Suizidalität im Jugendalter

Inwiefern helfen Präventionen im schulischen Kontext gegen die Auftretenswahrscheinlichkeit von Suiziden in der Adoleszenz im Alter von 10 bis 20 Jahren?


Hausarbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 ZielsetzungderArbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Adoleszenz
2.2 Suizidalität
2.3 Suizidtheorien
2.3.1 SoziologischeSuizidtheorie
2.3.2 Psychodynamische Suizidtheorie
2.4 Prävention
2.4.1 Formen der Prävention
2.4.2 Universelle vs. selektive Präventationsprogramme
2.4.3 MindMatters: Förderung der psychischen Gesundheit in und mit der Schule 7

3 Zusammenfassung und Ausblick

IV. Literaturverzeichnis

V. Abkürzungsverzeichnis

VI. Anhang

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Stressentstehung und Stressbewältigung in Abhängigkeit von Entwicklungsaufga­ ben, kritischen Lebensereignissen und Alltagsproblemen (Lohaus und Vierhaus, 2018)

Abbildung 2 MindMatters

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 Gestorbene: Deutschland, Jahre, Todesursachen Unabhängig vom Alter der Verstor­benen (statistisches Bundesamt)

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Konfrontationen mit Suiziden stellen mittlerweile in vielen Lebensläufen keine Ausnahme mehr dar und treten in dem Freundeskreis, in der Familie, in der Literatur oder in Form von brandaktu­ellen Serien wie ,13 reasons why' auf. Der Versuch oder Gedanke daran, seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen, ist ein häufig zu beobachtender Vorstellungsanlass in stationären und am­bulanten Notfalleinrichtungen (Holtkamp und Herpertz-Dahlmann, o.J.). Laut derzeitigen Unter­suchungen gehört der gewollte eigene Tod in der Adoleszenz im Alterzwischen dem 15. und 20. Lebensjahr nach Unfällen zu den zweithäufigsten Todesursachen (Radeloff, Lempp, Albowitz, Oddo, Toennes, Schmidt, Freitag, Kettner, 2012, S. 4). „Der riskante Lebensstil, Sorglosigkeit im Umgang mit der eigenen Gesundheit, der feste Glaube an die eigene Stärke, der Wunsch, im Hier und Jetzt Spannendes und Aufregendes zu erleben und das Leben genießen zu wollen, kennzeichnen das Lebensbewusstsein vieler Jugendlicher“ (Raithel, 2001, S. 249ff). Während bei Kindern im Alter von 0 bis 15 Jahren verhältnismäßig geringe Suizidraten mit einer Zahl von 28 Fällen im Jahr 2010 vorherrschen, ist stattdessen im Verlauf der Adoleszenz im Alter von 15 bis 21 Jahren ein kontinuierlicher Anstieg mit ca. 189 Fällen zu verordnen (Bundesamt für Statis­tik, 2011, zitiert nach Radeloff et al., 2012, S. 4).

Risikofaktoren für einen suizidale Handlungen liegen dabei zahlreich vor und reichen laut diver­sen Forschungen von dem männlichen Geschlecht, ein Leben in der anonymen Großstadt, vo­rausgehenden Suizidversuchen, das Leiden unter einer psychischen Störung, belastende Bezie­hungsprobleme bis hin zu chronischen Familienproblemen (Schmidt, Muller, Dettmeyer& Madea, 2002). Unter anderem kann die Selbsttötung bei Jugendlichen als eine maladaptive bzw. eine drastische Form der Problembewältigung betrachtet werden (Bojack, 2010, S. 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 Gestorbene: Deutschland, Jahre, Todesursachen Unabhängig vom Alter der Verstorbenen (statistisches Bun­desamt)

Die Zahlen der vorsätzlichen Selbstschädigungen unabhängig vom Alter, wie es derTabelle zu entnehmen ist, sinken leicht von 2014 bis 2018. Eine Auffälligkeit verzeichnet sich stattdessen in dem Anteil der missglückten Selbsttötungsversuchen in der Pubertät, die meist weitere Ver­suche auslösen und ein tödliches Ende haben können (Bojack, 2010, S. 5). Das betrifft insbe- sondereJugendlichezwischen 15und 19Jahren (sieheAnhang 1).

1.2 ZielsetzungderArbeit

Wenn heranwachsende Kinder dem Leben willentlich ein Ende setzen, ist dies immer ein erschüt­terndes und ebenfalls unvorstellbares Ereignis für die gesamte Umgebung des Jugendlichen. In Deutschland sterben jährlich ca. 200 von zehn bis zwanzig Jahren durch suizidale Handlungen (Bründel, o.J., S. 9). Niklewski und Rieke-Niklewski (2008) zufolge liegt die Rate der festgestellten und ebenfalls auch unbemerkten Selbsttötungsversuche in Deutschland, die von jüngeren Men­schen begangen werden, schätzungsweise bei ca. 40 Fällen am Tag. Um die Auftretenswahr­scheinlichkeit und die Häufigkeit von Suizidversuchen bei Kindern und Jugendlichen zu reduzie­ren bzw. zu verhindern, ist das Wissen um Präventivmaßnahmen von essentieller Bedeutung und aus dem Grund besteht eine Notwendigkeit, informative Belege sicherzustellen. Um die alarmie­renden Zahlen zu senken, bedarf es einer intensiven Aufarbeitung der wissenschaftlichen Grund­lagen. Diese Hausarbeit befasst sich allerdings ausschließlich mit der Prävention suizidaler Hand­lungen im schulischen Kontext, da Jugendliche den Großteil des Tages in Schulen verbringen. Zusammenfassend nimmt sich somit die Hausarbeit zum Ziel, eine Antwort auf die wissenschaft­liche Fragestellung zu finden, inwiefern Präventionsmaßnahmen wie z.B. das MindMatter-Kon- zept die Auftretenswahrscheinlichkeit für Suizide im Jugendalter dezimiert.

1.3 AufbauderArbeit

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich einleitend mit dem theoretischen Teil. Hierbei wird sich zuerst auf die einzelnen Definitionen bzw. Operationalisierungen konzentriert, die auf einer kur­zen Eingrenzung des Lebens- bzw. Altersabschnitts Adoleszenz und darauffolgend einer Be­griffserläuterung der Suizidalität und Auflistung der Suizidtheorien beruhen. Anschließend löst dies eine kurze Erläuterung des Begriffs .Prävention' ab. Im Folgenden werden die Formen der Prävention beleuchtet, woraufhin die Überleitung zu universellen und selektiven Präventionen sowie die Vorstellung der Präventionsmaßnahme .MindMatters' ihren Anschluss findet. Zuletzt folgt eine Zusammenstellung der Ergebnisse mit der Beantwortung der Fragestellung.

2 Theoretischer Bezugsrahmen

2.1 Adoleszenz

Die World Heath Organisation (WHO) definiert die Adoleszenz als einen Lebensabschnitt, der mit dem 10. Lebensjahr ihren Anfang und mit dem 20. Geburtstag ihr Ende findet. Der Übergang von der Kindheit in das Erwachsenenalter ist geprägt von biologischen, psychologischen und sozialen Veränderungen und ebenfalls auch durch zahlreiche Herausforderungen. Die Anforderungen an das Individuum können rasant in Überforderungen münden, wenn sich das Individuum subjektiv nicht mehr in der Lage fühlt, ausreichend Ressourcen zurVollendigung einerAufgabe zu mobili­sieren. Denn in jedem Altersabschnitt stellen sich diverse unterschiedliche Entwicklungsaufgaben dem Menschen, die eine Bewältigung verlangen (Lohaus und Veirhaus, 2018). Ein Scheitern ruft unmittelbar negative Konsequenzen hervor, dass z.B. zu Unglücklichsein oder Missbilligung der Gesellschaft führt. Nach Havighurst (1972) können diese Anforderungen z.B. an dem Aufbau neuer und reifer Beziehungen zu Gleichaltrigen des eigenen oder auch des anderen Geschlechts, dem Akzeptieren des eigenen Körpers und dessen effektive Nutzung, der Erschaffung einer In­ternetidentität und an der Loslösung und emotionale Unabhängigkeit von den eigenen Eltern u.v.m. anknüpfen. Auch stellen Schulen mit ihren Strukturen, Leistungsansprüchen und Noten­vergabe einen krisenanfälligen Bereich dar. „Durch das mögliche Zusammentreffen von Entwick­lungsaufgaben, kritischen Lebensereignissen und alltäglichen Problemen kann es zu einem er­höhten Stresserleben kommen“ (Lohaus und Veirhaus, 2018). Schlussfolgernd lässt sich dem­nach betonen, dass das Stresserleben i.d.R. im Jugendalter besonders hoch ausgeprägt ist. Dar­über hinaus besteht kontinuierlich eine gewisse Gefahr, dass Jugendliche unangemessene Handlungen zur Bewältigung ihrer Anforderungen anwenden. Ein Grund hierfür bilden die gerin­gen Erfahrungen im Umgang mit Stresssituationen ab (Lohaus und Veirhaus, 2018).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Stressentstehung und Stressbewältigung in Abhängigkeit von Entwicklungsaufgaben, kritischen Leben­sereignissen und Alltagsproblemen (Lohaus und Vierhaus, 2018)

Somit kann bereits der Lebensabschnitt Adoleszenz mit den Attributen ,stressreich‘ und ,anfor- dernd' in Verbindung gebracht werden. Wenn zusätzlich psychische Erkrankungen (z.B. Depres­sionen o.ä.) oder unangenehme Gefühle auftreten, erscheinen mit einer erhöhten Wahrschein­lichkeit Suizidgedanken.

2.2 Suizidalität

Der Begriff Suizid findet seinen Ursprung in der lateinischen Begriffskonnotation „sui caedare“ (sich töten, sich fällen). Darüber hinaus ist Suizid als einen Akt selbstzugefügter Lebensbeendi­gung zu charakterisieren (Bründel, 1992, zitiert nach Bojack, 2010, S. 4). Unter Suizidalität ver­stehen Experten sowohl Suizidgedanken wie auch suizidale Verhaltensweisen, d.s. Suizide, Su­izidversuche und alle vorbereitenden Handlungen wie z.B. Beschaffung von Tabletten (Bründel, o.J., S. 9). Von folgenden Methoden, mit dem Ziel, das eigene Leben abzuschließen, nahmen 2007 mannliche und weibliche kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren Gebrauch (Statistisches Bundesamt, 2009):

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Details

Titel
Suizidalität im Jugendalter
Untertitel
Inwiefern helfen Präventionen im schulischen Kontext gegen die Auftretenswahrscheinlichkeit von Suiziden in der Adoleszenz im Alter von 10 bis 20 Jahren?
Note
1,1
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V1183691
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suizidalität, jugendalter, inwiefern, präventionen, kontext, auftretenswahrscheinlichkeit, suiziden, adoleszenz, alter, jahren
Arbeit zitieren
Leonie Uhl (Autor:in), 2020, Suizidalität im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183691

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