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Lew Tolstois religiöse und kulturkritische Konzeptionen in "Der Tod des Iwan Iljitsch"

Die Lüge im Leben Iwan Iljitschs

Titre: Lew Tolstois religiöse und kulturkritische Konzeptionen in "Der Tod des Iwan Iljitsch"

Dossier / Travail , 2020 , 23 Pages , Note: 1,0

Autor:in: M.Ed. Micha Pante (Auteur)

Lettres - Littérature moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit stellt sich zur Aufgabe, Tolstois Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch” auf die religiösen und damit verbundenen sozialethischen sowie kulturkritischen Konzeptionen des Autors zu untersuchen und mithilfe der Befunde eine Antwort auf die Frage zu finden, inwiefern sich Iwan Iljitschs Erkenntnis, er habe eine Lüge gelebt, im Angesicht seines bevorstehenden Todes erklären lässt und welchen Gegenentwurf die Erzählung für das richtige bzw. wahre Leben vorgibt.

Dafür soll zunächst ein Überblick über Tolstois Leben und Denken dargestellt werden, der sich auf die eben genannten Konzeptionen beschränkt und diese möglichst auf die für die Analyse relevanten Punkte reduziert. In einem zweiten Schritt soll die Erzählung Tolstois gründlich analysiert werden. Die Analyse wird den Schwerpunkt dieser Arbeit darstellen. Die Erkenntnisse der Analyse werden anschließend mithilfe der zuvor herauskristallisierten Konzeptionen interpretiert und diskutiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lew Tolstoi. Leben und Denken

2.2 Religiöse Konzeption und sozialethische Implikationen

2.3 Gesellschafts- und Kulturkritik

2.3.1 Tod

3. Der Tod des Iwan Iljitsch

3.1 Die gesellschaftliche Reaktionen auf den Tod Iwan Iljitschs

3.2 Das Leben Iwan Iljitschs

3.3 Das Sterben Iwan Iljitschs

3.4 Iwan Iljitsch im Lichte der Konzeptionen Tolstois

3.4.1 Zur gesellschafts- und kulturkritischen Konzeption

3.4.2 Zum Religionsverständnis

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Lew Tolstois Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch“ auf ihre religiösen, sozialethischen und kulturkritischen Konzeptionen, um zu ergründen, warum der Protagonist sein Leben als „Lüge“ erkennt und welcher Gegenentwurf für ein wahrhaftiges Leben in der Erzählung entworfen wird.

  • Analyse der russischen Oberschicht und der gesellschaftlichen Verdrängung des Todes.
  • Die Rolle von Konventionen und die Entfremdung des Selbst im Sinne Heideggers.
  • Tolstois Religionsverständnis als Weg aus der gesellschaftlichen Lüge.
  • Die Bedeutung von Mitleid und Nächstenliebe als Schlüssel zu einem „wahren“ Leben.

Auszug aus dem Buch

3.3 Das Sterben Iwan Iljitschs

Der Sterbeprozess des Protagonisten beginnt zunächst mit einem sonderbaren Geschmack im Mund und einem unangenehmen Empfinden an der linken Seite; dort, wo er sich zuvor gestoßen hatte. Daraus resultiert „Übellaunigkeit“, die sich auf das Klima in der Familie auswirkt. Auch die Leichtigkeit und Annehmlichkeit, die zuvor geschätzter Bestandteil Iwans Leben waren, werden durch die Krankheit zunichtegemacht. Praskowja beginnt aufgrund der Krankheit ihres Mannes und den daraus resultierenden Konflikten, die im Gegensatz zur Situation vor der Krankheit nun überwiegend von Iwan ausgehen, einen Todeswunsch gegenüber ihren Gatten zu hegen, der einzig von ihrer Überlegung relativiert wird, dass sie in finanzieller Abhängigkeit zu diesem steht.

Die Krankheit nimmt immer mehr Besitz von Iwan Iljitschs Leben; seine Gedanken umkreisen hauptsächlich sein Krankheitsbild, sein eigenes Empfinden, den Rat der Ärzte und die Bekämpfung seiner Krankheit. In einer besonders schmerzhaften Nacht verwirft Iwan alle Überlegungen zur Krankheit und kommt zu dem Schluss: „‚Nicht um den Blinddarm handelt es sich, nicht um die Niere, sondern um Leben und . . . Tod.‘“ Dieser Gedanke markiert die Erkenntnis Iwan Iljitschs, dass er im Sterben liegt und dass dieses Sterben ihn persönlich betrifft. Auf diese erste Erkenntnis folgen sofort verzweifelte Fragen: „‚Einst war ein Licht da, jetzt ist es ringsum dunkel. Einst weilte ich hier, jetzt geht es dorthin! Wohin nur? […] Ich werde nicht mehr sein, was jedoch wird sein? Es wird nichts sein. Und wo werde ich dann sein, wenn ich nicht mehr sein werde?!‘“ Iwan Iljitsch ringt mit dem Verstehen seiner Situation und dem, was kommen wird. Sein Scheitern zeigt sich anschließend symbolisch an dem fehlgeschlagenen Versuch, eine Kerze im Zimmer anzuzünden. Das Licht gilt als Symbol für das Verstehen oder das Erkennen, dieses vermag er allerdings nicht zu erzeugen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich Tolstois Darstellung von Tod, Religion und gesellschaftlicher Lüge in seiner Erzählung.

2. Lew Tolstoi. Leben und Denken: Darstellung von Tolstois Lebensweg, seinem moralischen Anspruch an die Kunst sowie seiner Hinwendung zu einer kritischen Vernunftreligion.

2.2 Religiöse Konzeption und sozialethische Implikationen: Untersuchung von Tolstois Wunsch nach einer neuen gesellschaftlichen Ordnung auf Basis von Liebe und Selbstlosigkeit unter Abkehr von dogmatischen Institutionen.

2.3 Gesellschafts- und Kulturkritik: Erörterung der Entfremdung des Menschen durch gesellschaftliche Konventionen, unter Einbezug von Rousseau und Heideggers Konzept des „Man“.

2.3.1 Tod: Analyse der gesellschaftlichen Ignoranz gegenüber der Endlichkeit und Tolstois persönlicher Auseinandersetzung mit der Todesangst.

3. Der Tod des Iwan Iljitsch: Einführung in die Analyse des Leidensweges des Protagonisten und die Gliederung der Erzählung in drei zentrale Abschnitte.

3.1 Die gesellschaftliche Reaktionen auf den Tod Iwan Iljitschs: Darstellung der oberflächlichen und egozentrischen Haltung des sozialen Umfelds von Iwan Iljitsch gegenüber dessen Ableben.

3.2 Das Leben Iwan Iljitschs: Betrachtung der ordentlichen, aber gesellschaftskonformen Biografie des Protagonisten, die auf Statussymbolen und Unterordnung basiert.

3.3 Das Sterben Iwan Iljitschs: Analyse des physischen und psychischen Leidensprozesses sowie des ringenden Erkenntnisprozesses über die eigene Sterblichkeit.

3.4 Iwan Iljitsch im Lichte der Konzeptionen Tolstois: Synthese der Analyseergebnisse mit den theoretischen Überlegungen Tolstois zur Gesellschafts- und Kulturkritik sowie seinem Verständnis von Religion.

3.4.1 Zur gesellschafts- und kulturkritischen Konzeption: Interpretation des Verhaltens der Figuren als „Man“-Modus und Bestätigung der These von der sozialen Lüge.

3.4.2 Zum Religionsverständnis: Darlegung, wie Nächstenliebe und Mitleid, verkörpert durch Gerassim, als Gegenentwurf zur Lüge fungieren und spirituelle Erlösung ermöglichen.

4. Fazit: Zusammenfassendes Ergebnis, dass die Erzählung das Scheitern eines an Konventionen orientierten Lebens entlarvt und die befreiende Kraft echter Nächstenliebe betont.

Schlüsselwörter

Lew Tolstoi, Der Tod des Iwan Iljitsch, Gesellschaftskritik, Kulturkritik, Tod, Sterben, Nächstenliebe, Mitleid, Heidegger, Das Man, Religion, Vernunftreligion, Selbstentfremdung, Lebenslüge, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Tolstoi in der Novelle „Der Tod des Iwan Iljitsch“ die gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit kritisiert und welche religiösen sowie ethischen Konzeptionen er dem Protagonisten als „wahres Leben“ gegenüberstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Gesellschafts- und Kulturkritik, die Auseinandersetzung mit dem Tod und der menschlichen Endlichkeit sowie die Bedeutung christlicher Nächstenliebe und Mitleid.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, warum Iwan Iljitsch sein Leben angesichts des nahenden Todes als Lüge empfindet und welchen moralischen Gegenentwurf der Autor für ein wahrhaftiges Dasein formuliert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse der Novelle unter Heranziehung von Tolstois Schriften und ergänzender Fachliteratur, insbesondere unter Nutzung der Heidegger-Rezeption zur Erläuterung der Selbstentfremdung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung von Tolstois Denken, eine detaillierte Analyse der Novelle (Reaktionen der Gesellschaft, das Leben und Sterben des Protagonisten) und eine abschließende Interpretation der Ergebnisse im Lichte von Tolstois Konzepten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gesellschaftskritik, Lebenslüge, Mitleid, Nächstenliebe, Entfremdung, Tod und die Heideggersche Philosophie des „Man“.

Warum spielt die Figur des Gerassim eine so zentrale Rolle?

Gerassim fungiert als einziger Repräsentant von Ehrlichkeit und Mitleid in einem Umfeld voller Heuchelei; er verkörpert für Tolstoi das „wahre“ Verhältnis zwischen den Menschen, das frei von gesellschaftlicher Lüge ist.

Wie deutet der Autor das „Licht“ am Ende der Erzählung?

Das Licht symbolisiert die spirituelle Erkenntnis Iwan Iljitschs. Es steht für den Übergang von einem egozentrischen, an Konventionen orientierten Leben zu einer Existenz, die durch Mitleid und Nächstenliebe erlöst wird.

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Résumé des informations

Titre
Lew Tolstois religiöse und kulturkritische Konzeptionen in "Der Tod des Iwan Iljitsch"
Sous-titre
Die Lüge im Leben Iwan Iljitschs
Université
University of Osnabrück
Cours
Literatur und Ethik: Historische und theoretische Perspektiven
Note
1,0
Auteur
M.Ed. Micha Pante (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
23
N° de catalogue
V1183367
ISBN (PDF)
9783346606822
ISBN (Livre)
9783346606839
Langue
allemand
mots-clé
tolstois konzeptionen iwan iljitsch lüge leben iljitschs
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.Ed. Micha Pante (Auteur), 2020, Lew Tolstois religiöse und kulturkritische Konzeptionen in "Der Tod des Iwan Iljitsch", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183367
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Extrait de  23  pages
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