Die Arbeit befasst sich mit der neuen Technologie des IPTV/ WebTV und dem bevorstehenden Umbruch auf dem deutschen Fernsehmarkt. Der technologische Fortschritt eröffnet sowohl den Nutzern als auch den Anbietern neue Handlungsmöglichkeiten. Die Mediennutzung entwickelt sich hin zu einer immer interaktiven Anwendung, der die Anbieter mit innovativen Angeboten versuchen gerecht zu werden. Um eine Basis für das Verständnis von IPTV zu schaffen, werden zunächst die Grundlagen erklärt. Angefangen mit der Begriffserklärung von IPTV und WebTV und deren klare Abgrenzung über die Zusatznutzen bis hin zur Technologie. Durch das IP basierte Fernsehen und den Eintritt der Telekommunikationsunternehmen in den Fernsehmarkt befinden sich alt bewehrte Strukturen im Wandel. Wie reagieren die Unternehmen auf diese Veränderung?
Am Beispiel der Unternehmen Deutschen Telekom und HanseNet werden die derzeitigen IPTV Angebote vorgestellt und die Ambitionen der Anbieter näher beleuchtet. Es soll gezeigt werden, dass weitere digitale Dienste die Konkurrenz am deutschen Fernsehmarkt verschärfen. Neben IPTV ist das WebTV maßgeblich für die Entwicklung von interaktiven Fernsehdiensten. Wie stehen diese beiden Konzepte, IPTV und WebTV, zueinander? Konvergenz oder Konkurrenz, das ist die Frage? Im Zentrum dieser Bachelorarbeit steht die Analyse des deutschen Fernsehmarktes mit einem intensiven Blick auf den Nutzer.
Nach einem Ausblick in die Zukunft wird ein abschließendes Fazit gezogen, welches anhand der erarbeiteten Informationen, Tendenzen für die Entwicklung von IPTV und die Stellungen der verschiedenen Akteure auf dem Fernsehmarkt aufzeigt. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren ob IPTV das Potential hat, sich als vierter Übertragungsweg zu etablieren und aufzuzeigen welche Akteure sich in Zukunft in diesem Markt bewegen und seine Entwicklung beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1.Digitales Fernsehen
2. Definition und Abgrenzung von IPTV und WebTV
2.1 IPTV
2.2 WebTV
2.3. Push & Pull Prinzip
3. Zusatznutzen von IPTV bzw. WebTV
3.1. Video-on-Demand
3.2. Interaktivität und Rückkanal
3.2.1 Personalisierbares Fernsehen / Werbung
3.2.2 Zukünftige Möglichkeiten von IPTV durch den Rückkanal
3.3. Festplattenrecorder und Timeshifting
4. Übertragungstechnologie
4.1 Übertragungstechnologie für IPTV
4.1.1. IP Settopbox als Empfänger von IPTV
4.1.2. Komprimierte Übertragung
4.1.3. DSL Technologien und Übertragungsraten
4.1.4. Andere Übertragungswege als DSL im Überblick
4.1.5. Standardisierung von IPTV Lösungen
4.1.5.1. DVB Project (Digital Video Broatcasting)
4.1.5.2 Open-IPTV-Forum
4.2 Übertragungstechnologie von WebTV
4.2.1 Streaming WebTV
4.2.2 Peer to Peer Web TV (P2P)
5. IPTV Angebote in Deutschland
5.1. Triple Play
5.2 Telekommunikationsunternehmen als neue Player auf dem Fernsehmarkt
5.2.1. Die deutsche Telekom AG - T-Home IPTV „Entertain“ IPTV
5.2.2 Alice „homeTV“
6. Konkurrenz auf dem Fernsehmarkt
6.1 DVB-T
6.2 Trippleplay-Angebote der Kabelnetzbetreiber
5.2.1 Kabel Deutschland (KD)
6.2.2 IP-Dienste in Zukunft über DSL oder Fernsehkabel?
7. WebTV Angebote
7.1. Peer to Peer TV - Die Verschmelzung von IPTV und WebTV
7.1.2 Zattoo
7.2 Videoportale der privaten Fersehsender im Internet
7.2.1 Maxdome: Kostenpflichtiges Videofilmarchiv von Pro7/ Sat1
7.3. IPTV oder WebTV - Wettbewerb oder Konvergenz?
8. Der deutsche IPTV Markt
8.1. Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation auf dem deutschen Fernsehmarkt
8.1.1 Verbreitung von IPTV
8.2 Nutzeranalyse
8.2.1. Internetnutzung
8.2.2. Fernsehnutzung
8.2.3. Bekanntheit und Akzeptanz von IPTV
8.2.3.1 Erwartungen der Nutzer
8.2.3.2 Wechselbereitschaft und Preisakzeptanz der Nutzer
9. Die Zukunft von IPTV
9.1 Prognosen
9.2 Marktbarrieren und Verbesserungsmöglichkeiten
9.3 Ein Ausblick in das Jahr 2012
10. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von IPTV und WebTV als neue Übertragungswege auf dem deutschen Fernsehmarkt und analysiert den technologischen Wandel sowie den Wettbewerb zwischen traditionellen Anbietern und neuen Telekommunikationsunternehmen.
- Grundlagen und Abgrenzung von IPTV und WebTV
- Analyse technischer Übertragungsmöglichkeiten und Standards
- Untersuchung von Marktangeboten und Wettbewerbsstrategien (Telekom, HanseNet, Kabel Deutschland)
- Nutzeranalyse bezüglich Akzeptanz, Erwartungen und Nutzungsbarrieren
- Prognose zur zukünftigen Marktentwicklung bis 2012
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Personalisierbares Fernsehen / Werbung
Die Rückanalfähigkeit der Übertragungstechnik ermöglicht es, personalisierbares Fernsehen anzubieten. Programmvorschläge orientieren sich an Sehgewohnheiten. Bewertungen und Sehdauer werden gespeichert und zu einem Nutzerprofil zusammengefügt. So werden die Programmvorschläge, die dem Nutzer vorgelegt werden, sehr genau auf seine Bedürfnisse angepasst. Interessiert sich beispielsweise ein Kunde besonders für einzelne Sportarten wie z.B. Basketball, werden ihm die als nächstes übertragenen Spiele in der Listenhierarchie an oberster Stelle angezeigt.
Die Möglichkeiten im Rahmen von IPTV Diensten über klassische Werbeformen hinaus Werbeeinnahmen zu erzielen sind sehr vielfältig.
Durch die Anbindung des Fernsehgerätes an das Internet werden sich durch Portale, Electronic Programm Guides (elektronischer Programmführer, EPG) und Webpages neue Werbeflächen ergeben.
In diesem Zusammenhang wird immer wieder die Möglichkeit der personalisierten Werbung betont. Experten erwarten, das dieses so genannte „Target Advertising“, zu deutsch zielgerichtetes Werben, in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Bei dieser Ansprache von einer homogenen Zielgruppe entstehen sehr geringe Streuverluste im Gegensatz zu herkömmlichen Werbeformen. Beispielsweise kann es in Zukunft möglich sein, dass während der Werbeunterbrechung der Tour de France der Fahrradhändler von nebenan die aktuellen Angebote bewirbt und so Käufer im direkten geografischen Umfeld anspricht. Der geringste Streuverlust wird durch Target Advertising in Spartenkanälen erzielt, da hier ein thematisches Umfeld mit klarem Profil vorhanden ist. Marken, deren Produkte sich in einem ähnlichen Umfeld befinden, finden hier ein ideales Werbeumfeld.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Digitales Fernsehen: Vermittlung der technischen Grundlagen der Digitalisierung für das Verständnis der weiteren Arbeit.
2. Definition und Abgrenzung von IPTV und WebTV: Differenzierung zwischen den Konzepten IPTV und WebTV sowie Einordnung in die Pull-Medien-Systematik.
3. Zusatznutzen von IPTV bzw. WebTV: Erläuterung von Mehrwerten wie Video-on-Demand, Interaktivität und Timeshifting für den Nutzer.
4. Übertragungstechnologie: Analyse der technischen Infrastrukturen für IPTV und WebTV inklusive Standardisierungsfragen.
5. IPTV Angebote in Deutschland: Vorstellung der Triple-Play-Strategien und Markteintritt der Telekommunikationsanbieter.
6. Konkurrenz auf dem Fernsehmarkt: Bewertung der Wettbewerbssituation durch DVB-T und Kabelnetzbetreiber.
7. WebTV Angebote: Vorstellung von P2P-Lösungen und Videoportalen als alternative oder hybride Distributionsmodelle.
8. Der deutsche IPTV Markt: Bestandsaufnahme der aktuellen Marktsituation und tiefgehende Nutzeranalyse.
9. Die Zukunft von IPTV: Prognosen zur Marktentwicklung bis 2012 und Identifikation von Barrieren.
10. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Potenzials von IPTV als vierter Übertragungsweg.
Schlüsselwörter
IPTV, WebTV, Digitales Fernsehen, Triple Play, Video-on-Demand, Rückkanal, Breitband, DSL, VDSL, Settop-Box, Mediennutzung, Marktbarrieren, Nutzeranalyse, Standardisierung, Konvergenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht den Wandel des deutschen Fernsehmarktes durch die Einführung von IPTV und WebTV.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt technologische Grundlagen, aktuelle Marktangebote, die Rolle von Telekommunikationsanbietern sowie die Akzeptanz und Erwartungen der Nutzer.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob IPTV das Potenzial besitzt, sich als vierter Übertragungsweg neben Kabel, Satellit und Terrestrik zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine medienwirtschaftliche Analyse, die Marktstrukturen untersucht, Expertenprognosen vergleicht und eine Nutzeranalyse auf Basis von Studien vornimmt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die Vorstellung konkreter Anbieter und Angebote, eine Wettbewerbsanalyse sowie eine detaillierte Nutzeranalyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie IPTV, Konvergenz, Triple Play, Interaktivität und Nutzerakzeptanz geprägt.
Wie unterscheidet sich das Geschäftsmodell von T-Home zu dem von Alice (HanseNet)?
T-Home setzt auf teure VDSL-Technologie für HD-Inhalte und Bundesliga-Rechte, während Alice eine günstigere ADSL-basierte Strategie mit einem kundenorientierten, monatlich kündbaren Modell verfolgt.
Warum spielt der Rückkanal für IPTV eine so wichtige Rolle?
Der Rückkanal ermöglicht erst die Interaktivität zwischen Anbieter und Nutzer, wodurch das Fernsehen vom reinen passiven Push-Medium zu einem interaktiven Pull-Medium wird.
Was sind laut der Arbeit die größten Hindernisse für die Verbreitung von IPTV in Deutschland?
Zu den Haupthindernissen zählen hohe Preise, lange Vertragsbindungen, mangelnde Bekanntheit der Technologie sowie die bestehende, für den Nutzer vermeintlich "kostenlose" Free-TV-Landschaft.
- Quote paper
- Ruben Riegamer (Author), 2008, IPTV und WebTV. Der neue Fernsehmarkt und seine Wettbewerber in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118345