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Das deutsche Tarifsystem im Wandel

Erläuterung des Wandels im Tarifsystem und die Möglichkeit zur Stärkung des Flächentarifvertrags durch Öffnungsklauseln

Title: Das deutsche Tarifsystem im Wandel

Term Paper , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Hendrik Hillebrand (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Während es im Westen Deutschland bis Anfang der neunziger Jahre als selbstverständlich galt, dass Löhne und Arbeitsbedingungen branchenweit geregelt wurden und dass fast alle Beschäftigten einem „Flächentarifvertrag“ unterlagen, ist die Situation heute in West- wie Ostdeutschland durch eine wesentlich größere Differenzierung und Dezentralisierung gekennzeichnet (Kohaut, Susanne / Schnabel, Klaus 2006, S. 3). Das alte System, in dem ein mächtiger Arbeitgeberverband und eine mächtige Gewerkschaft für eine ganze Branche in einem Gebiet einen Tarifvertrag schlossen, hat Risse bekommen.
Tarifverträge werden immer noch auf die gleiche Weise geschlossen, nur hat sich ihre Ausführung und die Gültigkeit in dem jeweiligen Tarifgebiet verändert. Tarifverträge sind heute mit verschiedenen Öffnungsklauseln durchsetzt, die es Unternehmen erlauben, von den beschlossenen Normen abzuweichen.
Es gibt weiterhin Firmen- und Haustarifverträge, die nur für ein Unternehmen gelten. Zum Teil handeln einige Arbeitnehmer, auch Facharbeiter, heute direkt mit ihrem Arbeitgeber den Arbeitsvertrag und die Arbeitsbedingungen aus. Hier hat eine klare Dezentralisierung in der Landschaft der Branchen- / Flächentarifverträge eingesetzt. Das Tarifsystem hat sich verändert und ist auch weiter Veränderungen unterworfen. Diese Veränderungen sollen in diesem Text erläutert werden, wobei zuerst die theoretischen Grundlagen des Tarifvertrags erläutert werden. Danach werden in dieser Arbeit die Veränderungen im deutschen Tarifsystem dargestellt, wobei insbesondere auf die Öffnungsklauseln in Tarifverträgen eingegangen wird.
Die Öffnungsklauseln, die heute in vielen Tarifverträgen vorhandenen sind, erlauben vom Branchen- / Flächentarifvertrag in den verschiedensten Punkten abzuweichen. Die aktuelle wissenschaftliche Forschung vertritt in einigen Texten die Meinung, dass Öffnungsklauseln die Flächentarifverträge absichern.
Wenn möglich soll daher am Ende der Arbeit eine Bewertung erfolgen, ob der Wandel im deutschen Tarifsystem durch Öffnungsklauseln verlangsamt und oder beschleunigt wird und wenn ja ob dies wünschenswert ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Tarifvertragssystem in Deutschland

3. Der Wandel des deutschen Tarifsystems und der Tarifverträge

3.1 Veränderungen der Tarifbindung

3.2 Zunahme Tarifloser Zustände

3.3 Abnahme von Flächentarifverträgen zugunsten von Firmentarifverträgen

3.4 Differenzierung und Dezentralisierung

3.5 Abnahme von Allgemeinverbindlicherklärungen

4. Öffnungsklauseln als Möglichkeit zur Sicherung von Flächentarifverträgen

5. Abschließende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert den Wandel des deutschen Tarifsystems, insbesondere den Rückgang der klassischen Flächentarifbindung, und untersucht, inwieweit Öffnungsklauseln als Instrument zur Stärkung und Flexibilisierung dieser Tarifverträge dienen können.

  • Grundlagen und rechtlicher Rahmen des deutschen Tarifvertragssystems
  • Ursachen und Auswirkungen der Dezentralisierung und Differenzierung
  • Empirische Verbreitung und Nutzung von Öffnungsklauseln in Betrieben
  • Bewertung des Einflusses von Öffnungsklauseln auf die Stabilität des Flächentarifvertrags

Auszug aus dem Buch

4. Öffnungsklauseln als Möglichkeit zur Sicherung von Flächentarifverträgen

Ein wichtiger Grund für den Rückgang der Flächentarifbindung kann nach Susanne Kohaut in der Unzufriedenheit vieler Firmen mit der Tarifpolitik der Arbeitgeberverbände und mit den branchenweit gültigen Lohn- und Arbeitszeitregelungen gesehen werden. Um die Abwendung der Unternehmen von Flächentarifverträgen zu stoppen, haben die Tarifparteien in den letzten Jahren behutsame Schritte zur Reform ihrer Verbandstarifverträge eingeleitet (vgl. Kohaut, Susanne 2007, S.95-96).

Das Tarifsystem ist mehr und mehr durch Differenzierung und Dezentralisierung gekennzeichnet, die Rolle des branchenweiten Verbandstarifvertrages und der ihn schließenden Tarifparteien hat abgenommen, betriebsbezogene Regelungen und die Betriebsparteien haben an Bedeutung gewonnen, und das gesamte Lohnfindungssystem ist vielschichtiger und teils komplexer geworden (vgl. Kohaut, Susanne / Schnabel, Klaus 2006, S. 1).

Der Flächentarifvertrag hat zwar an Bedeutung verloren, ist aber trotzdem nicht aus dem deutschen Tarifsystem wegzudenken. Er wird kritisiert, da er nicht die betrieblichen Spezifika der einzelnen Unternehmen in Bereichen wie Lohn und Arbeitsbedingungen berücksichtigt und die Firmen dadurch nicht hinreichend auf den technischen Fortschritt und die schnellen Veränderungen am globalisierten Weltmarkt reagieren können (vgl. Kohaut, Susanne / Schnabel, Klaus 2006, S. 5). Um den Flächentarifvertrag flexibeler zu gestalten und auf die spezifischen Anforderungen und Probleme einzelner Unternehmen im Flächentarifvertrag eingehen zu können, wurden von den Tarifpartnern so genannte Öffnungsklauseln eingeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des sich wandelnden deutschen Tarifsystems und Vorstellung der zentralen Fragestellung zur Rolle von Öffnungsklauseln.

2. Das Tarifvertragssystem in Deutschland: Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, des Aufbaus von Tarifverträgen und der Bedeutung der Tarifautonomie.

3. Der Wandel des deutschen Tarifsystems und der Tarifverträge: Analyse der Ursachen für den Bedeutungsverlust der Flächentarife, wie Tarifbindungsschwund, Dezentralisierung und Zunahme tarifloser Zustände.

3.1 Veränderungen der Tarifbindung: Statistische Betrachtung des kontinuierlichen Rückgangs der Tarifbindung in west- und ostdeutschen Betrieben.

3.2 Zunahme Tarifloser Zustände: Untersuchung der Entwicklung hin zu längeren Zeiträumen ohne geltenden Tarifvertrag in verschiedenen Branchen.

3.3 Abnahme von Flächentarifverträgen zugunsten von Firmentarifverträgen: Darstellung des Trends zur Verbetrieblichung und die damit verbundenen Herausforderungen für Gewerkschaften.

3.4 Differenzierung und Dezentralisierung: Analyse der Flexibilisierungsbestrebungen und der Verschiebung von Gestaltungskompetenzen auf die betriebliche Ebene.

3.5 Abnahme von Allgemeinverbindlicherklärungen: Diskussion des Rückgangs staatlicher Stabilisierungsmaßnahmen für Tarifverträge.

4. Öffnungsklauseln als Möglichkeit zur Sicherung von Flächentarifverträgen: Definition und Kategorisierung von Öffnungsklauseln als Instrument zur betrieblichen Anpassung an spezifische Anforderungen.

5. Abschließende Bewertung: Zusammenfassende Einschätzung des Autors, dass Öffnungsklauseln derzeit nur einen geringen Effekt haben, aber bei besserer Kommunikation ein wichtiges Mittel zur Stützung des Systems sein könnten.

Schlüsselwörter

Tarifsystem, Flächentarifvertrag, Öffnungsklauseln, Tarifbindung, Dezentralisierung, Tarifautonomie, Arbeitsbeziehungen, Firmentarifverträge, Arbeitszeitflexibilisierung, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Tarifvertragsgesetz, Lohnfindung, Betriebsrat, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den tiefgreifenden Wandel des deutschen Tarifsystems, insbesondere den Trend weg vom klassischen Flächentarifvertrag hin zu flexibleren, betriebsnahen Lösungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die sinkende Tarifbindung, die zunehmende Dezentralisierung der Lohnverhandlungen und die spezifische Rolle, die Öffnungsklauseln bei der Anpassung von Tarifverträgen spielen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Öffnungsklauseln tatsächlich dazu beitragen können, Flächentarifverträge zu sichern und ihre Attraktivität für Unternehmen zu erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse unter Einbeziehung aktueller statistischer Erhebungen, wie etwa dem IAB-Betriebspanel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der verschiedenen Erscheinungsformen des tariflichen Wandels und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Funktionsweise und Verbreitung von Öffnungsklauseln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tarifbindung, Flächentarifvertrag, Dezentralisierung, Flexibilisierung und Tarifautonomie geprägt.

Warum spielt die mangelnde Kommunikation bei Öffnungsklauseln eine Rolle?

Der Autor argumentiert, dass viele Betriebe Öffnungsklauseln aufgrund unzureichender Information über deren Existenz oder Nutzen nicht anwenden, was ihr Potenzial zur Stärkung des Systems ungenutzt lässt.

Wie bewertet der Autor die Auswirkungen auf die Beschäftigten?

Er sieht ein Spannungsfeld: Während Öffnungsklauseln Arbeitsplätze durch Flexibilität sichern können, besteht bei unfairem Einsatz das Risiko einer „Erpressung“ der Belegschaft bei Standortfragen.

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Details

Title
Das deutsche Tarifsystem im Wandel
Subtitle
Erläuterung des Wandels im Tarifsystem und die Möglichkeit zur Stärkung des Flächentarifvertrags durch Öffnungsklauseln
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Sozialwissenschaften)
Course
Soziologie der Arbeit
Grade
1,3
Author
Hendrik Hillebrand (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V118292
ISBN (eBook)
9783640214815
Language
German
Tags
Tarifsystem Wandel Soziologie Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Hillebrand (Author), 2008, Das deutsche Tarifsystem im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118292
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