Der Fußball ist in der deutschen Gesellschaft fest verankert und zieht immer mehr Menschen in ihren Bann. Das Ergebnis einer Ende 2014 im Auftrag der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) durchgeführten Befragung ergab, dass 57 Prozent der Befragten fußballinteressiert sind. Seit der Fußball Weltmeisterschaft im Jahr 2006 ist dies der höchste Wert in Deutschland. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, viele träumen davon, selbst in einem der großen Fußballclubs zu spielen oder zu interagieren.
Doch schaut man einmal hinter die Kulissen, sieht es bei vielen Profivereinen nicht mehr so traumhaft aus. Die Profivereine sind längst nicht mehr nur Vereine, sie zählen zu mittelständischen und großen Unternehmen bis hin zu Konzernen, was die Finanzierung eines solchen nicht leicht macht. In Deutschland wurden im Jahr 1899 und um die Jahrhundertwende viele Vereine wie z.B. der SV Werder Bremen, Borussia Dortmund und der FC Bayern München, gegründet. Viele davon befinden sich heute im Überlebenskampf. Zahlreiche Vereine sind in kleinen Stadtvierteln gegründet worden, sind zu Amateurfußballzeiten historisch gewachsen und erfolgreich geworden. Wenn sie weiter in der Branche bleiben wollten, mussten sie sich aufgrund des aufkommenden Kommerzes in Unternehmen wandeln.
Insbesondere Traditionsvereine die regional nicht ideal gelegen sind haben es schwer Sponsoren zu finden oder haben nicht den Platz ein großes Stadion zu bauen, um genügend Zuschauer zu Spieltagen anzulocken, die zusätzlich bereit und fähig sind die Kosten für einen Stadionbesuch zu tragen. Die Unternehmensführung spielt eine ebenso große Rolle und trägt zum Erfolg bei. Doch nur, weil ein Verein als Traditionsverein bezeichnet wird, bedeutet dies nicht automatisch eine wirtschaftliche Schlechterstellung. Es gibt auch Beispiele wie Borussia Dortmund oder FC Bayern München, welchen es wirtschaftlich gut geht.
In der vorliegenden Hausarbeit werden zunächst Möglichkeiten zur Finanzierung von Fußballvereinen aufgezeigt. Weiterführend wird das Finanzierungskonzept der SV Werder Bremen GmbH & Co. KG aA untersucht. Es wird auf die Schwierigkeiten und die finanziellen Möglichkeiten eines Traditionsvereins wie dem SV Werder Bremen eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Finanzierungskonzepte für Fußballvereine in der Bundesliga
2.1 Innenfinanzierung
2.1.1 Nutzen bestehender und Erschaffung neuer Einnahmepotentiale
2.1.1.1 Sponsoring
2.1.1.2 Spieltageinnahmen
2.1.1.3 Merchandisingeinnahmen
2.1.1.4 Transfergeschäfte
2.1.1.5 Fernsehrechte
2.1.1.6 Namensrechte Fußballstadion
2.1.1.7 Nachwuchsförderung
2.1.2 Rückführung von Ausgabepositionen
2.1.3 Verringerung von Kapitalbindung
2.2 Außenfinanzierung
2.2.1 Going Public
2.2.2 Private Equity
2.2.3 Asset Backed Securies (ABS)
2.2.4 Genussscheine
2.2.5 Weitere Finanzierungsmöglichkeiten
2.2.5.1 Nachrangdarlehen
2.2.5.2 Stille Beteiligung
2.2.5.3 Wandel- und Optionsanleihe
2.2.5.4 Klassische Anleihe
3. Geschichte und Finanzierungskonzept SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA
3.1 Geschichte SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA
3.2 Finanzierungkonzept SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Finanzierungsmöglichkeiten für Fußballvereine in der Bundesliga und analysiert das Finanzierungskonzept des SV Werder Bremen GmbH & Co. KG aA, um aufzuzeigen, wie Traditionsvereine unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Finanzierung stabilisieren und zukunftsfähig gestalten können.
- Methoden der Innenfinanzierung (Sponsoring, Spieltage, TV-Rechte)
- Instrumente der Außenfinanzierung (Börsengang, Private Equity, Anleihen)
- Historische Entwicklung des SV Werder Bremen
- Struktur und Finanzierungssäulen der SV Werder Bremen GmbH & Co. KG aA
- Strategien zur Kostenoptimierung und Nachwuchsförderung
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Sponsoring
Zum Sponsoring zählen Trikot - und Bandenwerbung sowie Ausrüsterwerbung. Auch die Vermarktung des Stadionnamens gehört dazu. Mit dieser Vermarktungsform wurden in der Bundesliga in der Saison 2016/2017 etwa 10 Prozent der Einnahmen erzielt. Die Bundesligavereine schließen mit kleinen und großen Sponsoren, wobei die großen Sponsoren die Hauptsponsoren sind, weitreichende Verträge ab. Der Hauptsponsor erhält das Recht zur exklusiven Trikotwerbung und wird bevorzugt berücksichtigt, wenn es um weitere Werbeflächen im Stadion geht. Die vertraglichen Vereinbarungen können sehr unterschiedlich sein. Der Hauptsponsor erhält das Recht für eigene Produkte mit dem Verein zu werben, d.h., er macht sich den Markenwert in Verbindung mit einem Imagetransfer des Vereins zu Nutze. Da es pro Verein nur einen Hauptsponsor geben kann, ist es indirekt möglich anhand der Kontraktsummen den Markenwert eines Vereins zu schätzen.
In der Historie waren größtenteils Telekommunikationsdienstleister und Automobilhersteller bei großen Clubs Hauptsponsor. In den Gründungsjahren der Bundesliga waren nur deutsche Ausrüster wie z.B. Puma und Adidas aktiv im Sponsoring tätig. In den Folgejahren und bis heute beteiligen sich auch internationale Unternehmen wie z.B. Reebok, Umbro oder Nike am Sponsoring. Damit ging ein starker Anstieg der Kontraktsummen einher. Die Ausrüster werden immer mehr zur Finanzierung von Spielergehältern genutzt. Der Gesamtumsatz des Trikotsponsorings liegt bei etwa 177 Millionen Euro pro Saison. Dieser Umsatz ist bedeutend höher als der Umsatz der durch die Ausrüster erwirtschaftet wird, nämlich 69,3 Millionen Euro jährlich. Innerhalb der ersten Bundesliga gibt es eine starke Spreizung zwischen den großen erfolgreichen und den kleinen Bundesligavereinen. Die vier erfolgreichsten Vereine Deutschlands sind für etwa 60 Prozent der Trikot-Sponsoringeinnahmen verantwortlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung des Fußballs in Deutschland und stellt die Problematik der Finanzierung für Traditionsvereine im Kontext des zunehmenden Kommerzes dar.
2. Finanzierungskonzepte für Fußballvereine in der Bundesliga: Dieses Kapitel erläutert systematisch die verschiedenen Instrumente der Innen- und Außenfinanzierung, die Fußballunternehmen zur Sicherung ihrer Ertragskraft und Kapitalbeschaffung zur Verfügung stehen.
3. Geschichte und Finanzierungskonzept SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des SV Werder Bremen nach und analysiert konkret, wie das Unternehmen seine Finanzierung auf die drei Säulen Beteiligungsfinanzierung, laufender Cashflow und Fremdkapital stützt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Kombination aus effizienter Innenfinanzierung, strategischer Kostenanpassung und der Nutzung moderner Rechtsformen dem Verein ermöglicht hat, nach Jahren der Verluste wieder profitabel zu wirtschaften.
Schlüsselwörter
Fußballfinanzierung, SV Werder Bremen, Innenfinanzierung, Außenfinanzierung, Sponsoring, Spieltageinnahmen, Merchandising, Fernsehrechte, Transfergeschäfte, Kapitalbindung, Private Equity, Genussscheine, Nachwuchsförderung, Stadionmanagement, Bundesliga
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Finanzierungskonzepten moderner Fußballunternehmen, insbesondere am Beispiel eines Traditionsvereins.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Instrumente zur Mittelbeschaffung, die Optimierung von Einnahmequellen sowie die strukturelle Umgestaltung von Fußballvereinen in wirtschaftliche Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten zur Finanzierung aufzuzeigen und zu untersuchen, wie der SV Werder Bremen diese Instrumente nutzt, um finanziell stabil zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Untersuchung der Finanzierungsstruktur eines spezifischen Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Finanzierungsinstrumente (Innen- und Außenfinanzierung) und die anschließende praktische Anwendung dieser Konzepte auf den SV Werder Bremen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fußball, Unternehmensfinanzierung, Bundesliga, Sponsoring, Kapitalbeschaffung und Profitabilität.
Welche Rolle spielt der SV Werder Bremen in dieser Analyse?
Der Verein dient als exemplarisches Fallbeispiel, um die Anwendung komplexer Finanzierungsstrukturen (wie der GmbH & Co. KG aA) bei Traditionsvereinen praktisch darzustellen.
Warum ist das Finanzierungskonzept für den Verein existentiell?
Da der Verein regional nicht in einem Ballungszentrum mit hoher Dichte an Großunternehmen liegt, ist ein stabiles, diversifiziertes Finanzierungskonzept überlebenswichtig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Citation du texte
- Katharina Pilz (Auteur), 2017, Finanzierungskonzepte von Fußballvereinen am Beispiel des SV Werder Bremen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183670