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Elternrecht, Kindeswohl und Staat

Zu den Ursachen für Kindstötungen innerhalb der Familien

Title: Elternrecht, Kindeswohl und Staat

Research Paper (undergraduate) , 2007 , 37 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marlen Vogt (Author)

Social Work
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Das Kindeswohl, als zentraler Begriff und Bezugsrahmen von Eltern,
Jugendhilfe und Gericht, wird den zweiten großen Teil dieser Arbeit
ausmachen. Hierfür ist es erforderlich, diesen Begriff sowohl nach psychologischen und sozialpädagogischen Kriterien zu deuten, als
ihn auch in seiner rechtlichen Bedeutung näher zu betrachten.
Nachdem die Rechtsbeziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern
im Rahmen der Ursachenforschung für getötete Kinder dargestellt
worden sind, gilt es anschließend die Funktion des Staates als
Wächter über Elternverhalten und Kindeswohl zu beschreiben. Dabei
werden die Rechtsgrundlagen für Eingriffe in die Elternautonomie
dokumentiert, und es wird ein grober Überblick über die Strukturen,
Aufgaben und Rahmenbe-dingungen der verantwortlichen Behörden
erfolgen. Grundlage hierfür stellen primär die Gesetze aus GG,
KJHG und BGB dar.
Zuletzt soll das Fallbeispiel von Kevin aus Bremen als
Argumentationsgrundlage dienen. Anhand von Informationen aus
Zeitungen, Interviews und Internet wird der Frage nach notwendigen
und vorhandenen sozialpädagogischen Kompetenzen der
zuständigen Fachkräfte nachgegangen. In diesem Zusammenhang
gilt es auch weitere Rahmenbedingungen, die professionelles
Handeln möglicherweise blockieren, herauszuarbeiten.
Durch die Darstellung der Rechtsbeziehungen zwischen Eltern und
ihren Kindern, sowie dem Beschreiben der Wächterfunktion des
Staates einerseits und durch die Skizzierung der Relevanz
spezifischer Kompetenzen, der für Kinderschutz zuständigen
Fachkräfte andererseits, soll es schließlich gelingen, mögliche
Ursachen für innerhalb der Familie getöteter Kinder zu finden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Kinder- und Jugendhilfegesetz

3. Elternrecht

3.1. Das Recht der elterlichen Sorge

3.2. Grenzen elterlicher Sorge

4. Recht des Kindes/Kindeswohl

4.1. Die rechtliche Stellung des Kindes

4.2. Unterschiedliche Perspektiven des Kindeswohlbegriffs

4.3. Zur Deutung des Kindeswohlbegriffs

5. Die Funktion des Staates als Wächter

5.1. Allgemeine Bestimmungen der Jugendhilfe

5.2. Aufgaben der Jugendhilfe

5.2.1. Familienergänzende Maßnahmen

5.2.2 Familienunterstützende Maßnahmen

5.2.3. Familienersetzende Maßnahmen

5.3. Eingriffe nach § 1666 BGB

5.3.1. Zusammenarbeit zwischen Gerichten und Jugendamt

5.4. Garantenstellung

6. Der Fall Kevin aus Bremen

6.1. Situationsbeschreibung

6.2. Zur Relevanz von Kompetenzen am Fallbeispiel

6.3. Weitere Rahmenbedingungen

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die hohe Anzahl von Kindstötungen innerhalb von Familien und beleuchtet dabei das Spannungsfeld zwischen dem elterlichen Erziehungsrecht, dem Kindeswohl und der Wächterfunktion des Staates. Die zentrale Forschungsfrage geht der Problematik nach, warum trotz staatlicher Schutzaufträge gefährdete Kinder nicht ausreichend geschützt werden und welche Rolle dabei fachliche sowie strukturelle Faktoren innerhalb der Jugendhilfe spielen.

  • Rechtliche Grundlagen der elterlichen Sorge und deren Grenzen.
  • Die Interpretation des unbestimmten Rechtsbegriffs "Kindeswohl".
  • Die staatliche Wächterfunktion und Interventionsmöglichkeiten der Jugendhilfe.
  • Kompetenzanforderungen und professionelles Handeln von Sozialarbeitern.
  • Analyse des Fallbeispiels "Kevin aus Bremen" als Indikator für Systemversagen.

Auszug aus dem Buch

6.2. Zur Relevanz von Kompetenzen am Fallbeispiel

Kevin war ein Kleinkind, das in einer suchtkranken Familie gelebt hat. Obwohl dem zuständigen Sozialarbeiter diese Problematik bekannt war, brach er Heimaufenthalte des Jungen frühzeitig ab und versäumte zusätzlich regelmäßige Besuche in der Familie.

Im Folgenden möchte ich Gernerts Gedanken zur Suchtproblematik wiedergeben. Zwar spricht er in erster Linie von Alkoholabhängigen; die Art der stofflichen Abhängigkeit ist für die Auswirkungen auf die Handlungen, Einstellungen und die Gefühlswelt der Süchtigen jedoch wenig relevant.

“Der bedeutendste Wesenzug von Süchtigen ist ihr Unvermögen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. […] er (der Süchtige, M.V.) ist unfähig, über familiäre Beziehungen und Probleme in reflexiver Weise zu sprechen; er lügt täglich; er neigt zu aggressiver und destruktiver Kritik an anderen und ist zugleich selbst überempfindlich gegen Kritik; er verdreht die Tatsachen und schafft es, andere an ihrem ursprünglich gesunden Urteil zweifeln zu lassen;” (Gernert 1992, S. 183)

Demnach hätte der für Kevin zuständige Mitarbeiter fundiertes Wissen über die Suchterkrankung haben müssen. Er schätzte die Situation jedoch als minder gefährlich ein und fällte seine Entscheidungen nicht nur in Kevins Fall anhand von beschönigenden Aussagen der Eltern. (vgl. “Ermittlungen gegen Kevins Betreuer” In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2007)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die kritische öffentliche Diskussion um das Jugendamt im Kontext von Kindstötungen und führt in die rechtliche Ausgangslage sowie das Ziel der Untersuchung ein.

2. Die Entwicklung des Kinder- und Jugendhilfegesetz: Es wird die historische und rechtliche Genese des KJHG erläutert, wobei insbesondere die Ablösung der eingriffsorientierten Praxis durch präventive Ansätze beleuchtet wird.

3. Elternrecht: Dieses Kapitel definiert das natürliche Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung und grenzt es durch den Kindeswohlvorbehalt ein.

4. Recht des Kindes/Kindeswohl: Hier wird die rechtliche Stellung des Kindes untersucht und der Kindeswohlbegriff als zentrale, wenn auch unbestimmte, Leitmaxime für staatliche Entscheidungen analysiert.

5. Die Funktion des Staates als Wächter: Das Kapitel beschreibt den staatlichen Schutzauftrag, die Aufgaben der Jugendhilfe sowie die rechtlichen Interventionsmöglichkeiten bei Kindeswohlgefährdung.

6. Der Fall Kevin aus Bremen: Anhand dieses konkreten Fallbeispiels werden Versäumnisse in der Sozialarbeit, notwendige Kompetenzen und strukturelle Probleme wie Ressourcenknappheit aufgezeigt.

7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass strukturelle Defizite, unklare Kindeswohl-Definitionen und mangelnde professionelle Kompetenzen das Schutzversagen begünstigen.

Schlüsselwörter

Kindeswohl, Elternrecht, Jugendhilfe, Kindstötung, Kinderschutz, SGB VIII, Sozialarbeit, Fall Kevin, Kindeswohlgefährdung, Suchtproblematik, staatliches Wächteramt, Intervention, Kompetenzen, Professionalität, Familienhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen für Kindstötungen innerhalb von Familien und der Frage, warum staatliche Schutzmechanismen in diesen Fällen oft versagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind das elterliche Erziehungsrecht, der staatliche Schutzauftrag gemäß SGB VIII sowie die Anforderungen an die professionelle sozialpädagogische Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für mangelnden Kinderschutz aufzudecken, indem rechtliche Rahmenbedingungen und sozialpädagogische Handlungspraktiken kritisch hinterfragt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine wissenschaftliche Analyse auf Basis von Gesetzestexten (GG, BGB, SGB VIII) und einschlägiger Fachliteratur durchgeführt, ergänzt durch die Fallanalyse des Schicksals von Kevin aus Bremen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der rechtlichen Beziehungen zwischen Eltern und Kind, die Wächterfunktion des Staates und eine detaillierte Auseinandersetzung mit notwendigen Kompetenzen für Sozialarbeiter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kindeswohl, Jugendhilfe, Kindeswohlgefährdung, staatliches Wächteramt und professionelle Kompetenz.

Welche spezifische Rolle spielt der Kindeswohlbegriff?

Der Begriff dient als zentrale Norm für alle staatlichen Entscheidungen, ist jedoch rechtlich nicht eindeutig definiert, was zu Unsicherheiten und Interpretationsspielräumen bei den Fachkräften führt.

Warum wird der Fall "Kevin aus Bremen" herangezogen?

Der Fall steht stellvertretend für eine Vielzahl von getöteten Kindern und verdeutlicht exemplarisch, wie fachliche Fehleinschätzungen, mangelnde Kooperation und strukturelle Überforderung zum Scheitern des Kinderschutzes führen können.

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Details

Title
Elternrecht, Kindeswohl und Staat
Subtitle
Zu den Ursachen für Kindstötungen innerhalb der Familien
College
University of Kassel
Course
Jugendhilfe und Schule
Grade
1,3
Author
Marlen Vogt (Author)
Publication Year
2007
Pages
37
Catalog Number
V118242
ISBN (eBook)
9783640209293
ISBN (Book)
9783640209828
Language
German
Tags
Elternrecht Kindeswohl Staat Jugendhilfe Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlen Vogt (Author), 2007, Elternrecht, Kindeswohl und Staat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118242
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