Die Fusion bezeichnet einerseits den Zusammenschluss von mindestens zwei Unternehmen, andererseits ist die Fusion auch ein Finanzierungsinstrument. Unter Finanzierung ist die Beschaffung von Kapital zu verstehen, wobei Kapital nicht nur in Form von Geld, sondern auch in Form von Sachgütern und Rechten zugeführt werden kann.
Was die Herkunft des Kapitals betrifft, unterscheidet man die Außen- und Innenfinanzierung, wobei im Rahmen der Außenfinanzierung Kapital sowohl in Form von Eigenkapital als auch in Form von Fremdkapital zufließen kann. Dementsprechend handelt es sich entweder um eine Beteiligungsfinanzierung (EK) oder eine Fremdfinanzierung (FK). Die nachstehende Abbildung gibt einen Überblick über die Finanzierungsarten.
Ziel dieser Arbeit ist es, Fusionen verschiedener Art mit den jeweiligen Besonderheiten darzustellen und abschließend die Auswirkungen einer Fusion anhand eines praktischen Beispiels näher zu erläutern. Dabei beschränken sich die Ausführungen jedoch nur auf die finanziellen Aspekte einer Fusion. Insbesondere werden die sich ergebenden Veränderungen bilanzieller Art ausführlicher dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Arten von Fusionen
3.1 Fusion mit Liquidation
3.2 Fusion ohne Liquidation
3.2.1 Verschmelzung durch Aufnahme
3.2.2 Verschmelzung durch Neubildung
4. Fusionsformen und deren Auswirkungen
4.1 Horizontale Fusion
4.2 Vertikale Fusion
4.3 Laterale Fusion
5. Motive für die Durchführung von Fusionen
5.1 Finanzwirtschaftliche Motive
5.2 Industrielle Motive
5.2.1 Produktionstechnische Motive
5.2.2 Marktpolitische Motive
5.2.3 Sonstige Motive
6. Der Prozess der Fusion
6.1 Bewertung des untergehenden Unternehmens
6.2 Festlegung des Umtauschverhältnisses
7. Beispiel
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, verschiedene Arten von Unternehmensfusionen sowie deren spezifische Besonderheiten theoretisch zu erläutern und die Auswirkungen einer Fusion anhand eines konkreten finanziellen Praxisbeispiels detailliert darzustellen, wobei ein besonderer Fokus auf den bilanziellen Veränderungen liegt.
- Grundlagen und Definition der Fusion als Unternehmenszusammenschluss und Finanzierungsinstrument.
- Klassifizierung von Fusionsarten (mit/ohne Liquidation) und Fusionsformen (horizontal, vertikal, lateral).
- Analyse der Beweggründe für Fusionen, unterteilt in finanzwirtschaftliche und industrielle Motive.
- Methodik der Unternehmensbewertung zur Festlegung von Umtauschverhältnissen.
- Praktische Anwendung der theoretischen Erkenntnisse durch die Darstellung einer beispielhaften Fusionsbilanz.
Auszug aus dem Buch
4.1 Horizontale Fusion
Zusammenschlüsse von Unternehmen, die auf einer Ebene der Wertschöpfungskette stehen, also den gleichen Leistungserstellungsprozess durchführen, werden als horizontale Fusionen bezeichnet. Der Zusammenschluss der Mineralölkonzerne Aral und BP beispielsweise ist eine horizontale Fusion.
Hauptzweck von Fusionen dieser Art ist die Stärkung der Marktposition durch den erhöhten Marktanteil einerseits und die Wahrnehmung von Rationalisierungspotenzialen andererseits. Des Weiteren lassen sich bei einer horizontalen Fusion, im Vergleich zur vertikalen und lateralen Fusion, wohl die meisten Synergieeffekte erzielen, da die beteiligten Unternehmen im Hinblick auf die Unternehmensstruktur doch immer eine große Ähnlichkeit aufweisen. Diese Ähnlichkeit ist es auch, die mitunter große Rationalisierungspotenziale eröffnet, da sich im Bereich der Verwaltung und im Management allgemein Personal einsparen lässt. Ebenso kann insbesondere in der Fertigung durch die Automatisierung in weiten Teilen Personal eingespart werden, wenngleich es besser wäre, mit dem vorhandenen Personal die Ertragskraft zu steigern.
Auf Grund der Automatisierung, die in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat, hat sich auch die Kostenstruktur vieler Unternehmen wesentlich verändert. Die fixen Kosten, die stark gestiegen sind, müssen nun auf eine Stückzahl umgeschlagen werden, die nicht in gleichem Maße angestiegen ist. Daraus resultieren höhere Stückkosten, die letztendlich zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit führen können. Oftmals ist aber ein einzelnes Unternehmen gar nicht in der Lage, das benötigte Kapital für die Automatisierung und der damit verbundenen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit aufzubringen. Hier kann eine horizontale Fusion entscheidend dazu beitragen dem erhöhten Kapitalbedarf zu begegnen. Durch die Zusammenlegung zweier Unternehmen besteht die Möglichkeit, die fixen Kosten auf eine wesentlich höhere Stückzahl umzulegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert die Fusion als Unternehmenszusammenschluss sowie als Finanzierungsinstrument und legt das Ziel der Arbeit fest.
2. Begriffsbestimmung: Grenzt die Fusion von der Kooperation ab und klärt die Terminologie der beteiligten Unternehmen.
3. Arten von Fusionen: Unterscheidet Fusionen mit und ohne Liquidation sowie die rechtlichen Verschmelzungsformen.
4. Fusionsformen und deren Auswirkungen: Analysiert horizontale, vertikale und laterale Fusionen hinsichtlich ihrer Zwecke und Konsequenzen.
5. Motive für die Durchführung von Fusionen: Systematisiert die Beweggründe für Fusionen in finanzwirtschaftliche und industrielle Motive.
6. Der Prozess der Fusion: Beschreibt den Ablauf des Fusionsprozesses und die Methoden zur Unternehmensbewertung sowie zur Festlegung des Umtauschverhältnisses.
7. Beispiel: Illustriert die theoretischen Ausführungen anhand eines praktischen Beispiels der Verschmelzung zweier Aktiengesellschaften inklusive der Fusionsbilanz.
Schlüsselwörter
Fusion, Unternehmenszusammenschluss, Verschmelzung, horizontale Fusion, vertikale Fusion, laterale Fusion, Synergieeffekte, Unternehmensbewertung, Umtauschverhältnis, Bilanzkurs, Ertragskurs, Kapitalerhöhung, Fusionsbilanz, Rationalisierung, Wettbewerbsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das Thema der Unternehmensfusionen, sowohl als betriebswirtschaftlichen Zusammenschluss als auch als spezifisches Finanzierungsinstrument.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die Definition, verschiedene Fusionsarten, deren Motive, den Fusionsprozess inklusive Unternehmensbewertung sowie die praktischen Auswirkungen auf die Bilanz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Fusionen in ihrer Vielfalt darzustellen und insbesondere die finanziellen Aspekte sowie die sich daraus ergebenden bilanziellen Veränderungen an einem praktischen Beispiel zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse theoretischer Konzepte sowie eine rechnerische Fallstudie zur Illustration der bilanziellen Fusionseffekte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Fusionsarten und -motive sowie in den detaillierten Prozess der Bewertung und bilanziellen Zusammenführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Fusion, Synergieeffekte, Unternehmensbewertung, Umtauschverhältnis und Fusionsbilanz.
Wie wird ein Umtauschverhältnis bei einer Fusion ermittelt?
Es wird auf Basis des Unternehmenswertes ermittelt, wobei Kennzahlen wie Bilanzkurs und Ertragskurs als Berechnungsgrößen herangezogen werden, um einen fairen Ausgleich für die Anteilseigner zu finden.
Warum ist die Bilanzanalyse im Rahmen einer Fusion so bedeutend?
Die Bilanzanalyse ist entscheidend, um den Verschmelzungsgewinn zu ermitteln, Kapitalerhöhungen korrekt zu bemessen und die veränderte Kostenstruktur nach dem Zusammenschluss transparent zu machen.
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- Alexander Scheling (Author), 2002, Die Fusion dargestellt an einem Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11824