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Die Figur der Margarete in Goethes "Faust" und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund

Title: Die Figur der Margarete in Goethes "Faust" und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund

Academic Paper , 2011 , 44 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Oliver Wagner (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Aufgezeigt werden soll die über die Margarete aufoktroyierte repressive Geschlechterrolle grundlegende Opposition zum männlichen Geschlecht, mit dem im Rahmen der herrschenden sozialen, kulturellen und politischen Realitäten Mechanismen der Hierarchisierung der Geschlechter entstanden sind. Dabei geht es in dieser Arbeit darum, die so dogmatisierten geschlechtsspezifische Sozialisationsprozesse vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Moralvorstellung zur Zeit Goethes zu belegen und nachzuweisen. Dieser Nachweis wird mit Hilfe des Umfeldes und der Entwicklung Margaretes aufgezeigt, indem die Ausdrucksformen ihres Geschlechts dargestellt und die damit verbundenen speziell weiblichen Kommunikations- und Lebensstile beschrieben werden. Damit gerät die Doppelbödigkeit der bürgerlichen Moralvorstellungen in den Blick, die Frauen zum einen nötigte ihre Sexualität zu unterdrücken und sie dann beim Ausleben sexueller Wünsche als Hure brandmarkte und gesellschaftlich ächtete. Diese Grundlagen weiblicher Lebensinhalte ist dabei nicht darstellbar ohne die männlich tradierten Geschlechterrollen. So soll die Rolle Fausts als Verführer ebenso in die Interpretation einbezogen werden wie das Bewusstsein Fausts von den bürgerlichen Moralvorstellungen und seine eigene Männerrolle vor dem Hintergrund seiner Faszination für das naive Mädchen Margarete.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakterisierung der Margarete im Faust

2.1 Einführung von Margarete

2.2 Margaretes Beziehung zu Faust

3 Margaretes Tragödie und zeitgenössische Moralvorstellungen

3.1 Die Konstruktion der Geschlechterrollen im 18. Jahrhundert

3.2 Repressive Sexualität und Religion

3.2.1 Unterdrückung der Sexualität

3.2.2 Ausleben der Sexualität und gesellschaftliche Ächtung

3.2.3 Margaretes Selbstbewusstsein

3.3 Margaretes Entwicklung als Tragödie

3.4 Die Kindstötung

3.5 Die Kerkerszene und Margaretes Bewusstsein und Schuld

4 Die Determiniertheit der Figur der Margarete und die Doppelbödigkeit bürgerlicher Moralvorstellungen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Figur der Margarete in Goethes „Faust I“ vor dem Hintergrund der soziokulturellen Konstruktion von Geschlechterrollen und Sexualität im 18. Jahrhundert. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Moralvorstellungen und repressive Tugendrollen das tragische Schicksal der Figur determinieren und welche Bedeutung Margaretes Selbstbewusstsein und Entwicklung in diesem Kontext einnehmen.

  • Analyse der geschlechtsspezifischen Sozialisation im 18. Jahrhundert
  • Untersuchung der Verbindung zwischen religiös begründeter Sittlichkeit und Triebunterdrückung
  • Kritische Beleuchtung der gesellschaftlichen Ächtung weiblicher Sexualität
  • Deutung der Kindstötung und Kerkerszene als Ausdruck einer unterdrückten Existenz

Auszug aus dem Buch

2.2 Margaretes Beziehung zu Faust

Die weitergehende Entwicklung der Figur Gretchens spielt sich vor dem Hintergrund ihrer Beziehung zu Faust ab. Die Beziehung beginnt als Faust das 14-jährge aus kleinbürgerlichen Verhältnissen mit „Fräulein“, der Anrede für eine adelige Frau, anspricht. Faust hat nach seiner Verjüngung in der Hexenküche mit dem Anblick Gretchens den Wunsch nach Besitz derselben und einem sexuellem Abenteuer mit ihr. Doch Gretchen weist sein erstes Angebot der Kontaktaufnahme zurück.

Unabhängig davon will Faust Gretchen besitzen und verlangt diesen Besitz von Mephisto, dieser behauptet keine Gewalt über das streng religiöse Mädchen zu haben, kann aber Faust Zugang zum Zimmer des Mädchen gewähren. Dort hinterlässt Faust ein Schmuckstück, das Gretchen ihrer Mutter gibt, diese trägt es ihrerseits zum Pfaffen. Daraufhin lässt sich Faust von Mephisto ein zweites Schmuckstück geben, er will auch dieses Gretchen schenken, er will sie kaufen. Dieses zweite Schmuckstück behält Gretchen anstatt sich ihrer Mutter zu offenbaren, sie behält es auf Anraten der Nachbarin Marthe.

Mit der Entscheidung Gretchens den Schmuck zu behalten, wirkt Gretchen grundsätzlich auf die Beziehung zu Faust ein und ist somit nicht Opfer dieser Beziehung, sondern sie bringt ihre eigene Persönlichkeit ein. Zuerst ihre Eitelkeit, den Schmuck für sich behalten zu wollen. So kommt es zum arrangierten Rendezvous zwischen den beiden. Gretchen weist während des Gesprächs auf die Bildungs- und Standesunterschiede zwischen Faust und sich hin. Versteht nicht, dass ihre Andeutungen hinsichtlich ihrer Familie, der Arbeit, der Pflichten von Gretchen und ihrer Rolle im Haus der Mutter zeigen sollen, er Faust könne Margarete heiraten. Im Gartenhäuschen findet dann der erste Kuss statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Gretchen-Figur für das Faust-Drama ein und umreißt die kritische Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Moralvorstellungen.

2 Charakterisierung der Margarete im Faust: Dieses Kapitel widmet sich der Einführung der Figur sowie der Dynamik ihrer ersten Begegnung und Beziehung mit Faust.

3 Margaretes Tragödie und zeitgenössische Moralvorstellungen: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Geschlechterkonstruktionen, der Rolle von Religion und Sexualität sowie der spezifischen Entwicklung Margaretes bis hin zur Kindstötung und Kerkerszene.

4 Die Determiniertheit der Figur der Margarete und die Doppelbödigkeit bürgerlicher Moralvorstellungen: Das Kapitel reflektiert die Determiniertheit Margaretes durch gesellschaftliche Zwänge und analysiert Goethes Kritik an der Doppelmoral.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Bedeutung Margaretes als Figur hervor, die sich trotz gesellschaftlicher Repression ihren Weg zu einer eigenverantwortlichen Subjektivität bahnt.

Schlüsselwörter

Margarete, Gretchen, Faust I, Geschlechterrollen, Sexualität, Moralvorstellungen, Kindstötung, Weiblichkeit, Tugend, Repression, gesellschaftliche Ächtung, Subjektivität, Patriarchat, Religion, Goethes Faust.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Figur der Margarete in Goethes „Faust I“ unter dem Aspekt ihrer sozialen Determination durch die Moralvorstellungen des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen Geschlechterrollen, die soziokulturelle Konstruktion von Sexualität, die Macht religiöser Normen und die Auswirkung gesellschaftlicher Ächtung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es zu belegen, wie die auf Margarete projizierten Tugendrollen zu ihrer tragischen Entwicklung führen und inwiefern sie diese Normen durchbricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Erkenntnisse der Geschlechterforschung (Gender Studies) mit sozialhistorischen Kontexten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Einführung der Figur, ihre Beziehung zu Faust, die gesellschaftliche Konstruktion der Weiblichkeit sowie die dramatischen Kulminationspunkte Kindstötung und Kerkerszene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen: Margarete, Geschlechterrollen, Sexualität, gesellschaftliche Ächtung, Moralvorstellungen, Kindstötung und Subjektivität.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Mutter für Margarete?

Die Mutter wird als Repräsentantin der gesellschaftlichen Ordnung und als Vermittlerin von Triebangst und moralischer Disziplinierung identifiziert.

Warum wird Margaretes "Wahnsinn" in der Kerkerszene problematisiert?

Die Arbeit stellt den "Wahnsinn" als literarisches Mittel dar, um einerseits die psychische Belastung durch soziale Ächtung aufzuzeigen und andererseits eine Entlastung der Figur von der moralischen Schuld zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt der Schmuck in der Interpretation?

Der Schmuck dient als Symbol für Margaretes erste Schritte zur Selbstbehauptung und für ihre ambivalente Identität zwischen gesellschaftlicher Anpassung und individuellen Wünschen.

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Details

Title
Die Figur der Margarete in Goethes "Faust" und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,5
Author
Oliver Wagner (Author)
Publication Year
2011
Pages
44
Catalog Number
V1181939
ISBN (eBook)
9783346599407
ISBN (Book)
9783346599414
Language
German
Tags
figur margarete gothes faust hintergrund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Wagner (Author), 2011, Die Figur der Margarete in Goethes "Faust" und ihr zeitgeschichtlicher Hintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181939
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