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Die Bedeutung sozialer Deutungsmuster im Rahmen der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie

Title: Die Bedeutung sozialer Deutungsmuster im Rahmen der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie

Seminar Paper , 2021 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Josephine Kreuter (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Der Begriff der Kriminalität wird in der Gesellschaft heutzutage in vielfältiger Art und Weise verwendet, ohne die genauen Hintergründe des Terminus Kriminalität zu kennen. Kriminalität und andere soziale Probleme nehmen jedoch einen breiten Raum in der Gesellschaft ein. Nicht zuletzt, da delinquente Verhaltensweisen Konsequenzen für die Akteure, deren Opfer sowie für das betroffene Umfeld haben. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Konstruktion von Kriminalität und anderen sozialen Problemen als einen wichtigen Prozess der (Kriminal-) Soziologie anzuerkennen und zu untersuchen. Dies ist möglich mit der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie, die die Konstruktion von Kriminalität zu erklären versucht. Dabei sollte die Rolle der sozialen Deutungsmuster nicht außer Acht gelassen werden und in die Untersuchungen mit einbezogen werden.

Dies mündet unmittelbar in das Thema der vorliegenden Arbeit, welches die Bedeutung sozialer Deutungsmuster im Rahmen der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie darstellt. Ziel dieser Arbeit ist es, die Kriminalitätstheorie Theorie von Hess und Scheerer zu beschreiben und diese im Anschluss bei der Darstellung von sozialen Deutungsmustern mit einfließen zu lassen.

Der erste Teil der vorliegenden Arbeit widmet sich der Beschreibung der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie. Dabei soll geklärt werden, was unter den Begriffselementen der Theorie von Hess und Scheerer zu verstehen ist und wie sich die Entstehung von Kriminalität anhand des Makro-Mikro-Makro-Modells erklären lässt. Anschließend wird auf die einzelnen Ebenen dieses Modells eingegangen.

Im zweiten Teil der Arbeit werden soziale Deutungsmuster als Ursprung sozialer Probleme untersucht. Dabei werden soziale Deutungsmuster definiert und es folgt eine Verortung in das Makro-Mikro-Makro-Modell von Hess und Scheerer.
Zuletzt werden Problemmuster in ihrer Entwicklung aufgezeigt und die Deutungsmusteranalyse in ihrer Verwendung untersucht, wobei Bezüge des Makro-Mikro-Makro-Modells in die Darstellungen mit einfließen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die konstruktivistische allgemeine Kriminalitätstheorie

2.1 Makroebene: Entstehung der Kategorie von Kriminalität

2.2 Mikroebene: Kriminalität als subjektive Handlung

2.3 Makroebene: Kriminalstatistiken- und Diskurse

3. Soziale Deutungsmuster als Ursprung sozialer Probleme

3.1 Entwicklung von Problemmustern

3.2 Verwendungsgebiete der Deutungsmusteranalyse

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle sozialer Deutungsmuster innerhalb der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie nach Hess und Scheerer, um zu verstehen, wie Kriminalität als soziales Konstrukt entsteht und durch Deutungsprozesse aufrechterhalten wird.

  • Konstruktivistische allgemeine Kriminalitätstheorie nach Hess und Scheerer
  • Makro-Mikro-Makro-Modell soziologischer Erklärungen
  • Soziale Deutungsmuster als handlungsleitende Wissensbestände
  • Entwicklung und Dynamik von Problemmustern
  • Methodische Anwendung der Deutungsmusteranalyse in der Kriminologie

Auszug aus dem Buch

2.1 Makroebene: Entstehung der Kategorie von Kriminalität

Auf der Makroebene werden die Randbedingungen für soziales Verhalten untersucht (vgl. Hirschle 2015, S. 19). Hess und Scheerer thematisieren die Entstehung und Aufrechterhaltung der Kategorie Kriminalität. Dabei sind die Gefahren der sozialen Ordnung bedeutsam. Die soziale Ordnung, bei der die Menschen miteinander in Interaktion gehen und sich mit ihrem Umfeld auseinandersetzen, wurde von den Menschen selbst konstruiert. Ebenso die Strukturen, die sich daraus entwickeln, wurden von ihnen gemacht und durch deren Handlungen aufrechterhalten. Diese soziale Ordnung muss von außen gesteuert und forciert werden, da die Verhaltensweisen, die für ein soziales Leben notwendig sind, dem Menschen nicht naturgegeben sind. Der Mensch kann diese soziale Ordnung auch überschreiten. Daher wird er durch den Widerspruch zwischen Individuum und Gesellschaft zu einer Gefährdung der sozialen Ordnung (vgl. Hess und Scheerer 2003, S. 71f.).

Ebenso bedeutsam ist der Widerspruch zwischen den Herrschenden und den Beherrschten, welcher im Laufe der sozialen Evolution entstanden ist (vgl. ebd.). In früheren akephalen Gesellschaften, in denen alle Menschen gleichrangig waren, galt die soziale Ordnung dann als bedroht, „[…] wenn Einzelne sich privilegierten Zugang zu Ressourcen und Macht über andere Menschen verschaffen oder diese Privilegien gar (durch Erbfolge) institutionalisieren wollten“ (Hess und Scheerer 1997, S. 97). Die Konflikte um Güter und Positionen führten dazu, dass einige Gesellschaftsmitglieder bisherige Kontrollen durchkreuzten und sich somit privilegierte Positionen verschafften. Damit kam es zu einer einprägsamen Änderung von Konflikten und Konfliktregelungen, woraus sich Phänomene wie Recht, Verbrechen und Sanktionen von Verbrechen in Form von Kriminalstrafen entwickelten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der sozialen Deutungsmuster in der konstruktivistischen Kriminalitätstheorie ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Die konstruktivistische allgemeine Kriminalitätstheorie: Dieses Kapitel erläutert das Makro-Mikro-Makro-Modell von Hess und Scheerer, welches als Grundlage dient, um Kriminalität als mehrstufigen Prozess zwischen situativen Bedingungen und individuellem Handeln zu erklären.

2.1 Makroebene: Entstehung der Kategorie von Kriminalität: Hier wird untersucht, wie soziale Ordnung konstruiert wird und warum bestimmte Handlungen als Risiko für diese Ordnung definiert und schließlich als Kriminalität stigmatisiert werden.

2.2 Mikroebene: Kriminalität als subjektive Handlung: Dieses Kapitel beleuchtet Kriminalität als intentionales Handeln auf der Mikroebene und zeigt auf, wie individuelle Entscheidungen und Karriereverläufe durch Labeling-Prozesse beeinflusst werden.

2.3 Makroebene: Kriminalstatistiken- und Diskurse: Es wird analysiert, wie aus individuellen Handlungen Makro-Phänomene wie Kriminalitätsraten, Szenen oder öffentliche Kriminalitätsdiskurse entstehen und transformiert werden.

3. Soziale Deutungsmuster als Ursprung sozialer Probleme: Das Kapitel definiert soziale Deutungsmuster als kollektive Wissensbestände und verortet sie als Bindeglied zwischen Handlung und Struktur im Modell von Hess und Scheerer.

3.1 Entwicklung von Problemmustern: Hier wird der Prozess beschrieben, wie durch sieben verknüpfte Wissenselemente aus einer Problemwahrnehmung ein wirksames Problemmuster entsteht, das kollektive Aufmerksamkeit erzeugt.

3.2 Verwendungsgebiete der Deutungsmusteranalyse: Dieses Kapitel zeigt auf, wie die Deutungsmusteranalyse in der Kriminologie eingesetzt werden kann, etwa bei der Untersuchung von Strafnormen, Kontrollapparaten oder Täterbiografien.

4. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Bedeutung sozialer Deutungsmuster für die Konstruktion von Kriminalität zusammen und reflektiert die Anwendbarkeit des theoretischen Rahmens.

Schlüsselwörter

Kriminalitätstheorie, Konstruktivismus, Soziale Deutungsmuster, Makro-Mikro-Makro-Modell, Problemmuster, Labeling-Prozess, Kriminalsoziologie, Soziale Kontrolle, Karriere-Ansatz, Diskursanalyse, Kriminalstatistik, Individuelles Handeln, Wissenssoziologie, Delinquenz, Soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die theoretische Bedeutung sozialer Deutungsmuster und deren Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Kriminalität als gesellschaftliches Phänomen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die konstruktivistische Kriminalitätstheorie von Hess und Scheerer, die Analyse von sozialen Problemen sowie die Methode der Deutungsmusteranalyse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Kriminalitätstheorie von Hess und Scheerer zu beschreiben und zu erläutern, wie soziale Deutungsmuster an der Schnittstelle von individuellen Handlungen und gesellschaftlichen Strukturen wirken.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Verknüpfung der konstruktivistischen Kriminalitätstheorie mit dem wissenssoziologischen Ansatz der Deutungsmusteranalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert ausgeführt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Makro-Mikro-Makro-Modells, die Definition sozialer Deutungsmuster sowie die Analyse der Entwicklung von Problemmustern und deren Verwendung in der kriminologischen Forschung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Kriminalitätstheorie, Soziale Deutungsmuster, Konstruktivismus, Problemmuster und das Makro-Mikro-Makro-Modell.

Wie unterscheidet sich die Mikro- von der Makroebene im Modell von Hess und Scheerer?

Die Mikroebene fokussiert auf das Handeln und die Entscheidungen individueller Akteure, während die Makroebene die Randbedingungen und aggregierten Phänomene wie Kriminalitätsraten oder öffentliche Diskurse umfasst.

Was ist unter dem „Kokonmodell“ in Bezug auf soziale Probleme zu verstehen?

Das Kokonmodell beschreibt einen Prozess, bei dem ein Sachverhalt durch ein Problemmuster überlagert wird, sodass die Öffentlichkeit nur noch das „soziale Problem“ und nicht mehr den ursprünglichen Sachverhalt wahrnimmt.

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Details

Title
Die Bedeutung sozialer Deutungsmuster im Rahmen der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie
College
University of Augsburg  (Erziehungswissenschaft)
Course
Kriminalsoziologie
Grade
1,3
Author
Josephine Kreuter (Author)
Publication Year
2021
Pages
19
Catalog Number
V1183088
ISBN (PDF)
9783346607096
ISBN (Book)
9783346607102
Language
German
Tags
Kriminalsoziologie Soziale Deutungsmuster konstruktivistische allgemeine Kriminalitätstheorie Kriminalitätstheorie Soziologie Erziehungswissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josephine Kreuter (Author), 2021, Die Bedeutung sozialer Deutungsmuster im Rahmen der konstruktivistischen allgemeinen Kriminalitätstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183088
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