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Geistliche und höfische Elemente in "Tristan" von Gottfried von Straßburg

Das Gottesurteil als religiös motiviertes Instrument zur Überprüfung und Wiederherstellung höfischer Wertvorstellungen

Título: Geistliche und höfische Elemente in "Tristan" von Gottfried von Straßburg

Trabajo de Investigación , 2018 , 58 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Nina Groß (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit den geistlichen und höfischen Elementen in "Tristan" von Gottfried von Straßburg und behandelt das Gottesurteil als religiös motiviertes Instrument zur Überprüfung und Wiederherstellung höfischer Wertvorstellungen.

Die Darstellung des höfischen Lebens mit all seinen Facetten und Wertvorstellungen sind genauso Teil des höfischen Romans wie die Darlegung der Beziehung der handelnden Figuren zum christlichen Glauben. Gottfrieds von Straßburg Werk "Tristan", welches um 1210 entstand, thematisiert Elemente des höfischen Lebens sowie die Verbundenheit der Protagonisten, beziehungsweise der gesamten höfischen Gesellschaft zum Christentum.

Diese Arbeit widmet sich der Frage, wie geistliche und höfische Wertevorstellungen im Roman von Gottfried von Straßburg für den Leser aufbereitet werden und wie der Autor die Beziehungen der Figuren zu Gott und zum höfischen Leben illustriert. Es wird erörtert, inwiefern Tristan und Isolde den christlich-religiösen und den höfischen Wertekodex verletzen und welche Gründe es gibt, warum es aus höfischer und religiöser Sicht zu keinem Schuldspruch kommt.

In dieser Arbeit wird dargelegt, welche Erkenntnisse über das Verhältnis geistlicher und höfischer Wertekonventionen in Isoldes Eisenprobe gewonnen werden. Es wird zudem analysiert, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden können, dass sich die höfische Gesellschaft eines augenscheinlich religiös intendierten Gerichts bedient, um den König zu verurteilen.

Die Ergebnisse werden im Anschluss mit der Gotteskonzeption und den verschiedenen Gottesdarstellungen in Verbindung gebracht, die im Roman zu finden sind. Außerdem wird der Kommentar Gottfrieds von Straßburg in seiner Bedeutung untersucht und interpretiert. Zudem wird anhand der Ordalsszene analysiert, inwiefern der höfische Wertekodex verletzt und schließlich im Ordal überprüft wird und welchen Stellenwert die höfischen Wertevorstellungen im restlichen Roman innehaben. In einem letzten Punkt wird der besondere Stellenwert der minne analysiert, um erklären und zu verstehen zu können, warum Tristan und Isolde letztendlich von jeder Schuld freigesprochen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturhistorischer Kontext des Ordals

2.1 Definition und Etymologie

2.2 Geschichtlicher Ursprung und das Ende der Ordale im 13. Jahrhundert

2.3 Verschiedene Formen des Ordals

2.4 Der Ablauf der Eisenprobe

2.5 Das Gottesurteil als Motiv in der Literatur

3. Got unde der werlde gevallen: Geistliche und höfische Elemente, insbesondere in der Szene des Gottesurteils, und der Stellenwert von Isoldes Eisenprobe zum Kontext des Romans

3.1 Die Darstellung der Eisenprobe und Untersuchung der Ordalsszene im Bezug zum Roman

3.2 Die Darstellung christlicher Ästhetik und Wertevorstellungen im Tristan insbesondere in der Gottesurteilsepisode

3.2.1 Bedeutung und Auslegung des Kommentars von Gottfried von Straßburg

3.2.2 Die Gotteskonzeption und Darstellung christlicher Ästhetik in der Szene des Gottesurteils

3.2.3 Der unerforschliche Gott? Die Gotteskonzeption im Tristan

3.2.4 Der höfische Gott

3.3 Die Darstellung von höfischer Ästhetik und Wertevorstellungen im Tristan, insbesondere im Gottesurteil

3.3.1 Die Wiederherstellung der êre als vorrangiges Ziel und das Gottesurteil als Instrument zur Gegensteuerung des höfischen Ordnungsverlustes

3.3.2 Die Thematik und der Konflikt der triuwe

4. Fazit: Harmonie zwischen got unde der werlde als Erziehungsziel

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von geistlichen und höfischen Werten in Gottfrieds von Straßburg "Tristan", wobei die Szene der Eisenprobe als zentraler Analysepunkt dient. Das Hauptziel besteht darin zu klären, warum Tristan und Isolde trotz ihrer Verstöße gegen christliche und höfische Wertekodexe nicht verurteilt werden und welche Rolle das Gottesurteil als Instrument der gesellschaftlichen Stabilisierung spielt.

  • Kulturhistorische Einordnung und Funktionsweise des mittelalterlichen Gottesurteils (Ordal)
  • Analyse der Gotteskonzeption und christlichen Ästhetik im "Tristan"
  • Untersuchung der höfischen Leitbegriffe êre und triuwe im Kontext des Romans
  • Interpretation des Erzählerkommentars als ironische Auseinandersetzung mit der Rechtswirklichkeit

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Bedeutung und Auslegung des Kommentars von Gottfried von Straßburg

Die wichtigste Stelle im Tristan, die auch in der Forschung zuallererst herangezogen wird, wenn Aussagen über das Gottesbild des Romans aufgestellt werden, 70 ist der letzte Teil der Gottesurteilsepisode: Gottfrieds Kommentar.

Der vieldiskutierte Kommentar erstreckt sich auf 18 Verse71 und erklärt Gottes Eingreifen wie folgt:

dâ wart wol g'offenbaeret

und al der werlt bewaeret,

daz der vil tugenthafte Christ

wintschaffen alse ein ermel ist.

er vüegetunde suochet an,

dâ man'z an in gesuochen kan,

alse gecuoge und alse wol,

als er von allem rehte sol.

erst allen herzen bereit,

ze durnehte und ze trügeheit.

Ist ez ernest, ist ez spil,

er ist ie, swie sô man wil.72

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Ambivalenz des Verhältnisses von Tristan und Isolde zu christlichen und höfischen Werten ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Gottesurteilsepisode.

2. Kulturhistorischer Kontext des Ordals: Dieses Kapitel erläutert die rechtshistorischen Grundlagen, die Definitionen und die verschiedenen Formen mittelalterlicher Gottesurteile sowie deren literarische Rezeption.

3. Got unde der werlde gevallen: Geistliche und höfische Elemente, insbesondere in der Szene des Gottesurteils, und der Stellenwert von Isoldes Eisenprobe zum Kontext des Romans: Das Hauptkapitel analysiert die Ordalsszene und die darin enthaltenen religiösen sowie höfischen Spannungsfelder in Gottfrieds Roman.

4. Fazit: Harmonie zwischen got unde der werlde als Erziehungsziel: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Harmonie zwischen göttlichem und weltlichem Anspruch das zentrale Erziehungsziel edler Herzen darstellt.

Schlüsselwörter

Tristan, Gottfried von Straßburg, Gottesurteil, Ordal, Eisenprobe, höfische Ästhetik, christliche Werte, êre, triuwe, minne, höfischer Gott, mittelalterliche Rechtsprechung, Literaturanalyse, Morâliteit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von geistlichen und höfischen Werten in Gottfrieds von Straßburg "Tristan", insbesondere im Hinblick auf die berühmte Szene des Gottesurteils.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis der Protagonisten zu Gott, die Rolle der Ehre (êre) und Treue (triuwe) am Hof sowie die Interpretation des Gottesbildes im Tristan-Roman.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es zu erklären, wie und warum Tristan und Isolde trotz ihrer Sünden und der Verletzung sozialer Konventionen in der Ordalsszene freigesprochen werden und wie der Autor dies literarisch legitimiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text Gottfrieds von Straßburg in den kulturhistorischen Kontext der mittelalterlichen Rechtspraxis und die zeitgenössische Forschung stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die kulturhistorische Herleitung des Ordals, eine tiefgehende Untersuchung der Gotteskonzeption und der höfischen Ideale sowie eine Interpretation des vieldiskutierten Erzählerkommentars.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Gottesurteil, höfische Ästhetik, Tristan, minne, êre und der mittelalterliche Wertekodex.

Warum wird Tristan und Isolde trotz ihres Ehebruchs nicht von Gott bestraft?

Die Arbeit argumentiert, dass die Liebe (minne) als höchstes Gut dargestellt wird, das einen eigenen Wertehorizont schafft, der sich über traditionelle Regeln erhebt.

Wie ist der "höfische Gott" im Tristan zu verstehen?

Der höfische Gott wird als eine Instanz beschrieben, die die Ordnung am Hof wahren will und sich den Bedürfnissen der höfischen Gesellschaft anpasst, anstatt eine starr dogmatische Rechtsprechung zu verfolgen.

Welche Bedeutung hat der Kommentar Gottfrieds über den Christus, der wie ein Ärmel ist?

Dieser Kommentar wird in der Arbeit als kritisch-ironische Distanzierung des Autors zur Institution des Ordals gedeutet, die aufzeigt, dass sich Gott nicht für menschliche Zwecke instrumentalisieren lässt.

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Detalles

Título
Geistliche und höfische Elemente in "Tristan" von Gottfried von Straßburg
Subtítulo
Das Gottesurteil als religiös motiviertes Instrument zur Überprüfung und Wiederherstellung höfischer Wertvorstellungen
Universidad
University of Regensburg
Calificación
1,3
Autor
Nina Groß (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
58
No. de catálogo
V1181878
ISBN (Ebook)
9783346615107
ISBN (Libro)
9783346615114
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tristan Gottfried von Straßburg Gottesurteil ÄDL
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Groß (Autor), 2018, Geistliche und höfische Elemente in "Tristan" von Gottfried von Straßburg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181878
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