Diese Arbeit identifiziert und legt Erfolgsfaktoren von PPU-Geschäftsmodellen und dessen Erfolgskennzahlen dar und bespricht, welche Herausforderungen sich dabei für das Performance-Management ergeben.
Basierend auf diesem Forschungsziel werden die theoretischen Grundlagen zu Geschäftsmodellen, PPU und Performance-Management gelegt, bevor das Performance-Management im Kontext von PPU-Geschäftsmodellen adressiert wird. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird eine wissenschaftliche Recherche durchgeführt. Hierfür wurde eine systematische Literaturanalyse angewandt, dessen Ergebnisse vorgestellt werden, bevor die Arbeit mit einem Fazit abschließt.
Quer durch alle Branchen hinweg eröffnet die digitale Transformation Unternehmen die Möglichkeit, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder bestehende anzupassen, um auf veränderte Kundenbedürfnisse im digitalen Zeitalter reagieren zu können. So wecken private Erfahrungen mit Angeboten der Sharing Economy, wie zum Beispiel die Carsharing-Angebote von „Drive Now“, möglicherweise bei Kunden im Business-to-Business-Geschäft das Bedürfnis, auch Maschinen und Anlagen in Zukunft nicht mehr besitzen zu müssen, sondern nur noch nutzungsabhängig zu bezahlen. Diese Entkopplung von Eigentum und Nutzung ist elementar für das Pay per Use-Geschäftsmodell (PPU), bei welchem die Zahlung des Kunden maßgeblich von dessen Nutzungsintensität abhängig ist. Neben der Bereitstellung von Hardware offerieren hierbei Hersteller dem Kunden häufig auch ein umfassendes Angebot an digitalen Dienstleistungen.
Allerdings rücken durch diese Neukonfiguration des Geschäftsmodells andere Faktoren in den Fokus als die, welche für den Erfolg von traditionellen Erlösmodellen wie dem klassischen Einmalverkauf zu Festpreisen wichtig waren. Wie Beispiele aus der Praxis zeigen, ist der Erfolg eines PPU-Modells daher keinesfalls ein Automatismus. Als einer der Pioniere dieses Modells gilt Flugzeugturbinenhersteller Rolls-Royce, der unter dem Namen „Power-by-the-Hour“ Fluglinien eine Abrechnung nach Flugstunden anbot, anstatt ihnen ganze Triebwerke zu verkaufen und somit einen neuen Industriestandard etablierte. Im Gegensatz dazu tat sich der Reifenhersteller Michelin jahrelang schwer, nachhaltige Profitabilität zu gewährleisten bei dem Versuch, Kunden nach Laufleistung abzurechnen, anstatt ihnen die Reifen selbst zu verkaufen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Geschäftsmodell
2.2 Pay per Use-Geschäftsmodell
2.3 Performance Management
3 Performance Management im Kontext von Pay per Use-Geschäftsmodellen
3.1 Erfolgsfaktoren von Pay per Use-Geschäftsmodellen
3.1.1 Konnektivität der Produkte
3.1.2 Prozess- und Kostentransparenz
3.1.3 Risikomanagement
3.2 Messung von Erfolg in Pay per Use-Geschäftsmodellen
3.3 Herausforderungen für das Perfomance Management
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
6 Anhang
6.1 Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton (1992)
6.2 Recherchestrategie und Syntax der systematischen Literaturanalyse
6.3 Liste der in der systematischen Literaturanalyse berücksichtigten Quellen
Zielsetzung & Themen
Die wissenschaftliche Arbeit verfolgt das Ziel, Erfolgsfaktoren sowie entsprechende Kennzahlen für Pay per Use (PPU)-Geschäftsmodelle zu identifizieren und die damit verbundenen Herausforderungen für das Performance Management darzulegen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die notwendige Anpassung traditioneller Steuerungsmechanismen an nutzungsabhängige Erlösmodelle.
- Entkopplung von Eigentum und Nutzung in PPU-Geschäftsmodellen
- Bedeutung von Datenverfügbarkeit und Konnektivität
- Anpassung von Performance Measurement an PPU-Besonderheiten
- Identifikation und Steuerung relevanter Kosten- und Umsatztreiber
- Rolle der digitalen Transformation für neue Servicemodelle
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Konnektivität der Produkte
Ähnlich wie für andere Geschäftsmodelle heutzutage setzt das PPU-Geschäftsmodell einen bestimmten Reifegrad der Digitalisierung im eigenen Unternehmen voraus. Eine ausreichende Digitalisierung der Produkte etwa gilt daher als unausweichlich (Luther, 2017).
Ohne eine ausreichende IT-Anbindung der Produkte wäre keine Zustandsüberwachung oder Überwachung des Outputs von Maschinen möglich, wodurch der Hersteller keine Verfügbarkeit garantieren und Leistungen nicht gerecht abrechnen könnte (Siegle, 2020, p. 32). Für produzierende Unternehmen unterstreichen sowohl Heinis et al. (2018, p. 39) als auch Fleisch et al. (2015, p. 457) zusätzlich die Notwendigkeit der Hersteller sicherzustellen, dass beispielsweise Maschinendaten möglichst schnell für die Anbieter einsehbar sein müssen, um eine effiziente Steuerung zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wird in der Literatur auch die Internet of Things (IoT)-Technologie erwähnt, die Produkte dazu befähigt Nutzungsdaten oder Daten über ihre Umwelt in Echtzeit an die Hersteller zu übertragen (ibid.). Durch die Analyse und Speicherung der Daten weltweit installierter Maschinen können Unternehmen der Maschinenbauindustrie zusätzliche Anwendungen entwickeln, die als Basis für die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells dienen (Bitkom, 2017, p. 17). Neben der bereits beschriebenen Konnektivität der Produkte, stellen Schulz & Pflaum (2021, p. 52) zudem heraus, dass für die erfolgreiche Entwicklung datengetriebener Geschäftsmodelle, wie dem PPU-Modell, sämtliche Fragen rund um die Datensicherheit und -qualität sowie um Dateneigentum und -zugriff geklärt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die digitale Transformation und die Entstehung von Pay per Use-Geschäftsmodellen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen für das Performance Management zu identifizieren.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte von Geschäftsmodellen, PPU-Modellen und den Rahmen des Performance Managements, einschließlich der Balanced Scorecard.
3 Performance Management im Kontext von Pay per Use-Geschäftsmodellen: Der Hauptteil analysiert spezifische Erfolgsfaktoren wie Konnektivität und Risikomanagement und diskutiert Methoden zur Erfolgsmessung sowie die Anforderungen an das Controlling.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, unterstreicht die Notwendigkeit einer treiberbasierten Steuerung und verweist auf den notwendigen Mindset-Wandel in Unternehmen.
Schlüsselwörter
Pay per Use, PPU, Performance Management, Geschäftsmodell, Digitale Transformation, Erfolgsfaktoren, Balanced Scorecard, Kennzahlen, IoT, Konnektivität, Risikomanagement, Kostentransparenz, Datenauswertung, Controlling, Service-orientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Performance Management im Kontext von Pay per Use (PPU)-Geschäftsmodellen, bei denen Kunden nicht mehr den vollen Kaufpreis zahlen, sondern nutzungsabhängige Entgelte entrichten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Identifikation von Erfolgsfaktoren, die Messung von Erfolg durch angepasste Kennzahlen sowie die technologischen und kulturellen Herausforderungen für das Controlling.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist es, Erfolgsfaktoren von PPU-Geschäftsmodellen zu identifizieren, geeignete Erfolgskennzahlen abzuleiten und die notwendigen Anforderungen an ein effektives Performance Management zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturanalyse, um den aktuellen Wissensstand zu PPU-Geschäftsmodellen und deren Steuerung zu strukturieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Analyse von Konnektivität, Transparenz und Risikomanagement als Erfolgsfaktoren sowie der Anwendung von Strategie-Maps zur Visualisierung von Wirkungszusammenhängen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den prägenden Begriffen zählen PPU-Geschäftsmodell, Performance Management, Datenverfügbarkeit, treiberbasierte Steuerung und digitale Transformation.
Warum ist das Risikomanagement bei PPU-Modellen so kritisch?
Da der Anbieter bei PPU-Modellen das Verfügbarkeits- und Marktrisiko übernimmt, ist ein effektives Risikomanagement essenziell, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Profitabilität langfristig sicherzustellen.
Welchen Einfluss hat die Konnektivität auf das PPU-Geschäftsmodell?
Die Konnektivität durch IoT-Technologie ist die technologische Grundvoraussetzung, um Maschinendaten in Echtzeit zu erfassen, eine verbrauchsgenaue Abrechnung zu ermöglichen und prädiktive Wartung anzubieten.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Einführung dieser Modelle?
Der Autor betont, dass neben der technologischen Ausstattung ein entscheidender Mindset-Wandel in der Organisation erforderlich ist, damit Fachbereiche und Controlling proaktiv zusammenarbeiten können.
- Quote paper
- Yaw Asante (Author), 2022, Performance-Management im Kontext von Pay per Use-Geschäftsmodellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182101