In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern Musik als Ausdruck von Lebensstilen fungiert. Das besondere Augenmerk liegt hierbei auf den Jugendlichen, die sich in einer Selbstfindungsphase befinden, in der sie sich nach und nach von den Erwachsenen abzukapseln versuchen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Betrachtung von deutschem Hip Hop und inwiefern man ihn als Lebensstil einordnen kann bzw. wie sich dieser Lebensstil dann äußert.
Denn deutscher Hip Hop ist ein viel diskutiertes Thema. Mittlerweile wird nicht nur der Lebensstil beeinflusst, sondern auch die Mode und vor allem die Sprache. Rapper wie Shindy, Kollegah, Haftbefehl oder die 187-Straßenbande sind schon längst keine kleinen Musiker mehr, die nur innerhalb der Szene einen hohen Stellenwert haben. Sie feiern mittlerweile große Erfolge und brechen nacheinander Verkaufsrekorde in Deutschland. Für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, sind sie ein Sprachrohr und teilweise auch Vorbilder. Die Arbeit versucht also auch, die Frage zu klären, inwiefern der Umgang mit Musik Identitäts- und Lebensstilentwürfe beeinflusst und ermöglicht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Forschung
2.1 Sozialisation und Identität
2.2 Was ist Jugend? Ein soziologischer Blick
2.3 Milieus und Lebensstiltheorien
2.3.1 Jugendkulturen und Szenen
3. Hip Hop in Deutschland
3.1 Der Beginn des deutschen Hip Hops
3.2 Deutscher Gangster-Rap
4. Lebensstil und Musikgeschmack - ein soziologischer Blick
4.1 Musikerleben innerhalb eines kulturellen Milieus
4.2 Hip Hop als Lebensstil
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht aus soziologischer Perspektive, inwiefern Musik als Ausdruck von Lebensstilen fungiert, wobei der Fokus auf der Lebensphase der Jugend und der Analyse von Hip Hop als spezifischem Lebensstil liegt.
- Sozialisation, Identitätsbildung und das soziologische Verständnis von Jugend.
- Theoretische Grundlagen zu Milieus, Lebensstiltheorien sowie Jugendkulturen und Szenen.
- Die Entwicklung und Ausprägungen von Hip Hop in Deutschland, mit besonderem Augenmerk auf Gangster-Rap.
- Zusammenhang zwischen Musikkonsum, Musikgeschmack und sozialer Strukturierung.
Auszug aus dem Buch
3.2 Deutscher Gangster-Rap
Da die meisten Gangsta-Rap Praktizierenden männlich sind, werde ich die Bezeichnung „Gangster-Rapper“ in dieser Arbeit nicht in die neutrale oder weibliche Form umwandeln.
Gangster-Rap lässt sich selbst eher weniger als eigenes Genre bezeichnen, vielmehr als ein Subgenre von Hip Hop, da durch bestimmte Themen, Stilmittel und einer bestimmten Sprache eine klare Grenze gezogen wird. Wider vieler Vermutungen, ist Hip Hop nicht nur Gangster-Rap. Gangster-Rap nimmt nur einen kleinen, aber immer lukrativer werdenden, Teil des Hip Hop ein.
Jeder Rapper versucht seinen eigenen Wiedererkennungswert und Stil zu entwickeln, um sich so echt wie möglich zu präsentieren. Rapper wie Bushido, Farid Bang oder Samy Deluxe scheinen gerade deshalb so berühmt zu sein, weil sie eben ihre schwierigen Lebensumstände und die Härte des Lebens eines Migrantenjungen in Deutschland sehr authentisch und echt in Szene setzen und es ihnen egal ist, was die Anderen sagen (Zehentmair 2013). Hauptsächlich geht es in den Texten um das knallharte Leben eines echten Gangsters. Nur ist hierbei nicht immer ganz klar, wer nun genau als Gangster zählt und wer nicht. Hierbei kann es sich nun um einen Kleinstadt Drogendealer oder ein Mafiaboss aus den Staaten handeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz von Musik für Jugendliche in der Phase der Identitätsfindung und Formulierung der zentralen Forschungsfrage bezüglich Musik als Ausdruck von Lebensstilen.
2. Einführung in die Forschung: Theoretische Auseinandersetzung mit Sozialisation, Identität, dem soziologischen Jugendbegriff sowie Milieu- und Lebensstiltheorien.
3. Hip Hop in Deutschland: Historischer Abriss der Entwicklung der Hip Hop Kultur in Deutschland, von den Anfängen bis zur Etablierung des Gangster-Raps als populäres Subgenre.
4. Lebensstil und Musikgeschmack - ein soziologischer Blick: Analyse der sozialen Strukturierung des Musikgeschmacks und Untersuchung, wie Hip Hop als spezifischer Lebensstil innerhalb dieser Strukturen fungiert.
5. Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Rolle von Hip Hop als aktive, sich ständig wandelnde Straßenkultur und Fazit über die Bedeutung von Musik für die Lebensstilbildung.
Schlüsselwörter
Soziologie, Jugend, Musik, Lebensstil, Hip Hop, Sozialisation, Identität, Milieu, Gangster-Rap, Jugendkultur, Szene, Habitus, Musikgeschmack, Authentizität, soziale Ungleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Musik und Lebensstilen aus einer soziologischen Perspektive, mit einem Schwerpunkt auf der Bedeutung von Hip Hop für Jugendliche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Sozialisation, die soziologische Definition von Jugend, die Theorie sozialer Milieus und Lebensstile sowie die Entwicklung und Wirkung der Hip Hop Kultur in Deutschland.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie und inwiefern Hip Hop als Ausdruck eines Lebensstils verstanden werden kann und welche Funktionen er für Jugendliche in ihrer Identitätsfindungsphase erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte soziologische Arbeit, die auf vorhandener Literatur, Studien und Fachdiskursen basiert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung von Jugend und Milieus, einer detaillierten Betrachtung der Hip Hop Szene und des Gangster-Raps sowie einer Analyse des Zusammenhangs von Musikgeschmack und sozialen Strukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Soziologie, Jugend, Musik, Lebensstil, Hip Hop, Identität und Milieu sind die zentralen Begriffe.
Warum wird im Kontext von Hip Hop von einer "Projektionsfläche" gesprochen?
Hip Hop dient für viele Jugendliche als Raum, um eigene Wünsche, Gefühle und Fantasien zu projizieren sowie sich mit privaten Problemen oder dem gesellschaftlichen Umfeld auseinanderzusetzen.
Welche Rolle spielt der Gangster-Rap bei der Identifikation von Jugendlichen?
Gangster-Rap wird von vielen Jugendlichen als authentisch empfunden, da er schwierige Lebensumstände thematisiert und somit ein Gefühl von Verständnis und Sicherheit vermitteln kann, auch wenn dies oft eine überzogene Inszenierung darstellt.
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- Gina-Marie Müller (Author), 2018, Kann Musik als Ausdruck von Lebensstilen verstanden werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182679