Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender Frage: Welche Ziele verfolgt der Iran durch die Unterstützung von Terrororganisationen im Ausland? Um diese Forschungsfrage zu beantworten, konzentriert sich diese Arbeit auf drei Verbündete des Irans: Die Hisbollah, die Hamas und die Huthi-Rebellen. Obwohl es neben diesen Organisationen noch andere Terrorgemeinschaften gibt, die von dem iranischen Regime unterstützt werden, lässt sich die Forschungsfrage anhand dieser drei Verbündeten beantworten und zeigt dem Leser die Absichten hinter der iranischen Unterstützung.
Seit seiner Gründung hat das islamische Revolutionsregime des Iran schrittweise eine Reihe pro-iranischer transnationaler Netzwerke aufgebaut, die aus seinen Verbündeten und stellvertretenden Terrororganisationen bestehen. Dieses Netzwerk ermöglicht es Teheran, eine weltweite terroristische Plattform zu besitzen und seine bedeutende und umfassende globale terroristische Präsenz aufrechtzuerhalten. Es gibt eine starke Grundlage für die Behauptung, dass der Iran der weltweit führende Sponsor des Terrorismus ist, wie er von der derzeitigen US-Regierung definiert wird. Der Iran hat im Iran-Irak-Krieg (1980- 1988), im Irak-Krieg (2003-2011), in der ISIS-Krise und im syrischen Bürgerkrieg erhebliche Erfahrungen gesammelt. Diese vier historischen Überschneidungen haben als wichtige Faktoren bei der Entwicklung der Aktivierung des transnationalen Terrorismus-Bereichs gedient. Aus jeder Lektion lernend, besitzt der Iran dieses aufgerüstete umfassende Spektrum, das ihm zur Verfügung steht und in dem Maße genutzt wird, wie es die iranische Führung entscheidet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Hisbollah
2.1 Operationsgebiete der Hisbollah
2.2 Gemeinsamen Ziele
3. Die Hamas
3.1 Der Gazastreifen
3.2 Unterstützungsmaßnahmen des Irans
4. Die Huthi-Rebellen
4.1 Iranischer Einfluss im Jemen
4.2 Unterstützungsmaßnahmen für die Huthi-Rebellen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das iranische Netzwerk an pro-iranischen Terrororganisationen und analysiert, welche strategischen Ziele das Regime in Teheran durch die finanzielle, militärische und ideologische Unterstützung dieser Akteure verfolgt. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Ziele verfolgt der Iran durch die Unterstützung von Terrororganisationen im Ausland?“
- Analyse der strategischen Partnerschaft zwischen dem Iran und der Hisbollah.
- Untersuchung der Rolle der Hamas als „erste Verteidigungslinie“ des Irans gegen Israel.
- Evaluation des iranischen Einflusses auf die Huthi-Rebellen im Jemenkonflikt.
- Betrachtung des Irans als regionaler Hegemonialmacht im Nahen Osten.
- Diskussion der ideologischen Deckungsgleichheit im gemeinsamen Kampf gegen Israel.
Auszug aus dem Buch
2. Die Hisbollah
Die libanesische Hisbollah, welche übersetzt „Partei Gottes“ heißt, hat seit Ende der 1980er Jahre weltweit ein hohes Maß an politischer und medialer Aufmerksamkeit erfahren. Die Hisbollah ist eine islamistisch schiitische Partei und Miliz. Mit diesen beiden Mittel kontrollieren sie den Libanon über ihre Partei im politischen, aber auch mithilfe ihrer Miliz im militärischen Sinne.8 Die Organisation wurde als Reaktion auf die zweite Libanoninvasion Israels im Süden des Libanon gegründet, wo sie noch heute ihre Mitte hat. Die Hisbollah ist eine islamische Bewegung des sozialen und politischen Protests von schiitischen Gruppierungen, mit iranisch-ideologischem Hintergrund. Als Anno 1983 im Zuge einem Selbstmordanschlag gegen die US-Botschaft in der libanesischen Hauptstadt 63 Personen starben, sahen viele die Hisbollah als Drahtzieher, genau wie für viele weitere Anschläge im Libanon.9
Deshalb wird die Hisbollah des Öfteren auch wahlweise Terror-Organisation, Terror-Bewegung, Terror-Miliz oder Terror-Netzwerk genannt. Andere Stimmen, primär soziologische Arbeiten, schließen in ihrem betreffenden Fokus auf einen bestimmten Untersuchungsgegenstand, etwa den sozialen Organisationen oder der politischen Partei. Eine Differenzierung in zwei Module beinhaltet einen gewaltbereiten Flügel und einen sozialen Flügel. In diesem Kontext liegen organisationssoziologische Studien gleichwohl vor wie Beiträge aus der Netzwerkforschung.10
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wendepunkt der iranischen Revolution 1979 und führt in das Konzept der „Achse des Widerstands“ ein.
2. Die Hisbollah: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, die Operationsgebiete sowie die strategische und ideologische Partnerschaft zwischen dem Iran und der Hisbollah.
3. Die Hamas: Hier werden die Wurzeln der Hamas, ihre Rolle im Gazastreifen und die umfangreiche Unterstützung durch das iranische Regime analysiert.
4. Die Huthi-Rebellen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Rolle der Huthis im Jemenkonflikt und der iranischen Absicht, durch deren Unterstützung eigenen regionalen Einfluss auszuweiten.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass der Iran durch die Unterstützung der drei untersuchten Gruppen seine Position als Hegemonialmacht festigt und den israelischen Staat aus verschiedenen Richtungen unter Druck setzt.
Schlüsselwörter
Iran, Hisbollah, Hamas, Huthi-Rebellen, Achse des Widerstands, Nahostkonflikt, Terrorismus, Stellvertreterkrieg, Israel, Teheran, Geopolitik, Hegemonie, Islamische Revolution, Stellvertreterorganisationen, Militärallianz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den transnationalen Netzwerken des Iran, insbesondere der Unterstützung für terroristische Organisationen, um iranische außenpolitische Ziele durchzusetzen.
Welche Akteure stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf drei Hauptverbündete des Iran: die Hisbollah im Libanon, die Hamas in Gaza und die Huthi-Rebellen im Jemen.
Was ist das primäre Ziel der iranischen Unterstützung?
Das Hauptziel des Irans ist die Etablierung als regionale Hegemonialmacht, die Schwächung Israels und die Verdrängung westlichen Einflusses aus dem Nahen Osten.
Welche methodische Herangehensweise wurde gewählt?
Die Autorin/der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf aktuelle Fachliteratur und Berichte, um die Verbindungen und Zielsetzungen des Regimes zu untersuchen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert für jeden der drei Akteure spezifisch die Entstehung, die Operationsweisen und die Art der Unterstützung, die sie von Teheran erhalten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Achse des Widerstands, Stellvertreter-Netzwerke, geopolitische Interessen, religiös-ideologische Motive und der Konflikt mit Israel.
Welche Rolle spielt die „Achse des Widerstands“?
Dies ist die Bezeichnung für das vom Iran angeführte Bündnis, dessen erklärtes Ziel die Vernichtung Israels und die Vorherrschaft in der Region ist.
Warum ist die Unterstützung der Huthi-Rebellen für den Iran strategisch wichtig?
Durch die Huthis kann der Iran den regionalen Konkurrenten Saudi-Arabien unter Druck setzen und seinen schiitischen Einfluss auf der arabischen Halbinsel ausdehnen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Irans Terrornetzwerke. Hisbollah, Hamas und Huthi-Rebellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182618