Diese Arbeit stellt sich die Frage, welche komplexe und bedeutungsvolle Rolle „Sprache“ in der Integration einnimmt, was Integration überhaupt ist und inwiefern Experten wie zum Beispiel Sozialarbeiter darauf Einfluss nehmen können.
In dieser Arbeit wird sich explizit auf die Einwanderung in Deutschland bezogen sowie auch speziell auf die Migrationsbewegung von 2015. Das Augenmerk liegt dabei ganz besonders auf Flüchtlingen, die aus Syrien in die Bundesrepublik gekommen sind.
Historisch betrachtet gab es immer wieder Situationen, in denen einzelne Menschen oder auch ganze Menschengruppen ihre gewohnte Lebensumgebung verließen und auf Wanderungen gingen. Anlässe dafür waren für sie mitunter Krieg, Verfolgung, Naturphänomene oder generell die Hoffnung auf bessere Lebensperspektiven. Schon vor etwa 200.000 Jahren in Ostafrika, wo sich der Homo Sapiens entwickelte, begannen derartige Prozesse.
Bestimmte Gruppen dieser Menschen gaben ihre Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen auf und ließen sich im Laufe der Jahrhunderte vor allem auch auf anderen Kontinenten nieder, wodurch sich die uns jetzt bekannten Gesellschaften herauskristallisieren konnten. Im Vergleich zu heutigen staatlichen und politischen Strukturen gab es zum Beginn der Menschheitsgeschichte weit weniger Hürden, wie etwa Staatsgrenzen, Sprachbarrieren, Zölle oder Bürokratie, sodass das wohl größte Erschwernis einer Wanderung vor 200.000 Jahren wahrscheinlich hauptsächlich geografischer Natur war. Dies änderte sich mit der Weiterentwicklung und Differenzierung unterschiedlicher Kulturen.
Über die Jahrhunderte hinweg bis heute gab und gibt es immer Wanderungen oder Bewegungen, welche zum Beispiel durch die zur Zeit aktuellen politischen oder religiösen Situationen ausgelöst wurden. Auch terminologisch ändert sich bis heute einiges. Wir sprechen jetzt nicht mehr nur von Wanderungen, sondern von Flüchtlingsbewegungen, Migrationsprozessen und Integration. Auch heutzutage muss der Weg vom Heimatland zum neuen Lebensort zwar nicht zwangsläufig mit einer Fluchtbewegung begründet sein, jedoch wirken viele Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen, auf eine Person, Familie oder Gruppe ein.
Unabhängig von den Gründen, die die Menschen dazu bewegen, ihr Heimatland zu verlassen, stehen sie, am geografischen Ziel angekommen, vor vielen neuen Herausforderungen. Vor allem die Sprache eines neuen Landes kann eine große Hürde, aber auch eine große Chance sein.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel I: Theoretische Hinführung zu den Kernbegriffen der Integration
1.1 Begriffserklärung
1.1.1 Flüchtlinge und MigrantInnen
1.1.2 Migration und Integration
1.1.3 Sprachliche Integration
1.2 Zahlen und Fakten der Flüchtlingsbewegungen in Deutschland
1.2.1 Statistische Analyse
1.2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen für Geflüchtete in Schule, Bildung und Beruf
Kapitel II: Aktuelle Betrachtung der Perspektive der Flüchtlingsbewegungen
2.1 Politische Perspektive
2.2 Politische Perspektive aus Sicht der Flüchtenden
2.3 Bedeutung zentraler Organisationen in der Integrationsarbeit
Kapitel III: Kontroversen und Probleme in der sprachlichen Integration in der BRD
3.1 Sprache und Bildung als aktueller sozialer und politischer Gegenstand
3.2 Zwischen Anspruch und Realität
3.3 Kulturelle Hindernisse sprachlicher Integration
3.3.1 Bildungsstandards
3.3.2 Familienverhältnisse und Geschlechterrollen
Kapitel IV: Möglichkeiten und Chancen der sprachlichen Integration
4.1 Chancen für MigrantInnen
4.2 Wirtschaftliche Chancen des Aufnahmelandes Deutschlands
Kapitel V: Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Sprache für den Erfolg von Integrationsprozessen in Deutschland, insbesondere unter Bezugnahme auf die Migrationsbewegung ab 2015. Im Fokus steht die Forschungsfrage, inwieweit die Arbeit in Sprachbildungsstätten die Integration von Geflüchteten positiv oder negativ beeinflussen kann.
- Theoretische Fundierung der Begriffe Integration, Migration und sprachliche Integration.
- Analyse der statistischen Fakten und rechtlichen Rahmenbedingungen der Flüchtlingssituation.
- Gegenüberstellung der Perspektiven von Politik, aufnehmender Gesellschaft und Flüchtenden.
- Identifikation kultureller und bildungsspezifischer Hindernisse bei der sprachlichen Integration.
- Erörterung wirtschaftlicher Chancen durch erfolgreiche Arbeitsmarktintegration.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Flüchtlinge und MigrantInnen
Der erste Terminus, der in diesem Sinne betrachtet werden soll, ist der des Flüchtlings. Aus der Perspektive von Michael Maier-Borst wird in dem Werk „Deutschland Einwanderungsland“ dieser Begriff wie folgt definiert:
„[a]us rechtlicher Perspektive sind Flüchtlinge eine besondere Form der MigrantInnen. Sie verlassen ihren Herkunftsstaat nicht freiwillig, sondern sie suchen in einem anderen Staat Schutz vor der Verfolgung.“
Er gibt in diesem Werk eine kurze, aber treffende Definition über den Begriff, wobei der wichtigste Aspekt dieser Erläuterung der ist, dass die Menschen unfreiwillig gehen. Somit sind MigrantInnen allgemein formuliert Personen, die ihr Heimatland aus einem spezifischen Grund verlassen und sich in einem anderen Staat niederlassen. Der Kernunterschied zu dem dazugehörigen Unterbegriff Flüchtling ist also die Tatsache, dass eben diese keine andere Wahl haben und ihr Land verlassen müssen, wohingegen MigrantInnen jene durchaus haben können und sich aus freien Stücken dazu entscheiden das Land ihrer Geburt zu verlassen Aus diesem Grund fehlen, meiner Ansicht nach, spezifischere Aussagen zu den Gründen der Flucht, der sogenannten Push-Faktoren.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel I: Theoretische Hinführung zu den Kernbegriffen der Integration: Einführung in die zentralen Begriffe der Arbeit, statistische Analyse der Flüchtlingsbewegungen seit 2015 und Erläuterung der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Kapitel II: Aktuelle Betrachtung der Perspektive der Flüchtlingsbewegungen: Beleuchtung der politischen Sicht auf die Flüchtlingswelle sowie die Darstellung der individuellen Perspektiven und Erfahrungen der geflüchteten Menschen.
Kapitel III: Kontroversen und Probleme in der sprachlichen Integration in der BRD: Auseinandersetzung mit den Herausforderungen durch Bildungssysteme, kulturelle Barrieren und familiale Strukturen.
Kapitel IV: Möglichkeiten und Chancen der sprachlichen Integration: Analyse der Bildungschancen für MigrantInnen sowie der wirtschaftlichen Potenziale für das Aufnahmeland Deutschland.
Kapitel V: Fazit: Zusammenfassende Reflexion der Ergebnisse über die essenzielle Rolle der Sprache als Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe.
Schlüsselwörter
Integration, Migration, Sprachförderung, Flüchtlingsbewegung, Bildungssystem, Asylrecht, BAMF, Sprachkurs, Soziale Arbeit, Arbeitsmarkt, Interkulturelle Kompetenz, Sprachbarrieren, Qualifizierung, Geflüchtete, Fachkräftemangel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die fundamentale Bedeutung des Spracherwerbs als Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Geflüchteten in die deutsche Gesellschaft und den Arbeitsmarkt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit befasst sich mit Begriffsdefinitionen, statistischen Daten zur Fluchtmigration, rechtlichen Aspekten, der Rolle von Bildungsinstitutionen sowie wirtschaftlichen Chancen durch Arbeitsmarktintegration.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Leitfrage lautet: Inwieweit kann die erfolgreiche Arbeit in Sprachbildungsstätten die Integration oder Integrationsprozesse in Deutschland positiv oder auch negativ beeinflussen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachtermini, der Auswertung statistischer Daten des BAMF sowie der Reflexion von Erfahrungen aus der Praxis der Sprachvermittlung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Darstellung politischer und persönlicher Perspektiven, die Untersuchung von Integrationshindernissen und die Erörterung von Chancen für MigrantInnen und die Wirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Integration, Migration, Sprachförderung, Flüchtlingsbewegung, Asylrecht und Bildungsstandards.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Flüchtlingen und Migranten für die Arbeit wichtig?
Die Autorin betont die Differenzierung aufgrund der Freiwilligkeit oder Unfreiwilligkeit des Verlassens des Heimatlandes, was für das Verständnis der jeweiligen Schutzbedürfnisse und die rechtliche Einordnung essenziell ist.
Welche Rolle spielen Sozialarbeiter laut der Autorin?
Sozialarbeiter sind wichtige Akteure, die Geflüchtete nicht nur bei Behördengängen und Sprachhürden unterstützen, sondern auch Kompetenzen zur Traumabewältigung und kulturellen Orientierung vermitteln müssen.
- Arbeit zitieren
- Marie-Louise Zeitz (Autor:in), 2019, Die Bedeutung der sprachlichen Integration in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181586