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Reformatorische Kirchenlieder. Ihre institutionalisierende Funktion für die protestantische Kirche in Deutschland

Title: Reformatorische Kirchenlieder. Ihre institutionalisierende Funktion für die protestantische Kirche in Deutschland

Term Paper , 2020 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.Ed. Micha Pante (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit nimmt diese Aussage ernst und stellt sich zur Aufgabe, im bescheidenen Sinne die Funktion reformatorischer Kirchenlieder für die Institutionalisierung der neuen, also lutherischen Kirche im 16. Jahrhundert zu untersuchen. Hierfür wird sich an der soziologischen Begriffsdefinition "Institutionalisierung" nach Berger und Luckmann aus Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit orientiert. Der Analyseschwerpunkt liegt auf den Gesangbuchvorreden Luthers, die einen Einblick darin geben, welche Funktion Luther selbst in den Liedern und im Gesang gesehen hat. Es wird hiernach keinesfalls der Anspruch erhoben, den historischen Institutionalisierungsprozess der neuen Kirche zu ergründen. Vielmehr soll untersucht werden, inwiefern sich mithilfe der soziologischen Definition von "Institutionalisierung" die Erkenntnisse der Analyse der Gesangbuchvorreden interpretieren lassen.

Die Forschungsfrage lautet demnach wie folgt: Zeigen sich in den Gesangbuchvorreden Luthers Aspekte, die darauf hinweisen, dass den reformatorischen Liedern im Sinne der Definition nach Berger und Luckmann eine "institutionalisierende" Funktion zukommt? Um sich der Beantwortung dieser Fragestellung zu nähern, soll zunächst ein historischer Überblick über die Entwicklung des reformatorischen Gesangs bzw. über die Relevanz der reformatorischen Lieder illustriert werden. Dieser Überblick soll historisch in die Thematik einführen und die bedeutende Stellung des reformatorischen Liedes hervorheben. In einem nächsten Schritt werden Luthers zentrale reformatorische Einsichten zusammengefasst, um jene Einsichten für die darauffolgende Analyse fruchtbar zu machen. Diese ordnet sich chronologisch nach den Gesangbuchvorreden Luthers – beginnend mit der Vorrede des Wittenberger Gesangbuches von 1524. Im vierten Kapitel wird der Institutionalisierungsbegriff nach Berger und Luckmann herausgearbeitet. Mithilfe dieser Begriffsbestimmung sollen die Ergebnisse der Analyse im fünften Kapitel interpretiert werden. Des Weiteren soll das lutherische Lied Nun freut euch, lieben Christen g’mein exemplarisch behandelt werden. Den Abschluss dieser Arbeit soll ein Fazit bilden, welches die gewonnenen Erkenntnisse resümiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Reformation und ihre Lieder

3. Eine Analyse der Gesangbuchvorreden Luthers

3.1 Luthers reformatorische Einsichten

3.2 Die Vorrede des Wittenberger Gesangbuches

3.3 Die Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder 1542.

3.4 Vorrhede auff alle gute Gesangbücher: D: M: L:

3.5 Die Vorrede zum Babstschen Gesangbuch 1545.

4. Institutionalisierung

5. Die Institution „Kirche“ und die institutionalisierende Funktion der Lieder

5.1 Nun freut euch, lieben Christen g’mein

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die institutionalisierende Funktion reformatorischer Kirchenlieder im 16. Jahrhundert unter Heranziehung der soziologischen Theorie von Berger und Luckmann. Dabei wird analysiert, inwiefern Luthers Gesangbuchvorreden als Mittel dienten, die neue kirchliche Ordnung zu legitimieren und religiöses Wissen zu vermitteln.

  • Die Reformation als neue Liedbewegung
  • Die soziologische Bedeutung von "Institutionalisierung"
  • Analyse der Gesangbuchvorreden Martin Luthers
  • Die Funktion der Kirchenlieder als Wissensträger und Legitimationsinstrument
  • Paradigmabeispiel: "Nun freut euch, lieben Christen g'mein"

Auszug aus dem Buch

Die institutionelle Funktion der Lieder

In diesem Kapitel sollen die Erkenntnisse der Analyse des dritten Kapitels mit dem Begriff der Institutionalisierung, wie er im vierten Kapitel nach Berger und Luckmann dargestellt wurde, verknüpft werden. Die sich neu bildende Kirche, also die protestantische Kirche, lässt sich nach der gerade herausgearbeiteten Begriffsbestimmung als Institution bezeichnen. Die Protestanten haben sich in einem Prozess auf einen von der ursprünglichen Norm abweichenden neuen Handlungsritus – beispielsweise in Form einer neuen Liturgie – geeinigt und verstehen sich und ihre Handlungen als dieser Institution zugehörig. Auch das gemeinsame Singen bzw. der neue Gemeindegesang im Gottesdienst ist eine reziprok typisierte Handlungsweise, die nun als Allgemeingut aller Akteure der gewordenen Institution zu verstehen ist. Somit sehen sich die Anhänger der neuen Kirche durch eben das Praktizieren des Gemeindegesangs in der Rolle eines protestantischen Kirchgängers, wodurch die Institution wiederum „einverleibt“ wird. Das Wissen über das Singen reformatorischer Lieder als gemeinsamer Handlungsritus der Institution wird mithilfe des Mediums des Gesangbuches objektiviert. Doch scheint der Gemeindegesang zudem für die Institution und ihr Bestehen wichtige Funktionen zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur "institutionalisierenden" Funktion reformatorischer Lieder unter Bezugnahme auf Berger und Luckmann.

2. Die Reformation und ihre Lieder: Historischer Abriss über den Wandel vom gregorianischen Choral hin zum reformatorischen Gemeindegesang.

3. Eine Analyse der Gesangbuchvorreden Luthers: Detaillierte Untersuchung von Luthers Vorreden, eingebettet in seine reformatorischen Kernlehren.

3.1 Luthers reformatorische Einsichten: Zusammenfassung der Rechtfertigungslehre und des "Sola scriptura"-Prinzips als Grundlage für das Verständnis der Vorreden.

3.2 Die Vorrede des Wittenberger Gesangbuches: Analyse der Legitimation des Gesangs als gottgefälliges Lob und Erziehungsinstrument.

3.3 Die Vorrede zu der Sammlung der Begräbnislieder 1542.: Untersuchung des Wechsels von der "Trauer" zur "Auferstehungshoffnung" in der lutherischen Praxis.

3.4 Vorrhede auff alle gute Gesangbücher: D: M: L:: Interpretation des Lobs der Musik als "Freude auf Erden" und Wegbereiter für das Wort Gottes.

3.5 Die Vorrede zum Babstschen Gesangbuch 1545.: Darstellung des Kontrasts zwischen dem "alten" und "neuen" Gottesdienst sowie der Bedeutung freudigen Singens.

4. Institutionalisierung: Darstellung der soziologischen Begrifflichkeiten nach Berger und Luckmann, insbesondere Habitualisierung und Objektivierung.

5. Die Institution „Kirche“ und die institutionalisierende Funktion der Lieder: Synthese der Analyseergebnisse mit der soziologischen Theorie.

5.1 Nun freut euch, lieben Christen g’mein: Exemplarische Analyse eines Liedtextes zur Verdeutlichung der Vermittlung rechtfertigungstheologischer Inhalte.

6. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der institutionalisierenden Rolle der Lieder für die Entstehung der protestantischen Kirche.

Schlüsselwörter

Reformation, Martin Luther, Gesangbuchvorreden, Institutionalisierung, Berger und Luckmann, Gemeindegesang, Rechtfertigungslehre, Protestantismus, Kirchenlied, Wissensvermittlung, Handlungsritus, Soziologie der Religion, 16. Jahrhundert, Liturgie, Religiöses Wissen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie reformatorische Kirchenlieder zur Institutionalisierung der protestantischen Kirche im 16. Jahrhundert beigetragen haben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Reformation, die musikalische Praxis im Gottesdienst sowie die soziologische Theoriebildung über Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob den Liedern Luthers im Sinne der Theorie von Berger und Luckmann eine "institutionalisierende" Funktion zukommt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Analyse der Gesangbuchvorreden Luthers durchgeführt und diese auf das soziologische Modell der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit angewandt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine historische Einführung, eine detaillierte Textanalyse der Gesangbuchvorreden, eine Erarbeitung der soziologischen Begriffe und eine Verknüpfung beider Bereiche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Reformation, Institutionalisierung, Gesangbuchvorreden, Rechtfertigungslehre und Wissensvermittlung sind die Kernbegriffe.

Inwiefern spielt der Buchdruck eine Rolle für die Lieder?

Der Buchdruck ermöglichte die weite Verbreitung der Gesangbücher, wodurch die Lieder für die Gemeinde als Handlungsritus fest verankert und reproduzierbar wurden.

Warum betrachtet der Autor speziell das Lied "Nun freut euch, lieben Christen g’mein"?

Es dient als paradigmatisches Beispiel, um zu zeigen, wie komplexe theologische Inhalte, wie die Rechtfertigungslehre, in einfacher Liedform für die Gläubigen greifbar gemacht wurden.

Was meint Luther mit dem "Dach aus Legitimationen"?

Luther liefert durch seine Vorreden biblische und theologische Begründungen, die den Gemeindegesang für die Gläubigen legitimieren und somit das Bestehen der neuen kirchlichen Ordnung festigen.

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Details

Title
Reformatorische Kirchenlieder. Ihre institutionalisierende Funktion für die protestantische Kirche in Deutschland
College
University of Osnabrück
Course
Literarische Institutionen in der Frühen Neuzeit
Grade
1,0
Author
M.Ed. Micha Pante (Author)
Publication Year
2020
Pages
20
Catalog Number
V1183365
ISBN (PDF)
9783346612014
ISBN (Book)
9783346612021
Language
German
Tags
reformatorischer kirchenlieder ihre funktion kirche deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.Ed. Micha Pante (Author), 2020, Reformatorische Kirchenlieder. Ihre institutionalisierende Funktion für die protestantische Kirche in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183365
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