In der Arbeit werden die Begriffe Biographie, Identität und Lebenslauf soziologisch definiert und miteinander in Beziehung gesetzt. Es gibt Beispiele aus dem Leben zu den Begriffen.
Die Theorien von Mead und Krappmann zu Identität werden mit den Begriffen Biographie und Lebenslauf in Beziehung gesetzt.
Die Selbstthematisierung wird in unterschiedlichen Lebenssituationen beleuchtet. Es wird zudem auf Biographiegeneratoren und unterschiedliche Persönlichkeitstypen in einer Gesellschaft eingegangen.
Dies ist keine vollständige Bearbeitung des Themas, da es sich um eine Seminararbeit in einem Proseminar handelt. Die Arbeit liefert einige wichtige Zitate zum Thema und lädt zur weiteren Forschung ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Biographiegeneratoren
4. Voraussetzungen von Selbstthematisierung
5. Selbstthematisierung und Gesellschaft
6. Identität und Biographie
7. Situationale Selbstthematisierung
8. Lebenslauf und Biographie
9. Biographie und Zeitlichkeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, das Wechselspiel zwischen dem Biografiebegriff, der Identitätsbildung und dem Lebenslauf theoretisch zu durchdringen. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie und warum Menschen sich selbst thematisieren, welche Rolle soziale Institutionen dabei spielen und wie Identität in kommunikativen Prozessen – unter Bezugnahme auf George Herbert Mead und Lothar Krappmann – konstituiert und stabilisiert wird.
- Definition und Funktion von Biographie sowie sogenannten Biographiegeneratoren.
- Analyse der Selbstthematisierung mittels Meads symbolischem Interaktionismus.
- Die soziologische Bedeutung von Bekenntnissen und institutionellen Anforderungen.
- Abgrenzung und Differenzierung zwischen gelebtem Lebenslauf und erzählter Biographie.
Auszug aus dem Buch
Biographiegeneratoren
„Ob das Ich über Formen des Gedächtnisses verfügt, die symbolisch seine ganze Vita thematisieren, das hängt vom Vorhandensein von sozialen Institutionen ab, die eine Rückbesinnung auf das eigene Dasein gestatten.“ Solche Institutionen nennt man Biografiegeneratoren. Beispiele für solche Bekenntnisgeneratoren sind die Verwendung biographischer Bekenntnisse in der Psychoanalyse, der medizinischen Anamnese oder der Sozialforschung. „Nicht zuletzt denke man natürlich an alle Formen religiöser Beichte“.
„Wir reden nicht von uns selbst so über uns selbst, wie wir es tun, sondern weil wir gelernt haben, dies je nach Gelegenheit auf bestimmte Weise zu tun.“
Hier kann man sich auf Mead beziehen, der davon ausgeht, dass Identität dadurch zustande kommt, dass der Mensch die Fähigkeit hat, aus sich herauszutreten und sich selbst objektiv zu betrachten. Identität ist seiner Auffassung nach nichts von Geburt an gegebenes, sondern entwickelt sich im Sozialisationsprozess. Das Kind wird zu einem Mitglied der Gesellschaft, indem es Normen/ Wertvorstellungen signifikanter Anderer (z.B.) Eltern, Lehrer übernimmt. Im weiteren Verlauf der Identitätsbildung soll es lernen, sich in mehrere Andere hineinzuversetzen, wie es zum Beispiel bei einem Regelspiel wie Volleyball der Fall ist. Zum Schluss soll das Individuum die Perspektive der Weltgesellschaft übernehmen lernen (universeller Anderer).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Identitätsbildung ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand soziologischer Theorien.
Biographie: Dieses Kapitel liefert eine Begriffsdefinition der Biographie aus soziologischer Perspektive und beleuchtet sie als prozessuale Struktur von Handlungen und Erfahrungen.
Biographiegeneratoren: Hier wird untersucht, welche sozialen Institutionen die Selbstthematisierung ermöglichen und fördern.
Voraussetzungen von Selbstthematisierung: Das Kapitel thematisiert die Notwendigkeit von Zuhörern und sozialen Kontexten für das Reden über das eigene Selbst.
Selbstthematisierung und Gesellschaft: Es wird analysiert, wie institutionalisierte Formen der Selbstthematisierung den Sozialisationsprozess und die Herausbildung spezifischer Persönlichkeitstypen beeinflussen.
Identität und Biographie: Auf Basis von Mead und Krappmann wird die Konstitution von Identität durch Kommunikation und Perspektivenwechsel dargestellt.
Situationale Selbstthematisierung: Das Kapitel beleuchtet, wie Individuen in alltäglichen Interaktionsmomenten ihre Identität beanspruchen oder rechtfertigen.
Lebenslauf und Biographie: Hier findet eine Abgrenzung zwischen der unendlichen Komplexität des Lebenslaufs und der selektiven, erzählerischen Darstellung in der Biographie statt.
Biographie und Zeitlichkeit: Abschließend wird diskutiert, wie die Verzeitlichung der Selbstdarstellung entsteht, wenn gleiche Gegenwarten auf unterschiedliche Vergangenheiten treffen.
Schlüsselwörter
Biographie, Identität, Lebenslauf, Selbstthematisierung, Sozialisation, George Herbert Mead, Lothar Krappmann, Biographiegeneratoren, Symbolischer Interaktionismus, Bekenntnis, soziale Institutionen, Identitätsbildung, Interaktionsprozesse, selektive Vergegenwärtigung, Zeitlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Biographie, Identität und Lebenslauf aus soziologischer Sicht unter Einbeziehung theoretischer Ansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehung des Selbst durch soziale Interaktion, den Rahmenbedingungen der Selbstthematisierung und der Bedeutung von Erinnerung und Zeitlichkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, den Unterschied zwischen dem faktischen Lebenslauf und der erzählten Biographie zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Identität in sozialen Prozessen konstruiert wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Standardwerke und Theoriemodelle, insbesondere der symbolische Interaktionismus nach Mead.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Biographiegeneratoren, die Voraussetzungen des Redens über sich selbst sowie die spezifische Rolle der Gesellschaft bei der Identitätsformung.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Biographie, Identität, Selbstthematisierung, Interaktion und Zeitlichkeit.
Was genau sind laut dem Text "Biographiegeneratoren"?
Es handelt sich um soziale Institutionen, die eine Rückbesinnung auf das eigene Dasein ermöglichen, wie beispielsweise die Psychoanalyse, medizinische Anamnesen oder religiöse Beichten.
Wie unterscheidet sich der "Lebenslauf" von der "Biographie"?
Der Lebenslauf umfasst die unendliche Fülle aller Ereignisse und Erfahrungen, während die Biographie eine selektive und vereinfachte Vergegenwärtigung dieser Ereignisse zu einer Sinneinheit darstellt.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Lauscher (Autor:in), 2012, Biographie, Identität und Lebenslauf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183017