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"Doing Difference" in sogenannten Brennpunktschulen. Soziale Unterscheidungen im (Schul-)Alltag an Hauptschulen

Titel: "Doing Difference" in sogenannten Brennpunktschulen. Soziale Unterscheidungen im (Schul-)Alltag an Hauptschulen

Masterarbeit , 2021 , 99 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Arbnor Alija (Autor:in)

Pädagogik - Sozialpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Anspruch der vorliegenden Arbeit ist es, die Blickwinkel von Hauptschülerinnen aus sogenannten "Brennpunktschulen" in Nordrhein-Westfalen in den Vordergrund zu stellen und zu schauen, ob und von welchen sozialen Unterscheidungsprozessen diese Gruppe sowohl institutionell als auch gesellschaftlich betroffen ist.

Dazu wird im Folgenden zuerst ein Bezug hergestellt zu Pierre Bourdieu und seiner Theorie zum Kapital, Habitus und sozialen Raum, die in dieser Arbeit vor allem für die jeweilige Situation und Position der Hauptschülerinnen in der Schule bzw. in der Gesellschaft eine wichtige Rolle einnehmen werden. Danach wird das Schulsystem der Bundesrepublik mit den verschiedenen Forschungssträngen bezüglich institutioneller Diskriminierung thematisiert, ehe genauer auf die Gruppe der Hauptschülerinnen eingegangen wird. Daraufhin wird es eine begriffliche Annäherung zu den sogenannten
"Brennpunktschulen" bzw. "Brennpunktvierteln" geben und das Thema der Bildung und der dazugehörigen Angebote in diesen Quartieren ausgeführt.

Im nächsten Schritt wird der intersektionalitätsansatz inklusive seiner Differenzkategorien vorgestellt, da dieser die Grundlage zur Analyse in der vorliegenden Arbeit bildet. Im sechsten Kapitel wird der Stand der wissenschaftlichen Forschung bezüglich sogenannter "Brennpunktschulen" und der intersektionalität in Deutschland vorgestellt, ehe im Anschluss die forschungsmethodologische Herangehensweise in dieser Arbeit vorgestellt wird. Zum Schluss erfolgt die Analyse und Auswertung des Datenmaterials, bevor im letzten Teil die Zusammenfassung und der Ergebnisse und das Fazit folgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Pierre Bourdieu

2.1 Kapitalbegriff nach Bourdieu

2.1.1 Ökonomisches Kapital

2.1.2 Kulturelles Kapital

2.1.3 Soziales Kapital

2.2 Habitusbegriff

2.3 Sozialer Raum

3 Das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland

3.1 Institutionelle Diskriminierung

3.2 HauptschülerInnen

4 „Brennpunktschulen“

4.1 Begriffliche Annäherung

4.2 Bildung in sogenannten „Brennpunktvierteln“

5 Intersektionalitätsansatz

5.1 Begriffliche Annäherung

5.2 Differenzkategorien und „Doing Difference“

5.2.1 „Doing Gender“

5.2.2 „Doing Race“ bzw. „Doing Ethnicity“

5.2.3 „Doing Class“

5.2.4 „Doing Difference“

6 Stand der wissenschaftlichen Forschung

6.1 Forschungsstand bezüglich sogenannter Brennpunktschulen

6.2 Intersektionalitätsforschung

7 Methodologische Herangehensweise

7.1 Wissenschaftliche Methoden zur Erkenntnisgewinnung

7.2 Qualitative Forschung

7.3 Forschungsfragen

7.4 Methode der Datenerhebung

7.5 Forschungsfeld und Zielgruppe

7.6 Transkription und Auswertungsmethode

8 Interviewanalyse

8.1 Bewusstsein über die negative Bewertung der Hauptschule

8.2 Ambivalenz der Gefühle gegenüber des eigenen Stadtteils

8.3 Erfahrungen mit verschiedenen Differenzkategorien

8.4 Bedeutung der sozialen Unterscheidungen

9 Zusammenfassung und Fazit

10 Reflexion des Forschungsprozesses

11 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Lebenswelten von HauptschülerInnen in sogenannten „Brennpunktschulen“ in Nordrhein-Westfalen zu untersuchen und dabei aufzuzeigen, wie diese Jugendlichen mit Prozessen sozialer Unterscheidung im schulischen und gesellschaftlichen Alltag umgehen.

  • Analyse des Einflusses von Kapital, Habitus und sozialem Raum nach Pierre Bourdieu auf die Bildungschancen.
  • Untersuchung der Rolle von institutioneller Diskriminierung im deutschen Schulsystem.
  • Thematisierung des Intersektionalitätsansatzes zur Erfassung von Differenzkategorien wie „Race“, „Class“ und „Gender“.
  • Explorative Analyse qualitativer Interviews zur subjektiven Perspektive der betroffenen SchülerInnen.

Auszug aus dem Buch

8.1 Bewusstsein über die negative Bewertung der Hauptschule

Im Interview wurde Fidan* danach gefragt, was ihm als Erstes durch den Sinn kommt, wenn er das Wort „Hauptschule“ hört-

I: wenn du dieses wort hörst=hauptschule, was ist so das erste was dir in den sinn kommt?

T: das ding ist, wenn man hauptschule hört denkt man "ach die sind eh schlecht, die haben eh nicht diese (1) wie REALschüler, die sind nicht schlau, die sind alle kanaken" so (1) "scheiß auf die, die sind eh nicht schlau, die werden eh nix erreichen". und fertig [...]. (Fidan*, Z. 101-107).

In diesem Abschnitt wird deutlich, dass für Fidan* mit dem Begriff „Hauptschule“ viel Negatives verbunden wird. Er macht auf die Unterlegenheit gegenüber anderen Schulformen wie zum Beispiel der Realschule aufmerksam und stellt aus seiner Perspektive fest, dass die HauptschülerInnen nicht „so schlau sind“ wie RealschülerInnen. Zudem bringt der Befragte den Aspekt der Nationalität mit in die Antwort, da es auf der Hauptschule mehr SchülerInnen mit nicht-deutscher Herkunft geben soll als auf anderen Schulformen, welches anscheinend das negative Ansehen von Hauptschulen in der Gesellschaft verstärkt. Auf Fidans* Antwort wirkt es so, als würde er das sagen, was viele Mitglieder der Gesellschaft auf diese Frage antworten würden. In seinen Augen erscheint es, als würde die Mehrheit der Bevölkerung denken, dass HauptschülerInnen „eh nix erreichen werden“, weshalb es zur Herabsetzung aller SchülerInnen kommt, die eine Hauptschule besuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der sozialen Exklusion und Bildungsbenachteiligung ein und begründet das Forschungsinteresse an HauptschülerInnen in „Brennpunktschulen“.

2 Pierre Bourdieu: Dieses Kapitel erläutert die zentralen theoretischen Begriffe Kapital, Habitus und sozialer Raum, um die ungleiche Verteilung von Chancen im Bildungssystem zu analysieren.

3 Das Schulsystem in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird das selektive deutsche Schulwesen sowie die damit verbundene institutionelle Diskriminierung von Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen thematisiert.

4 „Brennpunktschulen“: Es erfolgt eine begriffliche Annäherung an den „Brennpunkt“-Diskurs und die spezifischen Bedingungen für Bildung in marginalisierten Stadtteilen.

5 Intersektionalitätsansatz: Dieses Kapitel stellt das theoretische Rahmenwerk zur Analyse multipler Diskriminierungsformen und der Konstruktion von Differenz („Doing Difference“) vor.

6 Stand der wissenschaftlichen Forschung: Es wird ein Überblick über bestehende Erkenntnisse zur Situation an sogenannten Brennpunktschulen sowie zum Forschungsstand der Intersektionalität in Deutschland gegeben.

7 Methodologische Herangehensweise: Die Arbeit begründet die Wahl qualitativer Forschungsmethoden und detailliert das Vorgehen bei der Datenerhebung und Auswertung.

8 Interviewanalyse: Dieser Hauptteil präsentiert die Auswertung der geführten Interviews und untersucht die Wahrnehmungen und Erfahrungen der SchülerInnen.

9 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Bedeutung der sozialen Unterscheidungsprozesse für die Lebenswelt der HauptschülerInnen.

10 Reflexion des Forschungsprozesses: Hier werden die methodischen Entscheidungen kritisch reflektiert und die Anwendung des Intersektionalitätsansatzes in der Praxis bewertet.

11 Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und Internetverweise der Arbeit.

Schlüsselwörter

Hauptschule, Brennpunktschule, Intersektionalität, Pierre Bourdieu, Kapital, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Doing Difference, Qualitative Forschung, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, Habitus, Bildungsaufstieg, Soziale Segregation, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Lebenswelten und Erfahrungen von HauptschülerInnen an sogenannten „Brennpunktschulen“ in Nordrhein-Westfalen unter Berücksichtigung sozialer und bildungsrelevanter Ungleichheiten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind soziale Ungleichheit, Diskriminierungserfahrungen, die Bedeutung von Bildungsabschlüssen und die Auswirkungen von Zuschreibungen auf das Selbstbild der Jugendlichen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie HauptschülerInnen ihre eigene Situation sowie ihr Umfeld wahrnehmen und welchen Einfluss gesellschaftliche Kategorisierungen auf ihren Alltag und ihre Zukunftsgestaltung haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert auf Basis der Interviews die Bewusstseinsbildung der SchülerInnen hinsichtlich des negativen Rufs ihrer Schulform, ihre Ambivalenz gegenüber ihrem Wohnort sowie ihre Erfahrungen mit Differenzkategorien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Intersektionalität, Bourdieu'sche Kapitaltheorie, institutionelle Diskriminierung, Segregation und „Doing Difference“.

Wie bewerten die befragten SchülerInnen den Ruf ihrer Schulform?

Die SchülerInnen nehmen eine starke soziale Abwertung ihrer Schulform durch die Gesellschaft wahr, was dazu führt, dass sie sich selbst häufig als „unterlegen“ gegenüber Realschülern oder Gymnasiasten klassifizieren.

Welche Bedeutung hat der Wohnort für die interviewten Jugendlichen?

Die SchülerInnen zeigen ein ambivalentes Verhältnis zu ihrem Stadtteil; einerseits schätzen sie das soziale Miteinander, andererseits erleben sie ihren Wohnort als stigmatisiert und gefährlich, weshalb sie sich für ihre Zukunft oft ein Leben außerhalb dieser Umgebung wünschen.

Ende der Leseprobe aus 99 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Doing Difference" in sogenannten Brennpunktschulen. Soziale Unterscheidungen im (Schul-)Alltag an Hauptschulen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,7
Autor
Arbnor Alija (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
99
Katalognummer
V1183085
ISBN (PDF)
9783346607690
ISBN (Buch)
9783346607706
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kapitalbegriff Bourdieu Schulsystem Hauptschule Intersektionalität "Brennpunktschulen" institutionelle Diskriminierung Alltagsdiskriminierung Stadtteilforschung Lebenswelten von HauptschülerInnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Arbnor Alija (Autor:in), 2021, "Doing Difference" in sogenannten Brennpunktschulen. Soziale Unterscheidungen im (Schul-)Alltag an Hauptschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183085
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