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"Gilgi - eine von uns?". Das neue Frauenbild in der Weimarer Republik

Titel: "Gilgi - eine von uns?". Das neue Frauenbild in der Weimarer Republik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Sarah Racho (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Irmgard Keuns Debütroman "Gilgi – eine von uns" erschien im Oktober 1931 und wurde 1932 unter dem Titel "Eine von uns" verfilmt. Der Roman und konzentrierte sich auf zentrale Themen der Weimarer Republik und besonders auf Themen, die für junge Frauen relevant waren. Die Protagonistin des Romans, Gisela "Gilgi" Kron, ist eine junge und ehrgeizige Frau, die einen beruflichen Aufstieg und finanzielle Unabhängigkeit anstrebt. Ihr Bestreben nach Unabhängigkeit verliert sie während des Romans jedoch aus den Augen, denn sie verliebt sich in Martin Bruck und verliert sich selbst und ihre Prinzipien in ihm. Schlussendlich findet sie sich selbst wieder, um zu ihrem eigenen Leben zurückzukehren. Irmgard Keun gibt mit ihrem Roman ein Beispiel für das Leben der jungen Frauen in den zwanziger Jahren, welche sich zum Idealbild der Neuen Frau entwickelten.

Die Neue Frau der zwanziger Jahre stellte immer mehr eigene Anforderungen an das Leben und kämpfte um die Anerkennung ihrer Rechte. Sie wollte als individuelle Persönlichkeit angesehen werden, und nicht mehr als Zugabe ihres Mannes. Ein neues weibliches Selbstverständnis entwickelte sich und auch die Moralvorstellungen der Frauen verändern sich. Es ergaben sich neue Möglichkeiten für Frauen, so dass sie ein bisher unbekanntes Leben kennenlernen konnten.3 Die jungen Angestellten entfalteten neue Eigenschaften: Sie wurden widerstandsfähiger und entschlossener, weshalb sie sich am Arbeitsplatz behaupten konnte. Dadurch gewannen sie immer mehr Achtung vor ihrer eigenen Persönlichkeit und forderten diese auch von ihrem Gegenüber ein.

Die vorliegende Hausarbeit untersucht, ob die Protagonistin Gilgi, welche eine Vertreterin der neuen Angestelltenkultur ist, auch sonst dem neuen Frauenbild der zwanziger Jahre entspricht. Hierzu werden die zentralen Merkmale der Neuen Frau herausgearbeitet und es wird geprüft, ob diese Merkmale auf Gilgi übertragen werden können. Es wird sich herausstellen, ob Gilgi als Identifikationsfigur der damaligen Zeit zu sehen ist, und ob sie eine von uns ist, ihr Leben also die damalige Realität der jungen Frauen widerspiegelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Die „Neue Frau“

3.1 Das neue Frauenbild der 1920er Jahre

3.2 Das Frauenbild in der Literatur

3.Die „Neue Frau“: Gilgi

3.1 Arbeits- und Lebensverhältnisse

3.2 Sexuelle Bestimmungen und die Ehe

3.3 Äußeres Erscheinungsbild

4.Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Romanfigur Gisela „Gilgi“ Kron als Identifikationsfigur und Vertreterin des neuen Frauenbildes der 1920er Jahre in der Weimarer Republik betrachtet werden kann und wie sich ihre persönliche Entwicklung im Kontext gesellschaftlicher Erwartungen widerspiegelt.

  • Merkmale der „Neuen Frau“ der 1920er Jahre
  • Die Darstellung des weiblichen Rollenbildes in der Literatur
  • Einfluss von Arbeitswelt und wirtschaftlicher Unabhängigkeit auf das Selbstverständnis
  • Konflikt zwischen individueller Selbstbestimmung und traditionellen Beziehungsstrukturen
  • Einfluss von äußerem Erscheinungsbild und Schönheitsidealen

Auszug aus dem Buch

3.1 Arbeits- und Lebensverhältnisse

Die Arbeitsmöglichkeiten für junge und alleinstehende Frauen erweiterten sich, da der wachsende Dienstleistungssektor den langfristigen Einsatz von Frauen erforderte. Es erschlossen sich neue Berufsfelder und verbesserte Ausbildungsmöglichkeiten, somit wurde der Wunsch des Nachgehen eines angestellten Berufes immer größer. Besonders beliebte Berufe waren Verkäuferin, Stenotypistin und Sekretärin.

Die Protagonistin Gilgi ist als Stenotypistin in einem Anwaltsbüro angestellt, dabei ist sie tüchtig, zuverlässig und vernünftig. Die Arbeit an der Schreibmaschine ist ihre ganz eigene Form der Selbstverwirklichung. Sie führt ein sehr rationales und strukturiertes Leben. Sie tritt sehr selbstbestimmt und selbstbewusst auf, denn sie erarbeitet sich ihre Existenz selbst. Ihre Existenz ist gesichert, da sie ihr eigenes Geld verdient. Sie möchte sich von Zuhause lösen und dem kleinbürgerlichen Leben ihrer Eltern entfliehen. Ihre berufliche Laufbahn bietet ihr die Chance auf eine bessere Zukunft.

Gilgi ist eine sehr strebsame junge Frau, die ihre Ziele klar verfolgt. Obwohl Gilgi weiß, dass der berufliche Aufstieg nicht so einfach zu erreichen ist, arbeitet sie darauf hinaus. Zudem ist sie sich ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten sehr bewusst, denn durch einen realistischen Blick auf sich selbst erkennt sie ihre Stärken und ihre Schwächen. Gilgi ist eine sehr emanzipierte Frau, die sich zu der damaligen Zeit noch von der Mehrheit der Frauen abhebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in den Roman „Gilgi – eine von uns“ von Irmgard Keun und die zentrale Fragestellung bezüglich des Frauenbildes der 1920er Jahre.

2.Die „Neue Frau“: Analyse der sozio-historischen Bedingungen und des literarischen Diskurses, die das Idealbild der „Neuen Frau“ in der Weimarer Republik formten.

3.Die „Neue Frau“: Gilgi: Untersuchung der Protagonistin hinsichtlich ihrer Lebensrealität, ihrer Einstellung zu Beziehungen und ihrem äußeren Erscheinungsbild.

4.Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Figur Gilgi als Identifikationsfigur und Fazit zur Problematik zwischen Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Anpassung.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Irmgard Keun, Gilgi, Neue Frau, Frauenbild, Emanzipation, Literaturanalyse, weibliche Identität, Selbstständigkeit, Angestelltenkultur, Rollenverständnis, Identifikationsfigur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Irmgard Keuns Roman „Gilgi – eine von uns“ im Kontext der Weimarer Republik und untersucht das Idealbild der „Neuen Frau“ anhand der Protagonistin.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die berufliche Emanzipation, die Entwicklung von Geschlechterrollen, das Schönheitsideal der Zeit sowie der Konflikt zwischen Unabhängigkeit und traditionellen Lebensmustern.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob die Romanfigur Gilgi als typische „Neue Frau“ gelten kann und inwiefern ihr Schicksal die Realität junger Frauen jener Zeit repräsentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman durch den Abgleich mit zeithistorischen Quellen und Sekundärliteratur zum Frauenbild der 1920er Jahre auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Arbeits- und Lebensverhältnissen, sexuellen Bestimmungen und der Ehe sowie dem Einfluss des äußeren Erscheinungsbildes auf die Identitätsbildung der Figur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Neue Frau“, „Emanzipation“, „Weimarer Republik“ und „Identitätssuche“ definiert.

Wie beeinflusst die Beziehung zu Martin Bruck die Entwicklung von Gilgi?

Die Beziehung führt zu einer Identitätskrise, in der Gilgi ihre Unabhängigkeit verliert und in ein traditionelles Frauenbild zurückfällt, was sie letztlich zur Flucht zwingt.

Warum spielt die Rolle der Arbeit für Gilgi eine so wichtige Bedeutung?

Die Arbeit stellt für Gilgi das Fundament ihrer finanziellen Unabhängigkeit und ihr Mittel zur Selbstverwirklichung dar, weshalb ihre berufliche Aufgabe eine zentrale Identitätsstütze ist.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Gilgi - eine von uns?". Das neue Frauenbild in der Weimarer Republik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,3
Autor
Sarah Racho (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V1183136
ISBN (PDF)
9783346607768
ISBN (Buch)
9783346607775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gilgi frauenbild weimarer republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Racho (Autor:in), 2020, "Gilgi - eine von uns?". Das neue Frauenbild in der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183136
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Leseprobe aus  16  Seiten
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