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Wie sollte eine Kunstpädagogik aussehen, die an kritischem Denken orientiert ist und wie sieht die Realität in Deutschland aus?

Titel: Wie sollte eine Kunstpädagogik aussehen, die an kritischem Denken orientiert ist und wie sieht die Realität in Deutschland aus?

Essay , 2014 , 9 Seiten , Note: 15

Autor:in: Jennifer Lauscher (Autor:in)

Didaktik - Kunst
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Essay ist in Anlehnung an Texte von Bell Hooks und Nora Sternfeld entstanden. Es wird eine kritische Sichtweise auf zeitgenössischen Kunstunterricht und unser Schulsystem allgemein präsentiert. Ein Beispiel aus der Filmbranche verdeutlicht das Problem der unterschiedlichen Lebensrealität von Schülern und Lehrern. Es zeigt, warum klassische Lernmethoden nicht alle Schüler erreichen. Anhand des Beispiels wird ein Ausblick gegeben, wie Schule kritisches Denken fördern kann - insbesondere im Kunstunterricht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was heißt kritisches Denken? Warum denken Kinder kritisch? Wie zerstören Erzieher das kritische Denken?

3. Wie entsteht Schule? Was treibt sie an?

4. Was sollen wir ändern?

5. Warum kann eine Philosophie oder Politik alleine nicht das System ändern?

5.1 Aktuelle Lage: Reproduktion

6. Kunstpädagogischer Ausblick am Beispiel Fack ju Göhte: Herr Müller als spiritueller Lehrer

6.1 Wie macht Herr Müller das? Was hat er den studierten Lehrern voraus?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das aktuelle Schulsystem in Deutschland im Hinblick auf seine Fähigkeit, kritisches Denken bei Schülern zu fördern. Ausgehend von theoretischen Ansätzen von Bell Hooks und Nora Sternfeld wird die Diskrepanz zwischen dem pädagogischen Anspruch auf Bildung und der Realität der institutionellen Reproduktion analysiert, wobei der Film „Fack ju Göhte“ als Fallbeispiel für alternative pädagogische Ansätze dient.

  • Grundlagen und Definition des kritischen Denkens
  • Die Rolle der Autorität und Disziplinierung im Schulwesen
  • Einfluss von hegemonialen Verhältnissen auf Lehrprozesse
  • Kritik an Outputorientierung und Standardisierung
  • Das Ideal des Lehrers als spiritueller Lernbegleiter

Auszug aus dem Buch

Kunstpädagogischer Ausblick am Beispiel Fack ju Göhte: Herr Müller als spiritueller Lehrer

Im Kinohit „Fack ju Göhte“ geht es um Siggi Müller, einen Bankräuber, der nach 13 Monaten aus dem Gefängnis entlassen wird und nun seine vergrabene Beute unter der Turnhalle einer Schule suchen muss. Er bewirbt sich an dieser Schule als Aushilfslehrer, obwohl er selbst nicht mal einen Hauptschulabschluss hat und im Gefängnis nur deshalb noch einmal zur Schule gegangen ist, weil es dort Kakao umsonst gab.

Es wird eine typische Hauptschulsituation geschildert – wenn auch in übertriebener Form – bei der die Pädagogen machtlos und überfordert sind. Eine Lehrerin mit Burn-Out stürzt sich sogar aus dem Fenster.

Relativ bald bekommt er die 10 b zugeteilt, die härteste Klasse der Schule, die Lehrern gegenüber absolut keinen Respekt hat und ständig Streiche spielt. Anfangs reagiert die Klasse auch auf Herrn Müller respektlos, aber nach kurzer Zeit machen die Schüler Herrn Müller zu ihrem Vorbild und laufen ihm hinterher wie kleine Küken.

Wie macht Herr Müller das? Was hat er den studierten Lehrern voraus?

Zunächst einmal ist er sehr nah an seinen Schülern aus bildungsfernen Haushalten dran, weil er auf der Straße aufgewachsen ist und seine eigenen Lehrer gehasst hat. Zum anderen benötigt er keine übertriebene Unterordnung der Schüler durch einen Guten-Morgen-Gesang, den er in der siebten Klasse prompt abschafft. Er scheint intuitiv zu wissen, was Schüler brauchen, da er eine Liste herumgibt, in die jeder seinen Lieblingsfilm eintragen soll. Weiterhin spricht er die gleiche Sprache wie seine Schüler, was die Distanz verringert und den Grundstein für ein partnerschaftliches Unterrichtsklima bildet. Sie sehen Herrn Müller als „Bruder“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung zur aktuellen Situation des deutschen Schulsystems und legt den Fokus auf die theoretische Fundierung durch Bell Hooks und Nora Sternfeld.

2. Was heißt kritisches Denken? Warum denken Kinder kritisch? Wie zerstören Erzieher das kritische Denken?: Dieses Kapitel definiert kritisches Denken als interaktiven Prozess der Metareflexion und untersucht, wie schulischer Systemzwang die natürliche kindliche Neugier unterdrückt.

3. Wie entsteht Schule? Was treibt sie an?: Hier wird analysiert, wie pädagogische Prozesse historisch und aktuell hegemoniale Verhältnisse reproduzieren und Schule zu einem Ort der erzwungenen Anpassung machen.

4. Was sollen wir ändern?: Das Kapitel fordert eine Abkehr von der Outputorientierung und eine Hinwendung zu einer emanzipatorischen Pädagogik, die habitualisierte Verhaltensweisen durch aktives Verlernen hinterfragt.

5. Warum kann eine Philosophie oder Politik alleine nicht das System ändern?: Der Autor beleuchtet die strukturellen Widerstände im Bildungswesen, insbesondere die internalisierten autoritären Muster der Lehrerschaft und die motivationsarmen Hintergründe der Berufswahl.

6. Kunstpädagogischer Ausblick am Beispiel Fack ju Göhte: Herr Müller als spiritueller Lehrer: Anhand der Filmfigur Siggi Müller wird aufgezeigt, wie eine authentische, lebensnahe und empathische Lehrerpersönlichkeit als Lernbegleiter Erfolg in herausfordernden pädagogischen Kontexten erzielen kann.

Schlüsselwörter

Kritisches Denken, Kunstpädagogik, Bell Hooks, Nora Sternfeld, Schule, Bildungsanspruch, Hegemonie, Lernbegleiter, Autorität, Reformpädagogik, Performativitästheorie, Emanzipation, Fack ju Göhte, Outputorientierung, Moralische Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie eine an kritischem Denken orientierte Kunstpädagogik in der Realität des deutschen Schulsystems etabliert werden kann.

Welche Autoren bilden die theoretische Grundlage?

Die zentrale theoretische Basis bilden die Schriften von Bell Hooks zum „Teaching Critical Thinking“ sowie Ansätze von Nora Sternfeld zur emanzipatorischen Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Bedingungen für ein Bildungsumfeld zu identifizieren, das Schülern und Lehrern ermöglicht, kritisch zu denken und sich von autoritären, reproduktiven Strukturen zu befreien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, die theoretische Konzepte der Erziehungswissenschaften mit der aktuellen Schulpraxis verknüpft und diese durch das Fallbeispiel des Films „Fack ju Göhte“ illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Schulstrukturen, die Auswirkungen von Bestrafung und Autorität, die Problematik der Outputorientierung und die Notwendigkeit einer neuen Lehrerrolle als Lernbegleiter.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Zentrale Begriffe sind Kritisches Denken, Hegemoniale Verhältnisse, Emanzipatorische Pädagogik, Lernbegleiter und die Kritik an autoritären Systemen.

Welche Rolle spielt der Film „Fack ju Göhte“ in der Argumentation?

Der Film dient als exemplarisches Beispiel für eine Pädagogik, die durch Authentizität, Distanzabbau und lebensnahe Projekte moralisches Gewissen und Identitätsbildung fördert.

Warum wird laut der Autorin das kritische Denken oft unterdrückt?

Es wird argumentiert, dass das Schulsystem durch Erziehungszwang zur Angepasstheit und die Fokussierung auf messbare Leistungen (Outputorientierung) das selbstbestimmte Denken von Kindern aktiv behindert.

Was ist mit dem „spirituellen Lehrer“ gemeint?

Dies bezieht sich auf ein Lehrerbild, das über bloße Wissensvermittlung hinausgeht und jedem Schüler individuell dabei hilft, das eigene „innere Licht“ zu entdecken und sich in der Schule wohlzufühlen.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin der häuslichen Erziehung ein?

Die Autorin betont, dass die Schule nicht alle Versäumnisse des Elternhauses ausgleichen kann und fordert daher auch verpflichtende Angebote für Eltern zum Thema Erziehung zu mündigen Kindern.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie sollte eine Kunstpädagogik aussehen, die an kritischem Denken orientiert ist und wie sieht die Realität in Deutschland aus?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (IfK)
Note
15
Autor
Jennifer Lauscher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
9
Katalognummer
V1183277
ISBN (PDF)
9783346606112
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Critical Thinking Kunstpädagogik kritische Theorie Kunst unterrichten Bell Hooks Nora Sternfeld Performativitätstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jennifer Lauscher (Autor:in), 2014, Wie sollte eine Kunstpädagogik aussehen, die an kritischem Denken orientiert ist und wie sieht die Realität in Deutschland aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183277
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Leseprobe aus  9  Seiten
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