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Anderswelten. Ethnologische Perspektiven

Beiträge aus dem Seminar „Hexerei, Zauberei und Magie“

Titel: Anderswelten. Ethnologische Perspektiven

Sammelband , 2005 , 263 Seiten

Autor:in: Sonja Norgall u.a. Hrsg. Prof. Dr. Roland Mischung (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Reader versammelt schriftliche Ausarbeitungen einiger Referate, die im Rahmen des Oberseminars Hexerei, Zauberei und Magie im Verlaufe des WS 2002/03 gehalten wurden. Die Beiträge befassen sich mit auf den ersten Blick sehr verschiedenartigen Erscheinungen in unterschiedlichen Teilen der Welt: Von magischen oder schamanistischen Praktiken in der tibetischen Volksreligion über Konzeptionen von Hexerei/ Magie/ Krankenheilung in afroamerikanischen Kulten bis hin zu Spiritismus, Satanismus und modernen Hexen in urbanen Zentren moderner westlicher Gesellschaften, vor allem Hamburg. Diese scheinbare thematische Heterogenität war nicht von Anfang an abzusehen. Vielmehr begann das Seminar ganz konventionell mit dem Versuch, aus der Diskussion klassischer religionsethnologischer Texte Begriffsbestimmungen und Fragestellungen zu entwickeln: Was ist „Hexerei“ im Unterschied zu „Magie“?

Welche Variablen solcher Vorstellungen und Praktiken, welche Merkmale ihrer gesellschaftlichen Einbettung sind bisher theoretisch herausgearbeitet worden? Inwieweit taugen sie als Bestandteile eines gemeinsamen Analyserahmens, der allen Beiträgen zugrunde liegen sollte? Erste Zweifel am Sinn eines solchen Vorgehens wurden durch zwei Gastvorträge geweckt, in denen uns über das Hamburger „Hexenarchiv“ und von der persönlichen Wahrnehmung einer bei den Mijikenda (Ostafrika) initiierten mganga berichtet wurde. Die Bedenken verdichteten sich im Verlauf einer Diskussion der beiden einleitenden Kapitel in Susan Greenwood's Magic, Witchcraft and the Otherworld, einer 2000 erschienenen Untersuchung „paganistischer“ Zirkel im Großraum London, wo die gewohnten Unterscheidungen zwischen Hexe(r)n, Magier(inne)n, Druid(inn)en oder Schaman(inn)en sehr zum Verdruss ordnungsliebender Wissenschaftler nicht gemacht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Traditioneller“ Hexenglaube in Deutschland und Frankreich im 20. Jahrhundert

3 Magie in der kubanischen Santería

4 Trance und Besessenheit in der kubanischen Santería

5 Magie und Krankheitsbehandlung in der Umbanda

6 Der Voodookult auf Haiti

7 Magische und schamanistische Praktiken in der tibetischen Bön-Religion

8 Anderswelten: Geister und Magie in Hamburg

9 Kardecismus und die Konstruktion von Wirklichkeiten

10 Der Satanismus: Betrachtung eines vielgestaltigen Phänomens

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt auf eine fundierte ethnologische Bestandsaufnahme unterschiedlicher religiöser und magischer Praktiken ab, die durch den Einfluss „jenseitiger“ Kräfte geprägt sind. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie derartige Phänomene innerhalb ihrer spezifischen kulturellen Kontexte konstruiert, erfahren und funktionalisiert werden, wobei insbesondere die Rolle ritueller Handlungen bei der Bewältigung von Daseinsproblemen und Krisen im Vordergrund steht.

  • Analyse synkretistischer Glaubenssysteme und deren magischer Alltagspraxis.
  • Untersuchung von Trance-, Besessenheits- und Heilungsritualen in afroamerikanischen Religionen.
  • Erforschung von Hexerei- und Magievorstellungen im zeitgenössischen Europa.
  • Betrachtung von Schamanismus und magischen Traditionen innerhalb des tibetischen Bön.
  • Reflektion über die soziokulturelle Konstruktion von Wirklichkeiten und Geisterglauben.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Grundzüge und Vorstellungsmuster

Die durchgeführten Verhexungen werden von den Hexengläubigen als "Hexerei", in Westfrankreich auch als "Zauberei" bezeichnet. Ihr Durchführungsmittel ist "Schwarze Magie" und die Auswirkung ist ein Schadenzauber. Die beschuldigten Personen werden von den Anklägern, je nach Region, als Hexe oder Hexer, Zauberer (Westfrankreich) oder "Böse Leute" (Südwestdeutschland) bezeichnet. Die wesentlichen Elemente der zeitgenössischen Hexenvorstellung sind:

1) eine irgendwie gedachte Verbindung mit dem Teufel;

2) die Ausführung von Schadenzauber in vielfältiger Form;

3) die Verwandlung der Hexe / des Hexers in ein Tier, vor allem in eine Katze, aber auch in einen Hund, eine Kröte oder eine Eule;

4) der Flug durch die Luft und Wetterzauber.

Diese Elemente entsprechen sowohl den vorchristlichen Vorstellungen wie auch denen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Allerdings spielen die Hauptanklagepunkte der Hexenverfolgung, nämlich die Lästerung Gottes, ein förmlich geschlossener Pakt mit dem Teufel sowie Unzucht mit diesem und der Hexensabbat (das Zusammentreffen der Hexen) heute keine Rolle mehr (Schöck 1978: 96 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Vielfalt der untersuchten magischen und schamanistischen Phänomene ein und begründet die Notwendigkeit einer flexiblen, emisch orientierten Konzeption von „Hexerei, Zauberei und Magie“.

2 „Traditioneller“ Hexenglaube in Deutschland und Frankreich im 20. Jahrhundert: Das Kapitel beleuchtet alltagskulturelle Vorstellungsmuster über Hexerei im 20. Jahrhundert und untersucht die erlebte Realität von Betroffenen sowie die Rolle von „Hexenbanner“ genannten Spezialisten.

3 Magie in der kubanischen Santería: Die Autorin beschreibt den alltäglichen Umgang mit Magie, die Bedeutung übernatürlicher Wesenheiten (Orishas) und deren Rolle im Heilungsprozess der Santería.

4 Trance und Besessenheit in der kubanischen Santería: Dieser Beitrag analysiert die rituelle Kommunikation mit Gottheiten anhand kommunikationstheoretischer Modelle und zeigt die biophysischen sowie kulturellen Ursachen von Besessenheitszuständen auf.

5 Magie und Krankheitsbehandlung in der Umbanda: Hier wird das Glaubenssystem der brasilianischen Umbanda dargestellt, insbesondere die Praxis der Geistinkorporation zur Diagnose und Heilung von Krankheiten.

6 Der Voodookult auf Haiti: Die Autorinnen dekonstruieren westliche Mythen über den Voodoo und erläutern dessen Bedeutung als Alltagsreligion, Heilungskult und Mittel des Widerstands.

7 Magische und schamanistische Praktiken in der tibetischen Bön-Religion: Dieses Kapitel zeigt die komplexe Synthese aus animistisch-schamanistischer Tradition und tantrischem Buddhismus und die Bedeutung magischer Spezialisten in Tibet auf.

8 Anderswelten: Geister und Magie in Hamburg: Eine empirische Untersuchung zur Wahrnehmung des Übersinnlichen im modernen urbanen Umfeld, basierend auf Interviews mit in Hamburg praktizierenden Personen.

9 Kardecismus und die Konstruktion von Wirklichkeiten: Eine Dokumentation über die kardecistische Lehre und wie sie die Wirklichkeitskonstruktion von Kardecisten in Hamburg beeinflusst.

10 Der Satanismus: Betrachtung eines vielgestaltigen Phänomens: Die Autorin untersucht historische und moderne Formen des Satanismus und arbeitet die dahinterliegenden gesellschaftskritischen sowie magischen Weltanschauungen heraus.

Schlüsselwörter

Magie, Hexerei, Schamanismus, Santería, Umbanda, Voodoo, Bön-Religion, Satanismus, Trance, Besessenheit, Geistheilung, Kardecismus, Anderswelt, Ritual, Ethnologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem E-Book grundsätzlich?

Das Buch versammelt ethnologische Beiträge aus einem Seminar, die sich mit den weltweit verbreiteten und oft sehr unterschiedlich wahrgenommenen Phänomenen von Hexerei, Zauberei und Magie auseinandersetzen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Das Spektrum reicht von traditionellen europäischen Hexenvorstellungen über afroamerikanische Religionen wie Santería, Umbanda und Voodoo bis hin zu tibetischen Bön-Praktiken, modernem Satanismus und spiritistischen Strömungen in urbanen Zentren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme, wie Menschen durch den Eingriff „jenseitiger“ Kräfte ihre Lebenswelten interpretieren und wie diese Kräfte im Diesseits mobilisiert werden, um Daseinsprobleme zu lösen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Beiträge basieren primär auf ethnographischer Forschung, Literaturanalysen, Fallbeispielen sowie teils auf eigenen empirischen Feldforschungen und Interviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fallstudien zu spezifischen magischen Systemen, in denen jeweils Kosmologie, Kommunikation mit Geistwesen, Heilungspraktiken und soziale Funktionen untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Magie, Hexerei, Schamanismus, Besessenheit, Trance, Geisterglaube und kulturelle Wirklichkeitskonstruktion sind zentrale Begriffe.

Welche Rolle spielt die „Anderswelt“ in den untersuchten Kulturen?

Die „Anderswelt“ wird in den untersuchten Systemen als eine real wirkende, alternative oder komplementäre Wirklichkeit wahrgenommen, die durch spezifische Rituale für menschliche Belange (Heilung, Problemlösung) nutzbar gemacht wird.

Wie unterscheidet sich der Voodoo auf Haiti von populären westlichen Klischees?

Während Voodoo in westlichen Medien oft auf „schwarze Magie“ und Grausamkeit reduziert wird, bildet die alltägliche Praxis primär ein System zur Lebenshilfe, Heilung durch „weiße Magie“ und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.

Ende der Leseprobe aus 263 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anderswelten. Ethnologische Perspektiven
Untertitel
Beiträge aus dem Seminar „Hexerei, Zauberei und Magie“
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Ethnologie)
Veranstaltung
Oberseminar "Hexerei, Zauberei und Magie"
Autor
Sonja Norgall u.a. Hrsg. Prof. Dr. Roland Mischung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
263
Katalognummer
V118272
ISBN (eBook)
9783640254712
ISBN (Buch)
9783640254873
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anderswelten Ethnologische Perspektiven Oberseminar Hexerei Zauberei Magie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sonja Norgall u.a. Hrsg. Prof. Dr. Roland Mischung (Autor:in), 2005, Anderswelten. Ethnologische Perspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118272
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