Die Neuheit der Innovation bezieht sich auf den tatsächlichen Gegenstand, die Zeit und den sozialen Aspekt. Die Objekt-Dimension betrachtet die Relation zwischen alt und neu (was?). Die Zeit-Dimension analysiert die Entstehungsprozesse der Innovation (wie?). Bei der Sozial-Dimension geht es um die Innovation bei Beziehungen und Interaktionen (Für wen ist es neu?). Die, durch die Innovation hervorgerufene, Verbesserung ist vielfältig und bezieht sich nach Parpan-Blaser auf Prozesse, Konzepte, Verfahren und Organisationsformen. Der Aspekt der Nachhaltigkeit umfasst einen generationenübergreifenden und ressourcenschonenden Zielhorizont bei der Umsetzung und Implementierung der Innovation.
Inhaltsverzeichnis
1 Soziale Innovationen
2 Intrapreneurship und dessen organisatorische Rahmenbedingungen
3 Charaktereigenschaften und Wertesysteme von Intrapreneur*innen
4. Design Thinking als mögliche Methode für soziale Innovationen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Zusammenspiel von sozialer Innovation und Intrapreneurship innerhalb sozialwirtschaftlicher Organisationen und beleuchtet dabei, wie Mitarbeiter durch unternehmerisches Denken und Handeln zur Entwicklung neuer Lösungen beitragen können.
- Grundlagen und Definitionen von sozialen Innovationen
- Die Rolle von Intrapreneur*innen in Organisationen
- Organisatorische Rahmenbedingungen zur Förderung von Innovation
- Anwendung der Design Thinking Methode in der Sozialwirtschaft
- Wirkungsmessung und Erfolgsfaktoren von Innovationsprozessen
Auszug aus dem Buch
1.1 Begriffserklärung
Der österreichische Nationalökonom und Politiker Joseph Alois Schumpeter prägte den Innovationsbegriff. Er definiert Innovationen im wirtschaftswissenschaftlichen Sinne als die „Durchsetzung neuer Kombinationen.“ Wichtig ist ihm die Etablierung dieser neuen Kombinationen auf dem Markt. Davor bleibt eine Idee lediglich eine Invention, also Erfindung.
Auch Victor Thompson beschreibt Innovationen als „generation, acceptance and implementation of new ideas, processes, products or services.“ Dieses Verständnis hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ebenso aufgenommen und beschreibt Innovationen als „the implementation of a new or significantly improved product (good or service), or process, a new marketing method, or a new organizational method in business practices, workplace organisation or external relations.”
Allen Definitionen gemein ist der Bezug auf erwerbswirtschaftliche Ziele und somit ökonomischer oder technischer Innovationen. In sozialwirtschaftlichen Organisationen stehen allerdings Sachziele im Fokus der Tätigkeit. Darunter ist die Sicherstellung einer regional angemessenen sozialen Versorgung – statt einer Steigerung der Nachfrage nach personenbezogenen sozialen Dienstleistungen – zu verstehen. Anne Parpan-Blaser entwickelte daher eine Definition von Innovationen in der Sozialen Arbeit: „Innovationen in der Sozialen Arbeit sind auf neuem oder neu kombiniertem Wissen basierende, in intendierten und kooperativen Prozessen entwickelte, neuartige Konzepte, Verfahren und Organisationsformen, die einen Mehrwert namentlich für Adressatinnen und Adressaten erzeugen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Soziale Innovationen: Dieses Kapitel definiert soziale Innovationen, grenzt sie von wirtschaftlichen Innovationen ab und beschreibt deren Entstehungsprozesse sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung.
2 Intrapreneurship und dessen organisatorische Rahmenbedingungen: Hier werden Intrapreneur*innen als interne Innovatoren vorgestellt und analysiert, welche Strukturen und Kulturen ihr unternehmerisches Handeln innerhalb einer Organisation unterstützen oder hemmen.
3 Charaktereigenschaften und Wertesysteme von Intrapreneur*innen: Das Kapitel identifiziert die spezifischen psychologischen Merkmale und Wertesysteme, die Personen zu erfolgreichen Intrapreneur*innen in Innovationsprozessen machen.
4. Design Thinking als mögliche Methode für soziale Innovationen: Dieser Abschnitt erläutert Design Thinking als strukturierten Innovationsansatz und beschreibt dessen Prinzipien sowie Techniken für die Anwendung in sozialwirtschaftlichen Organisationen.
Schlüsselwörter
Soziale Innovationen, Intrapreneurship, Design Thinking, Sozialwirtschaft, Innovationsfähigkeit, Organisationskultur, Unternehmertum, Innovationsprozess, Wirkungsmessung, Nutzerorientierung, Interdisziplinarität, Prototyping, Innovationslabor, Wertesystem, Sachziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Innovationen in Organisationen der Sozialwirtschaft durch das Konzept des Intrapreneurship und die Anwendung der Design Thinking Methode.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis sozialer Innovationen, die Rolle und Eigenschaften von Intrapreneur*innen, notwendige organisatorische Rahmenbedingungen sowie die praxisorientierte Anwendung von Design Thinking.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sozialwirtschaftliche Organisationen ihre Innovationsfähigkeit steigern können, indem sie Mitarbeiter als Intrapreneur*innen gewinnen und methodisch durch Ansätze wie Design Thinking unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine theoretische Auseinandersetzung mit aktueller Innovationsforschung, ergänzt durch die Darstellung erprobter Management-Methoden und systemischer Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Innovationen, die organisatorische Einbettung von Intrapreneurship, die Analyse persönlicher Kompetenzen und die Vorstellung des Design Thinking Prozesses.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie soziale Innovation, Intrapreneurship, Design Thinking, Nutzerorientierung und organisatorische Innovationsfähigkeit geprägt.
Wie unterscheidet sich die soziale Innovation von klassischen Innovationen?
Während klassische Innovationen oft auf ökonomische Ziele und Markterfolge fokussieren, stehen bei sozialen Innovationen Sachziele wie die Sicherstellung sozialer Versorgung und ein gesellschaftlicher Mehrwert im Vordergrund.
Welche Rolle spielen Innovationslabore?
Innovationslabore dienen als geschützte Räume innerhalb oder außerhalb der Organisation, um abseits von bürokratischen Routinen neue Ideen zu entwickeln, zu testen und das unternehmerische Lernen zu fördern.
Warum ist eine positive Fehlerkultur für Intrapreneur*innen wichtig?
Da Innovationen mit Unsicherheit verbunden sind, ermöglicht eine positive Fehlerkultur den Mitarbeitern, auch bei fehlgeschlagenen Initiativen wertvolle Lernprozesse zu durchlaufen, statt Angst vor Konsequenzen zu haben.
- Arbeit zitieren
- Vanessa Lang (Autor:in), 2021, Soziale Innovationen und Intrapreneurship, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182154