Kinderopern erfreuen sich seit über hundert Jahren an großer Popularität. Als berühmteste Oper gilt "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. Das Werk wurde im Jahre 1893 in Weimar uraufgeführt. Die Sequenz, die in dieser Arbeit ausgesucht intuitiv ausgesucht wurde, trägt den Titel "Es war einmal 'Hänsel und Gretel' … Eine Oper und ein Märchen im
Vergleich". Sie beinhaltet circa vier bis sechs Unterrichtsstunden, in denen Unterstufenschülerinnen und -schüler in die Welt der Oper eingeführt werden.
Schon bei flüchtiger Beurteilung gefiel mir die abwechslungsreiche Sensibilisierung für diese musikalische Gattung. Dass es sich anbietet schon Unterstufenschülerinnen und -schüler an diese kulturelle Institution heranzuführen, liegt meines Erachtens daran, dass sie Wort, Musik, Handlung, Tanz und kulturelle Bildung vereint. Auch deshalb werden der Klasse im
vorliegendem Unterrichtskonzept viele verschiedene Zugänge zu diesem Thema geboten. Dazu zählen im Besonderen die Partitur, die Handlung, das Märchen, Bildergeschichten, gemeinsames Musizieren, Gespräche mit Eltern oder Verwandten, Höreindrücke und Instrumente.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND BEGRÜNDUNG DER WAHL
2 UNTERRICHTSSEQUENZ
3 KONZEPTIONELLE HINTERGRÜNDE
4 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die kritische Auseinandersetzung mit einem musikdidaktischen Unterrichtskonzept, das Schüler_innen durch einen ganzheitlichen Ansatz an die Oper „Hänsel und Gretel“ heranführt. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch die Verknüpfung von Märchentext, Libretto und praktischem Musizieren ein Zugang zur kulturellen Institution Oper geschaffen werden kann, der über eine reine Werkbetrachtung hinausgeht.
- Musikpädagogische Konzepte wie der "Aufbauende Musikunterricht" und "Musik und Sprache".
- Die didaktische Bedeutung von praktischem Musizieren und choreografischer Gestaltung.
- Das Spannungsfeld zwischen Kunstwerkorientierung und schülerorientierter ästhetischer Erfahrung.
- Die Analyse des Wort-Ton-Verhältnisses in Humperdincks Komposition.
- Methodische Ansätze zur Vermittlung von Oper für die Altersstufe der Unterstufe.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung und Begründung der Wahl
Kinderopern erfreuen sich seit über hundert Jahren an großer Popularität. Als berühmteste Oper gilt „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Das Werk wurde im Jahre 1893 in Weimar uraufgeführt (vgl. Mieder, 2007, S. 85). Die Sequenz, die ich mir intuitiv aussuchte, trägt den Titel „Es war einmal ‚Hänsel und Gretel‘ … Eine Oper und ein Märchen im Vergleich“ (Zengler, 2016, S. 30). Sie beinhaltet circa vier bis sechs Unterrichtsstunden, in denen Unterstufenschüler_innen in die Welt der Oper eingeführt werden.
Schon bei flüchtiger Beurteilung gefiel mir die abwechslungsreiche Sensibilisierung für diese musikalische Gattung. Dass es sich anbietet schon Unterstufenschüler_innen an diese kulturelle Institution heranzuführen, liegt meines Erachtens daran, dass sie Wort, Musik, Handlung, Tanz und kulturelle Bildung vereint. Auch deshalb werden der Klasse im vorliegendem Unterrichtskonzept viele verschiedene Zugänge zu diesem Thema geboten. Dazu zählen im Besonderen die Partitur, die Handlung, das Märchen, Bildergeschichten, gemeinsames Musizieren, Gespräche mit Eltern oder Verwandten, Höreindrücke und Instrumente.
Den Einstieg durch das Klassenmusizieren empfinde ich als altersgerecht und passend. Vor allem da zunächst die in den Grundschulen vermittelten Grundlagen wie Singen, gemeinsames Musizieren und aufmerksames Musikhören aufgegriffen werden. Nachdem die Lehrperson darauffolgend die Entstehungsgeschichte der Oper „Hänsel und Gretel“ mit den Schüler_innen bespricht, wird das Unterrichtsgeschehen Stück für Stück um eine analytische Komponente erweitert. Die Schüler_innen beschäftigen sich zum Beispiel ausführlich mit Märchentext und Libretto. Dadurch werden auch diejenigen von Anfang an miteinbezogen, denen das Notenlesen schwerfällt. Sehr gut gefällt mir dabei die fächerübergreifende Vorgehensweise. Sie untersuchen zum Beispiel die Beziehung zwischen Musik und Sprache und setzten sich mit der Frage auseinander, ob und wann es zu einer „Einheit von Wort und Ton“ (Boggasch, 2016, S. 14) kommt. Außerdem spielt auch das kritische Hören von Musik eine wichtige Rolle und sie werden in den geschichtlichen Hintergrund der Oper eingeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND BEGRÜNDUNG DER WAHL: Das Kapitel führt in die Thematik der Kinderoper ein und begründet die Wahl des Unterrichtskonzepts aufgrund seiner vielfältigen und altersgerechten Zugänge.
2 UNTERRICHTSSEQUENZ: Hier wird der detaillierte Ablauf der acht Unterrichtsstunden beschrieben, wobei der Schwerpunkt auf praktischen Übungen wie Klassenmusizieren, tänzerischer Gestaltung und analytischer Textarbeit liegt.
3 KONZEPTIONELLE HINTERGRÜNDE: Dieses Kapitel analysiert die musikdidaktischen Grundlagen des Konzepts, insbesondere im Vergleich zur Kunstwerkorientierung und Ansätzen des "Aufbauenden Musikunterrichts".
4 ZUSAMMENFASSUNG: Die Ergebnisse der Untersuchung werden reflektiert, wobei das Potenzial des Konzepts für einen ganzheitlichen Unterricht hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Musikpädagogik, Oper, Hänsel und Gretel, Engelbert Humperdinck, Aufbauender Musikunterricht, Musik und Sprache, Kunstwerkorientierung, Klassenmusizieren, Musikdidaktik, Wort-Ton-Verhältnis, ästhetische Erfahrung, Unterstufe, Vermittlung, Unterrichtskonzept, Kreativität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen musikdidaktischen Analyse einer Unterrichtssequenz, die eine sechste Klasse an die Oper "Hänsel und Gretel" heranführt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die didaktische Aufbereitung von Opernmusik, die Verzahnung von Musik und Sprache sowie die Anwendung musikpädagogischer Konzepte in der Unterstufe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, wie ein schülerorientiertes Unterrichtskonzept durch praktische Methoden Neugier für die Institution Oper wecken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Reflexion eines bestehenden musikdidaktischen Unterrichtsentwurfs auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung des Unterrichtsverlaufs und eine anschließende konzeptionelle Einordnung in bestehende musikdidaktische Theorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Musikpädagogik, Oper, Aufbauender Musikunterricht, ästhetische Erfahrung und Wort-Ton-Verhältnis.
Warum wird das "Klassenmusizieren" als Einstieg gewählt?
Laut Autorin greift das Musizieren an bekannte Grundschulgrundlagen an und ermöglicht einen altersgerechten, niederschwelligen Zugang, bevor komplexe analytische Aufgaben folgen.
Inwiefern grenzt sich das Konzept von der klassischen "Kunstwerkorientierung" ab?
Das Konzept stellt nicht das Werk an sich in den Mittelpunkt, sondern die individuelle ästhetische Erfahrung und das Zusammenspiel von Musik und Sprache, womit es sich von der reinen Werkinterpretation nach Michael Alt abgrenzt.
Welche Rolle spielt das "Wort-Ton-Verhältnis" in dieser Unterrichtssequenz?
Es dient als zentraler analytischer Ankerpunkt, um Schüler_innen zu verdeutlichen, wie Musik emotionale Inhalte und Aussagen des Märchentextes unterstreicht oder verstärkt.
- Quote paper
- Malin Boeckers (Author), 2018, Es war einmal "Hänsel und Gretel". Eine Oper und ein Märchen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183264