fremde

5.1 Fremdsprachen für Spionage

5.2 Assimilationsversuche durch Liebeserxkursionen

5.3 Die „Übersetzbarkeit“ und die „Übersetzungsnotwendigkeit“

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Funktion des Spracherwerbs in Ilija Trojanows Roman „Der Weltensammler“. Dabei wird analysiert, inwiefern der Protagonist Sir Richard Francis Burton Sprachen als Instrumente der kulturellen Aneignung, der Spionage und der Identitätsbildung einsetzt, um die Grenzen zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu überbrücken.

  • Die Rolle von Sprache als "Waffe" und Schlüssel zur fremden Kultur.
  • Die postkoloniale Darstellung von Identität und Hybridität.
  • Die Bedeutung von Verkleidung, Mimikry und Maskerade bei der Assimilation.
  • Das Spannungsfeld zwischen dem Drang zum kulturellen Verstehen und kolonialen Machtinteressen.
  • Die sprachliche Gestaltung des Romans und die Strategie der "Übersetzbarkeit".

Auszug aus dem Buch

5. Sprache als die Tür in die Fremde

Die Zeit- und Raumerfahrungen in der Fremde beeinflussen alle Lebensbereiche von Burton. Die Fremdheit begegnet ihm in unterschiedlicher Stärke. Die Sprache als ein wichtiges Kommunikationsmittel spielt da eine zentrale Rolle. Ohne die Sprachkenntnisse ist die Grenze zwischen dem Eigenen und dem Fremden fast unüberschreitbar. In dem Prozess der Assimilation betrachtet Burton die Sprachen als „Waffen“. Er wünscht sich einen Gelehrten, der ihm die Sprachen gründlich beibringt. Er lässt seinen Diener Naukaram so einen Lehrer aussuchen. „Mit Grammatiken allein komme ich nicht weiter“17. Upanitsche ist ein weiser Brahmane, ein kleiner aber ein hochangesehner Mann in Baroda, der sogar der englischen Sprache mächtig ist. Der Unterricht des Guru Upanitsche umfasst nicht nur Sprachkenntnis, sondern er erklärt und interpretiert Burton gerne die heiligen Texte. Burton glaubt in seinem „Augengrund“ eine mögliche Freundschaft zu erkennen und respektiert ihn auch.

Mit immenser Wissbegierde fragt Burton beim Lernen nach dem Ursprung jeder Einheit. Er lernt nach einem gewissen Grad eher das Originelle; das Sanskritische auswendig, ohne Übersetzung. „Sie haben recht, lernen sie diese Mantra einfach auswendig. Die Bedeutung kann später folgen. Sie wirkt, Sie werden es sehen, sie wirkt Welten“19. Das Erlernen der indischen Sprachen umfasst also über grammatische Regel und Wortschatz hinasgehend die nonverbalen Signale, kulturspezifische Gestik usw. Mithilfe dieser sprachlichen Vertrautheit bemüht Burton sich um einen Zugang zu einer genauen Kenntnis der hinduistischen Tradition d. h., zu den religiösen Texten, Sitten, Gebräuchen und Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Auflösung starrer Identitätskonzepte in einer globalisierten Welt und führt in die Fragestellung ein, wie sich das Eigene und das Fremde in der modernen Literatur begegnen.

2. Ilija Trojanow – der Kosmopolit: Das Kapitel zeichnet den Lebensweg Trojanows nach und beleuchtet dessen eigene Identität als Reisender zwischen den Kulturen, die als Grundlage für sein literarisches Schaffen dient.

3. Der „Weltensammler“ Burton: Es wird die historische Figur des Sir Richard Francis Burton eingeführt und dargelegt, wie Trojanow diese in seinem Roman als vielschichtigen, polyfonen Protagonisten konstruiert.

4. Burtons Assimilationsversuche: Dieses Kapitel untersucht Burtons Distanzierung von viktorianischen Idealen und seinen Wunsch, sich durch aktive Aneignung fremder Lebensweisen den Einheimischen anzugleichen.

5. Sprache als die Tür in die Fremde: Das Hauptkapitel analysiert detailliert, wie Burton durch Spracherwerb und kulturelles Studium versucht, in die indische Gesellschaft einzudringen und dabei zwischen verschiedenen Rollen schwankt.

6. Schluss: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Burton trotz seiner Bemühungen um kulturelle Hybridität ein rätselhafter Protagonist bleibt, dessen Identität im Kontext kolonialer Machtstrukturen nie vollständig entzifferbar ist.

Schlüsselwörter

Ilija Trojanow, Der Weltensammler, Richard Francis Burton, Spracherwerb, kulturelle Identität, Assimilation, Postkolonialismus, Hybridität, Fremdheit, kulturelle Aneignung, Mimikry, Mehrsprachigkeit, Orient, Indologie, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Funktion von Spracherwerb und kultureller Anpassung am Beispiel der Romanfigur Sir Richard Francis Burton in Ilija Trojanows Werk „Der Weltensammler“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf postkolonialen Identitätskonzepten, dem Prozess der kulturellen Assimilation, der Rolle der Sprache als Brücke und Waffe sowie der literarischen Polyfonie.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie und warum Burton Sprachen lernt und inwiefern ihm der Spracherwerb dabei hilft, die Grenzen zwischen seiner eigenen Identität und der fremden indischen Kultur zu überbrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die postkoloniale Theorieansätze (u.a. von Homi K. Bhabha) zur Untersuchung der Texte einsetzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Burtons Assimilationsstrategien, die Funktion von Fremdsprachen für seine Spionagetätigkeiten sowie die Problematik der "Übersetzbarkeit" im Roman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Hybridität, Mimikry, kulturelle Aneignung, Mehrsprachigkeit und der "Dritte Raum".

Wie nutzt Burton den Spracherwerb im Kontext der Spionage?

Burton nutzt das Erlernen lokaler Sprachen als notwendiges Werkzeug, um seine britische Herkunft zu verschleiern, Vertrauen bei den Einheimischen zu gewinnen und Informationen für die Kolonialherrschaft zu sammeln.

Warum bleibt Burton trotz seiner Assimilation eine zwiespältige Figur?

Obwohl Burton versucht, die fremde Kultur von innen heraus zu verstehen, bleibt er letztlich ein Repräsentant des kolonialen Systems, der Wissen sammelt, um Macht über das Andere auszuüben.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Funktion des Spracherwerbs in der Fremde in Ilija Trojanows Roman "Der Weltensammler"
Hochschule
Savitribai Phule Pune University, formerly University of Pune
Note
A
Autor
Jyotsna Vaidya (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V1181546
ISBN (PDF)
9783346602978
ISBN (Buch)
9783346602985
Sprache
Deutsch
Schlagworte
funktion spracherwerbs fremde ilija trojanows roman weltensammler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jyotsna Vaidya (Autor:in), 2015, Die Funktion des Spracherwerbs in der Fremde in Ilija Trojanows Roman "Der Weltensammler", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181546
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Leseprobe aus  16  Seiten
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