Bereits die Vordenker*innen auf dem Gebiet der Sozialen Arbeit vertraten die Einstellung das Problemlagen häufig nicht individuellen sondern eher strukturellen, nationalen also oft politischen Ursachen zu zuschreiben sind. Nur durch das daraus folgende politische Engagement dieser Pionier*innen, ist die Soziale Arbeit, wie sie heute als wissenschaftliche Disziplin und handlungsorientierte Profession existiert, möglich geworden. In dieser Arbeit wird die heutige Bedeutung der Kommunalpolitik untersucht und der Standpunkt der Studierenden dazu betrachtet. Welche Bedeutung hat Kommunalpolitik für die Profession der Sozialen Arbeit und wie sieht die Einstellung Studierender hierzu aus?
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Bedeutung der Kommunalpolitik für die Soziale Arbeit
Die Einstellung Studierender der Sozialen Arbeit zur bedeutung der Sozialpolitk
Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen kommunaler Sozialpolitik und der Profession der Sozialen Arbeit und analysiert dabei kritisch das politische Interesse sowie das Demokratieverständnis von Studierenden der Sozialen Arbeit.
- Die Symbiose von Sozialpolitik und Sozialer Arbeit im deutschen Sozialstaat
- Die Rolle der Kommunen als zentrale Akteure sozialer Daseinsvorsorge
- Das politische Engagement und die Partizipationsbereitschaft von Studierenden
- Die Notwendigkeit politischer Bildung in der Hochschullehre
- Strategien zur Stärkung der politischen Handlungsfähigkeit von Sozialarbeitern
Auszug aus dem Buch
DIE BEDEUTUNG DER KOMMUNALPOLITIK FÜR DIE SOZIALE ARBEIT
Michael Opielka schreibt 2019 den Satz: „Sozialpolitik und Soziale Arbeit sind Geschwister, fast schon symbiontisch verknüpft“ (Opielka, 2019, 46). Um diese Verknüpfung betrachten zu können muss zunächst die Umsetzung von Sozialpolitik im Sozialstaat der Bundesrepublik angesehen werden. „Der Begriff Sozialstaat ist Ausdruck für die aktive, gestaltende Rolle, die der demokratische Staat im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben einnimmt. Durch den Einsatz der Sozialpolitik wird die Marktwirtschaft mit dem Prinzip des sozialen Ausgleichs verbunden [‘Soziale Marktwirtschaft‘]. Ziel ist es, dem Entstehen sozialer Risiken und Probleme vorzubeugen, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Bürgerinnen und Bürger befähigt werden, soziale Probleme zu bewältigen, die Wirkungen sozialer Probleme auszugleichen und die Lebenslage einzelner Personen oder Personengruppen zu sichern und zu verbessern“ (Geißler & Niemann 2015, 15).
Der Umstand, das die Bundesrepublik Deutschland ein Sozialstaat ist verfassungsrechtlich tief verankert und durch die „Ewigkeitsklausel“ (Art. 79 Abs. 3 GG) geschützt. Das bedeutet es kann durch keine politische Mehrheit geändert werden. Wie genau der Sozialstaat auszusehen hat und wie er vor allem umgesetzt wird, ist allerdings verfassungsrechtlich nicht klar geordnet und dem Gesetzgeber wird hier viel Freiraum gelassen. (Prößl, 2019) Bund und Länder verpflichten die Kommunen und Kommunalverbände zur Durchführung bestimmter Leistungen und legen den Standard fest. Die Kommunen leisten aber auch freiwillige soziale Angebote. Wie groß der Anteil der Kommunen an sozialpolitischer Umsetzung ist, zeigen die Finanzhaushalte (Geißler & Niemann, 2015). „Die Kommunen sind hauptzuständig für die soziale Infrastruktur der Gesellschaft und für die Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger“ (Geißler & Niemann, 2015, 20).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Verflechtung von Sozialer Arbeit und politischem Handeln ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Untersuchung.
Die Bedeutung der Kommunalpolitik für die Soziale Arbeit: Hier wird der theoretische Rahmen der Sozialpolitik im föderalen System erläutert und die spezifische Verantwortung der Kommunen für die soziale Daseinsvorsorge dargestellt.
Die Einstellung Studierender der Sozialen Arbeit zur bedeutung der Sozialpolitk: Dieser Abschnitt wertet Befragungsdaten aus, um das politische Interesse, die demokratische Grundhaltung und die Partizipationsbereitschaft von angehenden Sozialarbeitern zu analysieren.
Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer stärkeren politischen Bildung im Studium zusammen und plädiert für eine professionelle Evaluierbarkeit der Sozialen Arbeit als Voraussetzung für politisches Gehör.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Kommunalpolitik, Sozialstaat, Sozialpolitik, Politische Partizipation, Demokratieverständnis, Studierende, Profession, Soziale Gerechtigkeit, Daseinsvorsorge, Politische Bildung, Sozialleistungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die enge historische und praktische Verbindung zwischen Sozialpolitik und Sozialer Arbeit unter besonderer Berücksichtigung der kommunalen Ebene.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Sozialstaat, die kommunale Selbstverwaltung, politische Partizipation, Berufsethik der Sozialen Arbeit sowie die Ausbildung von Studierenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Kommunalpolitik für die Profession der Sozialen Arbeit aufzuzeigen und das politische Interesse sowie die Einstellung der Studierenden dazu zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen und der Auswertung von empirischen Befragungsdaten von Studierenden der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des deutschen Sozialstaats, das Leitlinienbeispiel der Stadt Nürnberg sowie die Auswertung von Daten zum politischen Verhalten von Studierenden erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Soziale Arbeit, Kommunalpolitik, Sozialstaat, politische Partizipation und politische Bildung.
Warum wird die Rolle der Kommunen so stark betont?
Die Kommunen sind die hauptzuständigen Träger der sozialen Infrastruktur und Daseinsvorsorge, weshalb sie für das direkte Wirken der Sozialen Arbeit von existenzieller Bedeutung sind.
Welche Defizite stellt die Arbeit bei Studierenden fest?
Die Arbeit identifiziert teilweise weitreichende Unkenntnisse über demokratische Prinzipien und gängige Vorurteile gegenüber Sozialleistungen, die im Studium kritisch aufgearbeitet werden müssen.
Welche Lösungsvorschläge bietet der Autor an?
Der Autor schlägt eine intensivere politische Bildung im Studium vor, idealerweise durch Dozierende, die selbst aus der Praxis der Sozialen Arbeit kommen, um Theorie und Alltag besser zu verknüpfen.
Ist die Soziale Arbeit nach Ansicht des Autors ausreichend politisch?
Der Autor plädiert dafür, dass die Soziale Arbeit ihre Rolle als wissenschaftliche Profession stärker nutzt, um politische Missstände zu benennen und aktiv in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen.
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- Kostja Thimel (Author), 2021, Kommunalpolitik und Soziale Arbeit. Einstellung der Studierenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182598