Der grundlegende Fokus dieser Arbeit liegt auf der Frage, wie sich Zeichen, Gesten und Gebärden bei der Kommunikation von Gehörlosen etablieren und wie diese drei Charakteristika die Gebärdensprache zu einer vollwertigen Sprache machen. Zudem soll mit dieser Arbeit ein stückweit die Unsicherheit gegenüber der Gebärdensprache verringert werden und eine bilinguale Sprachumwelt soll hervorgehoben werden.
Zunächst folgt eine Begriffsbestimmung der Gehörlosen und einige Grundlagen über einen Hörverlust und den dazugehörigen Chancen und Grenzen.
Unterdessen geht die wissenschaftliche Arbeit auf gehörlose Kinder ein, die die deutsche Gebärdensprache erlernen, dies bezüglich wird kurzerhand die moderne Versorgung mit Hörgeräten erwähnt. Die Entwicklung von natürlichen Gesten und Zeichen bis hin zur detaillieren Gebärdensprache wird skizziert. Die Gebärdensprache und die linguistischen Ebenen werden näher betrachtet. Zuletzt werden die gewonnenen Erkenntnisse der gebärdensprachlichen Kommunikation zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung – die Kommunikation Gehörloser
1.1. Motivation und Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
1.3. Aktueller Forschungsstand
2 Wissenschaftlicher Hintergrund – Zeichen, Gesten und Gebärden
2.1. Das menschliche Gehör – Chancen und Grenzen
2.2. Von natürlichen Zeichen und Gesten zur Gebärdensprache
2.3. Die deutsche Gebärdensprache
2.3.1 Parallelität und Divergenz zum Lautspracherwerb
2.3.2 Merkmale der Gebärdensprache
2.3.3 Phonologische Ebene
2.3.4 Morphologische Ebene
2.3.5 Syntaktische Ebene
3 Fazit der gewonnenen Erkenntnisse
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung und linguistische Struktur der Gebärdensprache im Kontext der Kommunikation gehörloser Menschen zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Zeichen, Gesten und Gebärden etablieren und welche Faktoren sie als vollwertige Sprache qualifizieren, um bestehende Unsicherheiten abzubauen.
- Grundlagen der Gehörlosigkeit und kommunikative Herausforderungen
- Übergang von natürlichen Gesten zur komplexen Gebärdensprache
- Linguistische Analyse der Gebärdensprache auf phonologischer, morphologischer und syntaktischer Ebene
- Gegenüberstellung von Gebärdensprache und Lautspracherwerb
- Bedeutung der Gebärdensprache für die soziale Inklusion und bilinguale Erziehung
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Merkmale der Gebärdensprache
Die Deutsche Gebärdensprache ist die Sprache, die auf Basis visueller-gestischer Zeichen und Körperbewegungen, die Kommunikation gehörloser Personen untereinander und mit hörenden Personen ermöglicht (vgl. Kutscher, 2010, 80). Die mit den Händen produzierten Sprachzeichen werden Gebärden genannt und übermitteln sprachliche Informationen. Ebenso spielen nonverbale Mittel, wie etwa die Körperhaltung, die Mimik, die Mundbildung oder der Ausdruck, eine große Rolle, sie können grammatische Inhalte kodieren (vgl. Mohamed, 2020, 162).
Rund 80.000 Gehörlose sprechen diese Sprache in Deutschland, wobei die Mehrheit dieser Gehörlosen jedoch aus Familien stammen bei denen die Eltern hören können (vgl. Kutscher, 2010, 80). Dies führe dazu, dass viele Gehörlose die DGS nicht von Geburt an, sondern erst später durch Kontakt mit anderen Gehörlosen erlernen, moniert Kutscher (2010).
Aufgrund von wenigen systematischen Untersuchungen der DGS gibt es zurzeit noch keine normierte Form der Sprache und sie unterteilt sich aufgrund dessen in eine Reihe von Dialekten und Abwandlungen (vgl. ebd., 80 f.). Trotz allem wird die Gebärdensprache als ein konventionelles System angesehen, welches folgendermaßen definiert werden kann: Die DGS besteht aus Zeichen deren Elemente eine bestimmte Struktur aufweisen. Diese werden nach genauen Regeln miteinander verknüpft und dienen zur symbolischen Interaktion der zwischenmenschlichen Verständigung (vgl. Wisch, 1990, 155). Die miteinander verknüpften Regeln, lassen sich in linguistische Teilbereiche einteilen, welche ähnlich wie bei der Lautsprache die Ebene der Phonologie, der Morphologie und die Ebene des Syntax bilden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung – die Kommunikation Gehörloser: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kommunikation ohne Gehör ein, erläutert die Zielsetzung der Arbeit und bietet einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.
2 Wissenschaftlicher Hintergrund – Zeichen, Gesten und Gebärden: Hier werden die physiologischen Grundlagen der Gehörlosigkeit dargelegt und die Entwicklung von einfachen natürlichen Gesten hin zur komplexen deutschen Gebärdensprache detailliert untersucht.
2.1. Das menschliche Gehör – Chancen und Grenzen: Das Kapitel behandelt die Funktionen des Gehörs und die Kompensationsmöglichkeiten bei Hörverlust sowie die Bedeutung einer frühzeitigen sprachpädagogischen Förderung.
2.2. Von natürlichen Zeichen und Gesten zur Gebärdensprache: Es wird analysiert, wie sich aus der universellen menschlichen Fähigkeit zur gestischen Kommunikation komplexe Gebärdensysteme entwickeln.
2.3. Die deutsche Gebärdensprache: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die DGS als visuelles Zeichensystem und vergleicht dessen Strukturen mit denen der Lautsprache.
2.3.1 Parallelität und Divergenz zum Lautspracherwerb: Hier werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Erwerb der Gebärdensprache und der Lautsprache bei Kindern beleuchtet.
2.3.2 Merkmale der Gebärdensprache: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Merkmale der DGS als konventionelles, regelgeleitetes System zur Kommunikation.
2.3.3 Phonologische Ebene: Es wird die Mikrostruktur der Gebärden untersucht, wobei Handformen, Bewegungen und Ausführungsstellen analysiert werden.
2.3.4 Morphologische Ebene: Dieses Kapitel behandelt die Bildung von Morphemen in der Gebärdensprache und wie diese zur Wortbildung und Flexion genutzt werden.
2.3.5 Syntaktische Ebene: Es wird aufgezeigt, wie die Gebärdensprache durch Mimik und räumliche Anordnung grammatische Beziehungen und Satzstrukturen ausdrückt.
3 Fazit der gewonnenen Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung der Gebärdensprache als vollwertige Sprache zusammen und betont die Relevanz der Akzeptanz dieser Kultur für eine erfolgreiche Inklusion.
Schlüsselwörter
Gebärdensprache, Deutsche Gebärdensprache, DGS, Gehörlosigkeit, Kommunikation, Linguistik, Phonologie, Morphologie, Syntax, Gebärden, Sprachwerb, Bilinguale Erziehung, Nicht-manuelle Komponenten, Zeichensystem, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kommunikation gehörloser Menschen und arbeitet heraus, dass die Gebärdensprache ein komplexes, linguistisch vollwertiges System darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die linguistischen Strukturen der Gebärdensprache (Phonologie, Morphologie, Syntax) sowie den Prozess des Gebärdenspracherwerbs bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die strukturellen Merkmale der Gebärdensprache aufzuzeigen, um die Unsicherheit gegenüber dieser Kommunikationsform zu verringern und ihre Bedeutung als gleichwertige Sprache zu unterstreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Arbeit, die auf einer Literaturanalyse verschiedener sprachwissenschaftlicher Studien und theoretischer Konzepte zur Gebärdensprache basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die drei linguistischen Ebenen Phonologie, Morphologie und Syntax der deutschen Gebärdensprache und vergleicht diese mit den Strukturen der Lautsprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gebärdensprache, DGS, linguistische Analyse, Gebärden, Inklusion und Sprachwerb.
Warum ist die Mimik in der Gebärdensprache so wichtig?
Die Mimik übernimmt in der Gebärdensprache wichtige grammatische Funktionen, kodiert emotionale Inhalte und dient als Marker für Satzarten, wie zum Beispiel bei Fragen oder Befehlen.
Welche Rolle spielt die räumliche Anordnung bei der Syntax?
Die räumliche Anordnung (der Gebärdenraum) ermöglicht es, Bezüge herzustellen, Rollen zuzuweisen und zeitliche oder kausale Zusammenhänge präzise auszudrücken.
- Arbeit zitieren
- Jana Klingsiek (Autor:in), 2021, Kommunikation über die Gebärdensprache. Zeichen - Gesten - Gebärden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1182917