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Französisch in Louisiana. Prognose Sprachtod - Kann der CODOFIL den Rückgang des Französischen sowie die Anglisierung der Bevölkerung in Louisiana eindämmen?

Titel: Französisch in Louisiana. Prognose Sprachtod - Kann der CODOFIL den Rückgang des Französischen sowie  die Anglisierung der Bevölkerung in Louisiana eindämmen?

Hausarbeit , 2021 , 21 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Aline Kuhne (Autor:in)

Französische Philologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Juli diesen Jahres wurden erfreulicherweise wieder achtzig internationale Lehrkräfte in Louisiana empfangen, um im Rahmen des Immersionsprogramms Französisch und Spanisch im US-Bundesstaat Louisiana zu unterrichten. Der CODOFIL unterstützt das große Ziel, die französischsprachigen Wurzeln des Bundesstaats Louisianas zu bewahren und die Schüler gleichzeitig auf eine globalisierte Welt vorzubereiten. Doch noch vor einem Jahr versuchte der ehemalige, sich noch im Amt befindende Präsident Donald Trump, die Einreise von Lehrkräften in die USA durch das Aussetzen der Visaausstellung zu unterbinden.

Große Unruhen schaffte Trump mit dieser Maßnahme im frankophonen Louisiana. Besonders erschüttert von dieser Nachricht war auch Peggy Feehan, die sich als Geschäftsführerin des Council for the Development of French in Louisiana seit 2018 mit viel Engagement und Herzblut für den Erhalt der französischen Sprache in Louisiana stark macht. Aus ihrer Sicht beeinträchtigte diese angespannte Situation den reibungslosen Französischunterricht massiv und bedeutet für viele Schüler:innen eine Verzögerung beim Erlernen der französischen Sprache. Der CODOFIL hat sich zum Ziel gesetzt, den Gebrauch der französischen Sprache in Louisiana wiederzubeleben, denn die Zahl der frankophonen Sprecher geht stetig zurück. Doch kann der CODOFIL den Rückgang des Französischen sowie die Anglisierung der Bevölkerung in Louisiana langfristig stoppen?

Die folgende Ausarbeitung thematisiert die Anwendung verschiedener Sprachkontakt- und Sprachaufgabemodelle auf die Minderheitensprachensituation in Louisiana zur Ermittlung der ethnolinguistischen Vitalität des Französischen und die spezielle Rolle, die der CODOFIL dabei spielt. Der erste Teil erläutert die Begriffe Sprachkontakt, Sprachwechsel, Sprachverfall und Sprachtod, die wichtige Grundlagen für die Analyse bilden. Danach werden die demographischen Daten von Louisiana vorgestellt und es wird ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung des US-Bundesstaates
Louisiana gegeben.

Der anschließende Teil untersucht die Mehrsprachigkeit und Diglossie in Südlouisiana. In diesem Kontext werden auch der Sprachwandel und der Sprachverfall in Louisiana analysiert. Im anknüpfenden Teil wird der CODOFIL, der sich für die Förderung des Französischen in Louisiana einsetzt, vorgestellt. Nach einigen allgemeinen Informationen über den CODOFIL werden dessen Ziele, Erfolge und Misserfolge präsentiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Abstract

2. Einleitung

3. Grundlagen

3.1. Sprachkontakt

3.2. Sprachwechsel, Sprachverfall und Sprachtod

4. Demographische Daten

5. Die Geschichte Louisianas und dessen soziolinguistische Situation

6. Mehrsprachigkeit und Diglossie in Südlouisiana

7. Sprachwandel und Sprachverfall in Louisiana

8. CODOFIL – Die Förderung des Französischen

8.1. Allgemeine Informationen

8.2. Zielsetzungen der Organisation

8.3. Erfolge und Misserfolge des CODOFIL

9. Fazit

10. Bibliografie

10.1. Papierquellen

10.2. Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethnolinguistische Vitalität des Französischen in Louisiana unter dem Einfluss der zunehmenden Anglisierung und analysiert dabei die Wirksamkeit des CODOFIL bei der Revitalisierung und dem Erhalt dieser bedrohten Sprache.

  • Soziolinguistische Grundlagen von Sprachkontakt und Sprachtod
  • Historische Entwicklung der Frankophonie in Louisiana
  • Phänomene des Sprachwandels und Sprachverfalls (insb. beim Cadien)
  • Rolle und Strategien des CODOFIL zur Sprachförderung
  • Herausforderungen der digitalen und gesellschaftlichen Dominanz des Englischen

Auszug aus dem Buch

3.1. Sprachkontakt

Bei einem Sprachkontakt treffen wenigstens zwei Sprachen oder sprachliche Varietäten aufeinander. Sowohl für die interne Sprachstruktur als auch für die externen Sprachdomänen ergeben sich daraus eventuell beträchtliche Folgen. Gemäß Sebba können sich durch Sprachkontakt sechs mögliche Konsequenzen ergeben. Sebba tauscht den linguistischen Begriff „borrowing“ gegen „adoption“ aus (vgl. Sebba 1997: 11). Lexikalische beziehungsweise grammatikalische Strukturen einer Sprache werden sowohl phonologisch als auch grammatikalisch angepasst und in der neuen Sprache benutzt. Unbekanntes Sprachgut wird in die neue Sprache eingeführt. Das Code-Switching setzt entsprechende Sprachkompetenz in mehreren Sprachen voraus. Der Sprecher kann ohne Probleme schriftlich oder mündlich von einer Sprache in die andere wechseln, sogar innerhalb eines Satzes, sei es mit oder ohne Absicht. Aus der Perspektive des Sprechers lassen sich eventuell bestimmte Aspekte in der jeweiligen Sprache weitaus präziser äußern (vgl. Sebba 1997: 12). Ein weiteres Phänomen des Sprachkontakts ist die Konvergenz. Es ergibt sich eine Angleichung von Sprachsystemen durch andauernden nahen Kontakt zwischen den Sprachen und den Sprechergruppen. Alle Folgen setzen voraus, dass die Einzelpersonen oder der Großteil der Sprechergruppe bilingual ist (vgl. Sebba 1997: 13).

Die folgenden Besonderheiten beim Sprachkontakt ergeben sich, falls zwei Sprechergemeinschaften mit verschiedenen Erstsprachen aufeinanderstoßen und die Betroffenen die Zweitsprache kaum kennen beziehungsweise nicht erlernen wollen. In der Sprachwissenschaft spricht man von einem Code-Mixing-Prozess, sobald grammatikalische Besonderheiten zweier Sprachsysteme durcheinander gewürfelt werden. Es entsteht eine Mischsprache mit der gleichen Vielschichtigkeit hinsichtlich der Grammatik, wie die Gebersprache. Der Prozess der reduzierten Sprachform, auch Pidginisierung genannt, zeichnet sich durch eine enge Verbindung zweier Sprechergruppen aus. Dafür exemplarisch ist die Migration. Es ist zwingend notwendig, dass die Sprechergruppen ein Kommunikationsmedium teilen. Daraus ergeben sich Pidginsprachen, denn sie sind Hilfs- und Verkehrssprachen zur Erfüllung kommunikativer Bedürfnisse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Abstract: Eine Zusammenfassung der Problematik des Sprachtodes in Louisiana und die Rolle des CODOFIL bei der versuchten Wiederbelebung des Französischen.

2. Einleitung: Vorstellung der aktuellen Herausforderungen für das Französische in Louisiana und Skizzierung der Forschungsabsicht der Arbeit.

3. Grundlagen: Erläuterung der theoretischen Konzepte wie Sprachkontakt, Sprachwechsel, Sprachverfall und Sprachtod.

4. Demographische Daten: Darstellung der Sprecherzahlen und des Rückgangs französischer Sprachkenntnisse in Louisiana anhand statistischer Daten.

5. Die Geschichte Louisianas und dessen soziolinguistische Situation: Historischer Überblick über die Besiedlung und die Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Louisiana.

6. Mehrsprachigkeit und Diglossie in Südlouisiana: Untersuchung des Zusammenspiels von Englisch, Cadien und Kreol sowie deren soziale Statuszuweisungen.

7. Sprachwandel und Sprachverfall in Louisiana: Analyse spezifischer morphologischer und syntaktischer Reduktionserscheinungen in den französischen Sprachvarietäten.

8. CODOFIL – Die Förderung des Französischen: Untersuchung der Gründung, der Ziele sowie der Erfolge und Misserfolge der staatlichen Institution.

9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit des CODOFIL und Ausblick auf die Zukunft des Französischen in Louisiana.

10. Bibliografie: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Louisiana, Französisch, CODOFIL, Sprachkontakt, Sprachtod, Sprachverfall, Cadien, Kreol, Diglossie, Sprachrevitalisierung, Sprachpolitik, Mehrsprachigkeit, Minderheitensprachen, Anglisierung, Sprachidentität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Situation des Französischen im US-Bundesstaat Louisiana, das durch den starken Einfluss des Englischen vom Aussterben bedroht ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Neben der soziolinguistischen Theorie von Sprachkontakt und Sprachtod stehen die historische Entwicklung der Frankophonie in Louisiana sowie die Analyse des Sprachverfalls und der staatlichen Erhaltungsmaßnahmen im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Wirksamkeit der Organisation CODOFIL bei der Eindämmung der Anglisierung und der Revitalisierung des französischen Kulturerbes in Louisiana kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch fundierte Analyse soziolinguistischer Modelle, kombiniert mit dem Auswerten demographischer Daten und historischer sowie aktueller Entwicklungen zur Sprachsituation vor Ort.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine historische Analyse, die Untersuchung von Diglossie und Sprachverfall sowie die detaillierte Vorstellung und Bewertung des CODOFIL.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Louisiana und Französisch insbesondere Sprachtod, Sprachverfall, CODOFIL, Cadien, Kreol und Sprachpolitik.

Welche Bedeutung hat das "Festival des Acadiens" für die Zielsetzung des CODOFIL?

Es fungiert als kulturelle Maßnahme, um die frankophone Identität zu stärken und die Sichtbarkeit der französischen Sprache im öffentlichen Leben Louisianas zu erhöhen.

Warum wird in der Arbeit zwischen "fluent speakers" und "semi speakers" unterschieden?

Diese Unterscheidung ist notwendig, um den Grad des Sprachverfalls zu verdeutlichen; sie zeigt, dass viele jüngere Generationen die Sprache nicht mehr vollständig erlernen, was den Sprachtod-Prozess beschleunigt.

Wird die Anglisierung der Bevölkerung durch den CODOFIL gestoppt?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der CODOFIL zwar wichtige Arbeit zur Förderung leistet, den breiten Anglisierungsprozess jedoch nicht vollständig aufhalten kann, da Englisch die dominante Sprache bleibt.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Französisch in Louisiana. Prognose Sprachtod - Kann der CODOFIL den Rückgang des Französischen sowie die Anglisierung der Bevölkerung in Louisiana eindämmen?
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,7
Autor
Aline Kuhne (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
21
Katalognummer
V1183732
ISBN (PDF)
9783346612052
ISBN (Buch)
9783346612069
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Louisiana Französisch in Louisiana Sprachkontakt Sprachtod CODOFIL Südlouisiana Mehrsprachigkeit in Louisiana Sprachwechsel Sprachverfall
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Aline Kuhne (Autor:in), 2021, Französisch in Louisiana. Prognose Sprachtod - Kann der CODOFIL den Rückgang des Französischen sowie die Anglisierung der Bevölkerung in Louisiana eindämmen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1183732
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Leseprobe aus  21  Seiten
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