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Das Körperbild der Freikörperkulturbewegung

Title: Das Körperbild der Freikörperkulturbewegung

Seminar Paper , 1996 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Karsten Müller (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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In der folgenden Arbeit soll eine Bewegung dargestellt werden, bei der man über
Sportmode fast nichts sagen kann, da sie keine Sportkleidung trägt, genauer gesagt
überhaupt nichts trägt: Dargestellt wird die FKK-Bewegung in Deutschland.
Es soll jedoch versucht werden, das vor allem in den Anfängen der Bewegung
radikale Körperbild darzustellen. Anhand einer chronologisch orientierten,
geschichtlichen Darstellung der Bewegung sollen der Wandel und die Nuancen
diese Körperbildes herausgearbeitet werden. Selbstverständlich wird es zu jeder Zeit Menschen gegeben haben, die zum
Zwecke der Körperreinigung oder um des Badens und Planschens willen, mehr
oder weniger verschämt nackt in Seen und Flüssen gebadet haben. Damit jedoch,
ist ein Beginn der FKK-Bewegung kaum zeitlich zu definieren. Ebensowenig
kann man von einer FKK-Bewegung sprechen, wenn in Afrika oder Asien die
Angehörigen einiger Völker kleidungslos durchs Leben gehen, weil es dort so
üblich ist.
Von Anfängen der FKK-Bewegung kann man erst dann sprechen, wenn sich
Menschen bewußt und regelmäßig über die Konventionen ihrer Gesellschaft
hinwegsetzen und nackt baden.
Einen ersten Schritt unternahm ein gewisser Burnet Lord Monboddo. Über ihn
berichtet 1795 der Philosoph Lichtenberg, „daß er ganz nackend bade und auch
seine Töchter die Vorteile des unbekleideten Badens zu schätzen wüßten.“1
Dies war selbstverständlich nur ein Einzelfall; man kann hier keineswegs von
einer Bewegung sprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Erste Schritte

III. Erste literarische Veröffentlichungen

A. Die Schönheit

B. Richard Ungewitter

IV. Widerstand der Behörden

V. Die Umsetzung der Theorie in die Praxis – erste Vereinigungen

VI. Die Bünde

A. Deutsche Luftbadgesellschaft (DLG)

B. Neusonnlandbund (NSB)

C. Bund der Lichtfreunde

D. Die proletarische (sozialistische) Freikörperkultur

VII. FKK im Nationalsozialismus

VIII. Nachkriegszeit

IX. Fazit

X. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die ideologischen Hintergründe der Freikörperkulturbewegung (FKK) in Deutschland. Dabei wird insbesondere das radikale Körperbild der frühen Jahre beleuchtet, um aufzuzeigen, wie sich die Bewegung ausgehend von ersten theoretischen Schriften zu einer gesellschaftlichen Strömung entwickelte und welchen Einflüssen sie durch gesellschaftliche Normen, politische Ideologien und den Nationalsozialismus unterlag.

  • Historische Genese der FKK-Bewegung in Deutschland
  • Die Rolle früher theoretischer Schriften und ihrer Autoren
  • Entwicklung und Ausdifferenzierung verschiedener FKK-Bünde
  • Politische und gesellschaftliche Widerstände gegen die Nacktkultur
  • Einfluss der NS-Ideologie auf die Freikörperkultur

Auszug aus dem Buch

Richard Ungewitter

Ganzheitlicher war Richard Ungewitter: Er geht in seinen Schriften nicht nur auf die Notwendigkeit des Licht-Luft-Bades ein, sondern auch vor allem auf allgemeine Gesundheitsprobleme und sogar auf gesellschaftspolitische Probleme der Zeit. Dies alles kleidet er vor allem in seinen späteren Schriften in den Mantel der Rassenhygiene: „Die schon angedeuteten Rassengesetze, daß bei Vermischung zweier Rassen stets die niedere Rasse der höheren ihren Stempel aufdrückt, sie also zu sich herabzieht, sind den Juden längst bekannt. Prof. Eduard Gans in Berlin sagte: »Taufe und sogar Kreuzung nützen gar nichts, wir bleiben auch in der hundertsten Generation Juden wie vor 3000 Jahren. Wir verlieren den Geruch unserer Rassen nicht...«. Dieser Ausspruch des jüdischen Professors zeigt uns die ungeheure Gefahr, die dem Germanentum durch rassische Verseuchung droht,...“ An anderer Stelle wendet er sich massiv gegen die Fälle „schwarzer Schmach“, die im Rahmen der Stationierung schwarzer französischer Soldaten nach dem ersten Weltkrieg stattgefunden haben. So sind „56 weitere Vergehen farbiger französischer Truppen zu unserer Kenntnis gekommen, nämlich 41 Fälle von Notzucht, Notzuchtversuchen und Überfällen auf Mädchen und Frauen (...) Die Gesamtheit der uns bekannten, von deutschen Behörden einwandfrei festgestellten Freveltaten steigt damit auf 82. (...) Die von den Schwarzen geschändeten Mädchen und Frauen sind für das deutsche Volk verloren. Möchten sie wenigstens auf eine Eheschließung verzichten, um mit ihren Nachkommen, soweit sie bisher von solchen verschont geblieben sind, unsere Rasse nicht noch mehr verseuchen.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Thema der FKK-Bewegung in Deutschland mit Fokus auf die Darstellung ihres radikalen Körperbildes.

II. Erste Schritte: Betrachtung der frühen, vereinzelten Ansätze des Nacktbadens vor der Formierung einer organisierten Bewegung.

III. Erste literarische Veröffentlichungen: Analyse der theoretischen Grundlagen durch Autoren wie Heinrich Pudor und Richard Ungewitter.

IV. Widerstand der Behörden: Dokumentation der juristischen und gesellschaftlichen Repressionen gegen die Nacktkultur.

V. Die Umsetzung der Theorie in die Praxis – erste Vereinigungen: Der Übergang von individuellen Praktiken zur Bildung erster Vereine und der Einfluss des Ersten Weltkriegs.

VI. Die Bünde: Vorstellung verschiedener Strömungen wie der DLG, des NSB, der Lichtfreunde und der proletarischen Freikörperkultur.

VII. FKK im Nationalsozialismus: Untersuchung der Unterdrückung, Gleichschaltung und Umdeutung der FKK im Dritten Reich.

VIII. Nachkriegszeit: Zusammenfassung der Neugründungen und der Etablierung des Deutschen Bundes für Freikörperkultur ab 1949.

IX. Fazit: Einschätzung der Bedeutung der FKK für das neue Körpergefühl trotz ihrer geringen Relevanz für die Sportmode.

X. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Freikörperkultur, FKK, Nacktkultur, Körperbild, Luftbad, Richard Ungewitter, Lebensreform, Rassenhygiene, Proletarische Körperkultur, Bündische Jugend, Sittlichkeit, Nationalsozialismus, Sportbewegung, Lichtfreunde, Körpergefühl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehung und Entwicklung der Freikörperkulturbewegung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftlichen und ideologischen Kontexte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Fundierung durch frühe Autoren, die organisatorische Entwicklung in Bünden, der staatliche Widerstand sowie die Transformation der Bewegung im Nationalsozialismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, das radikale Körperbild der FKK-Anfänge aufzuzeigen und den Wandel dieses Körperverständnisses im Laufe der Zeit historisch nachzuzeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine chronologisch orientierte historische Darstellung sowie die Analyse von zeitgenössischen Schriften und Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Weg von den ersten theoretischen Abhandlungen über die praktische Vereinsgründung bis hin zu den politischen Verboten und der anschließenden Gleichschaltung in der Zeit des Nationalsozialismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Freikörperkultur, Nacktkultur, Lebensreform, Rassenhygiene und Körperbild.

Welche Rolle spielte Richard Ungewitter für die Bewegung?

Ungewitter war eine zentrale, wenn auch ideologisch stark durch rassenhygienische Ansichten geprägte Figur, die durch ihre Schriften maßgeblich zur theoretischen Ausgestaltung und Popularisierung des Nacktbadens beitrug.

Wie unterschied sich die proletarische von der bürgerlichen FKK?

Während die bürgerlichen Bünde oft gesundheitlich oder ideologisch-nationalistisch motiviert waren, war die proletarische FKK unter Adolf Koch klar politisch ausgerichtet und kritisierte die sozialen Verhältnisse ihrer Zeit.

Wie veränderte sich die FKK im Nationalsozialismus?

Die Bewegung wurde zunächst verboten und dann im „Bund für Leibeszucht“ gleichgeschaltet, wobei der Fokus verstärkt auf sportliche Abhärtung und rassenhygienische Ideologie gelegt wurde.

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Details

Title
Das Körperbild der Freikörperkulturbewegung
College
Sport Academy Cologne  (Institut für Sportsoziologie)
Course
Körperbilder und Sportmode
Grade
2,0
Author
Karsten Müller (Author)
Publication Year
1996
Pages
14
Catalog Number
V118347
ISBN (eBook)
9783640215072
ISBN (Book)
9783640215485
Language
German
Tags
Körperbild Freikörperkulturbewegung Körperbilder Sportmode Jugendbewegung FKK Sonnenbaden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karsten Müller (Author), 1996, Das Körperbild der Freikörperkulturbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118347
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